Archiv für Juni 2015

geschrieben von Susanne am 25. Juni 2015 um 23.43 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Wildpflanzen
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Ich schlief tief und fest bis um 9 Uhr. Um 9.30 Uhr spazierte ich dann ausgeschlafen und unternehmungslustig hinunter ins Dorf, um Erdbeeren und Aprikosen zu kaufen. Außerdem stattete ich erneut dem Sportgeschäft einen Besuch ab. Dieses Mal kaufte ich mir einen “Buff”. Ich war nämlich mit leichten Halsschmerzen aufgewacht und da schien mir etwas Warmes um den Hals genau das Richtige zu sein. Ich fragte mich natürlich, was dieses Symptom wohl zu bedeuten hätte. Während unserer heutigen Tour hatte ich später ausreichend Zeit, darüber nachzudenken. Dazu aber erst später mehr. Das Frühstück fand nach der kleinen Einkaufsrunde um kurz nach 10 Uhr auf dem Balkon statt. Für mich gab es 480 Gramm Erdbeeren, 510 Gramm Aprikosen und zu guter Letzt 200 Gramm Wabenhonig.

Die Tour, die wir für heute geplant hatten, begann in Hinterstein. Dorthin brachte uns um 11.25 Uhr der Bus von Bad Hindelang aus innerhalb von 15 Minuten. Zu Fuß hätten wir über eine Stunde gebraucht. Die Strecke versprach aber auch ohne die wenig reizvolle Wanderung durchs Tal, die wir gestern schon einmal in umgekehrter Richtung hinter uns gebracht hatten, lang und anspruchsvoll genug zu werden: Wir wollten den 1999 Meter hohen Bschießer und den 2045 Meter hohen Ponten erklimmen und von dort aus über die Willers-Alpe wieder nach Hinterstein zurückkehren. Von Hinterstein aus ging es direkt steil bergauf, parallel zum Zipfelbach mit seinen drei Fällen. Der mittlere war so lang, dass zwei Aufnahmen nötig waren, um ihn ganz zu erfassen:

Bschiesser_Ponten_3

Bschiesser_Ponten_4

Die Strecke blieb auch im weiteren Verlauf steil, das Hochstapfen kam einer Gehmeditation gleich:

Bschiesser_Ponten_6

Irgendwann auf diesem Streckenabschnitt kam die Erleuchtung, was die Halschmerzen bedeuteten. Kurze Zeit später waren sie verschwunden! Von der Zipfel-Alpe führte der Weg weiter über Weiden Richtung Bschießer, der hier im Hintergrund zu sehen war:

Latschen säumten weiter oben den Weg, bis dann die Vegetation endgültig Steinen und Geröll Platz machen musste:

Bschiesser_Ponten_11

Wie auf den Bildern zu sehen war, lief ich meistens hinter Guido. Konditionell konnte ich nämlich bergauf wie erwartet nicht mithalten. Und bergab fehlte mir die Routine, die er bei zahlreichen Touren in den Bergen erworben hatte. Keiner von uns beiden hatte allerdings Probleme mit der Tatsache, dass wir unterschiedlich schnell vorankamen. Und spätestens an der nächsten Kreuzung wartete er sowieso auf mich, so dass wir die nächsten Minuten erst einmal wieder einträchtig hintereinander herstapfen konnten! Auf dem Gipfel des Bschießers:

Bschiesser_Ponten_16

Es wehte ein eisiger Wind, so dass wir uns ziemlich rasch auf den Weg zum Ponten machten. Anfangs ging es in Serpentinen steil die Flanke hinab:

Bschiesser_Ponten_17

Den anschließenden Grat konnte man fast im Dauerlauf überwinden, bevor es dann wieder steil über Gras und feinen Schutt zum Gipfel des Ponten ging. Hier hatten wir das Gipfelkreuz vor Augen:

Bschiesser_Ponten_21

Um dorthin zu gelangen, war Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Als ich endlich neben dem Gipfelkreuz stand und damit meinen ersten 2000er erklommen hatte, konnte ich beim Zurückblicken kaum glauben, dass ich vor paar Minuten auf der anderen Spitze gestanden hatte:

Auf dem Ponten war es relativ warm und sonnig, so dass wir in aller Ruhe die Aussicht genießen und uns informieren konnten, welche Berggipfel von hier oben alles zu erkennen waren:

Bschiesser_Ponten_25

Der Abstieg führte über die Südflanke zwischen bizarren Felsen hinab, dann entlang eines Grats zum 1872 Meter hohen Zirleseck. Von dort ging es über Weiden steil zur Willers-Alpe hinab. Die Alpe wurde von drei Brüdern bewirtschaftet und war eine der wenigen, die nur mit Hilfe von Pferden und Eseln versorgt wurden. Guido stärkte sich hier mit frischer Rohmilch. Für mich gab es einen halben Liter Wasser und wie für andere Gäste auch, reichlich Platz und Sonnenschein, um sich von der Kletterei der letzten Stunden zu erholen:

Bschiesser_Ponten_33

Um 17 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück nach Hinterstein. Erst ging es über ausgetretene Wege die Alpfläche hinunter, dann weiter über steinige Pfade durch einen malerischen Wald. Um 18.05 Uhr standen wir an der Bushaltestelle in Hinterstein. Der Bus brachte uns 5 Minuten später wieder nach Bad Hindelang zurück. Die Streckenlänge der heutigen Tour betrug 14 Kilometer, für die wir 6,5 Stunden benötigten. Es waren 1400 Höhenmeter zu überwinden. Wie auf jeder unserer Touren gab es für mich reichlich Wildkräuter, zuerst einige Blütenstände der wilden Malve, später Wiesenbocksbart, Blüten vom Löwenzahn sowie Blütenstände der Großen Braunelle. Die Braunelle wurde übrigens in der Pflanzenheilkunde unter anderem bei Halsentzündungen eingesetzt. Vielleicht schmeckte sie deswegen heute so lecker!

Nach der Ankunft in unserer Ferienwohnung aß ich um 19 Uhr 400 Gramm Pfirsiche und 300 Gramm Aprikosen. Die abendliche Hauptmahlzeit begann um 22.10 Uhr, dauerte eine halbe Stunde und bestand aus 300 Gramm Fleisch vom Wildschwein. Es war meine erste Mahlzeit mit Fleisch vom Wildschwein seit vielen Wochen.

geschrieben von Susanne am 24. Juni 2015 um 23.56 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Wildpflanzen
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Nach den körperlich doch sehr anstrengenden Tagen nahm sich mein Körper heute das Recht, etwas länger liegenzubleiben und meinen Geist im Reich der Träume allein auf Wanderungen zu schicken. Erst nach neun Uhr waren Körper, Geist und Seele wieder bereit, gemeinsam zu agieren: Ich marschierte bei strahlendem Sonnenschein los, um zu schauen, was ich an Früchten organisieren konnte. Gestern hatte ich den Tipp bekommen, dass im “Feneberger”, einem Lebensmittelmarkt am Rand von Bad Hindelang, die Auswahl und Qualität an frischem Obst und Gemüse sehr gut wäre. In der Tat sah alles sehr frisch und ansprechend aus und sie hatten sogar kleine Wassermelonen mit Kernen.

Ich nahm mir ein Kilogramm Aprikosen mit, ein weiteres Kilogramm kaufte ich kurze Zeit später im Bioladen. Die erste Mahlzeit fand nach meiner Einkaufstour um 11 Uhr auf dem Balkon der Ferienwohnung statt. Sie bestand aus 420 Gramm Erdbeeren, zwei kleinen Weinbergpfirsichen aus biologischen Anbau, einer Aprikose aus konventionellen Anbau und 600 Gramm Aprikosen aus biologischem Anbau. Die Früchte aus biologischem Anbau waren reifer und damit geschmacklicher intensiver als die aus konventionellem. Nach dem Frühstück fand die tägliche Lagebesprechung statt. Auch heute wurden Guido und ich uns schnell einig, wie wollten beide hoch auf den Breitenberg, der wie der Iseler vom Balkon aus zu sehen war:

Der Gipfel lag auf 1893 Metern, es versprach also wieder eine mehr oder weniger anstrengende Kletterpartie zu werden. Wir starteten um 11.50 Uhr, zuerst ging es Richtung Bad Oberdorf. Von Bad Oberdorf führte ein asphaltierter Weg durch das Retterschwangertal über das Alpenrosenköpfle hinauf zum Cafe Horn und dann weiter Richtung Häbelesgund. Etwa 40 Minuten nachdem wir Bad Oberdorf verlassen hatten, zweigte ein kleiner Pfad nach links vom asphaltierten Wirtschaftsweg ab. Kurz darauf führte eine Brücke über einen Wildbach:

Anschließend ging es auf einem schmalen Pfad durch einen jungen Mischwald, der im weiteren Streckenverlauf in einen breiten, aber steinigen Weg mündete. Hier ging es nicht besonders steil, aber stetig bergauf und mein Puls war ähnlich hoch wie bei einem flotten Dauerlauf. Es folgte ein steilerer Wegabschnitt, der über eine Wiese führte. Hier hatte man einen freien Blick auf ein mächtiges Bergmassiv, bestehend aus den Gipfeln “Rotspitz” und “Heubatspitze”. Letzere war hier zu sehen:

Zur linken Hand schlossen sich die „Hohen Gänge“ an:

Man konnte auf dem Rücken dieses Massivs vom Rotspitz über die Heubatspitze zum Breitenberg klettern. Die letzten Meter wanderten wir zwischen Latschenkiefern zum Gipfel hinauf. Mit uns erreichte zur gleichen Zeit, nämlich ziemlich genau um 15 Uhr, eine Gruppe von vier Wanderern samt Hund von der anderen Seite her den Gipfel. Der Hund wollte unbedingt mit auf mein Gipfelbild:

Breitenberg_13

Bei strahlendem Sonnenschein genossen Guido und ich 15 Minuten lang die herrliche Aussicht und machten uns dann an den Abstieg:

Breitenberg_14

Im ersten Teil waren einige steile Passagen zu überwinden, meist mit Stahlseilen gesichert. Anschließend ging es durch einen Nadelwald weiter zur Älpe-Alpe. Hier trafen wir auf einen sehr zutraulichen Zeitgenossen:

Breitenberg_21

Um 17.30 Uhr waren wir im Hintersteiner Tal angelangt. Ab hier verlief der Weg parallel zur Ostrach, einem eindrucksvoll rauschenden Bergbach:

Breitenberg_22

Über den kleinen Ort Bruck ging es nach Bad Oberdorf und von dort aus weiter an der Ostrach entlang zurück nach Bad Hindelang. Unser Basislager erreichten wir um 19.30 Uhr. Wir waren heute also 7,5 Stunden unterwegs und legten in dieser Zeit 23 Kilometer und 1100 Höhenmeter zurück. Die Höchsttemperatur kurz nach dem Start betrug 26 Grad Celsius, die tiefste auf dem Gipfel 11,4 Grad Celsius. Während des Aufstiegs gab es für mich Walderdbeeren und Wiesenbocksbart, während des Abstiegs einige Sprossspitzen des Günsels:

Guensel

Direkt nach der Ankunft aß ich 1100 Gramm Wassermelone. Die abendliche Hauptmahlzeit begann um 22.30 Uhr mit sechs Eigelben und einer Eierschale. Es folgten um 23 Uhr 230 Gramm Fleisch aus der Keule vom Gamswild. Für mich war dies eine Premiere, Gamsfleisch hatte ich bisher noch nie zur Auswahl. Es war zart und sehr aromatisch im Geschmack.

geschrieben von Susanne am 23. Juni 2015 um 23.54 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Wildpflanzen
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Um kurz vor sechs Uhr wachte ich auf, war putzmunter und vor allem hungrig. Ich machte es mir daher auf der Küchenbank mit dem Rest der Papaya (400 Gramm) und einem Büchlein mit Touren rund um Bad Hindelang gemütlich. Gegen 7.30 Uhr krabbelte ich noch einmal ins Bett, schlief eineinhalb Stunden lang tief und fest und brach dann um kurz nach neun Uhr bei strömendem Regen Richtung Dorfmitte auf. Mein erster Weg führte ins Sportgeschäft, dieses Mal auf der Suche nach Handschuhen und einem verstellbarem Gürtel. Die dickere Wanderhose war nämlich trotz Größe 36 etwas weit und drohte immer nach unten zu rutschen.

