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Autor ArchivEin Tag ohne eine Wanderung oder zumindest einen Spaziergang ist mehr als genug. Wir beschließen daher, egal, ob es regnet oder nicht, am Nachmittag mit dem Postbus nach Davos Platz zu fahren, um dort wandern zu gehen. Aber wir haben Glück: Als wir in Davos ankommen, regnet es zwar noch etwas, aber schon kurze Zeit später hört der Regen auf und wir können unsere Regenschirme im Rucksack lassen. Von Davos Platz fahren wir mit dem Davoser Stadtbus weiter bis zum Bahnhof von Davos Dorf. Von dort aus starten wir zu einer Wanderung auf das 2238 Meter hohe Seehorn. Namensgebend für das kegelförmige Seehorn ist seine Lage unmittelbar am Davosersee. Zuerst geht es der Straße entlang nach Stilli, dann über einen steilen Waldweg entlang der Südwestkante des Seehorns hinauf zum Gipfel. Ein Blick über Davos unterhalb der Gipfelregion: Auf dem weiteren Weg zum Gipfel müssen wir ab und zu Hand anlegen: Aber meist reichen die Beine zur Bewältigung des Aufstiegs aus: Kurz unterhalb des Gipfels: Der Gipfel: Die Gipfelregion des Seehorns ist zu unserer Überraschung überaus malerisch. Es war sicherlich eine gute Idee, an einem doch recht trüben Tag hierher zu kommen. Bei schönen Wetter zieht es bestimmt Heerscharen hier hinauf. Der Blick vom Gipfel hinunter ins Flüelatal: Als Abstiegsweg wählen wir die Strecke über Drusatscha: Auf dem Weg nach Drusatscha: Rechts des Wegs liegt das Hüreli von Davos: Linker Hand taucht der Davosersee auf: Ebenfalls linker Hand weidet ein riesige Schafherde: „Schäfchen zur Linken, Glück soll dir winken!“, heißt es in einer Redewendung. Nun ja, der Anblick von Schafen ist an sich schon Glück genug! PS: Unsere Wanderung im Überblick: Wir starten heute von Davos-Frauenkrich aus und steigen von dort aus zum Rinerhorn auf. Der erste Teil des Aufstiegs führt wunderbar schattig und mäßig steil ansteigend durch den Junkerbodenwald und den Würzewald. Dieser Weg hinauf zum Rinerhorn ist meines Erachtens deutlich schöner als der Weg von der Talstation der Rinerhornbahn aus. Später wird der Weg zwar deutlich steiler, liegt aber immer noch im angenehmen Bereich. Bei Äbirügg müssen wir den schützenden Wald verlassen, aber über die freie Fläche weht ein kühler Wind, so dass wir auch beim weiteren Aufstieg nicht ins Schwitzen kommen. Hier können wir den den freien Blick auf das Jakobshorn genießen: Bei Äbirügg begegnen wir zudem zahlreichen Wanderern, die von der Rinerhornbahn her kommend hinunter ins Sertigtal absteigen wollen. Der Weg hinauf zum Rinerhorn ist hingegen menschenleer: Zwei Stunden nach Beginn der Tour erreichen wir den 2527 Meter hohen Gipfel des Rinerhorns. Von dort aus geht es auf einem markierten Bergweg weiter zum Marchhüreli: Der Blick zurück vom Marchhüreli aufs Rinerhorn, Davos und den Gipfel der Weissfluh: Bis zum Marchhüreli bin ich mit Trailrunningschuhen unterwegs, aber da wir den Aufstieg zum Leidbachhorn wagen wollen, wechsle ich hier die Schuhe. Zu Beginn geht es noch recht gemütlich über den sanft ansteigenden Grat: Der Blick zurück aufs Marchhüreli: Aber schon bald türmen sich die ersten Gratköpfe vor uns auf. Manfred Hunziker schreibt im SAC-Führer Bündner Alpen 6 „Vom Septimer zum Flüela“ dazu:
Die Schwierigkeit des Aufstiegs über den Nordgrat wird mit „WS“ angegeben:
Nun ja, wenn es heißt, dass alle Gratköpfe überstiegen werden, dann ist die Routenwahl schon leicht. Allerdings wissen wir von anderen Begehungen, dass man sich auf die Beschreibungen nicht immer verlassen kann. So können zum Beispiel Felsabbrüche zu ganz neuen, unerwarteten Situationen führen. Das mussten wir zum Beispiel am Kleinen Widderstein erleben. Daher ist das Überklettern eines jeden Gratkopfes für uns ein nervenkitzelndes Abenteuer mit teilweise schwindelerregenden Tiefblicken. Zum Foto greife ich allerdings nur, wenn es mal gerade nicht so spannend ist. Schritt für Schritt hangeln wir uns den Grat entlang: Ab und zu stehen wir auch auf sicherem Boden, allerdings nie für lange, dann türmt sich der nächste Gratkopf vor uns auf: Die heikelste Stelle vor dem Plattenaufschwung ist sicherlich ein schmaler Gratabschnitt, den wir „reitend“ überqueren. Schließlich stehen wir vor dem Plattenaufschwung: Eines ist an dieser Stelle für mich klar: Zurück will ich auf keinen Fall, wenn wir hier nicht hinaufkommen, lasse ich mich vom Hubschrauber abholen! Aber wir kommen hinauf, der Hubschrauber kommt also nicht zum Einsatz: Ursprünglich hatten wir die Hoffnung, dass nach dem Überwinden dieser Stelle der restliche Grat leichter zu bewältigen sei, aber da irren wir gewaltig. Auch der Anblick des nächsten Gratkopfes lässt keine wirklich Erleichterung aufkommen: Aber irgendwie finden wir auch hier hinauf: Und natürlich auch wieder hinunter. Wie zu sehen ist, nicht ganz unverletzt, zumindest ich: Beim Überklettern einer der zahlreichen Felsköpfe löst sich Stein und schlägt an mein linkes Schienbein. Nur gut, dass meine Blutgerinnung intakt ist! Auf dem obigen Bild ist auch der Kasten mit dem Gipfelbuch zu sehen: Das Gipfelbuch stammt aus dem Jahr 1977, dieses Jahr verzeichnet es erst zwei Einträge. Das wilde, schroffe Leidbachhorn ist, wie wir jetzt wissen, wirklich kein besonders einladender Gipfel. Nach einer kurzen Gipfelrast wagen wir uns an den Abstieg über den Südgrat. Dieser soll leichter zu begehen sein als der Nordgrat und in der Tat, das ist er meines Empfindens nach auch. Nichtsdestotrotz darf man sich keine Fehler erlauben: Gratköpfe sind auch hier zu überwinden: Aber schließlich ist es geschafft, nach Abrutschen über ein Geröllfeld stehen wir im weitläufigen und „sicheren“ Tal zwischen Geissweiden- und Nüllischgrat: Bodmen nennt sich dieses Gebiet, dessen Durchquerung nach der Kraxelei über den Grat das reinste Kinderspiel ist. Je weiter wir abstiegen, desto grüner wird das Tal: Und noch ein Stück weiter unten gesellen sich zum Grün die leuchtenden Blüten unzähliger Alpenrosen: An einem Gebirgsbach gönne ich meinen Füßen ein erfrischendes Bad und tausche meine Bergschuhe gegen die Trailrunningschuhe aus: Mit flotten Schritten geht es anschließend hinunter zur Talstation der Rinerhornbahn. Hier ist die Tour für uns zu Ende und wir können die erfolgreiche Überschreitung des Leidbachhorns feiern. Fazit der Tour: Die Überschreitung des Leidbachhorns ist sicherlich eine unserer abenteuerlichsten Touren und übertrifft die Überschreitung der Hammerspitzen oder die Besteigung des Piz Neir bei Weitem. Die Kletterei überschreitet zwar nie den II. Grad, ist aber lang sowie teilweise ausgesetzt und treibt daher den Adrenalinspiegel ziemlich nach oben. Wer es etwas weniger aufregend mag, dem sei die Besteigung über den Südgrat oder durch das Sertigtal empfohlen, diesen beiden Routen sind deutlich leichter. Ebenfalls vielleicht wichtig: Eine Überschreitung in umgekehrter Richtung ist wenig empfehlenswert, da die schwierigsten