Archiv für die Kategorie ‘Bergtouren’

geschrieben von Susanne am 20. Oktober 2021 um 22.10 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Den Vormittag verbringen wir Haus- und Schreibtischarbeiten erledigend zu Hause, nachmittags wandern wir auf den über Schmitten thronenden Schafläger. Diesen Gipfel besuchten wir im August 2019 während eines Kurzaufenthalts in Lenz das erste Mal: Wanderung auf den Guggernellgrat (Schafläger). Von Schmitten aus sind sowohl der Schafläger (Bildmitte) als auch der Guggernell gut zu sehen:

Der über Acla und Zaplina führende Aufstieg kommt mir heute ziemlich beschwerlich vor. Besonders die 500 Höhenmeter von Zaplina über die Grasflächen von Parnedi ziehen sich gefühlt endlos dahin:

Hier wird das Gelände felsiger, aber der Gipfel scheint immer noch in weiter, weiter Ferne zu sein:

Ich schaue daher lieber nicht mehr in die Ferne, sondern auf den Boden und bewundere die Pflanzenmandalas zu meinen Füßen:

Die beiden Pflanzen gehören zur Gattung Sempervivum, was so viel wie „immer lebend“ bedeutet. Hier hebe ich meinen Blick wieder und bin über die Aussicht sehr erfreut:

Kein Gras mehr, nur noch Felsen, welch ein Vergnügen: :sonne:

Ein Blick in die Tiefe auf den Eingangsbreich der Schmittner Erzgruben:

Die Schlüsselstelle, eine Platte, die man umgehen kann, wenn man will:

Wir wollen drüber klettern oder besser gesagt, drüber krabbeln! Die letzten Meter zum Gipfel können wir dann wieder in aufrechter Haltung zurücklegen:

Das Gipfelkreuz stand bei unserem letzten Besuch noch nicht, Richtung Norden ist links vom Kreuz das 2653 Meter hohe Aroser Weisshorn mit der Bergstation der Bahn zu sehen:

Der Blick Richtung Osten:

Der Südosten:

Im Süden liegen die Bergüner Stöcke, im Westen Lenzer Horn, Pizza Naira und Aroser Rothorn:

Der Stern schwebt über den Viertausendern Finsteraarhorn und Jungfrau. Wir genießen das Gipfelpanorama nicht allzu lange, denn über dem Gipfel weht ein eisiger Wind. Ich habe mittlerweile nicht nur eine Jacke, sondern auch Stirnband und Handschuhe angezogen. Beim Abstieg umgehen wir die Platten und kehren anschließend wieder auf den Grat zurück:

Gratwanderung mit Blick auf die Bergüner Stöcke:

Über das grasige Gelände von Parnedi, oben in der Bildmitte ist der Piz Bernina mit Biancograt, rechts der Bildmitte Schmitten zu sehen:

Fünf Stunden und fünfzehn Minuten nach Beginn unserer Tour sind wir wieder in Schmitten. In dieser Zeit haben wir gut 12 Kilometer und rund 1500 Höhenmeter zurückgelegt. Kein Wunder, dass ich k.o. bin! Die Energie reicht gerade noch für ein paar Dehnungsübungen, dann geht es auch schon ans Abendessen. So sieht mein heutiger Speiseplan aus:

  • 9.20 Uhr: 670 Gramm Trauben „Italia“
  • 12.10Uhr: 150 Gramm Feldsalat, 170 Gramm Avocado „Hass“
  • 19.45 Uhr: 30 Gramm Zwiebel, 190 Gramm Endiviensalat, 230 Gramm Krachsalat, 340 Gramm Avocados „Hass“, 210 Gramm Kohlrabi

PS: Ein Blütengruss zum Schluss:

Gruss und Schluss, hier passt die in der Schweiz übliche Rechtschreibung ohne Eszett besser!