Einen Gürtel, der genau meinen Wünschen entsprach, hatten sie, bei den Handschuhen hatte ich kein Glück. In einem kleinen Laden, der von mit allerlei Krimskrams vollgestopft war, bekam ich außerdem einen kleinen Regenschirm. Weiter ging es mit dem Besuch der beiden Hingelanger Metzgereien. Ein gutes Kilogramm Keule vom Hirsch, zwei Schweinshaxen und 600 Gramm Fleisch vom Gamswild standen danach für das heutige Abendessen zur Auswahl. Außerdem erbeutete ich ein Kilogramm Erdbeeren, von denen es 350 Gramm nach meiner Rückkehr ins Basislager als zweites Frühstück gab:

Nach einer kurzen Lagebesprechung waren wir um 12.45 Uhr startklar für unsere nächste Tour. Es sollte Richtung Iseler gehen, der hier von unserem Balkon aus zu sehen ist:

Ob wir bis auf den Gipfel steigen würden, würde das Wetter entscheiden, das zu diesem Zeitpunkt sehr wechselhaft und windig war. Die junge Frau, die mir die Erdbeeren verkaufte, erzählte mir, dass es hier in der Region nur sehr wenige Sonnentage gäbe und es meistens regnete oder wenn es nicht regnete, schneite. Aber ob Sonne oder Regen, alles war gut, wenn man die richtige Kleidung trug. Und auch wenn ich normalerweise Textilien aus natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Leinen bevorzugte, gerade bei sportlichen Aktivitäten aller Art hatten synthetische Fasern durchaus ihren Vorteil. Der Weg führte anfangs bergauf über Wiesen und Weiden bis zum Hirschbachtobel. Allerdings ging es dieses Mal nicht durch den Tobel nach oben, sondern ein kleines Stück entlang des Bergwachtwegs und dann weiter auf dem Palmenweg Richtung Iseler-Platz-Hütte. Der Weg war eigentlich gar kein Weg, sondern ein Bachlauf, den man hinaufsteigen musste:

Palmenberg_Iseler_2

Gut, dass die Wanderschuhe im unteren Bereich mit Gummi gegen das herabströmende Wasser geschützt waren. Immer wieder flossen kleinere Bäche auch von der Seite auf den Weg:

Palmenberg_Iseler_3

Ich machte an solchen Stellen einige Male Halt und trank frisches Bergwasser. Mitten auf dem Weg saß dieser schwarze Salamander und schaute mit großen Augen in die Welt:

Schwarzer_Salamander

Auf dem letzten Abschnitt vor dem Erreichen der Hütte führte der Weg durch einen der typischen Nadelwälder der Region:

Palmenberg_Iseler_6

Die Hütte war geschlossen, für mich gab es aber trotzdem eine kleine Leckerei:

Schnittlauch

Von der Hütte aus ging es weiter zur Bergstation der Iselerbahn:

Mittlerweile hatten wir uns trotz des weiterhin unbeständigen Wetters entschieden, den Aufstieg zum Iseler zu wagen. Der Weg führte laut einer Tafel durch das artenreichste Alpenblumen-Gebiet Europas. Die Vielfalt an Pflanzen, die ich auf dem Weg zum Gipfel zu sehen bekam, war in der Tat beeindruckend. Hier war ein blauer Enzian zu sehen:

Blauer_Enzian

Je höher wir kamen, desto karger wurde die Vegetation. Immer öfter führte der Weg über Geröll und Felsen:

Palmenberg_Iseler_9

Das Gipfelkreuz vor Augen:

Palmenberg_Iseler_13

Auf dem Iseler Gipfel, 1876 Meter über dem Meeresspiegel:

Blick vom Iseler über die angrenzende Bergwelt:

Palmenberg_Iseler_16

Das Panorama war beeindruckend, die dunklen Regenwolken in weiter Ferne, so dass wir, statt wie ursprünglich geplant, Richtung Hinterstein abzusteigen, über den Bergrücken zum Wiedhag wanderten. Hier war der erste Teil der Strecke zu sehen:

Iseler_Wiedhag_4

Ich blieb immer wieder stehen, genoss das Abenteuer, über schmale Pfade zu wandern und die herrliche Aussicht und machte viele Bilder. Viel zu viele, um sie alle veröffentlichen zu können. Eigentlich konnten sowieso weder Bilder und Worte wiedergeben, was ich während der gut eineinhalb Stunden, die wir auf dem Bergrücken unterwegs waren, empfand. Wäre ich Musiker, hätte ich versucht, meine Gefühle in Töne zu verwandeln, wäre ich Dichter, sie in Worte zu fassen und wäre ich Maler, sie auf einer Leinwand festzuhalten. Da ich aber keines von allem war, blieb mir nur das Schweigen. Oder das Armeausbreiten, wie am Kühgundkopf, um die Welt zu umarmen und allen Göttern zu danken, dass ich dies erleben durfte:

Iseler_Wiedhag_18

Vom Wiedhag aus ging es über Oberjoch zurück nach Bad Hindelang. Wir waren sechs Stunden und 40 Minuten unterwegs und legten in dieser Zeit 18,5 Kilometer und 1400 Höhenmeter zurück. Wie die letzten beiden Tage aß ich unterwegs zahlreiche Wildpflanzen, auf einer Wiese in der Nähe von Oberjoch große Mengen an Wiesenbocksbart. Nach der Wanderung gab es um 19 Uhr 700 Gramm Wassermelone.

Die letzte Mahlzeit fand von 22.50 bis 23.10 Uhr nach dem Sichten und Sortieren der heute gemachten Bilder statt und bestand – wie zu erwarten war – aus Fleisch. Zur Auswahl standen Hirsch, Wildschwein und Gamswild. Geruchlich waren keine großen Unterschiede feststellbar, so dass ich mich schließlich mit dem Verstand für das Fleisch vom Hirsch entschied. Von diesem konnte ich nämlich morgen Nachschub bekommen. Zum ersten Mal seit langer Zeit genoss ich das Wildfleisch übrigens ohne ein mulmiges Gefühl. Das Tier stammte aus der Region und da es hier außer Wiesen und Weiden keine landwirtschaftlichen Nutzflächen gab, konnte es sich wahrscheinlich weder an Getreide, noch an Raps oder Mais, einschließlich der eingesetzten Chemikalien, gütlich tun. Die verzehrte Menge betrug 320 Gramm.

geschrieben von Susanne am 22. Juni 2015 um 22.57 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Wildpflanzen
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Die Nahrungsmittelvorräte gingen langsam zur Neige, so dass statt einer Bergwanderung heute Vormittag eine Wanderung durch die Läden von Bad Hindelang auf dem Programm stand. Ich war vor allem auf der Suche nach brauchbarem Fleisch, Guido nach Brot und Käse. Was die Ernährung betraf, gingen wir meist getrennte Wege! Gemeinsam war uns allerdings die Liebe zu Früchten, insbesondere Mangos und zu rohem Fleisch. Bevor es zum Einkaufen ging, frühstückten wir gegen 10 Uhr. Für mich gab es 510 Gramm Wassermelone und Sonnenlicht:

Fruehstueckstisch_auf_dem_Balkon

Wassermelone

Erstes Ziel unserer Einkaufstour war ein Sportgeschäft, in dem ich nach einer Regenjacke geschaute. Sie hatten jedoch kein Modell, das mir gefallen hätte. Von einem kleinen Bioladen ging es weiter zu einer Bäckerei, wo Guido fündig wurde und anschließend zu einer Metzgerei. Frisches Wild hatten sie leider nicht vorrätig, allerdings konnten wir für morgen Fleisch vom Hirsch bestellen. Für heute Abend kauften wir etwa ein Kilogramm Fleisch vom Weiderind.

