Archiv für die Kategorie ‘Bergtouren’

geschrieben von Susanne am 16. September 2019 um 22.47 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Auf unserem Weg nach Bivio fuhren wir vorgestern unter anderem durch das Örtchen Sur. Dort fiel mir ein Wegweiser auf, der zur Alp Flix hinaufführte. Der Name der Alpe blieb mir im Gedächtnis und so informiere ich mich heute am Frühstückstisch, was es mit dieser Alpe auf sich hat. Unter anderem erfahre ich, dass das Plateau der Alp Flix inmitten einer geologisch interessanten Alpenlandschaft auf einer Höhe zwischen 1900 und 2000 Metern liegt und das von dort aus auf relativ einfachen Wegen gleich zwei Dreitausender, nämlich die Tschima da Flix und der Piz d’ Agnel zu erreichen sind. Guido lässt sich von meiner Begeisterung für dieses Tourenziel anstecken und so fahren wir heute erneut in Richtung Bivio. Allerdings verlassen wir schon bei Sur die zum Julierpass führende Straße und erreichen über eine schmale Bergstraße den Parkplatz von Vanastg. Nach dem Bezahlen der Parkgebühren – zwölf Schweizer Franken für zwölf Stunden – starten wir um 11.22 Uhr Richtung Tigias. Tigias besteht aus einigen Wohnhäusern und dem Berghotel Piz Platta. Der Weg dorthin führt an der Kirche Son Roc vorbei. Der Blick zurück auf die Kirche, im Hintergrund sind links Piz Platta, der Namensgeber des Berghotels, und rechts Piz Forbesch sowie Piz Arblatsch zu sehen:

Gleich hinter einem der Wohnhäuser überqueren wir eine kleine Brücke und steigen ostwärts auf Pfadspuren auf der Südseite des Bergbachs Ava da las Tigias auf. Je höher wir kommen, desto mehr Blaubeersträucher wachsen entlang des Weges. Ein Teil der Sträucher ist schon herbstlich gefärbt:

Schließlich erreichen wir die Hochebene Plang Lung am Fuße der Tschima da Flix, die von Hütehunden bewachten Schafen als Weidefläche dient. Eine Tafel weist daraufhin, wie man sich hier zu verhalten hat: Nicht rennen und einen großen Bogen um Herde sowie Hunde machen. Auf der Weidefläche verlieren sich die Pfadspuren erst einmal und so laufen wir der Nase nach querfeldein über Rasenkuppen unterschiedlicher Höhe. Eine der Rasenkuppen trägt den Namen Malpass, zu deutsch “Böser Tritt”. Eine weitere Erhebung ist der Giond d’ Alva, ein weißer Felsen, den wir auf erneut auftauchenden Pfadspuren in einem Bogen Richtung Südosten umgehen. Hier sind unsere beiden Gipfelziele zu sehen, links die Tschima da Flix, rechts der Piz d’ Agnel.

Über eine Terrasse erreichen wir schließlich zwei kleinere Bergseen und können einen Blick auf den weiteren, deutlich steiler werdenden Wegverlauf über einen Schutthang hinauf zu einem im Südwestgrat gelegenen Sattel des Piz d’ Agnel werfen:

Bevor es den steilen Hang hinaufgeht, passieren wir einen driten See, den Lai Blo:

Feines Geröll macht den Aufstieg zum Sattel des Südwestgrats sehr mühsam. Aber mittlerweile sind wir solche Aufstiege ja gewöhnt. Auf dem Grat angekommen geht es deutlich angenehmer weiter. Pfadspuren und Steinmänner weisen hier den Weg:

Ab und zu treffen wir auch auf verblasste Wegmarkierungen. Die Pfadspuren müssen also vor vielen, vielen Jahren einmal Teil eines offiziellen Wanderwegs gewesen sein. Anfangs der gewaltigen Geröllhalde unterhalb des Piz d’Agnel teilt sich der Weg. Während Guido die linke Pfadspur wählt, halte ich mich rechts. Zu Beginn kann ich den durch steiles Geröll verlaufenden Pfadspuren gut folgen. Aber irgendwann verlieren sich die Spuren und dann wird es noch einmal so richtig steil, rutschig und anstrengend:

