Entschenkopfüberschreitung mit fulminantem Ende

geschrieben von Susanne am 23. August 2018 um 23.50 Uhr
Kategorie: Bayern, Ernährung
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Die Wassermelone, die ich heute anschneide, schmeckt wieder deutlich besser als die gestrige. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Saison der Wassermelonen langsam ihrem Ende zugeht. Passend dazu scheint auch der Sommer seinem Ende zuzugehen, es ist heute deutlich kühler als die letzten Tage. Am Wochenende soll die Schneefallgrenze sogar bis 2000 Meter sinken. Das sind schöne Aussichten! Guido und ich nutzen die kühleren Temperaturen für eine Bergtour: Wir starten um 13.10 Uhr von Reichenbach bei Oberstdorf aus zu einer Wanderung auf und über den Entschenkopf. Von Süden nach Norden sind wir am 30. August 2015 schon einmal über den Entschenkopf gewandert, dieses Mal geht es in umgekehrter Richtung von Norden nach Süden. Das Panorama kurz unterhalb des Gipfels habe ich dieses Mal mit einer Filmaufnahme verewigt:

Nach einer kurzen Gipfelrast mit Eintrag ins Gipfelbuch geht es den Grat entlang Richtung Süden:

Hier liegt der unterhalb des Rubihorns gelegene Untere Gaisalpsee zu unseren Füßen:

Der Blick vom Gängele, einem mit Drahtseilen gesichertem Felsband, auf den Oberen und den Unteren Gaisalpsee:

Am Oberen Gaisalpsee stellt sich die Frage, wie wir weiterlaufen: Gleich direkt hinunter über den Unteren Gaisalpsee und die Gais-Alpe zurück zum Parkplatz oder aber machen wir einen Abstecher zum Gaisalphorn und queren anschließend zum Rubihorn und steigen von dort aus über den Unteren Gaisalpsee ab? Oder aber queren wir einen Talkessel und steigen von dort aus zum Rubihorn auf, bevor es zurück zum Parkplatz geht? Gleich zurück zum Parkplatz will eigentlich keiner von uns beiden, die Stimmung hier ist einfach zu schön! Aufgrund der Uhrzeit und der unsicheren Wetterlage beschließen wir daher erst einmal den Talkessel zu queren und dann weiterzusehen. Durch den Talkessel geht es weglos über Felsen und Geröll:

Irgendwann stoßen wir auf den offiziellen Wanderweg hinauf zum Rubihorn und da das Wetter uns immer noch recht freundlich gesinnt ist, steigen wir weiter auf und können eine halbe Stunde später das herrliche Panorama am Rubihorn genießen. Der kleine Film beginnt mit dem Blick auf den Entschenkopf:

Auch wenn wir schon ein paar Mal auf dem Rubihorn waren, geht mir jedes Mal aufs Neue das Herz auf, wenn ich hier oben stehe. :herz: Nach einer kurzen Gipfelrast geht es zügig hinunter zum Oberen Gaisalpsee. Hier überlege ich kurz, ob ich meinen Füßen ein kaltes Fußbad gönne, aber Guido meint, das bekäme ich gleich auch auf dem Weg nach unten. Na ja, denke ich noch bei mir, so sehr wird es schon nicht regnen, dass mir das Wasser in den Schuhen steht. Aber ich laufe dann trotzdem ohne Fußbad weiter. Ein letzter Blick auf den Gaisalpsee, bevor es hinunter ins Tal geht:

Kurze Zeit später fängt es leicht an zu regnen und in der Ferne ist ein erstes Donnergrollen zu hören. Aber wir haben ja Regenschirme dabei und so wandern wir unter dem Schutz unserer Schirme frohgemut weiter. Ich finde es herrlich bei Regenwetter unterwegs zu sein! Dann hört es sogar noch einmal auf zu regnen, allerdings nur für kurze Zeit: Plötzlich setzt der Regen erneut ein, dieses Mal allerdings deutlich heftiger. Und das Gewitter rückt näher und näher. Guido stürmt mit großen Schritten den Berg hinab, während ich mich weitaus vorsichtiger bewege. Auf diesem Streckenabschnitt bin ich schließlich schon einmal ausgerutscht und habe mir damals meine schwere Schulterverletzung zugezogen. Aber dieses Mal meistere ich die Strecke ohne Probleme. Hier liegen der schwierigste Teil der Strecke hinter und ein Alpengasthof vor mir:

Beim Näherkommen sehe ich, dass sich aus dem Schatten des Gasthofs eine Gestalt löst und auf Guido zugeht. Zu zweit warten sie dann unter Guidos Regenschirm, bis ich ebenfalls den (geschlossenen!) Gasthof erreiche. Bei der „Gestalt“ handelt es sich um eine junge Frau, die vollkommen aufgelöst um Hilfe bittet: Sie traut sich bei dem heftigen Gewitter nicht, alleine weiterzugehen. So wandern wir schließlich zu dritt Richtung Parkplatz weiter. Das Gewitter ist zu diesem Zeitpunkt direkt über uns und der Regen so heftig, dass die Regenschirme nur noch eine Alibifunktion haben. Während ich das Tosen der Naturgewalten um mich herum weiterhin genial finde, bemüht sich die junge Frau, mit Guido und mir Schritt zu halten, was ihr aufgrund einer Knieverletzung nicht ganz leicht fällt.

Aber schließlich haben wir es geschafft, der Parkplatz liegt vor uns. Mit Erreichen des Parkplatzes hört der Regen netterweise auf, so dass Guido und ich uns bequem aus- bzw. umziehen können: Dank Regenschutz des Rucksacks sind die Wechselklamotten trocken geblieben. Alles, was wir anhaben, ist allerdings klatschnass und in den Schuhen steht das Wasser zentimeterhoch. So komme ich also tatsächlich zu einem Fußbad! Die junge Frau muss sich, nass wie sie ist, ins Auto setzen. Aber diese Unannehmlichkeit ist nichts gegenüber dem, was sie ohne unser „zufälliges“ Zusammentreffen erwartet hätte. Sie hat Glück, dass sie zwei Engeln begegnet ist! Zurück zu Hause geht es für mich direkt unter die warme bzw. heiße Dusche. Anschließend wird die Waschmaschine mit den nassen Klamotten bestückt und ein paar Zwetschgen helfen, erst einmal das größte Loch im Magen zu stopfen. Bevor ich mich zu einer wirklich sättigenden Mahlzeit niederlassen kann, „muss“ ich allerdings noch einmal ins Fitnessstudio, um dort nach dem Rechten zu sehen. So sieht mein heutiger Speiseplan schlussendlich aus:

  • 10.00 Uhr: 840 Gramm Wassermelone
  • 12.05 Uhr: 320 Gramm Trauben „Vitroblack“
  • 20.50 Uhr: 210 Gramm Zwetschgen
  • 23.40 Uhr: 280 Gramm Bürgermeisterstück vom Rind, 230 Gramm Eisbergsalat

PS: Das ist der Plan unserer Tour, die weglose Strecke durch den Talkessel ist durch Punkte gekennzeichnet:

PPS: Guidos Tourenbeschreibung: Entschenkopf (2.043m) und Rubihorn (1.948m).

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Diese Seite wurde zuletzt am 24. August 2018 um 21.14 Uhr GMT geändert.