Archiv für die Kategorie ‘Videos’

geschrieben von Susanne am 8. August 2021 um 23.10 Uhr
Kategorie: Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Videos, Wandern
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Vormittags präsentiert sich das Wetter recht freundlich, aber für den Nachmittag sind weitere Regenfälle vorhergesagt. Aus einer längeren Tour wird also wieder einmal nichts. Aber es gibt ja immer noch Ecken in der Nähe, die wir noch nicht kennen. Solch eine Ecke ist das Sertigtal. Das Sertigtal ist ein Seitental des Landwassertals bei Davos und von Schmitten aus mit den Postbuslinien 183 und 308 in 80 Minuten zu erreichen. Wir fahren bis zum letzten Weiler des Tals, Sertig Sand. Urspünglich wollen wir von Sand aus über einen auf halber Höhe verlaufenden Wanderweg nach Davos Frauenkirch laufen und von dort aus die Heimfahrt mit der Postbuslinie 183 antreten. Wir sind jedoch so angetan von der wundervollen Atmosphäre des Tals und den Ausblicken auf Mittaghorn, Plattenflue und Hoch Ducan, dass wir uns spontan dem Menschenstrom in Richtung Sertiger Wasserfall anschließen. Der Blick von Sand auf die erwähnten Gipfel:

Der Wasserfall von Sertig, Ducanfall genannt:

Er stürzt über drei große Stufen mit einer Höhe von über 60 Metern in die Tiefe. Direkt vor dem Fall bleibt nichts mehr trocken:

Statt auf dem stark frequentierten Wanderweg zurück nach Sand zu gehen, folgen wir einer Pfadspur links des Wasserfalls. Wir nehmen an, dass diese Pfadspur irgendwann auf den zur Fanezfurgga führenden Wanderweg mündet. Das ist in der Tat der Fall, allerdings ist die Kletterei, in dem steilen, ziemlich feuchten Gelände nicht ganz ungefährlich. Zu unserem Entsetzen folgt uns auf diesem Weg eine Frau mittleren Alters, die wohl genauso wenig Ahnung von dem Gelände hat wie wir. Wir warten auf dem oben erwähnten Wanderweg auf sie, um zur Not helfend einschreiten zu können. Das ist jedoch Gott sei Dank nicht notwendig, sie schafft die Kletterei auch ohne unsere Hilfe. Was uns aber total schockiert, als sie neben uns auftaucht: Sie hat einen Gipsfuß. Sie erzählt uns, dass sie vor sechs Wochen einen schweren Unfall hatte und zurzeit eine Reha in der Davoser Höhenklinik macht. Kommentare erspare ich mir an dieser Stelle, aber irgendwie scheine ich seit ein paar Wochen Leute anzuziehen, die mental nicht so ganz auf der Höhe sind. :updown: Der Blick hinunter ins Sertigtal vom Wanderweg ist allerdings trotz allem wunderschön:

Linker Hand sind Älplihorn und Leidbachhorn zu sehen:

Statt zu nach Davos Frauenkirch zu wandern, setzen wir uns nach dem kurzen Abenteuer im Sertigtal wieder in den Postbus nach Davos Platz. Die fünfundzwanzigminütige Wartezeit bis zur Abfahrt des Busses, der uns zurück nach Schmitten bringt, verbringen wir mit einem Einkauf beim Coop. Unter anderem wandert Stangensellerie in den Einkaufskorb, der am Abend als Saft auf meinem Speiseplan landet:

  • 10.45 Uhr: 1000 Gramm Ingwer-, Karotten-, Stangensellerie-, Orangensaft
  • 17.45 Uhr: 500 Gramm Stangensellerie-, Grapefruitsaft
  • 21.30 Uhr: 410 Gramm Krachsalat, 20 Gramm Petersilie, 295 Gramm Avocados „Hass“

PS: Kurz nach unserer Ankunft in den eigenen vier Wänden setzt der vorhergesagte Regen ein. :regen:

PPS: Guido hat unseren Ausflug in einem Video festgehalten:

PPPS: Der Tourenbericht auf www.hikr.org: Zum Wasserfall im Sertigtal mit T3-Zugabe .

geschrieben von Susanne am 2. August 2021 um 22.26 Uhr
Kategorie: Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Videos, Wandern
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Es ist weiterhin bewölkt, aber immerhin bleibt es tagsüber meist trocken. Ein paar Regentropfen bekommen wir auf unserer Wanderung von Spinas, einem unmittelbar beim Südportal des Albulatunnels liegenden Weilers, nach Preda, einem am anderen Ende des Tunnels liegenden Weiler, allerdings dann doch ab. Das trübt aber die Freude und den Genuss, in den Bergen unterwegs zu sein, keineswegs. Die Wanderung lässt mich außerdem für ein paar Stunden Zähne, Borrelien, andere Probleme und unnütze Gedanken vergessen. In den Bergen unterwegs zu sein bedeutet für mich, im Hier und Jetzt zu leben. :sonne: Deshalb bin ich auch so gerne unterwegs. Der Bahnhof von Spinas, der Startpunkt unserer Wanderung:

Von Spinas aus führt uns ein Wanderweg rund drei Kilometer durch das malerische Val Bever. Der das Tal durchziehende Gebirgsbach, der Beverin:

Die märchenhafte Landschaft des Val Bevers:

Diesen Teilabschnitt teilen wir mit zahlreichen anderen Wanderern und Bikern. Bei Palüd Marscha biegt der Wanderweg zur Fuorcla Crap Alv rechts ab und verläuft steil nach oben. Hier sind wir wie so oft allein unterwegs. Der Blick hinunter ins Val Bever in südwestlicher Richtung:

Der Blick Richtung Nordosten:

Nach knapp eineinhalb Kilometer steilen Aufstiegs erreichen wir die Passhöhe Fuorcla Crap Alv:

Hinter uns ragen Piz Muottas und Piz Ot auf. Der Piz Ot erscheint von dieser Seite her unbezwingbar. Dabei ist er von Spinas aus bequem über einen Wanderweg zu erreichen. Über das mit Gras durchzogene Schuttgelände der Fuorcla Crap Alv geht es weiter zu den Lais digl Crap Alv:

Hier liegen Piz Zavretta und Igl Cpompass vor uns:

Ein erster, kleiner Bergsee:

Der zweite:

Der wohl größte der Seen, im Hintergrund ragt der Dschimels auf:

Rechts und links ein See, der Wanderweg führt durch die Mitte:

Ein letzter Blick auf einen der Lais digl Crap Alv:

Hier liegt die Passstraße zu unseren Füßen:

Hinunter zur Passstrasse geht es zu meiner großen Freude streckenweise über Felsblöcke. :froehlich: Nach dem Überqueren der Strasse gelangen wir schließlich auf den Wanderweg, der sich vom Albulapass hinunterzieht. Der Blick vom Wanderweg hinunter zu weiteren, kleinen, tiefblaue Seen im Tal ist malerisch, wird jedoch leider durch Hochspannungsleitungen gestört. Bei Crap Alv, einer Forschungsstation der ETH Zürich – erforscht werden hier die hochalpine Milchkuh- und Schafhaltung sowie die montane Vegetation – müssen wir die Passstrasse nochmals überqueren und erreichen dann leicht absteigend den Palpuegnasee:

Vom See aus geht es über einen vom Regen durchnässten, ziemlich matschigen Wanderweg zum Bahnhof von Preda Preda, unserem Ziel. Gut, dass wir kurz vor Preda auf einen Brunnen treffen, an dem wir unsere Schuhe säubern können. :erleichtert: Die Wanderung in der Übersicht:

Die Strecke lässt sich übrigens auch gut in der umgekehrter Richtung gehen. Allerdings muss man dabei beachten, dass nicht jeder Zug in Spinas hält und man unter Umständen weitere vier Kilometer bis nach Bever wandern muss, um zurück nach Hause – wo auch immer das ist – zu kommen. Um 20 Uhr sind wir wieder zu Hause und nach Dusche und Yoga widme ich mich einem Stück Lammfleisch. Meine Mahlzeiten:

