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Archiv für die Kategorie ‘Ernährung’Vor zwei Wochen sind wir nach Pardela aufgestiegen und über Acla wieder abgestiegen, heute wählen wir die umgekehrte Richtung. Zunächst geht es von Schmitten hinauf nach Acla: Von den Hütten bei Acla öffnet sich der Blick zu den Bergüner Stöcken: An der Kreuzung bei Grünwald: Blick von der Kreuzung hinauf zum Guggernellgrat: Ankunft bei Pardela: Der Rückweg nach Schmitten führt über den Alten Pardelaweg. Fast der gesamte Weg ist schnee- und eisfrei, lediglich der obere Abschnitt des Fahrwegs hinauf zur Grünwaldkreuzung ist stellenweise spiegelglatt. Der Winter lässt also weiterhin auf sich warten und doch tut dieser ruhige Spaziergang gut. Die vertraute Landschaft, die klare Luft und die Bewegung an der frischen Luft machen die Runde auch ohne Schnee zu einem kleinen, aber wohltuenden Ausflug. Vor drei Wochen saßen wir das letzte Mal im Fahrradsattel – höchste Zeit also, mal wieder loszuradeln. Da das Wetter weiterhin unbeständig ist, planen wir keine große Runde, sondern entscheiden uns für eine „schnelle“ Fahrt hinauf zur Alp Afiein. Wobei „schnell“ relativ ist: Für die acht Kilometer lange Strecke mit 700 Höhenmetern brauche ich eine Stunde und 45 Minuten. Guido wäre allein deutlich flotter unterwegs – umso schöner, dass er heute an meiner Seite bleibt. 🤗 Zunächst erreichen wir die Schmittner Alp: Von dort geht es weiter bergauf in Richtung Alp Afiein: Alpidylle pur: Der Blick von der Alphütte auf die wolkenverhangenen Bergüner Stöcke: An der Alphütte stellen wir die Räder ab und steigen zu Fuß weiter auf – unser Ziel ist der Hübel: Der 2234 Meter hohe Hübel ist immer wieder ein lohnenswertes Ziel, vor allem an Tagen wie heute, an denen der Tiaun in Wolken gehüllt ist. Ein Blick zurück auf Alp Afiein und Schmittner Alp: Und der Blick zur Berghütte Martrüel sowie zum Hüreli: Auch der Guggernellgrat zeigt sich kurz: Über meinem Kopf verläuft hier der Alpweg zur Alp da la Creusch: Wie immer, wenn ich zu Fuß unterwegs bin, halte ich Ausschau nach Wildpflanzen – bekannten und neuen. Nicht zu übersehen ist das leuchtend gelb-orange Eberrauten-Greiskraut: So schön es aussieht – es enthält Pyrrolizidinalkaloide wie alle Greiskräuter: Es vermittelt die Botschaft von Klarheit, Grenzbewusstsein und respektvoller Distanz. Lange können wir uns auf dem Hübel nicht aufhalten – aus Westen nähern sich bereits die nächsten Regenwolken. Statt dem Wanderweg folgen wir diesmal einer Querfeldein-Route: Dabei entdecke ich eine blühende Berg-Hauswurz – ein stiller Höhepunkt der Tour: Mit ihren fleischigen Rosetten trotzt sie Wind, Sonne und Kälte in felsiger Höhe – unbeirrbar, zurückhaltend, lebendig. Sie erinnert mich daran, wie viel Kraft in der Stille liegt. Echtes Leben drängt sich nicht auf – es bewahrt, was in ihm steckt. Wieder zurück auf dem Wanderweg: Und zurück auf dem Rad: An der Schmittner Alp: Abfahrt von der Schmittner Alp zum Grünwald: Unser Timing ist perfekt – kaum sind die Räder im Keller verstaut, beginnt es zu regnen. So darf es gerne immer sein! PS: Die Daten der Tour: Weglänge: 17,7 km; Höhendifferenz: ↑↓ 970 Höhenmeter Heute begegneten mir am Wegesrand nicht nur Pflanzen, sondern stille Botschafterinnen, jede in ihrer Farbe und mit ihrer ganz eigenen