geschrieben von Susanne am 18. Oktober 2021 um 23.23 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Ich fühle mich morgens ziemlich zerschlagen, warum auch immer. Wir lassen den Tag daher erst einmal ruhig angehen und beinahe wäre ich um die Mittagszeit vor lauter Müdigkeit wieder im Bett gelandet. Aber die Tatsache, dass ich morgen den ganzen Tag arbeite und ich wieder nicht länger unterwegs sein kann, motiviert mich dann doch zu einem Nachmittagsausflug: Wir fahren nach Davos Platz und wandern von dort aus Richtung Strelapass. Mit jedem Schritt geht es mir besser und besser, so dass wir schlussendlich nicht zum Pass, sondern zum namensgebenden Gipfel hinaufwandern, dem Strela. Der 2636 Meter hohe Strela ist eine Graterhebung zwischen Strelapass und der 2658 Meter hohen Chüpfenflue. Richtung Norden fällt er steil ab, die Südostseite besteht aus grasigen, felsdurchsetzten Hängen. Man erreicht den Gipfel entweder vom Strelapass aus über den Ostgrat oder aber vom Strelasee aus über den Südostgrat. Strela leitet sich übrigens vom lateinischen „striga“ beziehungsweise rätoromanischen „stria“ ab und bedeutet Hexe.

Über den Aufstieg von Davos aus gibt es nicht viel zu berichten. Er führt größtenteils über breit ausgebaute Wander- bzw. Fahrwege. Man kann also sehr gemächlich nach oben wandern, ohne groß darauf zu achten, wohin man die Füße setzt. Der Blick zurück auf Davos zu Beginn der Wanderung:

Hier liegen die Lawinenverbauungen des Kleinen Schiahorns vor uns:

Unser Gipfelziel, der Strela:

An einer Abzweigung nehmen wir den Weg, der zum Strelasee führt, den Strelapass lassen wir rechts liegen. Wir bleiben allerdings nicht lange auf dem Weg, am Strelalift verlassen wir ihn und steigen weglos über die Skipiste zum Ostgrat auf. Der Blick auf Strelapass, Grosses Schiahorn und Weissfluh:

Hier erreichen wir den Ostgrat des Strelas:

Der Grat ist sehr gut zu begehen und bietet das Vergnügen, wieder einmal weit über dem Rest der Welt zu stehen bzw. zu gehen. Der Blick vom Ostgrat auf den Strelasee und das untere Ende des Südostgrat, das Tal rechts im Hintergrund ist das Sertigtal:

Der Blick zurück über den Ostgrat, dahinter ragt das Grosse Schiahorn auf:

Guido ist die Gratbegehung nicht aufregend genug, deshalb erklettert er den einzigen Fels, der im Weg steht, statt ihn zu umgehen:

Gipfelglück auf 2636 Metern:

Der Blick nach Norden mit Schesaplana:

Der Nordosten mit dem Grossem Schiahorn ist auf dem Gipfelfoto zu sehen. Im Südosten liegt unter anderem das Schwarzhorn:

Der Süden mit Pit Kesch und Piz Ot:

Der Südwesten, der Stern schwebt über dem Amselturm:

Im Westen liegt die Chüpfenflue, ein Gipfel, den wir sicherlich auch irgendwann einmal besuchen werden:

Allerdings nicht heute, heute steigen wir weglos über den Südostgrat des Strelas ab. Er ist ebenso leicht zu begehen wie der Ostgrat. Wir machen uns die Angelegenheit etwas schwerer, indem wir im Weg stehende Felsen nicht umgehen, sondern überklettern:

Hier sind alle Hindernisse überwunden:

Ein Blick zurück:

Der Südostgrat läuft oberhalb der Podestaten Alp aus. Von der Weiden der Alp hat man einen schönen Blick aufs Jakobshorn:

Hinunter nach Davos geht es von der Alp aus auf einem Wanderweg, den wir von einer Wanderung im Juli her kennen: Eine Nachmittagswanderung zur Schatzalp. Eine Alphütte am Wegesrand, im Hintergrund ragt das Leidbachhorn empor:

Wir erreichen Davos früh genug, um vor der Abfahrt des Busses nach Schmitten im Supermarkt „Coop“ ein paar Lebensmittel zu besorgen. Viel brauchen wir allerdings nicht, die wichtigsten Dinge lagern noch zu Hause. Das ist für mich unter anderem eine kleine Schweinshaxe, mit der ich mich nach der Rückkehr stärke. Mein Speiseplan:

  • 9.00 Uhr: 460 Gramm Kakis „weich“
  • 10.30 Uhr: 330 Gramm dunkle Feigen, 300 Gramm Bananen „Cavendish“
  • 18.20 Uhr: 320 Gramm Fleisch von der Haxe eines Schweins
  • 21.40 Uhr: 15 Gramm Petersilie, 100 Gramm Feldsalat, 170 Gramm Endiviensalat, 135 Gramm braune Champignons, 260 Gramm Avocados „Hass“

Nach der Mahlzeit mit der Schweinshaxe absolviere ich eine einstündige Yoga-Einheit.

