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Archiv für die Kategorie ‘Wildpflanzen’Zum Frühstück aß ich zahlreiche Lindenblätter, Blüten der Nachtkerze und etwa ein Pfund Kirschen aus der Region. Von den Kirschen hatte ich über ein Kilogramm gekauft. Mehr als knapp die Hälfte konnte ich allerdings nicht essen, sie sperrten zuverlässig durch einen Geschmacksumschlag ins Saure. Das Mittagessen bestand aus 230 Gramm Wabenhonig und 450 Gramm Apfelbananen. Nachmittags startete ich zu meiner nächsten Kräuter-/Wandertour. Die Strecke nannte sich „Wasser-Dichter-Spuren“ und war über 14 Kilometer lang. Auf einigen Schautafeln entlang des Weges wurden Heimatdichter vorgestellt, daher der Name der Tour. Wie auf allen Traumschleifen luden auch hier Sinnesbänke zum Ausruhen ein: Die Bank stand mitten in einer „Kulturlandschaft“, d.h. sie war umgeben von Getreide- und Rapsfeldern. Ganz in der Nähe befand sich ein Bienenschaukasten, bei dem man vorsichtig zwei Klappen öffnen konnte. Dahinter verbarg sich ein Glaskasten mit zwei Waben, zahlreichen Bienen und einer Königin, die mit einem roten Punkt markiert war. Hier war das Einflugloch des Kastens zu sehen: Ich war froh als der Weg wieder in den Wald führte, denn hier war es um einiges angenehmer als auf den Feldern. Wie auf vielen meiner Wanderungen gab es zahlreiche Fingerhutbestände zu bewundern: Mein Bedarf an dieser Pflanze war allerdings gleich Null. Noch vor drei Jahren konnte ich zwei bis drei Blüten essen, bevor der Geschmack ins Bittere umschlug. Das Wald-Geißblatt verströmte zwar einen süßen Duft, essbar war es jedoch genauso wenig: Zu den für mich heute essbaren Kräutern gehörten:
Einen besonderen Leckerbissen bildeten immer wieder Walderdbeeren, die hier besonders zahlreich wuchsen: Rehe liefen mir heute keine über den Weg, dafür aber ein Fuchs, ein Esel, zahlreiche Kühe, mehrere Pferde und vier neugierig guckende Ziegen: Nach der Wanderung trank ich einen halben Liter Wasser. Zum Abendessen gab es 60 Gramm Lunge, 230 Gramm Leber und 220 Gramm Brustfleisch, alles vom Reh. Am späten Vormittag machte ich mich auf den Weg nach Thomm, einer Gemeinde im Hochwald. Von hier aus startete ich zu einer etwa dreizehn Kilometer langen Wanderung, dem Schiefer-Wacken-Weg: Der erste Teil der Strecke führte am Herler Wacken vorbei, einem fünfhundert Meter langen quarzitischen Felsenzug. Im zweiten Teil konnte man immer wieder die Überreste eines ehemaligen Dachschiefer-Bergbaus bewundern: In diesem Steinbruch wurde der Schiefer über Tage abgebaut. Selbst der Wanderweg war in diesem Abschnitt mit Schiefer „gepflastert“: Auf dem größten Teil der Strecke war außer Vogelgezwitscher und Wasserplätschern nichts zu hören. Man konnte vergessen, dass irgendwo da „draußen“ eine andere Welt existierte. Ich probierte und aß immer wieder Kräuter, Vogelmiere und Brennnesselblätter schmeckten besonders gut. Außerdem gab es Blüten des Herbstlöwenzahns, von verschiedenen Kratzdisteln, vom Rotklee, vom orangeroten Habichtskraut und von der wilden Malve: Knospen vom Spitz- und Breitwegerich ergänzten die Palette der Kräuter. Ein willkommener Leckerbissen waren zahlreiche Walderdbeeren auf dem letzten Teil der Strecke. Mit Beeren aus dem eigenen Garten setzte ich meine Mittagsmahlzeit fort: Es gab rote und schwarze Johannisbeeren, eine Himbeere und zahlreiche schwarze Maulbeeren, insgesamt eine Menge von etwa 100 Gramm. 280 Gramm Wabenhonig aus der Region bildeten den Abschluss dieser Mahlzeit. Zum Abendessen gab es 1800 Gramm Wassermelone, die zahlreiche Kerne hatte. Nach Angabe einer Mitarbeiterin des Bioladens sollte es sich allerdings um eine kernlose Sorte handeln. Zwei Stunden später gab es als „Betthupferl“ 420 Gramm Aprikosen und 360 Gramm Apfelbananen. Morgens regnete es in Strömen. Da ich zum Klettern in der Halle verabredet war, störte mich der Regen allerdings nicht besonders. Meine morgendliche Kräuterwanderung ließ ich allerdings ausfallen. Die erste Mahlzeit fand daher erst mittags nach dem Klettertraining statt. Sie bestand aus Kirschtomaten. Jede einzelne war ein Hochgenuss. Ich hatte insgesamt 1500 Gramm gekauft, nach 1220 Gramm war allerdings Schluss. Der gute Geschmack ließ nach und mein Bauch war so gut wie voll. Nachmittags ließ auch der Regen nach, ab und zu war sogar ein Stückchen blauer Himmel zu sehen. Ich nutzte das trockene Wetter, um verschiedene Kräuter zu essen. Die unreifen Samenstände vom Breitwegerich schmeckten besonders lecker: Außerdem gab es