Energie. Der Günsel, mit seinen tiefblauen bis violetten Blüten, steht für Ruhe, Tiefe und Intuition. Seine Farbe erinnert mich an die Stille der Dämmerung – und vielleicht auch an das Bedürfnis meines Körpers, heute einen Gang zurückzuschalten: Der Wiesensalbei, mit seinem intensiven Blauviolett, wirkt fast magisch. Er gilt seit jeher als Schutzpflanze – ein treuer Begleiter für innere Reinigung und klare Gedanken. Seine Blüten leuchten wie kleine Fackeln der Konzentration am Wegesrand: Die Küchenschelle, deren samtige Blüten oft violett bis purpurfarben erscheinen, symbolisiert Stärke und Durchhaltevermögen. Trotz ihrer Zartheit ist sie eine Kämpferin, die sich im Frühling durch raue Böden bohrt – ein Bild, das mich heute besonders berührt: Das Silberblatt, zartrosa bis violett blühend, bringt Leichtigkeit ins Bild. Im Spätsommer sind es seine silbrig schimmernden Samenstände, die ihm seinen Namen geben – Sinnbild für Wandel und Loslassen: Der lila Phlox, in sattem Violett leuchtend, steht für Harmonie, Herzenswärme und das Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit. Seine üppige Blütenfülle wirkt fast wie eine Einladung zum Verweilen, zum Innehalten mitten im Tag: Jede Pflanze erzählte mit ihrer Farbe eine kleine Geschichte – von innerer Ruhe, von Intuition, von Neubeginn und von verborgenem Licht. Es ist eine Erinnerung daran, dass selbst die unscheinbaren Wegbegleiter voller Bedeutung stecken, wenn man bereit ist, genau hinzuschauen. In Graubünden herrschen Mitte März vielerorts noch winterliche Verhältnisse. Um ein bisschen Frühlingsluft zu schnuppern, fahren wir deshalb heute ins Tessin. Von Arbedo-Castione aus starten wir zu einer Radtour entlang der Tessiner Riviera – einem rund 15 Kilometer langen Talabschnitt des Ticino zwischen Biasca und Bellinzona. Die ersten Meter auf dem Weg von Arbedo nach Claro gestalten sich noch etwas mühsam. Der Radweg ist wegen Bauarbeiten gesperrt, sodass wir auf die verkehrsreiche Hauptstraße ausweichen müssen. Doch bald liegen alle Hindernisse hinter uns, und wir radeln entspannt über Feldwege nach Claro: Bei Claro überqueren wir den Ticino und fahren auf der anderen Seite weiter nach Preonzo. Das Dorf liegt am Fuß der Cima dell’Uomo auf rund 250 m Höhe und zählt etwa 600 Einwohner. Die Straßen hier sind noch ziemlich ursprünglich: Gleich hinter Preonzo liegt das Dorf Moleno: Moleno und Preonzo gehörten bereits im Mittelalter zur Grafschaft Bellinzona. Heute ist Moleno im Bundesinventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS) verzeichnet. Nach dem kurzen historischen Abstecher geht es weiter in die Natur – der Weg führt uns durch einen lichten, frühlingshaften Wald: Kurz vor Lodrino eröffnet sich ein schöner Blick über den Ticino: Die Berghänge über Lodrino wirken noch karg und frühjährlich kühl: Lodrino hat sich im Laufe der Zeit mehrfach gewandelt: von der Landwirtschaft über Glas- und Granitindustrie bis zur modernen Infrastruktur mit Flugplatz und Drohnenzentrum. Wir passieren den Ort und werfen noch einen Blick auf den Steinbruch von Lodrino: Der Granitabbau begann hier bereits Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Arbeiten für die Gotthardbahn – über tausend Menschen waren damals beschäftigt. Von Lodrino geht es über Igrana weiter nach Biasca: Am Ortsrand von