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Archiv für April 2024Guido und ich warten am Morgen vergebens auf unseren Helfer. Als ich später in der Metzgerei vorbeischaue, wird klar, warum: Er hat schon am frühen Morgen getrunken und ist weder arbeitswillig noch -fähig. So etwas passiert bei ihm immer wieder, er ist ein sogenannter Quartalssäufer: Über Wochen, wenn nicht gar Monate ist er sehr zuverlässig und gut drauf. Aber irgendwann folgt eine Phase mit exzessivem Alkoholkonsum und in dieser ist er für nichts zu gebrauchen. Im Dorf ist er übrigens nicht der einzige mit Alkoholproblemen. Wir deponieren die Läden also wieder im Keller und überlegen, was wir machen sollen. Schlussendlich beschließen wir, die Sache erst einmal bis zur nächsten Wochen zu verschieben. Wenn unser Helfer bis dahin noch nicht wieder auf den Beinen ist, besorgen wir uns Werkzeug und nehmen die Sache selbst in die Hand. Um 10.30 Uhr bin ich telefonisch mit meiner Kinesiologin verabredet. Ich will mit ihr klären, ob meiner Fahrt nach Deutschland zur Hochzeit meines jüngsten Sohnes irgendetwas im Wege steht. Wir finden tatsächlich ein Hindernis, das aber schnell beseitigt ist. Ein neues, spirituelles Ziel ist ebenfalls schnell gefunden, so dass ich der Reise und der Hochzeit gelassen entgegensehen kann. Um 16.15 Uhr mache ich mich schließlich auf den Weg zum Biohof „Las Sorts“. Allerdings nicht auf direkt Weg über Zalaint, sondern über den Wiesner Bahnhof und Schönboden bei Filisur. Kurz vor dem Wiesner Bahnhof hat man vom Wanderweg aus einen schönen Blick auf das Wiesner Viadukt: Auf dem Weg nach Schönboden schlängelt sich eine Gerölllawine durch den Wald: Ich bin schon oft hier vorbeigekommen, aber ihr Anblick fasziniert mich immer wieder! Hier blicke ich auf Filisur: Der Biohof liegt etwa 1,5 Kilometer von Filisur entfernt. Beladen mit drei Schachteln Eiern á 6 Stück geht es nach meinem Einkauf über Zalaint wieder hinauf nach Schmitten. Für die knapp 15 Kilometer lange Runde benötige ich drei Stunden und zwanzig Minuten. Das gibt es im Laufe des Tages zum Essen:
Während der Wanderung lasse ich mir außerdem etliche Löwenzahnblüten schmecken. Die Trauben, die ich am gestrigen Abend verschlungen habe, haben weder meinen Schlaf noch mein Verdauungssystem beeinträchtigt. Es ist der erste Lauf nach einer zweiwöchigen, wetterbedingten Pause. Wahrscheinlich fühlt er sich deshalb so mühsam an. Auf dem heutigen Speiseplan herrscht wieder Ordnung:
PS: Die Bauarbeiten am Lift gehen weiter, wenn auch sehr verhalten. PPS: Am Abend nehmen wir ein Projekt in Angriff, das schon seit langer Zeit auf unserer To-do-Liste steht: Wir nehmen die Holzläden zweier Fenster und des Balkons ab und transportieren sie nach unten. Morgen früh soll der Metzger, der im Dorf auch als Hausmeister tätig ist, das Abschleifen der Läden übernehmen. Tagsüber lasse ich mir wie so oft zwei Mahlzeiten mit Fleisch schmecken. So weit, so gut. Am Abend kommt dann aber plötzlich ein totales Verlangen nach saftigen Früchten auf. Der Zufall will es, dass ich gestern aus dem Dorfladen ein Schälchen Trauben mit nach Hause genommen habe. Eigentlich waren sie für Guido bestimmt, aber wer weiß, vielleicht hat hier mein Unterbewusstsein Regie geführt und sie von vornherein für mich eingeplant. So kommt es, dass am Abend 500 Gramm Trauben in Nullkommanix in meinem Magen verschwinden.