Mit dabei waren auch drei Blütenknospen der Kapuzinerkresse, eine davon mit „Beilage“: Zu guter Letzt aß ich einige Samen des Wiesenkümmels: Dieses Geschmackserlebnis ließ Erinnerungen an meine Kindheit wach werden: Kümmel war eines meiner Lieblingsgewürze. Kümmel sollte bei Verdauungsproblemen helfen und nützlich gegen Blähungen sein. Ich litt weder unter dem einen noch unter dem anderen. Vielleicht hätte ich sonst mehr davon essen können. Das Abendessen begann kurz vor dem Dunkelwerden mit 150 Gramm Herz vom Reh. Anschließend holte ich mir ein Stück von der Leber. Der Geruch war neutral, mehr als einen Bissen konnte ich allerdings nicht essen. Zum Sattwerden gab es 250 Gramm Brustfleisch vom Reh. Noch fünf Schultage, dann begannen in Rheinland-Pfalz die Sommerferien. Bei uns im Haus gab es sogar einen „Abreißkalender“, mit dem dieses Ereignis gebührend gewürdigt wurde: Vormittags machte ich erneut einen Ausflug in die nähere Umgebung. Die Fischerhütte in Beuren war mein Ziel. Vor einigen Wochen hatte ich mich hier mit anderen Interessierten zu einer Kräuterwanderung getroffen. Damals hatte ich geplant, den Rockenburger Urwaldpfad entlang zu wandern und das machte ich heute. Teilstücke der Strecke lief ich. Das mache ich eigentlich auf jeder Tour. Die Kombination aus Wandern, Kräuteressen und Laufen machte mir im Moment sehr viel Freude. Hier konnte ich wenigstens für einige Zeit vergessen, in was für einer irrsinnigen Welt ich gerade lebte! Gleich zu Beginn der Strecke stieß ich auf einen Bestand von Wald-Wachtelweizen: Die Blätter der Pflanze schmeckten für mich pilzartig. Diese Kräuter aß ich ebenfalls:
Viel konnte ich nicht vom Moos essen, es fing schnell an, im Hals zu kratzen. Es war allerdings sehr wasserhaltig und damit sehr erfrischend. Die Strecke hatte aber nicht nur dem Geschmackssinn etwas zu bieten, sondern auch allen anderen Sinnen. Auf dieser Leiter wurde der Gleichgewichtssinn gefordert: Der Gesang der Vögel und das Plätschern eines Baches boten etwas für den Hörsinn: Zum Schluss gab es ein ganz besonderes Erlebnis für den Tastsinn: Der Boden dieses sehr komfortablen Wassertretbeckens bestand aus Kies und war eine Herausforderung für die Fußsohlen. Drei Mal konnte ich das Becken durchqueren, dann wurde das kalte Wasser unangenehm. Nach einer kurzen Rast am Becken machte ich mich auf den Nachhauseweg. Das aß ich nach den Kräutern: 600 Gramm Papaya, 400 Gramm Apfelbananen und 250 Gramm Datteln „Deglet Nour“. Nachmittags machte ich eine weitere Kräutertour durch den Garten. Das Abendessen bestand aus Lunge, Herz und Leber vom Reh. Die Innereien hatte mir ein Nachbar vor zwei Tagen vorbeigebracht. Hier war ein Stück der Lunge zu sehen: Von der Lunge aß ich 110 Gramm. Sie schmeckte bei Bedarf sehr süß, ihre Konsistenz war watteartig. Vom Herz gab es 100 Gramm, von der Leber 240 Gramm. Damit blieben für heute keine Wünsche mehr offen. Die erste Mahlzeit fand am frühen Vormittag statt und bestand aus 1600 Gramm einer spanischen Wassermelone. Zum Mittagessen aß ich 250 Gramm Apfelbananen und 320 Gramm Datteln „Deglet Nour“. Nachmittags gab es eine Portion Lichtnahrung: Ich legte mich eine halbe Stunde in die Sonne, um meinen Vitamin-D-Spiegel nach oben zu bringen. Ich hatte nämlich in der letzten Woche eine Blutuntersuchung machen lassen, bei der ein leichter Vitamin-D-Mangel festgestellt wurde. Und das, obwohl ich so oft draußen in der Natur war und regelmäßig Fisch aß. Alle anderen Werte lagen im Normalbereich. Gegen Abend machte ich eine kleine Kräuterwanderung rund um das Haus. Dabei entdeckte ich die ersten reifen Maulbeeren. Das kleine Bäumchen hing dieses Jahr voller Früchte: Auf dem Bild waren allerdings nur noch unreife Früchte zu erkennen, die reifen hatte ich vor der Aufnahme gegessen. Einige rote Johannisbeeren und Walderdbeeren ergänzten die Runde der Beerenfrüchte. Die verzehrte Menge an an Beeren betrug etwa 100 Gramm. Außerdem gab es Blüten von Wiesenpippau, Herbstlöwenzahn und Ferkelkraut. Auch die Blütenknospen vom Breitwegerich schmeckten sehr gut: Entlang eines Weges konnte ich zahlreiche Triebe der wilden Platterbse essen. Sie wuchs dort in großen Beständen: Von manchen Pflanzen aß ich also nur die Blüten, von anderen nur die Blätter oder die Triebspitzen. Vom Wiesenbärenklau hatte ich die geschälten Stängel sehr gerne, die Blätter, Blüten oder Früchte schmeckten mir dagegen überhaupt nicht. Es war daher sinnvoll, immer alle Pflanzenteile zu probieren. Zum Abendessen gab es diese Kirsch-Tomaten: Die verzehrte Menge betrug 740 Gramm. Zum Nachtisch aß ich 180 Gramm einer roten Paprikaschote. |