Passagen entlang des Nordgrats liegen. PS: Das Video zur Tour: PPS: Guidos Tourenbericht, einschließlich einer interaktiven Karte: Überschreitung Rinerhorn → Leidbachhorn. Das Wetter der ersten Tageshälfte: Der Himmel ist bewölkt, die Temperaturen sind mild und nur ab und zu kommt die Sonne heraus. Das Wetter ist also perfekt für eine Bergwanderung. Als Ziele kommen heute der Guggernellgrat und das Büelenhorn in Frage. Da das Steilgras am Guggernell aufgrund der Regenfälle der letzten Tage noch ziemlich nass sein kann, entscheiden wir uns schlussendlich für das Büelenhorn. Das Büelenhorn ist ein Berg südlich von Davos Monstein. Zu den Nachbargipfeln gehören das Gipshorn im Osten und der Muchetta im Westen. Start unserer Tour ist ein Parkplatz am unteren Dorfrand von Monstein. Von dort aus geht es durch Monstein hindurch und dann weiter über Alpstraßen hinauf zu den Hütten von Unteralp, Inneralp und Mäschenboden: Von Mäschenboden aus führt ein schmaler, rot-weiß gekennzeichneter Wanderweg hinauf zum Büelenhorn: Ab 2550 Meter wird der Weg steiler und es geht über Schutt weiter. Besondere Schwierigkeiten sind dabei allerdings nicht zu überwinden. Gut zweieinhalb Stunden nach dem Beginn unserer Tour stehen bzw. sitzen wir schließlich auf dem Gipfel des Büelenhorns: Der Blick vom Gipfel Richtung Westen zum Muchetta: Richtung Nordosten schaut man auf Davos: Ein Blick Richtung Süden, hier ist der Piz Ela zu erkennen: Nach einer rund zwanzigminütigen Gipfelrast geht es auf unserem Aufstiegsweg wieder hinunter Richtung Tal: Während des Abstiegs liegt anfangs der Mäschengrat in seiner ganzen Pracht vor unseren Augen: Und weiter talwärts das Chrachenhorn: Auf dem Weg zu den Hütten von Mäschenboden: Der Blick von Mäschenboden aufs Chrummhüreli: Im Vordergrund sind Alpenrosen zu sehen, die weite Flächen des Mäschenbodens besiedeln. Der Weiler Mäschenboden: Inneralp: Wie auf den Bildern zu sehen ist, ist mittlerweile die Sonne hinter den Wolken aufgetaucht und wärmt uns mit ihren Strahlen. Gut fünf Stunden brauchen wir für Auf- und Abstieg, die Streckenlänge beträgt 15,5 Kilometer. Dabei sind 1200 Höhenmeter zu überwinden. PS: Diesen Spruch finde ich im Gipfelbuch des Büelenhorns: PPS: Das Video zur Tour: PPPS: Guidos Tourenbericht: Davos Monstein → Büelenhorn. Den Vormittag verbringe ich mit diversen Putzaktivitäten: Unter anderem wird das Schlafzimmer gründlich gereinigt, das Waschen der Matratzenüberzüge ist dabei inbegriffen. Nach getaner Arbeit bin ich so k.o., auch Hausarbeit ist Sport, Ein paar der Blumen, die uns unterwegs begegnen, beginnend mit der Großblütigen Braunelle Prunella grandiflora: Die Großblütige Braunelle ist mir durch eine Wanderung auf den Ponten im Jahr 2015 bestens ins Erinnerung geblieben: Mein erster 2000er – Wanderung auf den Ponten. Die Blüte einer Wiesen-Flockenblume Centaurea jacea: Die Zweiblättrige Waldhyazinthe Plantanthera bifolia: Und die Gewöhnliche Simsenlilie Tofieldia calyculata: Heute bleibt es beim Angucken und Fotografieren der Blumen, Wildkräuter stehen nicht auf meinem Speiseplan:
PS: Morgen früh habe ich einen kurzen, etwa einstündigen Arbeitseinsatz im Dorfladen, der Rest des Tages steht wieder zur freien Verfügung. Die Aufruhr in meinem Verdauungssystem hält bis zur Mittagszeit an, dann endlich kehrt wieder Ruhe ein.
Das gibt es sonst noch zu berichten: Tagsüber bin ich im Dorfladen tätig, abends drehe ich zusammen mit Guido eine Runde über Acla. |