Ich werde darüber berichten, wie mein Verdauungssystem mit den Trauben nach der Fleischmahlzeit zurecht gekommen ist. Jetzt geht es aber erst einmal ab ins Bett. Ein Blick auf die App „MeteoSchweiz“ zeigt, dass es heute nicht sinnvoll ist, wie letzte Woche ins Tessin zu reisen, denn dort regnet es. Relativ freundlich sieht es dagegen im Rheintal bei Chur aus. Eine Route ist schnell gefunden, wir wollen von Haldenstein nach Untervaz wandern. Haldenstein ist eine Ortschaft mit rund 1100 Einwohnern und liegt am linken Rheinufer. Sie ist von Chur aus mit der Buslinie 3 zu erreichen. Wir steigen an der Haltestelle „Haldenstein, Dorf“ aus. Direkt neben der Bushaltestelle liegt das Schloss „Haldenstein“, das wir uns aber nicht näher anschauen. Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut und ist heute Sitz der Gemeindeverwaltung und des archäologischen Dienstes Graubünden. Wie in Bellinzona geht es gleich zu Beginn der Wanderung steil bergauf. Linker Hand liegt hier die reformierte Kirche von Haldenstein: Schon nach wenigen Höhenmetern hat man ein schöne Sicht auf Chur: Blick auf die Burgruine „Haldenstein“: Es ist eine von drei Burgruinen Haldensteins. Burg „Lichtenstein“ ist zurzeit verhüllt, deshalb machen wir hier nur vom Außenbereich ein Bild: Die Burgruine „Grottenfels“, einer unter einem Felsenvorsprung gelegene Höhlenburg, liegt abseits des Wege. Wir ersparen uns diesen Weg, für Burgenliebhaber ist der Abstecher aber durchaus zu empfehlen. Ab der Burgruine „Lichtenstein“ verläuft der Wanderweg durch einen wunderschönen Mischwald: Ein Blick auf die Gipfel der rechten Talsteite: Hier geht es hinein ins Dunkle: Kurz hinter der Kreuzung „Bärahag“, hier führt ein Weg weiter hinauf zur Haldensteiner Alp, trennt sich der Weg erneut. Wir wählen den linken und wandern durch den Herrentobel zum Maiensäss „Prameisters“. Der Weg durch den Tobel ist ziemlich feucht, um nicht zu sagen, nass: Wieder auf trockenem Gelände: Die Hütten von „Prameisters“ Von „Prameisters“ aus geht es nur noch bergab: Ein Blick hinunter ins Rheintal auf Landquart, links gelegen, und Zizers, rechts gelegen: Hier liegt Untervaz, das Ziel der heutigen Wanderung, zu unseren Füßen: Das letzte Bild der heutigen Wanderung: Am Rand dieser Wiese steht eine Bank, auf der wir es uns bis zur Abfahrt des Busses Richtung Chur gemütlich machen. Die Wanderung in der Übersicht: Danke für die wunderschöne Wanderung. 🙏🏻 Samstage sind normalerweise immer die umsatzstärksten Tage einer Woche. Am heutigen Samstag geht es allerdings eher ruhig zu. Erst gegen Ende tauchen ein paar Kunden auf, die mit ihren Einkäufen die Kasse füllen. Nun ja, besser spät, als gar nicht! Nach einer arbeitsintensiven Woche freue ich mich jetzt auf vier freie Tage in Folge, bevor mein nächster Arbeitseinsatz ansteht. Ich glaube, so viele Stunden wie dieses Jahr im April war ich noch nie im Laden aktiv. Aber gut, die letzten Jahre waren wir ja auch noch zu dritt und nicht wie aktuell nur zu zweit. Da fallen halt auch für mich ein paar mehr Stunden ab, auf die ich aber gar nicht so erpicht bin. Die Fahrt durch die Wüste Namibias stand im Dezember 2023 schon einmal auf meinem Trainingsplan: Fit genug für einen Arbeitstag am Berg und eine Trainingseinheit auf dem Rollentrainer. Ich wähle die Strecke heute vor allem aufgrund ihrer Länge aus: Dieses Wochenende kann man bei „Garmin Connect“ Punkte sammeln, wenn man eine Tour mit 40 Kilometern und mehr radelt. Punkte bei Garmin sammeln, das ist eine nette Spielerei.
Mal schauen, wann ich mir den Luxus von Rindersteaks wieder erlauben kann. |