PS: Morgens habe ich mich zerschlagen gefühlt, abends fühle ich mich energiegeladen. :sonne:

geschrieben von Susanne am 8. Oktober 2021 um 22.15 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Videos, Wandern
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Nach drei Arbeitstagen in Folge freue ich mich auf einen freien Tag: Morgens ist Ausschlafen angesagt, es folgen das Frühstück und ein paar Yoga-Übungen. Um 11 Uhr sind Guido und ich schließlich startklar für eine Bergtour: Bus und Bahn bringen uns nach Celerina. Celerina liegt in der Region Maloja im Oberengadin, Nachbardörfer sind St. Moritz im Südwesten, Samedan im Nordosten und Pontresina im Südosten. Gipfelziel ist der Piz Padella, der schon einmal auf unserer Planung stand: Geplant Piz Padella (2855m), ausgeführt Piz Ot (3247m). Da wir erst um 13.00 Uhr in Celerina ankommen, gönnen wir uns den Luxus, die ersten 500 Höhenmeter mit Hilfe einer Gondelbahn zurückzulegen. Von der Bergstation „Marguns“ aus sind es dann nur noch 600 Höhenmeter zum Gipfel, auf den ein weiß-rot-weiß markierter Wanderweg führt. Der Tour verspricht also ein erholsamer Spaziergang zu werden. Ein Blick zurück zur Bergstation:

Auf rund 2450 Höhenmetern schauen wir auf dieses Panorama:

Das im Tal zu sehende Dorf ist Pontresina. Je höher wir kommen, desto wärmer wird es und bald wandern Jacke und Pullover in den Rucksack. Kraft tanken mit Blick auf Pontresina:

Noch etwas weiter oben bekommen wir einen Zipfel von St. Moritz, den Lej da San Murezzan und den Lej da Silvaplauna zu sehen:

Auf den letzten Höhenmetern wird das Gelände zunehmend felsiger:

An einer Stelle sind sogar Ketten zu finden:

Die braucht man aber nicht wirklich, um nach oben zu kommen! Die letzten Meter hinauf zum Gipfel:

Gipfelglück auf 2857 Metern Höhe:

Wir lassen uns heute viel Zeit, um die Landschaft zu genießen: :sonne: Der Blick nach Südosten, in den Tälern liegen Pontresina und Celerina (im Vordergrund):

Der Blick nach Süden:

Im Westen liegt hinter Wolken versteckt der Piz Julier, dieser Gipfel steht auf meiner Wunschliste, und der Pizzatsch:

Die Gratüberschreitung von Piz Padella zum Pizzatsch ist ebenfalls ein Wunschprojekt. Im Nordwesten liegt der Piz Ot:

Im Norden sind unter anderem Piz Üertsch und Piz Kesch zu sehen:

Zu guter Letzt, der Blick nach Osten:

Zurück ins Tal wandern wir über die Alp Munt und anschließend weiter nach Samedan. Dabei passieren wir den großen Steinmann:

Anschließend geht es ziemlich abenteuerlich weiter, denn der nach unten führende Wanderweg ist nicht nur steil, sondern streckenweise auch noch schneebedeckt:

Das ist nicht immer so lustig, wie es auf dem Bild aussieht, sondern an ausgesetzten Stellen ziemlich gefährlich. Ich taste mich daher ziemlich bedächtig nach unten. Ein sonniger Anschnitt:

Hier ist der auf dem Weg liegende Schnee kein Problem mehr, da es nur mäßig steil nach unten geht:

An der Alp Munt sind wir wieder im grünen Bereich:

Kurz oberhalb von Samedan:

In Samedan erreichen wir die Bahn, die um 17.16 Uhr Richtung Chur fährt und sind schließlich um 18.52 Uhr wieder zurück in Schmitten. Die Tour in der Übersicht:

Fazit: Dank der Aufstiegshilfe „Bergbahn“ war es eine sehr angenehme, erholsame Tour auf einen wunderbaren Aussichtsgipfel. :sonne: Bei unserem nächsten Besuch steht dann die Überschreitung des Grats zum Pizzatsch an. :muskeln: Das gibt es zum Essen:

  • 9.30 Uhr 430 Gramm Trauben „Italia“
  • 19.45 Uhr: 240 Gramm Krachsalat, 50 Gramm Zwiebel, 680 Gramm Fleisch vom Schenkel eines Lamms, 145 Gramm Avocados

Das Fleisch vom Lammschenkel ist zart, aber für meinen Geschmack nicht fett genug. Deshalb gibt es hinterher noch eine Avocado.

PS: Das Video zur Tour:

PPS: Der Tourenbericht auf www.hikr.org: PIZ PADELLA im Herbst.

geschrieben von Susanne am 2. Oktober 2021 um 23.39 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Das Wetter ist nicht mehr ganz so freundlich wie gestern, zudem soll in Höhenlagen laut Wetter-App ein heftiger Wind wehen. Das hält uns jedoch nicht davon, nach der gestrigen Tour gleich wieder in der Nähe der abenteuerlichen Amselflue unterwegs zu sein: Wir wollen das Chummerhüreli und das Chummer Schwarzhorn besteigen, zwei Gipfel, die wir gestern vom Grat der Amselflue bewundern konnten. Sie gehören ebenso wie die Amselflue zur Strelakette. Start der Tour ist an der Bushaltestelle Davos Glaris, Mühle. Von dort aus wandern wir über einen Fahrweg hinauf zur Chummer Alp und anschließend weiter dem Bergweg zur Maienfelder Furgga folgend bis auf eine Höhe von etwa 2300 Höhenmetern. Hier wenden wir uns nach rechts, Richtung Südhang des Chummerhüreli. Der Blick von einer Anhöhe auf den zum Gipfel führenden Südostgrat:

Linker Hand liegt die Amselflue:

Je höher wir kommen, desto heftiger weht der Wind. Mütze bzw. Stirnband sind hier unerlässlich:

Der Grat ist nicht schwierig zu begehen, der SAC-Führer bewertet ihn mit T4. Streckenweise ist er allerdings ziemlich schmal, fast fühlen wir uns wie im Kleinwalsertal. Der heftige Wind macht das Balancieren auch nicht gerade einfacher. Ein Blick zurück:

Geschafft, :erleichtert: der Gipfelsteinmann liegt vor uns:

Der Blick vom Gipfel Richtung Norden:

Im Osten liegen Schwarz-, Leidbach- und Älplihorn:

Im Süden sind die Bergüner Stöcke zu sehen, im Südwesten die Amselflue mit dem Amselturm. Im Westen ragen der Amselflue Ostgipfel und unser nächstes Gipfelziel, das Schwarzhorn, auf:

Hier noch einmal der Ostgipfel vom Schwarzhorn und der zu ihm hinaufführenden Südostgrat:

Auf den ersten Blick sieht der Grat nicht unbedingt vertrauenserweckend aus, aber meist entspannt sich die Lage, wenn man direkt vor Ort und Stelle steht. Wir marschieren also frohgemut weiter:

Ein Blick zurück vom Südostgrat zum Chummerhüreli:

Hier steigen wir, wie wir meinen, den Gipfelaufschwung hinauf:

Oben angekommen, müssen wir feststellen, dass der Ostgipfel allerdings nicht der Hauptgipfel ist. :updown: Die Kletterei geht also weiter:

Aber schließlich erreichen wir auch den Hauptgipfel:

Der Blick vom Schwarzhorn Richtung Osten hinunter aufs Chummerhüreli und andere Gipfel:

Der Südwesten:

Der Westen:

Der Nordosten:

Nach kurzer Gipfelrast geht es über einen sandigen Hang sehr bequem hinunter zum Tiejer Fürggli:

An der Maienfelder Furgga, einem der vielen Passübergänge zwischen Davos und Arosa:

Vom Wanderweg, der von der Maienfelder Furgga hinunter zur Chummer Alp führt, können wir den größten Teil unserer heutigen Gratwanderung bewundern:

Sieht von Weitem aus, als wäre es ein Spaziergang! Kurz oberhalb der Chummer Alp:

Die Hütten der Chummer Alp:

Sechs Stunden benötigen wir für die Wanderung über Chummerhüreli und Schwarzhorn, dann stehen wir wieder an der Bushaltestelle Davos Glaris, Mühle, und können die Heimreise antreten. Die Tour in der Übersicht:

Fazit: Kalt und windig war es, so dass die Gratwanderung zum und über das Chummerhüreli streckenweise ziemlich unheimlich war. Aber die Kletterei auf und über das Schwarzhorn war Wind und Kälte ein Genuss. :sonne: Meine Mahlzeiten:

  • 9.15 Uhr: 210 Gramm Orange, 370 Gramm dunkle Feigen, 550 Gramm Bananen „Cavendish“
  • 18.15 Uhr: 540 Gramm Fleisch und Fett von der Schulter eines Lamms
  • 22.30 Uhr: 420 Gramm Krachsalat, 300 Gramm Avocado „Hass“

PS: Eigentlich wäre nach zwei abenteuerlichen Tourentagen ein Ruhetag angesagt. Aber morgen sind wir mit Richard Item jun. verabredet, der uns durch die Schmittner Erzgruben führen wird.

geschrieben von Susanne am 1. Oktober 2021 um 22.50 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Nach zwei Arbeitstagen geht es heute wieder in die Berge, dorthin, wo die Welt noch 100%ig in Ordnung ist. Dorthin, wo man weder Masken, noch Zertifikate benötigt. Eigentlich wollen wir ins Safiental fahren, in dessen Nähe wir bei unserem Besuch des Piz Beverins waren. Aber dann verpassen wir den Bus und müssen umplanen. Unser neues Ziel heißt Amselfue bzw. Amselturm. Die Amselflue ist ein Gipfel in der südöstlichen Gipfelreihe der Strelakette zwischen Arosa und Davos Glaris. Im SAC-Führer liest man folgendes über diesen Gipfel:

Mehrgipfliger Gebirgsstock südlich der Maienfelder Furgga, der hufeisenförmig, gegen Südosten offen, die Schuttmulde der Balseren umschließt. Auf dem höchsten Punkt (2781 Meter, kleiner Steinmann, Gipfelbuch) teilt sich der Grat. […] Der gebogene Teil des Grats weist mehrere Erhebungen auf, teils Gratzacken und -türme, teils rundliche Felsköpfe. Markant ist der Amselturm, der ein selbstständiges Tourenziel bildet. Man kann dem Grat über weite Strecken folgen (ZS), was aber des brüchigen Gesteins und der reichlich mit Schutt bedeckten Plattenzonen wegen nicht sonderlich einladend ist.

Amselflue samt Amselturm konnten wir schon während der Besteigung des Strels ausgiebig bewundern. Guidos Wunschziel ist der Amselturm, während es mich eher zu einer der beiden höchsten Erhebungen (Ost- bzw. Westgipfel) hinzieht. Der Amselturm soll aber auf jeden Fall unser erstes Ziel sein. Startpunkt der Tour ist die Bushaltestelle Davos Glaris, Ortolfi, die wir mit dem Postbus erreichen. Von hier aus geht es über einen gut begehbaren Wanderweg zur Bärentaler Alp. Unser Aufstieg wird aufmerksam beobachtet:

Kurz unterhalb der Bärentaler Alp:

Von der Bärentaler Alp aus folgen wir ein Stück dem zur Chummer Alp führenden Wanderweg. Dann geht es weglos in steilem Grasgelände hinauf zum Augstberg:

Der Blick zurück auf Davos und Jakobshorn:

Steinmänner auf dem Weg zum Augstberg, im Hintergrund ist unser Gipfelziel zu sehen.