Hier liegen die Mühen hinter mir und ich blicke hinunter auf Guido, der ein Stück weiter unten ebenfalls auf dem zum Piz d’ Agnel hinaufführenden Pfad gelandet ist:

Der Blick während des Aufstiegs zum Gipfel des Piz d’ Agnels ins Val Bever:

Die letzten Meter hinauf zum Gipfel:

Schließlich stehen wir auf dem 3204 Meter hohen Gipfelplateau des Piz d’ Agnels und genießen die fantastische Aussicht. Im Osten liegt im Vordergrund der Piz Surgonda und rechts im Hintergrund der Piz Julier:

Im Südosten sind unter anderem Piz Bernina, Schneekuppe und Monte Disgrazia zu sehen:

Der Piz Neir ist der nächstgelegene Gipfel Richtung Süden:

Richtung Südwesten liegen Piz Platta und ganz rechts im Bild Piz Forbesch:

Der Blick nach Norden fällt auf den Doppelgipfel der Tschima da Flix und den Piz Picuogl:

Nach dem Genuss des Panoramas und dem Eintrag ins Gipfelbuch, dieses Jahr standen ein gutes Dutzend Gruppen auf dem Gipfel des Piz d’ Agnel, steigen wir zur Fuorcla da Flix ab und von dort aus Pfadspuren folgend zum Westgipfel der Tschima da Flix auf:

Der Blick zurück auf den Piz d’ Agnel und den Gletscher Vadret d’ Agnel:

Während des Aufstiegs hinauf zum Westgipfel der Tschima da Flix komme ich mir vor wie eine alte Dampflok. Ab und zu muss ich sogar stehenbleiben, um zu Atem zu kommen. Aber schließlich ist es geschafft, ich stehe auf dem Westgipfel der Tschima da Flix:

Zu meinen Füßen liegt der Gletscher Vadret Calderas:

Nach kurzer Verschnaufpause und Eintrag ins Gipfelbuch – dieser Gipfel wird deutlich häufiger besucht als der Piz d’ Agnel – schlägt Guido den Weg Richtung Hauptgipfel ein:

Hier wird es dann noch einmal richtig spannend, der zum Hauptgipfel führenden Grat ist teilweise nämlich ziemlich luftig beziehungsweise ausgesetzt und verlangt das Zupacken beider Hände:

Kaum zu fassen, ich stehe 3315 Meter über dem Meeresspiegel, so hoch wie nie zuvor in meinem Leben:

Um dem Grat weiter Richtung Piz Picuogl zu folgen, ist es schon zu spät. Nach einer kurzen Verschnaufpause – ein Gipfelbuch finden wir hier nicht – machen wir uns daher auf den Rückweg. Dabei ist erneut das Zupacken der Hände und an einer Stelle die Sechspunktsicherung, zwei Hände, zwei Füße und zwei Pobacken, angesagt:

Zurück am Westgipfel geht es dann über den Aufstiegsweg zurück nach Tigias. Momentaufnahmen, die während des Abstiegs entstehen:

Am Giond Alva:

Abstieg von Plang Lung zur Alp Flix im Licht der Abendsonne:

Sonnenuntergang am Piz Forbesch:

Knapp acht Stunden nach Beginn unserer Wanderung erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Tour, den Parkplatz von Vanastg. In dieser Zeit legen wir 17 Kilometer und 1700 Höhenmeter zurück. Mein Fazit: Die Besteigung von Piz d’ Agnel und Piz Tschima ist eine wunderschöne Tour auf zwei recht einfach zu besteigende Dreitausender mit einer wunderbaren Aussicht. Während der Wanderung genießen ich nicht nur die wunderbare Aussicht auf die Bündner Bergwelt, sondern wie oben schon erwähnt Bündner Blaubeeren. Sie wachsen oberhalb der Alp Flix in solchen Mengen, dass ich mich während des Abstiegs daran satt essen kann. Das gibt es sonst noch zum Essen bei mir:

  • 8.55 Uhr: 300 Gramm helle Trauben, 500 Gramm Trauben “Isabella”, zwei dunkle Feigen
  • 20.45 Uhr: 300 Gramm Karotten, 150 Gramm Pistazien, 200 Gramm Eisbergsalat

Die aufgenommene Kalorienmenge hat während der letzten Tage übrigens nicht gereicht, um meinen Bedarf zu decken. Das merke ich daran, dass meine Hosen mit jedem Tag lockerer sitzen. Aber es kommen ja auch wieder ruhigere Zeiten, in denen ich mir Speck anfuttern kann.

