Archiv für die Kategorie ‘Ernährung’

geschrieben von Susanne am 22. Mai 2022 um 21.29 Uhr
Kategorie: Ernährung, Fahrradtouren, Wandern
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Nach einer recht ruhigen und erholsamen Nacht wache ich gegen 6 Uhr auf und habe zum ersten Mal seit Ende der Fastenzeit das Gefühl, dass es aufwärts geht. :erleichtert: Nach meiner Morgenroutine fasse ich daher den Entschluss, mich aufs Rad zu schwingen und zu schauen, ob ich hinauf zur Schmittner Alp komme. Start ist um 7.30 Uhr. Ich mache dieses Mal auf dem Weg nach oben zwei kurze Zwischenstopps, um zu trinken. Ansonsten geht es zwar langsam, aber besser als gedacht nach oben. Die steilen Passagen unterhalb der Schmittner Alp muss ich wie immer schieben. Gleich geht es weiter: :froehlich:

Weiden der Schmittner Alp und Hüreli:

Schließlich ist es geschafft und ich stehe zwischen den Hütten der Schmittner Alp:

An einem Brunnen fülle ich meine Wasserfalschen auf und überlege, wie es weitergeht. Eigentlich bin ich ja k.o.! Aber nach einer zehnminütigen Rast fahre ich dann doch weiter Richtung Alp Afiein:

Die Alp Afiein liegt rund einen Kilometer und 100 Höhenmeter oberhalb der Schmittner Alp. Eigentlich keine große Sache, aber heute ist diese Strecke eine ziemliche Herausforderung. Vor der Alp steht eine Holzbank, auf der ich es mir eine halbe Stunde lang gemütlich mache und mich an unsere Hike- & Bike-Tour auf den Hübel erinnere. Vielleicht schaffe ich es ja auch heute dort hinauf. 🤔 Versuch macht klug, also lasse ich das Fahrrad an der Alp stehen und gehe zu Fuß weiter. Es ist mühsam, aber Schritt für Schritt komme ich voran und fühle mich wieder einmal an Beppo Straßenkehrer erinnert:

Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein. Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. Das ist wichtig.

Ich denke nicht mehr an den Weg nach oben, mache einfach einen Schritt nach dem nächsten. Es geht langsam vorwärts, aber ich komme nicht aus der Puste und irgendwann habe ich mein Ziel erreicht, ich stehe auf dem Hübel. Es ist schon erstaunlich, was alles geht, wenn man nur will. :engel: Und es geht sogar noch weiter. Konzentriert gehe ich weiter und erreiche schlussendlich eine Höhe von 2350 Höhenmetern, bin also auf halben Weg hinauf zum Tiaun. Auf einem Stein sitzend genieße ich die Landschaft. :cool: Der Genuss nimmt allerdings ein plötzliches Ende, als ich ein entferntes Donnern höre: Hinter mir ragen dunkle Wolken auf, die sich in Windeseile bis auf meine Höhe ausbreiten:

Mit der Gemütlichkeit ist jetzt vorbei, der Wind wird stärker und erste Regentropfen fallen. Der Abstieg hinunter zu Alp Afiein gestaltet sich daher deutlich flotter als der Aufstieg. Gott sei Dank zieht das Gewitter östlich am Tiaun vorbei und ich komme wohlbehalten und abgesehen von ein paar Tropfen sogar trocken an der Alp Afiein an. Dort wartet Guido auf mich, der sich später – und deutlich schneller! – als ich hinauf zur Alp gemacht hat. Gemeinsam fahren bzw. rollen wir zurück nach Schmitten. Insgesamt lege ich heute rund 20 Kilometer und 1200 Höhenmeter zurück. :muskeln: Zu Hause entdecke ich, dass die erste Hike- & Bike-Tour auf den Hübel genau vor einem Jahr, nämlich am 22. Mai 2021, stattfand. Zufälle gibt es! Die Mahlzeiten des heutigen Tages sehen so ähnlich wie die des gestrigen aus:

  • 14.10 Uhr: 70 Gramm Lunge, 110 Gramm Leber, 40 Gramm Herz und 15 Gramm Zwerchfell vom Lamm
  • 19.40 Uhr: 20 Gramm Eigelbe, 5 Gramm Eierschale, 230 Gramm Fleisch, Fett, Knorpel und Teile des Brustbeins von der Brust eines Lamms, 5 Gramm Petersilie

Die Portionen sind also weiterhin gemäßigt. Mal schauen, wie lange das anhält.

PS: Am Brunnen der Alp Afiein entdecken wir dieses Vogelnest:

PPS: Morgen Vormittag arbeite ich im Dorfladen, am Nachmittag ist der Laden geschlossen.

geschrieben von Susanne am 21. Mai 2022 um 22.24 Uhr
Kategorie: Ernährung
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Ich fühle mich immer noch nicht wirklich fit und energiegeladen. Statt nach draußen geht es deshalb schon um die Mittagszeit wieder ins Bett. 😴 Nach der eineinhalbstündigen Mittagsruhe lasse ich mir wie gestern Innereien vom Lamm schmecken. Nachmittags fühle ich mich dann schon deutlich wohler und spaziere bzw. jogge zusammen mit Guido über Plaun sulla Sesa und Got Davains hinauf nach Raglauna. Zurück nach Schmitten geht es über Acla. 12 Kilometer ist unsere Tour lang, dabei sind rund 700 zu überwinden. Einige der Joggingpassagen hält Guido mit der Kamera fest:

Sieht doch schon mal ganz gut aus oder!? :froehlich: Nach der Tour habe ich solch einen Hunger, dass ich meinen Vorsatz, es heute nochmals bei einer Mahlzeit zu belassen, fallenlasse: Die Brust vom Lamm, die im Kühlschrank liegt, duftet einfach zu verlockend. Immerhin reicht eine für meine Verhältnisse recht kleine Portion, um die späte Mahlzeit satt und zufrieden beenden zu können. So sehen die Mahlzeiten an meinem ersten Aufbautag aus:

  • 14.20 Uhr: 90 Gramm Lunge, 120 Gramm Leber, 70 Gramm Herz und 10 Gramm Zwerchfell vom Lamm, 30 Gramm Feldsalat
  • 21.00 Uhr: 160 Gramm Fleisch und Fett von der Brust eines Lamms, 5 Gramm Eierschale

PS: Um 22.30 Uhr beginnt meine Nachtruhe. :stern:

geschrieben von Susanne am 20. Mai 2022 um 19.52 Uhr
Kategorie: Ernährung, Fasten
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Die Nacht verläuft ruhiger als die gestrige, trotzdem fühle ich mich morgens weiterhin schlapp. Spontan entscheide ich mich daher, einen Termin für eine Massage zu organisieren. Massagen tun schließlich immer gut, das ist jedenfalls meine Erfahrung. Eine Therapeutin, die ich vor Kurzem im Dorfladen kennengelernt und mit der ich mich auf Anhieb gut verstanden habe, hat tatsächlich Zeit für mich. Um 9.06 Uhr mache ich mich daher auf den Weg nach Davos, mitten hinein ins Vor-WEF-Getümmel. Das, was hier zu sehen ist, übersteigt bei Weitem das, was ich mir vorgestellt habe. Und ich habe es mir schon schlimm vorgestellt!