  • 10.15 Uhr: 420 Gramm Orangen „Navellinas“
  • 11.50 Uhr: 400 Gramm Krachsalat, 230 Gramm Zucchini, 40 Gramm wilden Spinat, 10 Gramm Schnittlauch, 320 Gramm Avocados „Hass“
  • 21.30 Uhr: 540 Gramm Fleisch, Fett, Knorpel und Rippenendstücke von der Brust eines Lamms, 80 Gramm Sesam

Das Lammfleisch schmeckt himmlisch und ich frage mich, ob der Vorsatz einer fleischarmen Ernährung wirklich Sinn macht. Kann es wirklich sein, dass ein rohes Lebensmittel, das so gut schmeckt, dem Körper schadet? Damit wäre die Theorie der instinktiven Ernährung ja keinen Pfifferling wert!

PS: Das Video zur Tour:

PPS: Der Tourenbericht auf www.hikr.org: Von Spinas nach Preda über Fuorcla Crap Alv.

geschrieben von Susanne am 30. Juli 2021 um 22.46 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Videos, Wandern
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Für den heutigen Nachmittag sind für ganz Graubünden erneut Regenfälle vorhergesagt. Um die trockenen Stunden optimal ausnutzen zu können, wollen wir daher in der näheren Umgebung bleiben und nicht erst lange mit Bus und Bahn durch die Gegend kutschieren. Als Tourenziele stehen die Besteigung des Guggernells und die Besteigung des Strels zur Auswahl. Wir entscheiden uns schlussendlich für den Strel. Ausgangspunkt für die Tour ist Davos-Wiesen, das wir nach fünfminütiger Busfahrt erreichen. Von Davos-Wiesen aus geht es über die Obergasse, den alten Zügenweg und einen ziemlichen steilen Fahrweg hinauf zu einem Zwischenziel, der Alp Alvaschein:

Von Alvaschein aus führt uns ein Wanderweg hinauf zum Alteiner Fürggli. Eine tierische Begegnung auf 2350 Höhenmetern:

Während des weiteren Aufstiegs zum Alteiner Fürggli „muss“ ich immer wieder eine Fotopause einlegen, so viele wunderschöne Alpenblumen wachsen hier. Eine kleine Auswahl, beginnend mit Polsternelken:

Steinbrech:

Mehlprimel:

Vergissmeinnicht:

Quirlblättriges Läusekraut:

Am Alteiner Fürggli, der im Bild zu sehenden Gipfel ist der Strel:

Vom Alteiner Fürggli, das auf 2491 Höhenmetern liegt, ist es nur noch ein Katzensprung hinauf zum 2674 Meter hohen Strel. Man kann beliebig durch die Südflanke aufsteigen:

Wer möchte, kann den Aufstieg mit einer Klettereinlage würzen:

Ich bin so eifrig mit Klettern beschäftigt, dass ich baff erstaunt bin, dass auf einmal Ende mit der Kletterei ist und ich auf dem Grat angekommen einen ersten Blick auf Arosa werfen kann:

Auf dem Gipfel:

Im Steinmann verborgen finde ich das Gipfelbuch. Es stammt aus dem Jahr 2017 und weist pro Jahr nur eine Handvoll Einträge auf. In diesem Jahr sind wir erst die zweiten, die den Weg zum Gipfel des Strels finden. Dabei ist der Strel ein durchaus besucherfreundlicher Gipfel! Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch und einer kurzen Rast geht es über den Nordostgrat zur Bärentaler Furga hinab:

Die Gratüberschreitung ist der Höhepunkt der Tour. Sie ist nicht besonders schwierig, bietet aber viel Abwechslung und faszinierende Aus- und Tiefblicke:

Während der ganzen Gratüberschreitung liegt die Amselflue vor uns:

Hier sind wir kurz oberhalb der Bärentaler Furga:

Von der Bärentaler Furga geht es zuerst Richtung Alteingrat weiter. Schließlich stoßen wir auf den Wanderweg, der vom Alteiner Fürggli zur Bärentaler Alp führt und folgen diesem. Der Blick hinunter zur Alp:

Auf dem Weg ins Bärental:

Der Weg durchs Bärental wird durch Latschenkiefern gesäumt, die einen wunderbaren Duft verströmen: :sonne:

Bei diesem Anblick kommen Erinnerungen an die Wanderung über Hubel, Rinerhorn, Marchhüreli und die Überschreitung des Leidbachhorns auf:

Den Weg von der Bärentaler Alp hinunter nach Davos Ortolfi legen wir laufend zurück, da wir den Bus um 16.34 Uhr erreichen wollen. Das gelingt uns auch. :muskeln: Schlussendlich sind wir ziemlich genau sechs Stunden unterwegs. Die Tour in der Übersicht:


Zurück in Schmitten besorge ich beim Metzger ein halbe Lammbrust, die später zum größten Teil in meinem Magen landet. Die erste und einzige Mahlzeit des Tages:

  • 18.20 Uhr: 480 Gramm Fleisch, Fett, Knorpel und Rippenendstücke von der Brust eines Lamms, 160 Gramm Sesam

PS: Danke für diese wunderbare, erholsame Wanderung. :herz:

PPS: Das Video zur Tour:

PPPS: Der Tourenbericht auf www.hikr.org: Gratüberschreitung am Strel.

geschrieben von Susanne am 25. Juli 2021 um 22.04 Uhr
Kategorie: Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Videos, Wandern
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Den regnerischen Vormittag nutze ich, um mein Tagebuch zu aktualisieren und zu telefonieren. Außerdem absolviere ich eine neunzigminütige Yoga-Einheit. Guido widmet sich währenddessen der Fertigstellung eines Videos:

Es ist wunderbar, viele unserer Touren von der Couch aus nochmals erleben zu können. :sonne: Um die Mittagszeit lässt der Regen nach und wir beschließen, mit Postbus und Bahn nach Klosters zu fahren, um dort eine kleine Wanderung zu unternehmen. Die Entscheidung, wo genau es lang gehen soll, treffen wir während der Fahrt. Die Wahl fällt schließlich auf Cavadürli als Startpunkt unserer Wanderung. Cavadürli ist ein kleiner Weiler, der zwischen Serneus und Klosters auf 1352 Meter Höhe liegt. Und obwohl es nur eine sehr kleiner Weiler ist, hat Cavadürli doch eine eigene Bahnstation:

Von Cavadürli aus wollen wir über den Gotschnaboden und die Schwarzseealp nach Davos Wolfgang wandern. Von dort aus sollen uns dann Bus und Bahn wieder zurück nach Schmitten bringen. Ortsunkundig wie wir sind, sind wir allerdings erst einmal unschlüssig, wie wir überhaupt vom Bahnhof wegkommen: Er scheint vom Rest der Welt abgeschnitten zu sein. Schließlich entdecken wir jedoch, dass ein mit einer Kette verschlossenes Tor nicht auf ein Privatgrundstück, sondern auf eine Fahrstraße führt, die die Gleise unterquert. Dieser Fahrstraße müssen wir zwei Kilometer lang folgen, bis ein Wanderwegweiser auf einen schmalen Pfad Richtung Gotschnaboden zeigt. Blicke zurück von der Fahrstraße auf die Bahnstation und hinunter ins Tal auf Klosters:

Zusammen mit uns erreicht auch eine Gondel der Seilbahn den Gotschnaboden:

Der Blick vom Gotschnaboden hinunter ins Tal:

Der Weg von Gotschnaboden zur Schwarzseealp ist landschaftlich wunderschön gelegen, wir bekommen allerdings von der Schönheit nicht allzu viel mit: Kurz hinter Gotschnaboden werden wir von einer Wolkenwand eingeholt, die uns lange Zeit begleitet. Trotzdem genießen wir diesen, unterhalb des Gotschnagrats liegenden, von Alpenrosen und Legföhren gesäumten Teilabschnitt sehr:

Kurz vor der Schwarzseealp verwandelt sich der bis dahin sehr angenehm zu gehende Pfad dann jedoch in einen rutschigen, glitschigen und klebrigen Schlammpfad: Die Schuhe werden mit jedem Schritt schwerer und schwerer. An einem Brunnen in der Nähe der Schwarzseealp ist deshalb große Schuhreinigung angesagt:

Während des Abstiegs von der Schwarzseealp nach Wolfgang verziehen sich die Wolken und geben den Blick auf die vor uns liegende Landschaft frei:

Ankunft in Davos Wolfgang:

Die Wanderung, die uns neue Eindrücke von der Gegend rund um Davos schenkt, in der Übersicht:

Meine Mahlzeiten:

  • 10.20 Uhr: 170 Gramm Zuckermais, 160 Gramm roter Paprika, 300 Gramm Zucchinis, 280 Gramm Avocados „Hass“
  • 20.20 Uhr: 510 Gramm Fleisch, Fett, Knorpel und Rippenendstücke von der Brustspitze eines Schweins, 120 Gramm Romanasalat, 120 Gramm Sesam

PS: Im Stadtbereich von Davos sind zahlreiche orthodoxe bzw. ultraorthodoxe Juden unterwegs. Spätere Internetrecherchen ergeben, dass Davos auch als jüdische Sommerhauptstadt Europas bezeichnet wird.

geschrieben von Susanne am 19. Juli 2021 um 22.31 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Videos, Wandern
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Für die heutige Tour stehen drei Gipfel zur Auswahl Tour, zwei Dreitausender (Piz Languard, Piz Ot) und ein Zweitausender, der Piz Muot. Aufgrund der Tourenlänge entscheiden wir uns schließlich für den Piz Muot: Er liegt räumlich von unserem Heimatort Schmitten am nächsten, ist von Preda aus gut zu erreichen und was ebenfalls wichtig ist, wir sind, wenn alles glatt läuft, rechtzeitig wieder im Tal, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück nach Schmitten zu kommen. Los geht es um 10.06 Uhr: Wir fahren mit dem Postbus von Schmitten nach Davos Monstein und von dort aus mit der Bahn über Filisur nach Preda. Preda kennen wir schon von unserem Ausflug zum Lai da Palpuogna und der Wanderung über den Bahnerlebnisweg „Albula“. Allerdings sieht Preda komplett anders aus als vor zwei Tagen, heute wimmelt es hier von Menschen:

Vorgestern waren wir die einzigen, die hier ausgestiegen sind. :staun: Lange müssen wir den Trubel allerdings nicht ertragen, denn das Ziel der meisten Wanderer ist der Lai da Palpuogna. Nur Guido und ich folgen den Wegweisern hinauf zur Alp Zavretta bzw. zum Muot Surent, einer Graskuppe oberhalb der Val Zavretta. Es ist einer schmaler, schattiger und einsamer Bergweg, der im Zickzack hinauf zur Alp Zavretta führt, gerade richtig für einen sonnigen Tag wie den heutigen. Auf dem Gebiet der Cuziranch erreichen wir auf 2140 Höhenmetern dann offenes Gelände. In Schwitzen kommen wir aber auch hier nicht, denn hier weht ein kühlender Wind. :erleichtert: Rinder auf dem Gelände der Cuziranch:

Rechts im Hintergrund ist der Piz Ela zu sehen. Auf dem Weg von der Cuziranch zur Alp Zavretta treffen wir auf Pferde:

Im Hintergrund ist der Piz Zavretta zu sehen und wir spielen kurz mit dem Gedanken, statt auf den Piz Muot auf den Piz Zavretta zu steigen. Aber von dieser Idee nehmen wir schnell Abschied, als wir uns die Tourenbeschreibungen im SAC-Führer „Bündner Alpen“ anschauen: Für die uns zur Verfügung stehenden Zeit ist dieser Aufstieg zu ambitioniert. Die Alp Zavretta selbst lassen wir rechts liegen und steigen schräg gegen Nordwesten über den von einigen Runsen durchzogenen Sonnenhang der Val Zavretta zum Muot Surent auf. An einer Stelle ist der Weg mit Kettengeländer gesichert, obwohl das nicht unbedingt notwendig wäre:

Der weitere Wegverlauf:

Nach Erreichen der Graskuppe verlassen wir den Wanderweg, wenden uns nach Norden und steigen weglos über Geröll und Schrofen zum Piz Muot auf:

Der Aufstieg über das steile Geröll ist ziemlich mühsam und wir fragen uns, ob der Aufstieg an anderer Stelle nicht einfacher gewesen wäre. Aber dann erreichen wir einfacheres Gelände und die Beantwortung der Frage erübrigt sich:

Kurzes Innehalten und Genießen des Panoramas während des Aufstiegs:

Schließlich erreichen wir den Gipfelgrat und können unseren Augen kaum trauen, als wir in der Ferne Schmitten liegen sehen:

Bisher war uns nicht bewusst, dass wir von unserem Wohnzimmer aus auch den Piz Muot sehen können. :staun: Den Gipfel erreichen wir vom Grat aus in Nullkommanichts:

Nach einer kurzen Gipfelrast, in der wir das herrliche Bergpanorama um uns herum genießen und der vergeblichen Suche nach einem Gipfelbuch machen wir uns auf den Abstieg:

Im Abstieg ist Geröll sehr viel angenehmer zu begehen als im Aufstieg, deshalb sind wir ruckzuck wieder auf der Graskuppe des Muot Surent:

Von hier aus geht es zuerst über Schrofen mit Blick auf Bergün, Filisur und Schmitten, dann über Wiesengelände (Pflanzenschutzgebiet) und schließlich durch die auf 2325 Meter beginnenden Lawinenverbauungen von Muot hinunter nach Bergün:

Die zahlreichen, aus Trockenmauern, eingerammten Pfählen, Metallkonstruktionen und eigens aufgeforstetem Wald bestehenden Lawinenverbauungen dienen dem Schutz der Bahnlinie, die von drei Lawinenzügen bedroht wird. Direkt unterhalb den Lawinenverbauungen liegt mitten im Wald die Bergütte Muot:

Hier können wir unsere Trinkflaschen an einem Brunnen mit kristallklarem, eiskaltem Bergwasser auffüllen. Der weitere Abstieg erfolgt über die zur Berghütte hinaufführende Fahrstraße. Der Blick vom Tal zurück auf den Piz Muot:

Die letzten zwei Kilometer zum Bahnhof von Bergün kennen wir schon von unserer Wanderung über den Bahnerlebnisweg „Albula“. Impressionen von der Dorfmitte Bergüns:

Vom Bergüner Bahnhof aus bringen uns Bahn und Bus zurück nach Schmitten. Beim Blick über die Häuser von Schmitten können wir nochmals unser heutiges Gipfelziel bewundern:

Die Tour in der Übersicht:


Danke für einen weiteren, wunderbaren Tag in den Bündner Bergen. :herz: Nach der Tour gibt es für mich die erste und einzige Mahlzeit des heutigen Tages:

  • 19.45 Uhr: 640 Gramm Fleisch, Fett, Knorpel, Rippenendstücke und Teile des Brustbeins von der Brust eines Lamms, 150 Gramm Eisbergsalat

PS: Für das Fotografieren der üppigen Pflanzenwelt bleibt während der Tour keine Zeit. Nur eine Schönheit soll nicht unerwähnt bleiben: Wir treffen auf die ersten Edelweiße der Saison:

PPS: Das Video zur Tour:

PPPS: Der Tourenbericht auf www.hikr.org: Piz Muot – grandioser Aussichtsgipfel über Bergün.