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Archiv für die Kategorie ‘Wildpflanzen’Die Mittagsmahlzeit begann mit Grünfutter. Mit dabei waren die breitblättrige Platterbse, die wilde Rauke und Lindenblätter. Außerdem testete ich den Bedarf von drei Pflanzen. Zwei davon gehörten zu den sogenannten Giftpflanzen, die manchmal aber auch Heilpflanzen sein konnten: der gefleckte Schierling und der Fingerhut, der hier zusammen mit einer Iris zu sehen war: Vom Fingerhut probierte ich eine Blüte. Sie schmeckte sehr bitter und ich spuckte sie sie sofort wieder aus. Unter Herzproblemen schien ich also momentan nicht zu leiden. Ein Blatt des gefleckten Schierlings roch beim Zerreiben unauffällig, auch der Geschmack war neutral. Ich beließ es trotzdem erst einmal bei dem einen Blatt und wartete die Reaktionen meines Körpers ab. Da ich bis zum Schreiben dieses Tagebucheintrages überlebte, hatte ich zumindest keine tödliche Dosis zu mir genommen! Die dritte Pflanze war eine Heilpflanze, die oft bei Lungenerkrankungen eingesetzt wurde, der echte Salbei: Hier war mein Bedarf gleich Null, ich musste die probierten Pflanzenteile ausspucken, da sie ebenso wie die Blüte des Fingerhuts extrem bitter schmeckten. Anschließend gab es zwei Zimtäpfel mit einem Nettogewicht von 450 Gramm und 560 Gramm Apfelbananen. Das Abendessen bestand aus zwei Grenadillen (Bruttogewicht 250 Gramm), 850 Gramm Papaya und sauren Tamarinden (Bruttogewicht 150 Gramm). Die erste Mahlzeit fand zur Mittagszeit statt. Sie bestand aus zwei Zimtäpfeln (590 Gramm) und Kräutern aus dem Garten. Da mir gestern der Feldsalat gut geschmeckt hatte, probierte ich eine andere Pflanze aus der Familie der Baldriangewächse, den echten Baldrian: Dieser traf meinen Bedarf allerdings nicht, sein Geschmack war fade. Wesentlich besser schmeckten die Blütenstängel vom Wiesenbocksbart, die Blüten vom Rotklee und die Triebspitzen der Platterbse sowie der Vogelwicke. Die Blüten der Mispeln, die zurzeit zu bewundern waren, überließ ich anderen Liebhabern: Hier war ein goldglänzender Rosenkäfer zu sehen. Eine Sekunde später war er kopfüber im Blütenkelch verschwunden. Aber nicht nur Käfer fanden die Blüten attraktiv, sondern auch Bienen und Hummeln und so hoffe ich auf eine reiche Ernte im Herbst. Nachmittags gab es eine weitere Mahlzeit mit Früchten und Grünfutter: Sie bestand aus 180 Gramm Feldsalat, 380 Gramm Heidelbeeren und 650 Gramm Aprikosen. Zum Abendessen aß ich 50 Gramm grünen Spargel und zwei Avocados der Sorte „Hass“ mit einem Bruttogewicht von 380 Gramm. Die erste Mahlzeit begann um die Mittagszeit mit 900 Gramm Wassermelone. Zwei Stunden später aß ich 810 Gramm Aprikosen aus Italien und 280 Gramm Feldsalat aus Deutschland. Diesen hatte ich heute spontan im Bioladen gekauft. Er war sehr frisch und traf meinen Bedarf nach Grünfutter. Nachmittags wurde ein Paket von Tropenkost geliefert, aus dem es kurze Zeit später zwei sehr reife Zimtäpfel mit einem Nettogewicht von 600 Gramm gab: Die Mahlzeit fand im Freien statt und ich konnte nicht nur die Zimtäpfel sondern auch Sonnenschein und blauen Himmel genießen: Das Abendessen begann mit verschiedenen Kräutern aus dem Garten. Die Blüten vom roten Klee waren besonders schmackhaft: Außerdem gab es Stängel und Blüten von Wiesbocksbart, Leimkraut, Labkraut und Vogelwicke. Anschließend verzehrte ich drei Avocados der Sorte „Hass“ mit einem Gesamtgewicht von 480 Gramm. Sie waren ein weiterer Bestandteil der heutigen Lieferung von Tropenkost. Die Reife war perfekt und das cremige Fruchtfleisch ein wahrer Hochgenuss. Vormittags aß ich ein Kilogramm Wassermelone aus Spanien. Zum Mittagessen gab es eine weitere Obstmahlzeit mit einer Mango von 410 Gramm, 430 Gramm Aprikosen und 230 Gramm Apfelbananen. Nachmittags war ich im Garten, um Kräuter (Löwenzahn, Vogelmiere) zu essen. Mein Bedarf war allerdings gering, nichts schmeckte wirklich gut. Oder ich hatte nicht die passenden Kräuter zur Auswahl, wer wusste das schon. Zum Abendessen gab es wieder einmal Fleisch: Allerdings keins vom Wildschwein und auch keins vom Reh, sondern das von einer reifen Kokosnuss: Sie stammte aus dem Bioladen. Als Vorspeise gab es den Saft, der recht mild schmeckte. Vom Fruchtfleisch aß ich 100 Gramm, dann ließen der Geschmack und meine Lust weiter zu essen nach. Die Abwechslung im Speiseplan tat vor allem meinem Verstand gut. Dieser war manchmal schon am Zweifeln, ob es mit rechten Dingen zuging, wenn mich meine Nase jeden Tag zu tierischen Lebensmitteln hinführte. Nun, mein Verstand war nach der Mahlzeit zufrieden, mehr aber auch nicht. Die Nuss schmeckte zwar recht passabel, aber eine himmlische Phase wie beim Fleisch vom Wildschwein hatte ich nicht. Was sollte es, einen Tag ohne himmlische Phase konnte ich schon aushalten, andere mussten ihr Leben lang darauf verzichten! So wie wahrscheinlich die Rohkost-„Expertin“ Victoria Boutenko, die in ihrem neuesten Buch mit dem Titel „Rohkost & mehr“ das Scheitern ihrer veganen Rohkost kundtat. Ich las es mir heute innerhalb von zehn Minuten durch. Das war keine große Kunst, da es hauptsächlich aus Rezepten bestand. Die ersten Seiten waren allerdings recht interessant: Sie und ihre beiden Koautoren erzählten über den von ihnen praktizierten Rohkostweg und warum nach ihrer Meinung einhundertprozentige Rohkost nicht immer die beste Ernährung war. Zitat: „Ich habe mich für Gesundheit entschieden anstatt für einhundertprozentige Rohkost.“ Vegane Küchenrohkost konnte wirklich krank machen, das hatte ich am eigenen Leib erfahren. Anstatt wieder anzufangen Gekochtes zu essen, gab es jedoch eine andere Möglichkeit: Das Ausprobieren der instinktiven Rohkost. Diesen Weg wollen bisher nur wenige gehen, warum auch immer. Zum Frühstück aß ich 280 Gramm Erdbeeren, 400 Gramm Heidelbeeren und einige Wildkräuter. Die nächste Mahlzeit fand um die Mittagszeit statt und bestand aus 1400 Gramm Wassermelone. Zwei Stunden später verzehrte ich 210 Gramm Aprikosen und 250 Gramm Apfelbananen. Das Abendessen begann mit einer üppigen Kräutermahlzeit. So verspeiste ich fast alle Triebspitzen und Blüten dieser Gruppe von Leimkräutern: Außerdem gab es Wiesenbocksbart, Rotkleeblüten, Wiesenlabkraut und Platterbse. Ich aß, bis eine Grünfuttersperre aufkam: Egal, was ich probierte, der Genuss war weg und beim Kauen wurde es immer mehr. Ich hatte die Vorstellung, dass ich nach so einer reichhaltigen Kräutermahlzeit vielleicht keine Lust auf Fleisch hätte und stattdessen wieder einmal einen Obsttag einlegen würde. Weit gefehlt: Das Fleisch vom Wildschein roch so lecker, als hätte ich seit Wochen keines gegessen. Der Geschmack war unbeschreiblich gut und ich verzehrte in aller Ruhe gut 600 Gramm mit sehr viel Fett. Während des Essens tauchte plötzlich ein Fuchs vor meinem Fenster auf. Das passiert in den Sommermonaten immer wieder, meist allerdings erst nach dem Dunkelwerden. Ich nahm an, dass es eine Füchsin war, die sich auf der Suche nach Futter für ihre Jungen ganz nahe an unser Haus wagte. Schließlich gab es hier schon manche Leckerei: Wir hatten vor einigen Jahren Laufenten, deren Bestand um diese Jahreszeit immer beträchtlich dezimiert wurde. Ich liebte es, wenn Wildtiere mich besuchten. Auch ein Marder kam ab und zu vorbei und versuchte, nachts die Motten, die sich vor dem Fenster tummelten, zu fangen. Rehe konnte ich eher morgens beobachten. Als ich noch Gemüse anbaute, machten sie sich besonders gerne über die rote Beete her. |