PS: Danke für diese wunderschöne Tour, die einmal mehr zeigt, wie herrlich die Schöpfung ist, wenn man den Blick nicht auf den täglichen, von Menschen fabrizierten Irrsinn richtet. Von solchen Tagen darf es gerne noch viel, viel mehr in meinem Leben geben. :sonne:

geschrieben von Susanne am 12. September 2019 um 22.20 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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In Lagen über 2700 Meter liegt in Graubünden vor allem auf den Nordseiten der Gipfel recht viel Neuschnee. Deshalb suchen wir uns für heute ein Tourenziel, bei dem es nicht ganz so hoch hinausgeht, den 2626 Meter hohen Piz Mulain. Um 11.40 Uhr starten wir von unserer Unterkunft aus nach Propissi Saura, unserem ersten Zwischenziel. Nach einer kurzen Trinkpause an einem der Brunnen von Propissi Saura geht es über die Hütten von Schautschen weiter nach Hetta da las Noursas, zwei Hütten auf etwa 1980 Höhenmetern. Der Weg dorthin wird von Latschenkiefern gesäumt, die dank der Spätsommersonne einen intensiven Duft um sich herum verbreiten:

Als wir die Hütten von Hettas de las Noursas erreichen, sehen wir zum ersten Mal unser Gipfelziel vor uns:

Bei den Hütten endet der offizielle Wanderweg. Ins Gebiet der Alp Manuir am Fuße des Piz Mulains führt jedoch ein gut ausgetretener Pfad. Hier können wir schon einmal einen Blick auf die weiteren, von Schafen angelegten Aufstiegspfade werfen:

Unterwegs auf einem dieser Pfade, im Hintergrund ist das Lenzer Horn und am linken Bildrand der Piz Linard zu sehen:

Irgendwann müssen wir allerdings den bequem zu begehenden Pfad verlassen und über steiles Gras zum Südgrat aufsteigen:

Auf dem unteren, grasigen Teil des Südgrats läuft es sich dann wieder deutlich bequemer:

Der Blick vom Südgrat Richtung Osten auf den Guggernell und den vom Guggernell zur Furcletta führenden Grat Tgapeala Cotschna:

Tgapeala Cotschna ist rätoromanisch und bedeutet “rote Kappe”. Der Blick Richtung Westen auf Piz Linard und Lenzer Horn:

Das Gipfelkreuz rückt näher:

Am Gipfelkreuz:

Der eigentliche Gipfel ist hier noch nicht erreicht, dieser liegt etwa 250 Meter weiter nördlich und ist auf dem folgenden Bild rechts zu sehen, links im Bild liegt das Lenzer Horn:

Auf dem Weg zum Hauptgipfel:

Dort angekommen wagen wir uns auf den Verbindungsgrat zwischen Piz Mulain und Piz Mosch. Von diesem Verbindungsgrat heiß es im SAC-Führer “Bündner Alpen 1”:

Der Abstieg von einigen Grathöckern ist nicht einfach.

Das können wir bestätigen, es ist sogar ziemlich mühsam, die Grathöcker zu überqueren und außerdem nicht ganz ungefährlich:

Ein Blick zurück, diesen Felsen sind wir hinuntergekraxelt:

Ein weiterer Höcker:

Am x-ten Höcker, das Zählen habe ich zusammen mit der Hoffnung, dass es irgendwann weniger mühsam wird, mittlerweile aufgegeben, müssen wir schließlich passen: Hier geht es überhängend bergab und das in nicht besonders kletterfreundlichem beziehungsweise losem Fels. Wir steigen daher ebenfalls mühsam, aber deutlich weniger gefährlich, auf der Westseite des Grats ab und umgehen den Höcker auf einem Wildpfad. Unser Dank gilt diesen Pfadmachern:

Hier sind wir wieder zurück auf dem Verbindungsgrat, der im weiteren Verlauf dann endlich sehr gut und vor allem aufrecht zu begehen ist:

Auf dem Vorgipfel des Piz Moschs:

Den Hauptgipfel erreichen wir auf Pfadspuren über den Westgrat. Der Blick vom 2672 Meter hohen Piz Mosch auf Lenzerheide:

Der Blick auf Aroser Rothorn, Pizza Naira und andere Gipfel:

Das Panorama Richtung Süden:

Der Abstieg vom Piz Mosch erfolgt über das Steilgras der Südflanke hinunter ins Weidegebiet der Alp Manuir:

Der Blick vom Weidegebiet hinauf zum ersten Teil des Verbindungsgrats zwischen Piz Mulain und Piz Mosch:

Von unten gesehen sieht dieser Teil noch viel unheimlicher aus als direkt vor Ort. Nach der Durchquerung des Weidegebiets stoßen wir auf unseren Aufstiegsweg, der uns über Hetta de las Noursas und Propissi Saura zurück nach Lenz bringt. Unsere Tour in der Übersicht:

Mit der vom Tourenplaner angegebenen Zeit kommen wir heute nicht hin: Wir sind ziemlich genau acht Stunden unterwegs. Acht Stunden, die von abenteuerlichen Kraxeleien, aber auch von himmlischer Ruhe und ungetrübtem Naturgenuss geprägt sind. :sonne: Nach der Tour geht es erst unter die Dusche und dann an den Küchentisch. Der Mahlzeitenüberblick:

  • 9.00 Uhr: 100 Gramm Trauben “Lavallée”, 350 Gramm Nektarinen
  • 20.15 Uhr: 30 Gramm Eigelbe, 6 Gramm Eierschale, 150 Gramm Hüfte und 200 Gramm Brustkern vom Rind, 300 Gramm Eisbergsalat

Das Stück vom Brustkern ist ziemlich fett, so dass ich meinen Fetthunger heute auch ohne Knochenmark stillen kann.

geschrieben von Susanne am 4. September 2019 um 22.32 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Unser heutiges Tourenziel, der 2972 hohe Piz Curvér, ist deutlich höher als das gestrige. Deshalb empfinden wir es als sehr angenehm, dass wir nicht vom Tal aus starten müssen, sondern mit dem Auto auf einer öffentlichen Alpstraße zu einem auf 1800 Meter gelegenen Parkplatz fahren können. Um 11.20 Uhr geht es vom Parkplatz aus auf einem Bergwanderweg über die Ziteil-Alpe zur Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung. Die am Fuße des Piz Curvér liegenden Weiden der Ziteil-Alpe, am rechten Bildrand ist die Wallfahrtskirche zu sehen:

Nach einer gut einstündiger Wanderung erreichen wir die Wallfahrtskirche:

Von der Wallfahrtskirche aus folgen wir etwa 600 Meter dem markierten Bergweg zum Pass digl Colmet. Ein Teil des Bergwegs fiel vor nicht allzu langer Zeit einem Murgang zum Opfer:

Hier verlassen wir den markierten Wanderweg und folgen Pfadspuren, die über den Osthang zum Nordgrat des Piz Curvér hinaufführen:

Zusätzlich zu den Pfadspuren erleichtern Steinmänner die Wegfindung über Rasen- und Schutthalden, so dass wir recht zügig vorankommen:

Auch am Nordgrat empfängt uns ein Steinmann:

Hier wechseln wir dann auf die Westseite, wo uns ebenfalls Pfadspuren und Steinmänner den Weg weisen. Der Fels ist hier wild zersplittert:

Ein besonders spektakulär aussehende Felsplatte:

Der Gipfel in Sichtweite:

Der Gipfelsteinmann:

Im SAC-Führer Bündner Alpen Band 3 wird der Piz Curvér als außergewöhnlich schöner Aussichtsberg gepriesen. Das diese Aussage der Wahrheit entspricht, können wir bestätigen: Wir haben eine fantastische Fernsicht in alle Himmelsrichtungen. :sonne: Im Osten liegt das Dreigestirn Piz Mitgel, Tinzenhorn und Piz Ela, links im Bild ist gerade noch so der Guggernellgrat zu erkennen:

Der Blick Richtung Südosten zeigt rechts Piz Forbesch, Piz Arblatsch und Piz Platta (ganz rechts) und im Hintergrund Piz Bernina und Piz Corvatsch:

Piz Bernina und Piz Corvatsch im Zoom:

Im Süden sind links Piz Grisch und Pizzo della Palù und rechts Pizzo Tambo zu sehen:

Im Südwesten soll hinter zahllosen Gipfeln das Matterhorn liegen:

Es ist für mich nur mit Fernglas und auch nur unter Vorbehalt erkennbar. Ganz sicher mit dem Fernglas auszumachen sind jedoch die etwas weiter westlich liegenden Gipfel von Mönch, Jungfrau und Aletschhorn. Der Blick Richtung Nordwesten mit dem schneebedeckten Tödi im Hintergrund, vor ihm liegt der Piz Beverin:

Im Nordosten liegen Lenz und Lenzerheide mit all den bekannten und von uns schon teilweise bestiegenen Gipfeln wie Stätzer Horn und Lenzerhorn:

Wir genießen die Aussicht und die Ruhe auf dem Gipfel recht lange, aber irgendwann müssen wir uns dann doch an den Abstieg machen. Fast bei jedem Schritt zerbrechen kleine und größere Felsplatten unter unserem Gewicht, so dass wir das Gefühl haben, auf Glas zu gehen:

Hier ist schön der teilweise blätterteigartige Aufbau der Felsen zu sehen:

Auch beim Abstieg weisen uns Pfadspuren und Steinmänner den Weg:

Wieder im grünen Bereich in der Nähe der Wallfahrtskirche:

Der Blick während des Abstiegs auf Piz Toissa:

In der Südflanke des Piz Toissas könne wir eine Gruppe von erfahrenen Alpinisten beim Abstieg beobachten:

Auf etwa 2000 Metern Höhe machen wir nochmals einen längeren Halt und genießen die Aussicht auf die umliegenden Gipfel. Sechs Stunden und fünfundvierzig Minuten nach Beginn unserer Tour stehen wir wieder an unserem Auto:

Unsere Tour in der Übersicht:

Laut Tourenplaner benötigt man für die Strecke knapp fünf Stunden. Wir sind heute also wirklich im Genussmodus unterwegs gewesen. :sonne: Das genieße ich heute an Lebensmitteln:

  • 9.50 Uhr: 100 Gramm helle Trauben, 400 Gramm dunkle Trauben
  • 19.00 Uhr: 300 Gramm Zwetschgen
  • 20.55 bis 21.40 Uhr: 500 Gramm Querrippe vom Rind, 200 Gramm Eisbergsalat

Während der Wanderung esse ich außerdem kleine Mengen Augentrost:

PS: Mit 2972 Metern ist der Piz Curvér der fünfhöchste Gipfel in meinem Gipfelbuch. :cool: Laut SAC-Führer leitet sich “Curvér” übrigens vom lateinischen Wort “corvus” = “Rabe” ab. Der Piz Curvér ist also der “Rabenberg”.

geschrieben von Susanne am 27. August 2019 um 22.10 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Vor uns liegt ein weiterer sonniger Spätsommertag, den wir nochmals mit einem hochalpinen Abenteuer würzen wollen: Es geht auf den höchsten Punkt des Guggernellgrats, einen sehr zerrissenen und mit Felstürmen gespickten Grat zwischen den Gipfeln von Guggernell und Spitzig Gretli, den wir von Weitem schon während unserer Tour aufs Erzhorn bewundern konnten. Der mit 2810 Metern höchste Punkt des Grats trägt den Namen des Grats: Guggernellgrat. Um 9.47 Uhr bringt uns der Postbus nach Schmitten, einem Dorf an der Kantonsstraße zwischen Lenzerheide und Davos. Vom Dorfzentrum aus führt ein T2-Wanderweg zu den ehemaligen Erzgruben am Fuße des Guggernellgrats, dem wir bis auf eine Höhe von 2300 Metern folgen. Anfangs führt der Weg durch einen wunderschönen Nadelmischwald:

Hier taucht erstmals rechts im Bild liegend unser Gipfelziel über den Bäumen auf:

Der Gipfel links im Bild ist der 2744 Meter hohe Guggernell. Wir passieren die Hütten von Acla und steigen von hier aus mehr oder weniger weglos durch einen Kiefernwald nach Zaplina (Flurname) auf. Von dort aus führt der Weg über Weidegelände weiter:

Auf etwa 2300 Metern Höhe verlassen wir wie zuvor schon erwähnt den Wanderweg zu den ehemaligen Erzgruben und folgen Viehpfaden, die auf den Südrücken hinaufführen. Hier liegen rechter Hand von uns der 2705 Meter hohe Tiaun und der Tiaungrat:

Obwohl wir schon auf einer Höhe von 2400 Metern stehen, scheint es bis auf den Gipfel noch endlos weit zu sein:

In diesem Gelände sind keine Rinder mehr unterwegs, aber hier können wir Wildpfaden folgen:

Das Kraxeln über Platten und Geröll ist nicht wirklich schwer, erfordert aber einiges an Konzentration, da Fehler fatal sein können: Rechts und links des Gratrückens geht es steil nach unten:

Die wohl heikelste Stelle des Aufstiegs, das Überklettern einer Platte:

Die auf dem Bild zu sehende Markierung ist übrigens kein Wegweiser, sondern weist auf ein Wildschutzgebiet hin. Die letzten Meter auf den Gipfel können wir wieder aufrecht gehend zurücklegen:

Gipfelglück:

Der Blick vom Gipfel Richtung Nordosten über den Grat bis zum Spitzig Gretli:

Im Osten schaut man über den Tiaun bis zum Älplihorn:

Im Süden ist unter anderem der Piz Bernina mit dem Biancograt zu sehen:

Im Westen liegen Piz Linard, Lenzer Horn und Pizza Naira:

Im Norden sind Aroser Rothorn und Erzhorn zu sehen, unten im Grünen liegt die Ramozhütte:

Nachdem wir uns am herrlichen Panorama satt gesehen haben, stellt sich die Frage, wie es weitergeht: Auf gleichem Weg zurück oder sollen wir es wagen, über den Grat hinüber zum Guggernell zu klettern?

Wir versuchen Letzteres, müssen aber bereits nach den ersten Metern erkennen, dass dieses Unternehmen sehr riskant und zeitaufwändig ist. Wir kehren deshalb auf den Südrücken zurück und steigen über den Aufstiegsweg nach Zaplina ab. Kurze Rast im grünen Bereich:

Die Stelle, an der wir den Südrücken verlassen, markieren wir für zukünftige Gipfelaspiranten mit einem Steinmann:

Bei Zaplina füllen wir unsere Wasservorräte auf:

Hier verlassen wir dann den Aufstiegsweg und wandern über einen rund 15 Kilometer langen Höhenwanderweg zurück nach Lenz. Auch wenn sich die Strecke ziemlich zieht, genieße ich sie sehr, da sie durch wunderschöne Waldgebiete, aber auch über offenes Weidegelände führt. Der Blick zurück auf unser heutiges Gipfelziel, der Auf- beziehungsweise Abstiegsweg führt immer an der Kante, also an jener Stelle, wo sich Himmel und Erde berühren, entlang:

Hier schauen wir über die Weiden von Aclas Dafora (Lokalname) zum Dreigestirn von Piz Ela, Tinzenhorn und Piz Mitgel:

Neun Stunden nach Beginn unserer Tour kommt Lenz in Sichtweite, zwanzig Minuten später erreichen wir unsere Unterkunft. So sieht die Tour in der Übersicht aus:

Sie ist, wie ich finde, ein würdiger Abschluss unseres diesmaligen Aufenthalts in Lenz, denn morgen geht es zurück nach Oberstaufen. So sieht mein heutiger Speiseplan aus, die Mengen sind geschätzt:

  • 8.30 Uhr: 200 Gramm Nektarinen, 500 Gramm dunkle Trauben
  • 20.00 Uhr: 300 Gramm Fleisch, Fett, Knorpel, Rippenendstücke und Teile des Brustbeins von der Brust eines Zickleins, 300 Gramm Eisbergsalat

PS: Danke für die wundervollen Tage in Lenz und Umgebung. :sonne:

geschrieben von Susanne am 25. August 2019 um 23.19 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern, Wildpflanzen
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Nach der gestrigen, sehr anstrengenden Tour brauche ich wohl mehr Schlaf als sonst, denn ich wache erst gegen 8.30 Uhr auf. Zwanzig Minuten später setze ich mich an den Küchentisch, frühstücke und überlege zusammen mit Guido, wo es heute hingehen soll. Schlussendlich entscheiden wir uns für das 3006 Meter hohe Älplihorn, den höchsten und laut SAC-Führer “Bündner Alpen 6 – Vom Septimer zum Flüela” auch schönsten Aussichtsberg der Monsteiner Kette. Über die Monsteiner Kette ist im SAC-Führer Folgendes zu lesen:

Die Monsteiner Kette weist einige markante Erhebungen auf, zum Teil zackige Dolomitgipfel mit zerrissenen Graten und ausgedehnten Schutthalden. Die Kette zieht sich, im Westen mit der Muchetta beginnend, in großem Bogen zuerst nach Osten über das Büelenhorn und den zerissenen Mäschengrat, dann nach Nordosten und zuletzt nach Norden über eine Reihe von wilden Felsgipfeln. Sie endet mit dem Rinerhorn als nördlichster Erhebung.

Das Älplihorn liegt im nördlichen Teil und ist von drei Seiten her erreichbar: Über den Südgrat, durch das Mitteltälli und von Norden. Wir planen über das Mitteltälli aufzusteigen. Aber vorher müssen wir erst einmal den Aufstieg bis zum Mitteltälli, das bei etwa 2200 Höhenmetern beginnt, bewältigen: Start unserer Tour ist an der Bushaltestelle des auf knapp 1400 Meter hoch gelegenen Monsteiner Bahnhofs. Von dort aus geht es anfangs auf einem Fahrweg, später auf einem Bergweg hinauf zum Bergdorf Monstein. Bahnhof und Bushaltestelle liegen nämlich im Tal und Monstein liegt auf dem Berg, wie es sich für ein Bergdorf gehört. Mit seinen vielen alten Holzhäusern ist Monstein eine wahre Augenweide:

Die Zeit scheint hier stillzustehen. Von Monstein aus geht es teils auf einer Fahrstraße, teils auf einem Bergweg hinauf zur Siedlung Oberalp und von dort aus auf einem sehr urigen Bergweg, an dessen Rändern zahlreiche Heidelbeeren wachsen, weiter hinauf Richtung Fanezfurgga, einer Einsattlung zwischen den Gipfeln von Chrachenhorn und Strel. Der Blick vom Bergweg zurück auf das Valbellahorn und den von uns gestern erstiegenen Südgrat:

Von hier aus sieht der Südgrat noch steiler aus als vor Ort. Bei Fanezmeder (Fanez ist ein Familienname, Meder bezeichnet eine Mähwiese) verlassen wir den Bergweg und steigen durch das hier beginnende Mitteltälli Richtung Osten auf. Anfangs geht es über gemähte Alpwiesen:

Je höher wir kommen, desto felsiger wird das Gelände:

Wir queren im weiteren Wegverlauf einige Schuttbänder in sehr steilem Gelände. Diese Mühe hätten wir uns allerdings sparen können, wenn wir etwas weiter nordöstlich aufgestiegen wären. Das nächste Mal wissen wir es besser! Auf etwa 2600 Höhenmetern wenden wir uns nach Süden. Weiter über Schutt und Geröll querend erreichen wir schließlich den Südgrat. Dort erwartet uns ein herrliches Panorama. Der Blick vom Grat auf Strel und Ducangletscher:

Der weitere Aufstieg über den Südgrat ist einfach, zieht sich allerdings ziemlich in die Länge:

Endlich taucht der auf dem Nordgipfel stehende Gipfelsteinmann vor uns auf. Auf dem Bild ist er auf der Erhebung im Hintergrund zu sehen:

Hier ist er in greifbarer Nähe:

Auf dem Südgipfel angekommen sind wir allerdings kurz davor, die Tour zu beenden, weil uns die weitere Kletterei auf den Nordgipfel als ziemlich heikel erscheint. Aber dann entdeckt Guido einen kurzen Kamin, durch den wir den Grat Richtung Westen verlassen, um dann unter der Gratkante entlang auf den Nordgipfel aufsteigen zu können:

Geschafft, auf dem Nordgipfel des Älplihorns, dem höchsten Punkt, der Blick Richtung Norden aufs Leidbachhorn gerichtet:

Das Panorama Richtung Süden, rechts im Vordergrund ist der Strel zu sehen, dahinter liegt die Ducan-Kette mit dem Piz Ducan als höchster Erhebung und als markanteste Erhebungen ragen im Hintergrund die Gipfel von Aguoglia d’Es-cha (Keschnadel) und Piz Kesch empor:

Nach dem Bestaunen all der Gipfel um uns herum und dem Eintrag ins Gipfelbuch, das 2001 angelegt wurde und pro Jahr etwa ein Dutzend Einträge zu verzeichnen hat, geht es über den Südgrat zurück. Von dieser Seite aus sieht der Grat auch nicht viel vertrauenerweckender aus als beim Aufstieg:

Hier klettert Guido den Kamin hinauf:

Der weitere Abstieg über den Südgrat:

Wir verlassen den Grat dann nicht Richtung Mitteltälli, sondern wenden uns nach Westen und steigen ins Bärentälli ab:

Der Weg durchs Bärentälli:

Der Blick vom Bärentälli aufs 2891 Meter hohe Crachenhorn:

Die Einsattlung zwischen Chrachenhorn und Strel, die Fanezfurgga, im Hintergrund ist der Ducangletscher zu sehen:

Aber dort wollen wir heute nicht mehr hin, wir wenden uns nach Norden und laufen über Fanezmeder zurück zur Siedlung Oberalp. Der Blick über Fanezmeder, im Hintergrund sind links Piz Linard sowie Lenzer Horn und etwa in der Bildmitte das Valbellahorn zu sehen:

Der Weg von Fanezmeder zur Siedlung Oberalp:

Auf diesem Streckenabschnitt sind zahlreiche Murmeltiere unterwegs. Eines kann ich sogar mit der Kamera einfangen:

Der Blick zurück auf die Siedlung Oberalp:

Der Blick zurück auf ein paar Heustadel von Monstein und das Chrachenhorn:

Wir lassen uns während des Abstiegs von Fanezmeder zurück zum Monsteiner Bahnhof sehr viel Zeit und genießen die wunderbare Landschaft um uns herum. Am Bahnhof müssen wir dann trotzdem gut zwanzig Minuten warten, bis uns der Postbus zurück nach Lenz bringt. Der Streckenverlauf der Tour auf der Karte:

Eigentlich habe ich nach jeder unserer Bergtouren Glücksgefühle im Bauch. Heute jedoch sind diese Glücksgefühle ganz besonders intensiv. Vielleicht, weil nicht nur die schönen Landschaftseindrücke, sondern auch der Anblick des Bergdörfleins Monstein das Herz höher schlagen lässt. :herz: Zu guter Letzt der Mahlzeitenüberblick, die Mengen sind geschätzt:

  • 8.50 Uhr: 250 Gramm Heidelbeeren, 300 Gramm Nektarinen
  • 20.30 Uhr: 60 Gramm Eigelbe, 5 Gramm Eierschale, 400 Gramm Querrippe vom Rind, 300 Gramm Eisbergsalat

Gegen Ende der Tour lasse ich mir außerdem Walderdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren schmecken. :sonne: