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Archiv für April 2024Bevor wir nach Bellinzona fahren, absolviere ich eine Fahrt auf dem Rollentrainer: Danach bleibt vor unserem Reiseantritt nur noch Zeit für eine Dusche, das Essen muss ich ausfallen lassen. Es gibt daher nur eine Mahlzeit, die nach unserer Rückkehr stattfindet:
Das Steak schmeckt erneut göttlich. In der vergangenen Woche wechselte das Wetter in kürzester Zeit von hochsommerlichen zu spätwinterlichen Verhältnissen. Auch in den kommenden Tagen bleibt uns in Schmitten der Winter erhalten. Spontan entschließen wir uns daher, eine Reise in den Süden zu unternehmen. Ziel ist Bellinzona, das wir mit Hilfe des Postbusses erreichen: Bellinzona ist die Hauptstadt des Kantons Tessin und liegt in der Magadinoebene am Fluss Ticino, nicht weit vom Lago Maggiore. Für einen Ausflug ins Umland fehlt uns die Zeit, daher wollen wir heute ausnahmsweise nicht die Natur erkunden, sondern uns kulturell weiterbilden. 👩🏻🎓 Geplant ist die Besichtigung einer mittelalterlichen Verteidigungsanlage, die aus drei Burgen besteht. Um 13 Uhr kommen wir am Busbahnhof von Bellinzona an: Von dort aus geht es Wegweisern folgend steil hinauf zur höchst gelegenen Burg: Im Garten linker Hand wachsen Kiwais und ein riesiger Feigenbaum: Ein Blick über das nördliche Bellinzona: Hier erreichen wir die Kirche „San Sebastiano“: Ein Blick zurück auf „San Sebastiano“ und über die Dächer von Bellinzona: Kurz vor dem Erreichen des „Castellos di Sasso Cobaro“ können wir Richtung Süden einen Zipfel des Lagos Maggiores erkennen: Das „Castello di Sasso Cobaro“: Der Blick von der Burg Richtung Süden: In der anderen Richtung dominiert die Natur: Eine Innenbesichtigung, einschließlich eines Museumsbesuchs kosten 15 CHF. Aus Zeit- und Kostengründen verzichten wir darauf und gehen nach der Außenbesichtigung direkt zur nächsten Burg weiter: Hier ist das „Castello di Montebello“ schon in Sichtweite: An der Eingangspforte: Der Zugang zum inneren Kern: Das „Castello di Montebello“ ist noch imposanter als das „Castello di Sasso Corbaro“, trotzdem verzichten wir auch hier auf eine kostenpflichtige Innenbesichtigung und richten den Blick stattdessen auf die dritte Burg, das „Castelgrande“: Der Weg dorthin führt durch diese malerisch Gasse: Und dann weiter über die Piazza „Indipidenzia“ und die Altstadt: Am Fuße des „Castelgrande“: Nach oben bringt uns von hier aus ein Aufzug! Bilder vom „Castelgrande“: Der Blick vom „Castelgrande“ auf die anderen beiden Burgen: Der Gesamtkomplex der Burgen, Teile der Stadtmauer sowie der Murata (Mauer, die die Talsohle zwischen Burg und dem Fluss Ticino sperrte) zählen seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ein letzter Blick über die Dächer von Bellinzona Richtung Bahnhof, dem Start und Endpunkt unseres Burgenrundgangs: Ein Stunde früher als geplant treten wir die Heimreise an. Aber wir haben alles gesehen, was wir sehen wollten und zudem blieb uns bisher das Wetter hold: Es blieb entgegen der Vorhersage trocken und recht sonnig und mild. Kaum sitzen wir im Bus, schlägt das Wetter um und es fängt an zu regnen bzw. zu schneien. Da hatten wir den richtigen Riecher, uns nicht noch länger in Bellinzona aufhalten zu wollen. Uns hat der Burgenrundgang sehr gut gefallen, allerdings ist der Weg sicherlich nicht für jeden geeignet. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann die beiden oberen Burgen aber mit Hilfe des kleinen Touristenzugs „Artù“ erreichen. Und wer mehr Zeit wie wir zur Verfügung hat, dem sei außerdem die Erkundung der Altstadt Bellinzonas empfohlen. Zum Schluss ein Blumengruß aus Bellinzona: Als ich morgens aus dem Haus gehe, kommt es mir vor, als hätten wir Mitte Januar und nicht Mitte April: Im Dorfladen ist am frühen Morgen Brotbacken und Verräumen der gelieferten Ware angesagt, vor dem Dorfladen kann ich mich außerdem einer meiner Lieblingstätigkeiten, dem Schneeräumen, widmen. Eigentlich wollte ich in der Mittagspause laufen gehen, aber aufgrund der Wegverhältnisse lasse ich das lieber bleiben und widme mich stattdessen der Nahrungsaufnahme. Auf meinen Wunsch hat der Metzger Steakfleisch vom Rind besorgt, insgesamt eine Menge von 3.5 Kilogramm zum stolzen Preis von 68 CHF pro Kilogramm. Es schmeckt göttlich.