Die Massage tut sehr gut und Dank dieser überstehe ich die letzten Stunden meiner Fastenzeit in einem Wohlfühlmodus. :sonne: Zurück in Schmitten schaue ich beim Metzger vorbei. Vielleicht sind ja die bestellten Innereien vom Lamm schon angekommen. Ja, sie sind angekommen und so kann ich um 14 Uhr damit beginnen, meine mehrtägige Fastenzeit zu beenden. Vor mir liegt ein Stück Leber und ein Stück Lunge vom Lamm. Der erste Bissen Leber schmeckt göttlich. :hmmm: Bei 150 Gramm mache ich Schluss mit der Leber und widme mich der Lunge. Davon gehen 60 Gramm, dann kommt eine Sperre und ich beende die Mahlzeit. Nach der Mahlzeit gönne ich mir ein Verdauungsschläfchen und am späten Nachmittag spaziere ich zusammen mit Guido über Schmittner Waldwege. Dabei lasse ich mir rund ein Dutzend Löwenzahnblüten schmecken:

Mehr gibt es heute noch nicht zum Essen, aber ich denke, für den Anfang reicht es eh. :smile:

PS: Am Abend geht ein heftiges Gewitter nieder, aber schon noch einer halben Stunden ist am Horizont erneut blauer Himmel zu sehen.

geschrieben von Susanne am 19. Mai 2022 um 20.01 Uhr
Kategorie: Ernährung, Fasten
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Die Nachtruhe ist wieder einmal eine Nachtunruhe und mein Zustand am frühen Morgen lässt sich ganz einfach mit vier Worten beschreiben: Ich fühle mich krank. Aber die Pflicht ruft, so dass ich um sechs Uhr aufstehe und mich vierzig Minuten später auf den Weg zum Dorfladen mache. Dank netter Kunden komme ich vormittags ganz gut über die Runden, bin aber dann doch froh, als meine Mittagspause beginnt.

Um meinen Kreislauf und meine Stimmung in Schwung zu bringen, komme ich auf die Idee, etwas Ingwer zu entsaften. Die zwei Gramm Saft, die ich erhalte, mische ich mit 30 Gramm Zitronensaft und fülle die Mischung mit gut einem Liter Wasser auf. Das Trinken der Mischung löst regelrechte Glücksgefühle in mir aus: Endlich rinnt wieder etwas durch meine Kehle, das den Hauch von Geschmack hat! Nachmittags fühle ich mich dann deutlich besser und bringe auch den Nachmittagsdienst im Dorfladen gut über die Bühne. Bis morgen werde ich daher nochmals ohne Nahrungsaufnahme bleiben. Aber morgen Nachmittag ist endgültig Schluss mit dem Fasten.

Als Fazit kann ich heute schon sagen: Die ersten 48 Stunden fiel mir der Nahrungsverzicht relativ leicht. Danach fing es an, mühsam zu werden. Trotzdem bin ich froh, dass ich durchgehalten habe und mit acht Fastentagen auf die von der Ärztegemeinschaft Heilfasten empfohlene Dauer von sechs bis acht Tagen kommen werde. Mehr ist bei meinem Körpergewicht sicherlich auch nicht empfehlenswert. Wie wird nun das Fastenbrechen bei mir aussehen? Wenn der Instinkt es genauso sieht, habe ich vor, morgen die Nahrungsaufnahme mit Lammleber zu beginnen. Bananen, Äpfel oder andere Früchte kommen zum Fastenbrechen aktuell eher nicht in Frage.

Auch wenn mir der Verzicht auf Nahrung nicht leicht gefallen ist – ich esse einfach zu gerne – :froehlich: ist es doch gut zu wissen, dass ich verzichten kann, wenn ich denn will. Für die Zukunft kann ich mir durchaus vorstellen, immer wieder einmal für ein oder zwei Tage auf Nahrung zu verzichten. Und einmal im Jahr vielleicht für mehrere Tage. Was das Fasten gesundheitlich gebracht hat, kann ich nicht sagen, ich hatte ja vorher keinerlei körperlichen Probleme bzw. keine bekannten. Na ja, die Probleme mit meinen Zähnen zähle ich nicht dazu.

