Am frühen Morgen blühen die ersten Eisblumen der Wintersaison auf unseren Dachfenstern. Ein Blick auf die Webcam der Hochgratbahn zeigt, dass es dort oben noch ein bisschen kälter ist als im Dorf. Kalt und sonnig, das ist eine Kombination, die nicht nur Guido und mich, sondern gefühlt halb Bayern auf den Gipfel des Hochgrats lockt! Die meisten fahren jedoch mit der Bahn hinauf bzw. wandern den Normalweg nach oben. Auf dem Weg durchs Ehrenschwangertal sind wir dagegen fast allein unterwegs. Nach knapp eineinhalb Stunden Marschzeit erreichen wir die Rind-Alpe:
Von der Rind-Alpe aus geht es hinauf zur Gündlesscharte. Hier tauchen die ersten Gipfel der Allgäuer Hochalpen auf:
Der im Schatten liegende Aufstieg zum Rindalphorn:
Der Gipfel des Rindalphorns:
Ein Foto mit Seltenheitswert, ich mit Sonnenbrille:
Wenn kein Schnee liegt, bin ich ja auch bei Sonnenschein meist ohne Brille unterwegs. Aber heute bin ich froh über ihren Schutz. Über die verschneiten Weiden des Rindalphorns wandern wir weiter Richtung Hochgrat:
Ein Blick zurück aufs Rindalphorn:
Hier sind wir schon in der Nähe der Bergstation und genießen noch einmal das herrliche Panorama der Allgäuer Hochalpen und den Blick Richtung Ostschweiz, bevor es mit der Bahn zurück zur Talstation geht:
Es kommt so gut wie nie vor, dass man an der Hochgratbahn anstehen muss, egal ob für die Berg- oder für die Talfahrt. Heute jedoch stehen wir zehn Minuten Schlange, bis wir endlich in einer Gondel sitzen! Die Tour im Überblick:
Der Routenplaner gibt eine Zeit von fünf Stunden für die Strecke an, wir sind heute 3 Stunden und 45 Minuten unterwegs. Es ist übrigens das erste Mal, dass wir über die Gündlesscharte aufs Rindalphorn steigen und nicht über die Brunnenauscharte.










































Nachdem wir uns sattgesehen und mit Energie aufgetankt haben, geht es über den Gleitweg zum Oytalhaus. Es erfordert volle Aufmerksamkeit, diesen steilen und steinigen Weg abzusteigen, aber gerade deshalb mag ich ihn sehr: Man ist jeden Augenblick im Hier und Jetzt. Während des Abstiegs schauen wir auf die Höfats, links davon sind Rauheck, Jochspitze und Kleiner sowie Großer Wilder zu sehen:













Zehn Minuten später mache ich mich an den Aufstieg nach Buchenegg. Dabei fällt mir ein, dass es eigentlich ganz nett wäre, wenn ich vor dem Termin im Fitnessstudio noch mal kurz nach Hause könnte, um etwas zu essen. Ich erhöhe also mein Tempo, was nach dem Erreichen von Buchenegg problemlos möglich ist, da es von hier aus nur noch bergab geht. Nach einer halben Stunde schaue ich auf die Uhr. Sie zeigt mir, dass ich trotz Rennerei nicht vor 13.40 Uhr in Oberstaufen sein werde. Es sei denn, jemand nimmt mich mit dem Auto mit. Und ich habe tatsächlich Glück: Auf der kaum befahrenen Straße von Bad Rain nach Oberstaufen hält auf mein Zeichen ein Auto mit einer älteren Dame am Steuer an und nimmt mich nach Oberstaufen mit. Danke, liebes Universum, für diese prompte Wunscherfüllung!