Die Abendmahlzeit findet so spät statt, weil ich nach Feierabend eine Fahrt auf dem Rollentrainer absolviere: Danach bin ich so hungrig, dass ich meinen Plan, spät am Abend nichts mehr zu essen, mal wieder über den Haufen werfe. Da ich heute zu Hause bin, bekomme ich nicht nur den Geruch, sondern auch den Lärm der Demontagearbeiten mit. Gott sei Dank sind die Arbeiten um die Mittagszeit beendet und Ruhe kehrt ein. Ich informiere den Bauleiter per Telefon über diesen wenig erfreulich Zustand und hoffe, dass das Vlies am Montag ersetzt wird. Nachmittags fahre ich nach Davos, um die Fahrkarten für meine Fahrt nach Deutschland zu besorgen. Außerdem kaufe ich bei JYSK (= „von Jütland kommend“), einer dänischen Handelskette, die unter anderem Möbel und Einrichtungsgegenstände verkauft, zwei Boxen zur Aufbewahrung für Kleinkram. Wenn sie in die große Regalwand, die in unserem Wohnzimmer steht, passen, will ich morgen mehr davon holen. Sie passen perfekt und statt morgen, fahre ich schon heute ein weiteres Mal nach Davos. Meine Chefin fragt nämlich an, ob ich sie morgen im Dorfladen vertreten kann, sie fühlt sich nicht gut. Nun ja, ich fühle mich auch nicht gut, der Geruch in der Wohnung und das lausig kalte Wetter machen mir zu schaffen. Aber egal, ich werde den Dienst übernehmen. Ich kann daher schon heute unsere Regalwand verschönern. Sie sieht mit den Boxen nicht nur schöner aus, es herrscht auch mehr Ordnung. Ordnung zu schaffen ist derzeit ein großes Bedürfnis für mich, ich scheine mal wieder zu entgiften.
PS: Ich verschwinde vor 21 Uhr im Bett und hoffe, dass ich den morgigen Arbeitstag gut überstehe. Während es im Haus zur Sache geht und mit viel Lärm und Dreck der Lift demontiert wird, arbeite ich in aller Ruhe im Dorfladen. Nur in der Mittagspause bekomme ich etwas von dem Chaos und vor allem von dem Geruch mit, der während der Arbeiten durch das Haus und leider auch durch die Wohnung zieht. Als ich nach Feierabend nach Hause komme, ist zwar Ruhe eingekehrt, der Geruch nach Arbeit hängt allerdings weiterhin in der Luft. Da es immer noch lausig kalt ist und in den nächsten Tage wohl auch bleiben wird, können wir Fenster und Türen nur kurz öffnen. Nun ja, irgendwann wird es schon wieder „normal“ in der Wohnung riechen.
Im Dorfladen liegen drei Schälchen Heidelbeeren zum Verkauf aus. An einem „muss“ ich mich leider vergreifen. PS: In der Mittagspause radle ich auf dem Rollentrainer: |