Die nächste Anlaufstelle war ein Käseladen, in dem außerdem Honig aus der Region angeboten wurde. Wabenhonig verkauften sie allerdings nicht. Anschließend machte ich mich auf den Weg zu der zweiten, am Ortsrand gelegenen Metzgerei. Auch hier die gleiche Information, frisches Wild konnte ich erst morgen bekommen. Hier hatten sie immerhin nicht nur Hirsch, sondern auch Gamswild und Wildschwein zur Auswahl. Ich bestellte von beidem etwa ein halbes Kilogramm. Damit sollte zusammen mit dem Fleisch vom Hirsch die Fleischversorgung für die nächsten Tage gesichert sein! Zum Mittagessen, das um 12.30 Uhr stattfand, verzehrte ich 120 Gramm Wabenhonig. Um 13.10 Uhr waren wir startklar für unsere nächste Tour. Mein OOTD – für alle, die keine 15jährige Tochter im Haus haben: das ist die Abkürzung für “Outfit of the day” – sah so aus:

Wander_Outfit

Die Tour führte zuerst über eine Wiese mit Blick auf den Kleinen Jochschrofen und nach einem kurzen Anstieg entlang eines Wirtschaftswegs hinauf zum Hirschbachtobel. Als Tobel bezeichnete man in der Schweiz, Österreich und Bayern ein trichterförmiges, schluchtähnliches Tal. Ein Tobel unterschied sich von einer Schlucht oder einer Klamm durch das starke Gefälle des Gewässers und dem damit verbundenen Gerölltransport. Mit dem Hinweis “Vorsicht, alpine Gefahren” wurde man darauf aufmerksam gemacht, dass man konzentriert auf den Weg vor sich schauen musste:

Hinweisschilder

Kurz darauf waren wir auch schon mitten drin im alpinen Gefahrenbereich:

Hirschbachtobel_3

Hirschbachtobel_4

Hirschbachtobel_6

Nachdem wir die Klettertour im Tobel hinter uns gebracht hatten, ging es etwas weniger gefahrvoll weiter:

Nächstes Zwischenziel war die Hirsch-Alpe:

Von dort ging es bergauf über den Aussichtspunkt “Kreuzbichel” Richtung Hirschberg. Von einem Sattel aus hatte man eine wunderschöne Fernsicht auf Unterjoch. Rechts im Hintergrund sieht man den Sorgschrofen, davor den kleineren Hotzenberg:

Blick_auf_Unterjoch_Sorgschrofen

Hier lag der Hirschberg mit seinen 1644 Metern vor uns:

Hirschberg

Der Weg führte unterhalb des Gipfels vorbei in Richtung Spieser, einem 1651 Meter hohen Gipfel:

Spieser

Am Gipfelkreuz:

Mit Erreichen des Gipfels wurde der Wind immer stärker, außerdem wurde es erheblich kälter. Obwohl man vom Gipfel eine wunderschöne Aussicht sowohl über das Ostallgäuer Alpenvorland als auch über die Allgäuer Berge hatte, hielten wir uns daher nicht lange dort oben auf. Der Abstieg war nicht ganz ohne, denn es ging einen steilen, felsigen Pfad hinunter, bei dem zumindest ich immer wieder meine Hände zum Abstützen zur Hilfe nehmen musste:

Spieser_Abstieg_2

Zwischendurch lohnte es sich aber durchaus, den Blick vom schwierigen Untergrund zu lösen und schweifen zu lassen:

Spieser_Abstieg_1

Spieser_Abstieg_3

Blick zurück auf den Spieser:

Blick_auf_Spieser

Holzbohlen führten uns anschließend sicher über sumpfiges Gelände:

Holzbohlenpfad

Beim Erklimmen des Tiefenbacher Ecks wollte ich meinen Augen nicht trauen:

Bergwiese

Die ganze Wiese war voller Arnika und Zwerg-Glockenblumen:

Arnika_Bluete

Zwerg_Glockenblume

Nach einem letzten Blick vom Tiefenbacher Eck, einem 1525 Meter hohen Gipfel, ging es weiter hinunter ins Tal:

Blick_vom_Tiefenbacher_Eck

Der Weg führte über weite Strecken durch Nadelwälder. So war es gar nicht weiter tragisch, dass es teilweise sehr steil nach unten ging, denn an den Wurzeln der Bäume fand man immer sicheren Halt. Die letzten Kilometer ging es auf Wirtschaftswegen entlang. Mittlerweile hatte ein heftiger Regen eingesetzt. Dank der breiten Wege hatten wir zu zweit bequem unter einem Regenschirm Platz. “Ich freue mich, wenn es regnet. Denn es regnet auch, wenn ich mich nicht freue.” Mit diesen Worten sprach Karl Valentin mir aus dem Herzen!

Wir waren 5 Stunden unterwegs und legten in dieser Zeit etwa 14,5 Kilometer und 1000 Höhenmeter zurück. Ich aß während der Wanderung immer wieder zahlreiche Walderdbeeren und Wildkräuter, im Hinblick auf die immer noch etwas magere Versorgungslage im Basislager sogar mehr und vielfältiger als die beiden letzten Tage. Mit dabei waren Margeritenblüten, Stängel vom Ehrenpreis, Blüten vom Habichtskraut, Stängel und Blüten vom Wiesenbocksbart, Blätter der Brennnessel, Blütenstände von Breitwegerich, Wilder Malve sowie Taubenkropf-Leimkraut und zwei Lindenblätter. Wegen dem heftigen Wind war es schwer, Nahaufnahmen der Kräuter zu machen. Einzig und allein das Taubenkropf-Leimkraut und das orangerote Habichtskraut konnten verewigt werden:

Taubenkropf_Leimkraut

Habichtskraut_orangerotes

Außerdem fand ich im letzten Teil der Strecke einen etwas größeren Pilz, den ich für einen essbaren Maronenröhrling hielt. Dieser Pilz färbte sich auf Druck hin blau und wurde deshalb oft auch “Blaupilz” gegannt. In der Tat verfärbte sich das gefundene Exemplar nach dem Abbrechen eines Stückchens Hut sofort blau, so dass ich nach einer Geruchsprobe, die ich als angenehm empfand, bedenkenlos zubiss. Der Geschmack war hervorragend, so dass aus dem einen Bissen mehrere wurden. Die Abendmahlzeit fand um 19.15 Uhr statt und bestand aus sechs Eigelben. Anschließend machte ich mich an das Sichten der heute gemachten Aufnahmen und das Schreiben des Tagebuchseintrags.

geschrieben von Susanne am 21. Juni 2015 um 23.59 Uhr
Kategorie: Bayern, Ernährung, Literatur, Wildpflanzen
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Die Nachtruhe war dank einer harten Matratze und einer ruhigen Umgebung ebenso erholsam wie im eigenen Bett. Um kurz vor 7.00 Uhr wachte ich mit einem ähnlichen Gefühl im Bauch auf wie als Kind an Heiligabend. Kurz darauf stand ich auf und studierte die einschlägige Literatur, um nach Ideen für Wanderungen und Touren zu suchen:

Tourenfuehrer

Außerdem machte ich eine Liste der Gegenstände, die ich mir im Laufe der nächsten Tage besorgen wollte. Dazu gehörten ein paar leichte Handschuhe, ein kleiner Regenschirm und eine wasserdichte Jacke. Die erste Mahlzeit gab es um 9.30 Uhr. Sie bestand aus etwa einem Kilogramm Wassermelone mit Kernen. Meine Obst- und Gemüsehändlerin hatte bei ihrer Wahl ein gutes Händchen, die Melone war perfekt reif und schmeckte ebenso lecker wie die Früchte, die ich auf Sizilien kennen gelernt hatte. Um kurz vor 11 Uhr waren Guido und ich startklar für unsere nächste Tour. Heute sollte es hinauf auf das Imberger Horn, dem “Hausberg” von Bad Hindelang, gehen. So präsentierte sich der Gipfel heute Morgen von unserem Balkon aus:

Der Weg führte durchs Dorf hinunter zur Talstation der Hornbahn:

Hornbahn_Talstation

Wir ließen aber die Bahn sozusagen links liegen und wanderten zu Fuß zur Bergstation hinauf:

Hornbahn_Aufstieg_1

Hornbahn_Aufstieg_2

Hornbahn_Aufstieg_3

An der Aufstiegsseite herrschte das rötliche Gestein Cenoman vor, das laut Alpenführer dafür verantwortlich war, dass auch in steilem Gelände eine reichhaltige Flora anzutreffen war:

Hornbahn_Aufstieg_5

Ich war fasziniert, wie viele verschiedene Pflanzen hier wuchsen. Nicht alle waren mir bekannt, deshalb konnte ich nur einige aufzählen: Trollblume, Gewöhnliche Akelei, Alpenrose, Berg-Baldrian, Echter Speik, Läusekraut, Gold-Pippau, Teufelskralle und Frauenmantel. Von der Bergstation der Hornbahn ging es auf schmalen Pfaden Richtung Gipfel:

Imberger_Horn_Aufstieg_1

Imberger_Horn_Gipfelkreuz

Imberger_Horn_Gipfel

Von dort hatte man einen herrlichen Ausblick bis hinunter nach Sonthofen:

Imberger_Horn_Panorama

Auf der anderen Seite hätte man bei schönem Wetter die Nebelhornkette und Berge wie den Beschießer erkennen können. Wie gestern kam nach dem Erreichen des Gipfels ein kräftiger Wind auf und der Regen nahm an Heftigkeit zu. Dieses Mal musste uns allerdings kein Engel zur Hilfe kommen, ich war dank der Regenjacke Guidos, die er selbst nicht benötigte, gut gegen Wind und Wasser geschützt. Vom Imberger Horn mit einer Höhe von 1656 Metern ging es weiter zum nächsten Gipfel, dem Strausberg:

Weg_Imberger_Horn_Strausberg_1

Weg_Imberger_Horn_Strausberg_2

Weg_Imberger_Horn_Strausberg_4

Das Gipfelkreuz sstand hier auf 1654 Metern:

Strausberg_Gipfelkreuz

Der Abstieg vom Strausberg hinunter zur Strausberg Alp war teilweise mit Drahtseilen gesichert, was ich als Anfängerin im Bergablaufen sehr hilfreich fand. Beim Erreichen der Strausberg Alp hatten sowohl Wind wie auch Regen merklich nachgelassen:

Strausberg_Alpe

Im Inneren herrschte reges Treiben, so dass wir darauf verzichteten, uns hier länger auszuruhen. Der Außenbereich war für mich sowieso wesentlich interessanter:

Schnittlauch_und_Susanne

Kapuzinerkresse

Nach dem Verzehr von etwas Schnittlauch, einer Blüte der schwarzäugigen Susanne und zwei Blättern der Kapuzinerkresse ging es wieder zurück zur Bergstation der Hornbahn:

Hornbahn_Bergstation

Der Abstieg folgte über die Horn-Alpe und entlang eines asphaltierten Wirtschaftsweges:

Horn_Alpe

Hornbahn_Abstieg

Je tiefer wir kamen, desto weniger regnete es, gleichzeitig stieg die Temperatur. Beim Erreichen des Ortsrandes von Bad Oberdorf war mir so warm, dass ich mich erst einmal von einem Teil meiner Hosen befreien musste, bevor es weiter Richtung Ferienwohnung ging:

Bad_Oberdorf_Bruecke_1

6,5 Stunden dauerte unsere Tour, die Streckenlänge betrug etwa 20 Kilometer, dabei waren etwa 1100 Höhenmeter zu überwinden. Als Reiseproviant hatte ich Kohlrabi und roten Spitzpaprika dabei, die ich aber nicht anrührte. Stattdessen aß ich unterwegs fleißig Walderdbeeren und Wildkräuter wie Wiesenbocksbart, Margeritenblüten und Brennnesselblätter. Um 18.30 Uhr gab es eine Mahlzeit mit 700 Gramm Wassermelone.

Gegen 19 Uhr hatten sich so gut wie alle Regenwolken verzogen, so dass wir noch einmal zu einem zweistündigen Spaziergang rund um Bad Hindelang aufbrachen. Im Licht der Abendsonne sah alles noch viel schöner aus als durch den Regenschleier des gestrigen Abends und des heutigen Tages. Im Augenblick konnte ich mir keinen Ort der Welt vorstellen, an dem ich lieber gewesen wäre. :sonne:

Die letzte Mahlzeit begann um 22.00 Uhr und bestand aus 390 Gramm Mango, 330 Gramm Papaya und 200 Gramm Wabenhonig. Kurz darauf wurde ich während eines Telefongesprächs kurz aus dem kleinen Paradies hinausbefördert. Hatte ich das jetzt den Früchten oder dem Honig zu verdanken?