Die Amselflue in ihrer ganzen Pracht, vom Amselboden aus gesehen:

Durch das Geröllfeld der Balseren:

Ein Weg ganz nach meinem Geschmack! Guido auf dem Weg zum Gratsattel am Südostfuss des Turms:

Der Weg hinauf zum Gratsattel führt über eine steile Geröllhalde, die aber recht gut zu begehen ist:

Vom Sattel aus gibt es zwei Möglichkeiten, den Fuß des Gipfelturms zu erreichen: Einmal direkt über geröllbedeckte Platten, die man aber auch ostseitig auf Schuttbändern ansteigend umgehen kann:

Wir wählen letztere Möglichkeit:

Mitten im Geröll entdecke ich dieses widerstandsfähige Pflänzchen:

Von der Grathöhe nordwestlich des Turms geht es dann durch ein laut SAC-Führer leicht begehbares Couloir hinauf auf den Turm:

Nun ja, unter leicht begehbar verstehe ich etwas anderes! Während Guido sich nach oben hangelt, schaue ich von einem sicheren Standplatz aus zu bzw. genieße die Aussicht:

Durch ein Felsenloch schaue ich direkt auf den zum Westgipfel führenden Grat:

Guido genießt inzwischen die Aussicht vom Amselturm. Als ich ihn frage, ob ich ebenfalls hinaufklettern soll, meint er, er wolle erst nach unten kommen. So komme ich nicht nur in den Genuss, Guido beim Aufstieg durchs Couloir, sondern auch beim Abstieg zu beobachten. :updown: So ganz wohl ist mir dabei nicht! Als Guido dann endlich wieder unversehrt neben mir steht, ist für mich klar, dass ich ihm den Anblick meines Auf- und Abstiegs ersparen will. Ich verzichte daher auf die Besteigung des Turms und wir machen uns gemeinsam auf den Abstieg hinunter ins Gebiet der Balseren:

Unten angekommen, stellt sich die Frage, ob wir heute noch den Aufstieg zum Westgipfel über die Südflanke wagen sollen. Dazu müssen wir den tiefsten Punkt zwischen West- und Ostgipfel erreichen:

Der Aufstieg über das helle Geröllband aus anderer Perspektive:

Nun ja, Aufstiege über Geröll sind ja sozusagen unsere Spezialität, zumindest den Grat wollen wir also erreichen und machen uns auf den Weg nach oben. Auf dem Grat angekommen erwartet uns ein spektakulärer Blick auf Arosa:

Und klar, einmal hier oben stehend, können wir gar nicht anders, wir folgen dem Grat Richtung Westgipfel:

Nach einigem Auf und Ab stehen wir schließlich vor dem Gipfelsteinmann des Westgipfels:

Wow, wer hätte das gedacht, wir erreichen nicht nur Guidos Wunschziel, den Amselturm, sondern auch meines, den Amselflue Westgipfel. :froehlich: Der Blick Richtung Südosten:

Der Blick Richtung Südwesten:

Für den Abstieg folgen wir ein kurzes Stück dem Grat Richtung Süden:

Anschließend steigen wir über Geröll ab:

Auf dem Weg zurück zum Augstberg müssen wir dieses Trümmerfeld durchqueren:

Ein Blick zurück auf unseren Abstiegsweg:

In bequemen Gehgelände:

Mal nicht auf jeden Schritt achten zu müssen, ist zur Abwechslung ganz angenehm! Der Augstberg rückt näher:

Ein Blick auf das erste Gipfelziel des Tages, den Amselturm:

Und zu guter Letzt, noch einmal die Amselflue in ihrer ganzen Pracht:

Der weitere Abstieg erfolgt über die Aufstiegsroute und ist die reinste Genusswanderung: :sonne:

Siebeneinhalb Stunden nach Beginn unserer Tour erreichen wir die Bushaltestelle Davos Glaris, Ortolfi, und können kurze Zeit später die Heimreise antreten. Die Tour in der Übersicht:

Fazit: Die Amselflue ist ein einsamer, abwechslungsreicher und abenteuerlicher Gipfel ganz nach unserem Geschmack. Wir kommen gerne wieder!

PS: Meine Mahlzeiten:

  • 9.10 Uhr: 510 Gramm Trauben „Italia“
  • 19.10 Uhr: 420 Gramm Trauben „Italia“
  • 22.20 Uhr: 550 Gramm Krachsalat, 490 Gramm Avocados „Hass“, 150 Gramm Sesam, 210 Gramm Fleisch und Fett vom Lamm

PS: Danke für eine weitere Perle in meiner Gipfelkette. :herz: