Archiv für die Kategorie ‘Bergtouren’

geschrieben von Susanne am 13. September 2022 um 21.40 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Abgesehen von etwas müden Beinen verspüre ich am Morgen keinerlei Nachwirkungen von der gestrigen Tour. Sowohl der Auf- als auch der Abstieg boten keinerlei Probleme für das Knie, das ich mir vor gut einem Monat verletzt hatte. Ich betrachte es als genesen. :daumen: Ich bin daher sehr motiviert, mich heute endlich wieder auf einen Dreitausender zu wagen. Nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns schlussendlich für den 3044 Meter hohen Piz Murtera. Laut Tourenberichten liegt die Schwierigkeit für die Besteigung dieses Gipfels bei T4, sollte also gut für mich machbar sein.

Startpunkt der Wanderung ist wie bei der Tour durch das Val Fless zu den Jöriseen die Haltestelle Susch, Röven. An der Alp Fless Dadoura wandern wir aber nicht durch Val Fless weiter, sondern sondern folgen ein paar hundert Meter dem nach Murtera führenden Wanderweg. Danach geht es weglos Richtung Norden weiter. Als Orientierung nutzen wir die GPX-Daten eines anderen Tourengehers. Der weglose Aufstieg über die Plan da l’Holm ist ziemlich mühsam, da er über Heidelbeer-, Wachholder- und Alpenrosenstauden führt:

Ich bin froh, als mit zunehmender Höhe die Stauden merklich kleiner und damit leichter zu be- bzw. umgehen sind. Kurzes Innehalten und Zurückblicken auf das Val Grialetsch und das Flüela Schwarzhorn:

Der Blick hinunter ins Val Fless:

Der Piz Murtera, noch in weiter Ferne:

Je näher wir kommen, desto mehr gleicht der Gipfel einem Trümmerfeld:

Ich empfinde den Aufstieg als sehr anstrengend und bin über jeden Augenblick, den ich pausieren kann, froh. So wie hier, als Guido die Drohne fliegen lässt:

Bilder mache ich während der letzten Höhenmeter so gut wie keine, ich brauche meine ganze Kraft, um nach oben zu kommen. Aber Guido filmt die Tour und da wird es genug spannende Aufnahmen geben! Hier sind wir in Gipfelnähe und schauen Richtung Südosten, der schneebedeckte Gipfel im Hintergrund ist der Ortler:

Die letzten Höhenmeter geht es noch einmal über Schutt nach oben, dann ist es endlich geschafft, wir stehen auf dem Gipfel des Piz Murteras. :feier: Der Gipfel selbst ist unspektakulär, bietet aber eine grandiose Aussicht auf den Ortler, die Bernina-Alpen, Gipfel der Albula-Alpen sowie des Oberhalbsteins und im Norden sind sogar die Churfirsten zu erkennen. Besonders beeindruckend ist der mächtige, im Nordosten liegende Piz Linard:

Ein im Norden liegender Vorgipfel, im Hintergrund sind das Vordere und Hintere Plattenhorn zu sehen:

Lange können wir das Gipfel-Panorama nicht genießen, denn der Aufstieg hat länger gedauert als geplant und wir wollen den letzten Bus, der uns aus dem Tal herausbringt, nicht verpassen. Über Schutt und Geröll ging es hinauf, über Schutt und Geröll geht es hinunter:

Aber beim Abstieg ist es nicht weiter tragisch, dass der halbe Berg mit hinunterrutscht, im Gegenteil, so kommt man schneller nach unten! Wir steigen jedoch nicht über die Aufstiegsroute, sondern über die Westflanke ab. Diese Route wird im SAC-Führer auch als Aufstiegsroute empfohlen. Ein Blick zurück in die Westflanke:

Normalerweise geht es bergab immer einfacher als bergauf, aber heute empfinde ich auch den Abstieg als sehr mühsam. Das Tempo, das Guido vorgibt, kann ich nicht halten: Er läuft leichtfüßig Richtung Tal, während ich mich regelrecht vorwärts quäle. Zudem bricht mir beim Balancieren über Blockgeröll einer meiner Stöcke ab. Allein irgendwo im Nirgendwo, körperlich erschöpft und kaum mehr Wasser, fast hätte ich mich Fallenlassen und auf bessere Zeiten gewartet. Nun ja, diese wären mit Sicherheit heute nicht mehr gekommen. :updown: Also mache ich das, was ich immer mache, wenn ich mich motivieren will, weiterzumachen: Ich denke an Beppo Straßenkehrer. Und siehe da, auf einmal kommt nicht nur Guido wieder in Sicht, sondern auch ein Pfad. Über den Pfad absteigend kann ich an Tempo zulegen und so laufen wir nicht mehr Gefahr, den letzten Bus zu verpassen. Es bleibt sogar Zeit, meine hohen Bergschuhe aus und meine Halbschuhe anzuziehen. :erleichtert: Meine Füße danken es mir, indem sie mich flott weitertragen! Hier sind wir auf dem Weg durchs Val Fless zurück zur Alp Fless Dadoura:

Am Aua da Fless kann ich zudem meine Wasservorräte auffüllen und nach einem kräftigen Schluck kalten Wassers fühle ich mich wieder topfit. :muskeln: Die Tour hat also schlussendlich ein Happy-End. :sonne: Hier ist sie in der Übersicht zu sehen:

Mein Fazit: Der Piz Murtera ist ein im Prinzip einfach zu besteigender Dreitausender, der eine tolles Gipfelpanorama bietet. Aber er will erobert werden, das ist jedenfalls mein Gefühl. Die gestrige Tour noch in den Beinen, war es für mich jedenfalls eine eher abenteuerliche als genussreiche Tour. Meine Mahlzeiten:

  • 9.15 Uhr: 460 Gramm Bananen „Cavendish“, 370 Gramm dunkle Feigen
  • 21.05 Uhr: 180 Gramm Krachsalat, 200 Gramm Zuckermais, 105 Gramm roter Spitzpaprika, 360 Gramm Cherry-Tomaten, 40 Gramm Zwiebel, 200 Gramm Avocados „Hass“

PS: Der Husten begleitet mich weiterhin, aber wenn ich kein Fleisch esse, kommt es wenigstens nicht zu Anfällen.

geschrieben von Susanne am 12. September 2022 um 22.46 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel starten wir heute den zweiten Versuch, das Pischahorn zu erklimmen. Start ist heute aber nicht wie vor drei Tagen Tschuggen, sondern die Talstation der Pischabahn. Bis hinauf nach Pischa sind ab hier ein paar Höhenmeter mehr zu überwinden, aber diese fallen bei der Gesamtzahl an Höhenmetern kaum ins Gewicht. Der Blick zu Beginn des Aufstiegs über Höfi Richtung Davos:

Heute können wir während des Aufstiegs nach Pischa wesentlich mehr von der Landschaft erkennen als beim letzten Mal. :froehlich: Und Pischa liegt nicht in den Wolken, sondern im Sonnenschein:

Der weitere Weg von Pischa hinauf zum Pischahorn ist weiß-rot-weiß markiert und angenehm zu gehen. So können wir die Landschaft um uns herum intensiv genießen. :sonne: Der Blick zurück zur Bergstation der Pischbahn, rechter Hand liegt der Pischgrat und der schneebedeckte Gipfel im Hintergrund ist der Tödi:

Hier geht der Blick Richtung Prättigau:

Unser Gipfelziel rückt näher:

Hier queren wir Verborgen Pischa:

Ein Blick auf die Pischaseen:

Die letzten Höhenmeter geht es über einen Schutthang hinauf:

Ein Blick zurück auf den Aufstiegsweg:

Ankunft am mit 2980 Metern höchsten Punkt des Pischahorns:

Über den Gipfelgrat erreicht man den zweithöchsten, mit einem Wegweiser versehenen Punkt:

Die Aussicht von hier oben ist phänomenal. So kann man Richtung Nordosten sogar die Zugspitze sehen:

Der Osten mit den Plattenhörnern und Piz Linard:

Mehr Bilder vom Panorama gibt es heute nicht bzw. sind in dem demnächst erscheinenden Video zu sehen! Der Beginn des Abstiegs führt über den Nordwestgrat:

Der Blick zurück auf den in der Nordflanke des Pischahorns liegenden Rest des Hafentälligletschers:

Ein kleiner Bergsee am Wegesrand:

Wir bereuen es nicht, den langen Abstiegsweg über das Mönchalptal gewählt zu haben, denn die Landschaft ist hier einfach wunderschön. :sonne: Hier sieht man sehr gut einen Teil des langen Wegs:

Je tiefer wir kommen, desto bunter wird die Vegetation. Dies ist vor allem den Heidelbeersträuchern zu verdanken, die entlang des Weges wachsen:

Knapp sieben Stunden nach Beginn unserer Tour erreichen wir den Bahnhof von Davos Laret. Die Tour in der Übersicht:

Fazit der Tour: Das Pischorn ist ein schöner, leicht zu besteigender Gipfel. Der Abstieg übers Mönchalptal ist zwar lang, aber vor allem im Herbst, wenn die Heidelbeeren reif sind, sehr zu empfehlen! Für uns war der zweite Versuch, das Pischahorn zu besteigen, daher ein vollen Erfolg. :sonne: Meine Mahlzeiten:

  • 9.20 Uhr: 320 Gramm Birnen „Williams Christ“, 450 Gramm Bananen „Cavendish“, 50 Gramm Datteln „Medjool“
  • 21.15 Uhr: 280 Gramm Bio-Lachs, 5 Gramm Algen „Nori“ (getrocknet), 280 Gramm Cherry-Tomaten, 190 Gramm Krachsalat, 180 Gramm Avocado „Hass“

Hinzu kommen etwa 200 Gramm wilde Heidelbeeren. :hmmm:

geschrieben von Susanne am 3. August 2022 um 22.43 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Videos, Wandern
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Die Temperaturen steigen in den nächsten Tagen wieder deutlich an und im Grunde genommen ist es auch heute schon viel zu warm für eine Gipfeltour. Trotzdem wagen wir uns nach draußen, denn für die nächsten Tage sind nachmittägliche Gewitter vorhergesagt und dann verbieten sich Gipfeltouren von selbst. Vor allem, wenn man wie wir meist erst am späten Vormittag startet. :updown: Der Ausgangspunkt der heutigen Tour ist Monstein, das wir mit Postbussen erreichen. Das erste Gipfelziel ist das Büelenhorn, danach wollen wir weiter über den Stulsergrat zum Muchetta. Auf dem Büelenhorn waren wir zum ersten Mal am 9. Juli 2021. Damit es uns nicht langweilig wird, gehen wir heute nicht über den Normalweg hoch, sondern verlassen diesen auf etwa 2400 Höhenmetern und steigen zur Büelenfurgga auf. Im SAC-Führer „Bündner Alpen 6“ steht über den Normalweg:

Von Monstein (1626) gelangt man auf dem Strässchen zum Mäschenboden (1993). Auf einem signalisierten, zurückhaltend markierten Bergweg durch die Mulde von Büelen und auf Pfadspuren durch den Schutthang erreicht man den Nordgrat in Gipfelnähe und bald den höchsten Punkt.

Von „Pfadspuren“ kann im oberen Teil des Weges nicht mehr gesprochen werden, es ist schon ein ziemlich deutlicher Pfad, der nach oben führt. Über den Ostgrat, den wir heute als Aufstiegsroute wählen, heißt es:

Leichte Gratwanderung von Monstein her, allerdings ohne besondere Vorzüge gegenüber dem Normalweg: Von der Büelenfurgga (2649) gelangt man auf den Schutt- und Schrofenrücken, den ersten Gratköpfen auf der Monsteiner Seite, den oberen eher auf der Südseite ausweichend, ohne Schwierigkeiten zum Gipfel.

Bilder vom ersten Teil des Aufstiegs gibt es im Tagebucheintrag vom 9. Juli 2021. Heute beginne ich mit dem Fotografieren erst, als wir den Wanderweg verlassen und über Geröll zur Büelenfurgga aufsteigen. Die Büelenfurgga versteckt sich auf dem folgenden Bild hinter dem Ausläufer des Mäschengrats, etwa dort, wo der Stern schwebt:

Schon dieser Teil des Aufstiegs gefällt uns deutlich besser als der über den Normalweg. Zudem hat Petrus mit uns ein Einsehen und schiebt Wolken vor die Sonne, so dass der Aufstieg nicht ganz so schweißtreibend wie erwartet ist. Auf der Büelenfurgga, über Guidos Kopf erhebt sich der 2955 Meter hohe Piz Platta Roggia:

Während Guido seine Drohne fliegen lässt, mache ich es mir in den Nähe des Steinmanns gemütlich und genieße die Aussicht. In südlicher Richtung geht der Blick bis zum Piz Bernina und zu den Bergüner Stöcken:

Im Norden liegt die Landschaft Davos:

Der Ostgrats des Büelenhorns:

Hier geht es nach einer längeren Rast hinauf und auch dieser Teil des Aufstiegs gefällt uns besser als der Normalweg. Wir können nicht verstehen, warum es im SAC-Führer heißt, dass diese Route „ohne besondere Vorzüge gegenüber dem Normalweg“ ist. Für uns hat sie durchaus Vorzüge: Wir sind hier allein unterwegs, während sich auf dem Normalweg zahlreiche Wanderer tummeln und kurze, einfache Kletterstellen würzen den Aufstieg:

Die Wegfindung wird zudem durch Pfadspuren erleichtert, so dass wir schnell an Höhe gewinnen. Kurz unterhalb des Gipfels:

Der Blick zurück über den Ostgrat auf die Büelenfurgga:

Wir sind zwar nicht die ersten, die heute den Gipfel des Büelenhorns erreichen, aber wahrscheinlich die einzigen, die über den Ostgrat aufgestiegen sind und ziemlich sicher die letzten: Als wir auf dem Gipfel stehen, sind die anderen Gipfelstürmer schon wieder auf dem Abstieg. Gipfelglück:

Im Norden schaut man bis nach Davos:

Nach einer weiteren, längeren Rast und dem obligatorischen Eintrag ins Gipfelbuch geht es erst zum Stulsergrat, dann zum Muchetta weiter:

Der Grat in seiner ganzen Länge:

Es ist eine leichte Gratwanderung mit einer herrlichen Aussicht in alle Richtungen. Hier liegt Davos Wiesen zu unseren Füßen:

Der Blick Richtung Davos:

Linker Hand liegen die Bergüner Stöcke:

Ein Blick zurück:

Schließlich erreichen wir den Hauptgipfel des Muchetta:

Kurz darauf stehen wir auf dem erstmals am 25. Juni 2021 bestiegenen Vorgipfel. Hier beginnt der endlos erscheinende Abstieg Richtung Filisur:

Das vor uns liegende Panorama:

Bei Curtins Dador auf können wir unsere Trinkvorräte auffüllen:

Von Curtins Dador aus geht es noch knapp einen Kilometer auf einem schmalen Wanderweg weiter, der bei Jod da Gonda auf einen Fahrweg mündet:

Von Jod da Gonda aus sind es „nur noch“ fünfeinhalb Kilometer bis nach Filisur und gute zehn Kilometer bis nach Hause. Die Strecke bis nach Filsur verläuft größtenteils über den Fahrweg und ist dementsprechend öde. Aber wir haben heute Glück: Der Eigentümer einer der Hütten von Falein, die Hütten sind als Drehort der ersten Heidi-Filme bekannt, ist mit seinem Auto auf dem Weg nach Filisur und nimmt uns einen Teil der Strecke mit. 🙏🏻 Von Filisur aus geht es dann wieder zu Fuß weiter. Bevor wir nach Schmitten aufsteigen, machen wir kurze Rast am Landwasser-Viadukt. Dort gönne ich meinen Füßen ein erfrischendes Fußbad:

Neun Stunden nach Beginn der Tour erreichen wir unserer Zuhause, der Tourenplaner gibt für die fast 26 Kilometer lange Strecke, auf der gut 1700 Höhenmeter im Aufstieg und 2000 im Abstieg zu bewältigen sind, zehn Stunden an:

Die Tour ist aufgrund ihrer Länge und den zu überwindenden Höhenmetern zwar anstrengend, aber sehr empfehlenswert. Und sozusagen ein „Muss“, wenn man wie wir jeden Tag auf Muchetta und Grat schaut. :herz: Auf meinem Speiseplan herrscht verkehrte Welt, morgens gibt es Fleisch und abends Früchte:

  • 10.15 Uhr: 20 Gramm Eigelb, 5 Gramm Eierschale, 380 Gramm Schweinespeck
  • 21.45 Uhr: 1280 Gramm Wassermelone, 430 Gramm Paraguayos (Plattpfirsiche)

Aber heute passt es so herum, denn obwohl ich während der Tour viel trinke, zieht es mich abends zu Wassermelone und Plattpfirsichen, während das Fleisch uninteressant riecht. Der Nachteil einer abendlichen Mahlzeit mit Früchten liegt auf der Hand: Ihr hoher Wassergehalt wird mich sicherlich mehr als einmal in der Nacht aus dem Bett treiben. :updown:

PS: Das Video zur Tour:

geschrieben von Susanne am 27. Juli 2022 um 21.52 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Nach dem gestrigen Arbeitstag mit frühem Aufstehen ist heute Ausschlafen angesagt: Erst um 8 Uhr bin ich bereit, mein Bett zu verlassen und Guido ist sogar noch später dran. :updown: Bis alles erledigt ist, was wir erledigen wollen, ist es 11 Uhr, zu spät für eine Tour in entferntere Regionen. Aber es gibt ja noch genug Tourenziele hier in der Region. Nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns für einen Aufstieg zum Tällihorn, Ausgangspunkt der Tour ist Sertig Dörfli. Ein Zwischenziel auf dem Weg zum Gipfel ist die Tällifurgga, die bequem über einen Wanderweg zu erreichen ist:

Anschließend geht es weglos über den im obigen Bild zu sehenden Grat mal in leichter Kletterei, mal gehend weiter:

Ein Blick zurück, links im Hintergrund sind das Jakobshorn und das Jatzhorn zu sehen:

Die nächste Kletterei rückt näher:

Hier geht es bergab statt bergauf:

Die Kletterei macht total viel Spaß und viel zu schnell liegt das mit drei Steinmännern geschmückte Gipfelplateau vor uns:

Die Aussicht vom Gipfel ist phänomenal, viel schöner als erwartet. Hier sind das Sertigtal sowie Leidbachhorn, Älplihorn und Gipfel der Ducan-Kette zu sehen:

Uns gefällt es so gut hier oben, dass wir über das Felahorn weiter zum Wuosthorn wandern. Das Felahorn erreichen wir bequem über den Verbindungsgrat gehend:

Der Blick vom Felahorn aufs Wuosthorn, unserem dritten und letzten Gipfelziel für heute:

Wie auf dem obigen Bild zu sehen ist, geht es vom Felahorn aus zuerst ebenfalls über einen bequem zu gehenden Grat Richtung Wuosthorn. In der Nähe des Gipfels ist dann allerdings nochmals leichte Kletterei und zudem Schwindelfreiheit angesagt:

Hier sind es nur noch wenige Meter bis zum Gipfel:

Das Wuosthorn ist mit 2815 Höhenmetern der höchste der drei Gipfel und die Aussicht ist von hier oben gefühlt noch beeindruckender als vom Tälli- oder Felahorn. Im Nordwesten sind das Jakobshorn mit der Gipfelstation der Bahn, das Tällihorn und das Felahorn zu sehen:

Im Südwesten liegen Älplihorn und die Ducan-Kette:

Im Süden schaut man auf Piz Kesch mit Gletscher und ganz im Hintergrund auf Piz Bernina mit Biancograt:

Im Osten ist unter anderem das Flüela Schwarzhorn zu sehen:

Nach einer ausgiebigen Gipfelrаst machen wir uns an den Abstieg. Dieser führt nicht über die Aufstiegsroute, sondern über unbekanntes Gelände: Zu Beginn geht es in leichter Kletterei an den Fuß des Vorgipfels des Wuosthorns. Hier stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll. Wagen wir uns, den Vorgipfel zu überklettern oder aber steigen wir über eine extrem steile Grasrinne direkt ins Bärentälli ab? Wie entscheiden uns für die zweite Variante:

Gott sei Dank ist das Gras „nur“ ein bisschen feucht, sonst wären wir schneller unten gelandet als uns lieb wäre! Ein Blick zurück auf unseren Abstiegsweg, von dort, wo der rote Stern schwebt, sind wir hergekommen:

Das Ende der Grasrinne ist in Sicht, anschließend geht es über das Blockgeröll des Bärentällis weiter:

Das mit Blockgeröll gefüllte Bärentälli:

Ich liebe Blockgeröll, aber im Bärentälli liegt so viel davon herum, das selbst mir irgendwann die Lust verloren geht, über das Geröll zu laufen. Außerdem tauchen vor uns dunkle Regenwolken auf und ein Regenguss, der einen in so einem Gelände überrascht, ist alles andere als angenehm. Aber irgendwann ist es geschafft, wir stehen wieder auf Gras. :erleichtert: Wobei der Abstieg dadurch nicht unbedingt leichter wird, denn es geht erneut steil nach unten. :updown: Aber immerhin bleiben die Regenwolken weiterhin dicht. :daumen: Eine vom Augstberg kommende Wegspur macht uns dann den Abstieg etwas leichter und den letzten Kilometer können wir sogar über den von der Tällifurgga nach Sertig Dörfli führenden Wanderweg absteigen. Ein Blick zurück auf die drei Gipfel:

Die Tour in der Übersicht:


Um 18.19 Uhr, zehn Minuten vor der Abfahrt des vorletzten Busses, der letzte fährt erst zwei Stunden später, erreichen wir die Bushaltestelle Sertig Dörfli. Das nenne ich perfektes Timing! Nach einem Zwischenstopp in Davos Platz und einem Einkauf beim Coop geht es um 19.25 Uhr zurück nach Schmitten. Wie so oft nach einer Tour verschwinde ich erst unter der Dusche und lasse mir anschließend ein üppiges Abendessen schmecken. Zum Frühstück gab es Früchte:

  • 9.10 Uhr: 230 Gramm Orange, 220 Gramm Mango, 340 Gramm Papaya „Formosa“, 210 Gramm Bananen „Cavendish“
  • 20.45 Uhr: 190 Gramm Krachsalat, 500 Gramm Schweinespeck, 80 Gramm Sesam

PS. Danke für diese wunderschöne Tour, die unsere Erwartungen weit übertroffen hat: Die Besteigung dieser Gipfel ist auch im Sommer zu empfehlen, nicht nur im Winter als Skitour!

geschrieben von Susanne am 3. Juli 2022 um 22.25 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Unsere Motivation, an einem warmen, Sommersonntag eine größere Tour zu unternehmen, ist am Vormittag gering. Aber dann fällt uns doch ein Projekt ein, dass wir schon seit Längerem realisieren wollten, die Besteigung des Gipshorns über Nidellöffel und Nordgrat. Im Netz gibt es keine Tourenbeschreibungen von dieser Route, nur im SAC-Führer „Bündner Alpen 6“ ist sie aufgeführt:

Von Monstein (1626 m) erreicht man auf dem Strässchen über die Inneralp den Mäschenboden (1993 m). Man steigt gegen Süden zum Nidellöffel, einem Rasenhang unter dem Gipshorn-Nordgrat, auf und klettert leicht über den Zackengrat zum Gipfel hinauf.

Die Schwierigkeit der Route wird mit WS- bewertet, das entspricht in etwa T5:

Meist noch Gehgelände, erhöhte Trittsicherheit nötig, Kletterstellen übersichtlich und problemlos.

Nun, mittlerweile wissen wir, was von Tourenbeschreibungen in SAC-Führern zu halten ist: Im Allgemeinen nicht viel! Wir sind also gespannt, wie die Lage vor Ort wirklich aussieht. Der Aufstieg von Monstein, das wir mit dem Postbus erreichen, hinauf zum Mäschenboden verläuft über einen markierten Wanderweg, den wir von unserem Aufstieg zum Büelenhorn her kennen: Nachmittagswanderung aufs 2808 Meter hohe Büelenhorn. Wir folgen dem Wanderweg weitere 500 Meter, verlassen ihn dann auf etwa 2150 Höhenmetern und wandern in südöstlicher Richtung Richtung Nidellöffel weiter, zu Beginn über Weideglände, später über Geröll:

Schlussendlich landen wir auf einem Geröllfeld oberhalb des Nidellöffels und halten uns hier erst einmal rechts:

Der eigentlich Nordgrat links von uns sieht weitaus weniger freundlich aus. Gehend und ab und zu Stock bzw. Hände zu Hilfe nehmen, steigen wir weiter auf:

Der Blick zurück hinunter ins Tal auf Monstein, Inneralp und Mäschenboden:

Bald wird klar, dass wir, um weiter aufstiegen zu können, den eigentlichen Nordgrat anpeilen müssen. Kurzes Innehalten, bevor es über den Grat steil nach oben geht:

Das Gelände ist nicht schwierig, aber trotzdem heikel: Es liegt viel loses Geröll herum und nicht jeder Tritt oder Griff hält. Ein Helm wäre hier von Vorteil gewesen. Um Verletzungen durch herabfallende Steine zu vermeiden, klettern wir, wenn das Gelände es zulässt, parallel oder aber der Nachfolgende „versteckt“ sich hinter größeren Felsen. Ein Blick zurück über den Nordgrat und ein Blick zur Seite auf Leidbach- und Älplihorn:

Normalerweise schaue ich bei einem solchen Aufstieg lieber nicht zurück, um nicht in Panik zu geraten. :updown: Der Adrenalinspiegel ist eh seit geraumer Zeit auf hohem Niveau: Je höher wir kommen, desto unübersichtlicher wird nämlich das Gelände und wir wissen nie, ob wir auf der „richtigen“ Route sind. Nun ja, vielleicht gibt es ja kein „richtig“ oder „falsch“ und es führen viele Wege nach oben. Trotzdem beruhigt es unsere Nerven, als wir an einer Stelle einen Steinmann erblicken. So falsch können wir also nicht sein. Und dann taucht über uns endlich die Gipfelstange auf:

Auf direktem Weg ist sie allerdings nicht zu erreichen, einen Felsen müssen wir auf dem Weg nach oben noch umrunden:

Die letzten Meter hinauf zum Gipfel sind Gehgelände und dann ist es geschafft, wir stehen zum zweiten Mal seit dem 14.10.2019 auf dem Gipshorn. Bilder vom Gipfel kann ich heute leider keine machen, da mein Smartphone den Geist aufgibt und die Powerbank zu Hause liegt. :updown: Aber egal, Guido filmt die Tour und wenn das Video fertig ist, ergänze ich es unten. Nachdem sich unser Adrenalinspiegel wieder einigermaßen normalisiert hat, machen wir uns auf den Abstieg. Interessant ist, dass erst im Laufe des Abstiegs Erinnerungen an unsere Erstbesteigung aufkommen, so wie der mühsame Aufstieg über eine Geröllrinne oder eine Kaminkletterei. Heute ist der Abstiegsweg schneefrei, mit roten Punkten markiert und damit leicht zu erkennen. Erst lassen wir es während des Abstiegs sehr gemütlich angehen, bleiben immer wieder stehen und genießen die Landschaft. Drei Momentaufnahmen von mir, die während des Abstiegs entstehen, auf der ersten ist das große Gipsfeld, auf der zweiten das Chrummhüreli und auf der dritten das Chrachenhorn zu sehen:

Dann allerdings müssen wir uns sputen, damit wir den letzte Bus Richtung Schmitten nicht verpassen. Endpunkt unserer Tour ist nicht Monstein Dorf, sondern Monstein Bahnhof: Der letzte Bus von Monstein Dorf hinunter ins Tal ist leider schon weg. Die Tour in der Übersicht:


Die Glücksgefühle, die solch eine Tour, wenn sie gut überstanden ist, in mir auslöst, sind unbeschreiblich. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen gehe ich am Abend mit dem Wunsch ins Bett, nie wieder aufzuwachen. Vielleicht schreibe ich morgen mehr dazu, heute füge ich nur noch meinen Speiseplan an:

  • 10.20 Uhr: 1360 Gramm Wassermelone
  • 21.05 Uhr: 200 Gramm Krachsalat, 110 Gramm Cicorino Trevisano, 10 Gramm Schnittlauch, 530 Gramm Fleisch und Fett von der Brust eines Rindes

PS: Danke für diesen wunderbaren Tag. 🙏🏻

PPS: Das Video zur Tour:

Die Tourenbeschreibung ist hier zu finden: Gipshorn über Nidellöffel und Nordgrat.