Biasca: Wir durchqueren Biasca auf der Westseite, vorbei an Wohngebieten, kleinen Rebflächen und schmalen Seitenstraßen. Bei Biasca treffen sich Ticino und Brenno – wir folgen letzterem flussaufwärts ins Valle di Blenio. Am nördlichen Stadtrand stoßen wir wieder auf einen Radweg, müssen bei Loderio aber erneut auf die Straße ausweichen. Eine kleine Abkürzung über einen Feldweg bei Ponte Legiuna bringt Abwechslung: Hier räumen Bagger gerade das Bachbett der Legiuna aus. Kurz darauf erreichen wir Malvaglia: In Malvaglia trennen sich unsere Wege: Während Guido zum „Laghetto della Val Malvaglia“ hinauffährt, spaziere ich durch das Dorf. Ich bin begeistert vom mittelalterlichen Ortsbild mit seinen steilen Giebeldächern, engen Gassen und der romanisch geprägten Kirche San Martino: Ein Blick über die Dächer von Malvaglia: Ich genieße die sanfte Frühlingsstimmung in diesem stillen, geschichtsträchtigen Ort und bin im Nachhinein sehr glücklich über meine Entscheidung – weitere 10 Kilometer und 650 Höhenmeter habe ich mir heute einfach gespart. Zwei Stunden später treffen wir uns wieder, und gemeinsam treten wir die Rückfahrt nach Arbedo an. Wir folgen dabei größtenteils derselben Strecke wie auf dem Hinweg. Bemerkenswert ist, wie sehr sich das Licht verändert hat: Während das Tal der Riviera bei der Hinfahrt in voller Sonne lag, ist es nun fast vollständig im Schatten – die Sonne ist bereits hinter den hohen Westhängen verschwunden. Erst in Arbedo, in der weiter gefassten Ebene von Bellinzona, erreichen wir nochmals ein letztes sonniges Wegstück. Fazit der Tour: Nach etlichen Radtouren steht heute eine Wanderung auf unserem Tourenprogramm: Wir laufen von Churwalden über Spina nach Brambrüesch, einem Naherholungsgebiet von Chur. Von Brambrüesch aus geht es durch den Schwarzwald hinunter zum Känzeli und von dort aus weiter nach Malix. Dort endet unsere Wanderung: Schafe und der Blick auf die Rothornkette zu Beginn unserer Wanderung: Blick auf Malix, im Hintergrund ist das Rheintal zu erahnen: Auf dem Weg nach Brambrüesch: Blick Richtung Churer Joch: Die Häuser von Spina: Bei Spina geht es auf einem Biketrail, der steil nach oben führt, weiter: So gesehen sieht er gar nicht mal so schlimm aus, aber weiter oben bin ich froh, zu Fuß unterwegs zu sein und nicht mit dem Rad! Der Blick ins Schanfigg: Über einen wunderschönen Waldweg weiter nach Brambüesch: Kurz vor Brambrüesch: Bei Brambrüesch wird Touristen einiges geboten: Heute ist hier natürlich nicht so viel los wie an Sommertagen bzw. an Wochenenden. Wir können daher den Ausblick über die Landschaft in aller Ruhe genießen: Der Blick auf Chur etwas oberhalb von Brambrüesch: Der Abstieg durch den Schwarzwald ist wunderschön: Blicke auf Chur: Beim Känzeli, der Mittelstation der von Chur nach Brambrüesch führenden Seilbahn, ändern wir unseren ursprünglich Plan, bis hinunter nach Chur abzusteigen und von dort aus mit dem Bus nach Hause zurückzukehren. Der Anblick von Chur von oben reicht uns vollkommen! Statt nach Chur laufen wir nach Malix: Ankunft in Malix: Von Malix aus geht es mit dem Postbus erst einmal nach Lenz und von dort aus später weiter nach Hause. PS: Jetzt kennen wir Brambrüesch im Sommer bzw. Herbst. Fehlt nur noch ein Winterbesuch, schließlich kann man hier auch Skifahren und Snowboarden: |