Piz Linard und Lenzer Horn im Doppelpack

geschrieben von Susanne am 9. August 2019 um 22.59 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Die heutige Tourenplanung sieht die Besteigung des Piz Linards vor. 2017 empfand ich diese Tour als sehr anstrengend. Aber damals waren wir einen Tag zuvor auf dem Lenzer Horn und meine Beine somit vorbelastet. Heute jedoch sind meine Beine ausgeruht und so fällt mir der Aufstieg deutlich leichter: Ich kann ihn von Anfang bis Ende genießen. :sonne: Der Blick über ein Getreidefeld auf Piz Mitgel und Tinzenhorn zu Beginn unserer Tour:

Ein Blick zurück auf Lenz:

Der Blick über die Weiden bei Propissi Saura, einer Ansammlung von Hütten:

Über der Baumgrenze:

Der Blick auf Lenz während des Aufstiegs über den Grat:

Zwei der vielen farbenprächtigen Alpenblumen, die während des Aufstiegs unseren Weg säumen, eine Glockenblume und ein Kranzenzian:

Die letzten Meter auf den Gipfel:

Am Gipfel:

Das Panorama, das sich uns am Gipfel bietet, ist traumhaft schön. Hier nur zwei Ausschnitte, ein vollständiges 360-Grad-Panorama ist bei Wikipedia zu sehen:

Das obere Bild zeigt in der Bildmitte Piz Ela, Tinzenhorn und Piz Calderas, das untere als höchsten Gipfel im Hintergrund den 3410 Meter hohen Piz Linard der Rätischen Alpen. Schon bei unserer Erstbesteigung des Lenzer Piz Linards blickte Guido sehnsuchtsvoll Richtung Lenzer Horn:

Laut SAC-Führer “Ringelspitz, Arosa/Rätikon” kann man über den hier zu sehenden Südgrat das Lenzer Horn erreichen:

Vom Piz Linard folgt man dem Grat bis zum tiefsten Punkt, von wo man einer Gruppe von Gendarmen westseits kaum ansteigend ausweicht. Man kehrt zum Grat zurück, muss aber im weiteren Anstieg noch einige Male in die Westflanke abweichen.

Guido schlägt vor, dieses Mal wenigstens den Anfang der Überschreitung zu begehen. Da die ersten Meter auch mir für machbar erscheinen, klettern wir also wagemutig los. Der Blick vom Grat aus auf Aroser Rothorn und Pizza Naira, zwei Gipfel, die wir am 2. August 2017 bestiegen haben:

Das Kraxeln über das weglose Gelände macht so viel Spaß, dass bald keine Rede mehr davon ist, nur den Anfang der Überschreitung zu begehen: Wir kraxeln und klettern munter über den Grat weiter und weiter und lassen uns weder von Geröll noch Gendarmen aufhalten. Ein paar Momentaufnahmen:

Am Fuße des Lenzer Horns ist das Felsgewirr dann nicht nur extrem unübersichtlich, sondern auch brüchig, so dass es nicht ganz einfach ist, sich hier zurechtzufinden. Nach kurzem Umherirren entdecken wir in der Ferne die Wegmarkierungen des offiziellen Wanderwegs aufs Lenzer Horn, die uns bei der Orientierung helfen. Um den offiziellen Wanderweg zu erreichen, müssen wir zwar ein paar der gewonnenen Höhenmeter absteigen, aber immerhin stehen wir dann wieder auf “sicherem” Boden:

Um 17.30 Uhr ist es geschafft, wir stehen auf dem Gipfel des Lenzer Horns:

Die coole Brille, die ich trage, stammt übrigens aus dem Fundus unserer Unterkunft. Meine eigene liegt nämlich in unserer Wohnung in Oberstaufen. :cool: Der Blick vom Gipfel des Lenzer Horns auf Lenzerheide und den Heidsee:

Vom Lenzer Horn aus ist der zwischen Piz Ela und Tinzenhorn liegende Viertausender Piz Bernina mit Biancograt noch besser zu sehen als vom Piz Linard aus:

Der erste Teil des Abstiegs erfolgt über den offiziellen Wanderweg und ist im Gegensatz zum Aufstieg fast ein Kinderspiel:

Im weiteren Verlauf führt der Abstieg über den bequem zu begehenden Nordwestgrat:

Der Blick vom Grat auf Pizza Naira, links im Bild:

Wie beim letzten Besuch des Lenzer Horns verlassen wir im weiteren Verlauf des Grats den offiziellen Wanderweg und steigen über die Nordflanke ab:

Wieder im grünen Bereich auf den Weiden der Sanaspans-Alpe:

Nach dem Genuss eines mit Pfefferminzblättern aromatisierten, kühlen Quellwassers an der Sanaspans-Alpe wandern wir auf einem Fahrweg zurück nach Lenz. Der Blick vom Tal zurück auf den Grat zwischen Piz Linard und Lenzer Horn:

Kaum zu glauben, dass wir dort oben herumgekraxelt sind! Neun Stunden nach Beginn unserer Tour erreichen wir mit qualmenden Füßen, aber glücklich und randvoll mit herzöffnenden und bewegenden Momenten unsere Unterkunft. Die Daten der Tour laut der App MapOut: Dauer neun Stunden, Länge 23 Kilometer, Höhenmeter 1600. Den Streckenverlauf ergänze ich nachträglich, sobald unsere GPS-Daten auf OpenStreetMap veröffentlicht sind. Zu guter Letzt die Mahlzeiten des heutigen Tages mit geschätzten Mengenangaben:

  • 10.00 Uhr: 450 Gramm gelbe Honigmelone
  • 21.30 Uhr: 100 Gramm braune Champignons, 300 Gramm Fleisch, Fett und Knorpel von der Brust eines Lamms, 100 Gramm Knochenmark vom Rind, 300 Gramm Eisbergsalat

PS: Danke für dieses wundervolle Abenteuer. :sonne:

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Diese Seite wurde zuletzt am 19. August 2019 um 12.09 Uhr GMT geändert.