So weit zu meiner ersten mehrtägigen Fastenperiode als Rohköstlerin! Wie ich mich nach dem Fastenbrechen fühle, darüber werden ich morgen berichten.

geschrieben von Susanne am 18. Mai 2022 um 21.53 Uhr
Kategorie: Ernährung, Fasten, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Ich wache mehrmals in der Nacht mit einem Durstgefühl auf. Die Nacht ist also insgesamt wesentlich unruhiger als die letzte und am Morgen fühle ich mich wie zu Beginn des Fastens wie gerädert. Das mag aber nicht nur am Fasten, sondern auch am gestrigen, doch sehr anstrengenden Arbeitstag liegen. Immerhin musste ich zahlreiche schwere Kartons und Getränkepackungen heben und verräumen. Mein ziemlich desolater Zustand ist allerdings kein Grund, unseren gestern gefassten Plan, nach Maloja zu fahren, fallenzulassen. Maloja ist ein Dorf am Malojapass zwischen dem Oberengadin und dem Bergell und soll der Ausgangspunkt einer rund zehn Kilometer langen Wanderung zu zwei Bergseen sein.

Um 10.06 Uhr starte ich daher zusammen mit Guido mit dem Postbus Richtung Davos. In Davos-Glaris steigen wir in die Bahn um, die uns weiter nach Filisur bringt. Der Zufall will es, dass wir heute einen Nostalgiezug erwischen. Die Inneneinrichtung der Waggons sieht ziemlich pompös aus:

Gezogen werden die Wagen vom „Rhätisches Krokodil“:

Von Filisur geht es mit einer „normalen“ Bahn weiter nach St. Moritz. Hier steigen wir in den Postbus nach Chiavenna um, der uns bis nach Maloja, dem Startpunkt unserer Wanderung bringt. Dabei passieren wir die vier Seen der Engadiner Seenplatte, den St. Moritzersee, den Lej da Champfèr, den Silvaplanersee und den Silsersee, die alle vom Inn durchflossen werden. Von Maloja „Cad’Maté“ aus folgen wir den Wegweisern hinauf zum Lägh da Bitabergh, dem ersten der beiden Seen, die wir erreichen wollen. Zu Beginn geht es über einen Fahrweg, der aber schon recht bald in einen wunderschönen, naturbelassenen Wanderweg übergeht. Kurz hinter Maloja liegen rechter Hand unter anderem die Gipfel von Piz Duan, Gletscherhorn und Piz Mäder:

Bis zum Lägh da Bitabergh sind es nur drei Kilometer und etwa 100 Höhenmeter, normalerweise ein Kleinigkeit. Heute jedoch ist selbst diese kurze Strecke eine Herausforderung für mich. Aber dann liegt er vor uns, der Lägh da Bitabergh und nach einem erfrischenden Fußbad geht es mir schon viel, viel besser:

Es kann also auf naturbelassenen Pfaden weitergehen zum Lägh da Calvoc:

Der Blick vom Wanderweg auf Maloja und Piz Lagrev:

Hier schaut der Lägh da Calvoc schon ein kleines bisschen zwischen den Bäumen hervor:

Der Lägh da Calvoc ist deutlich größer als der Lägh da Bitabergh und wird im Sommer gerne als Badesee, der von vielen Grillstellen umgeben ist, genutzt. Heute herrscht hier allerdings eine himmlische Ruhe. :engel: Bilder, die während der Umrundung des Sees entstehen:

Auch hier nutze ich die Gelegenheit für ein erfrischendes Fußbad:

In beiden Seen ist das Wasser eiskalt. Aber gerade das eiskalte Wasser belebt meine Lebensgeister! Nach der Umrundung des Sees geht es wieder zurück nach Maloja:

Die Wanderung in der Übersicht:


Um 17.04 Uhr beginnt unsere Rückreise und gegen 20 Uhr sind wir zurück zu Hause. Auch wenn die Wanderung anstrengend war, sie war wunderschön und hat mir geholfen, einen weiteren Fastentag zu überstehen. 🙏🏻

PS: Morgen heißt es wieder früh aufstehen, denn ich habe Dienst im Dorfladen. Ich hoffe, dass ich diesen Arbeitstag genauso gut überstehen wie den gestrigen.