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Archiv für die Kategorie ‘Wildpflanzen’Bei strahlend blauem Himmel startete ich um 8.30 Uhr mit dem Auto in Richtung Thomm, einer kleinen Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg. Der Ort lag an der Traumschleife „Schiefer-Wacken-Weg“, die ich letztes Jahr Anfang Juli schon einmal gewandert war. Ausgangspunkt war die Kirche in Thomm, auf der folgende Worte zu lesen waren: „Jeder Mensch trägt Gottes Antlitz“: Statt nach rechts wie letztes Jahr, ging ich dieses Mal in die andere Richtung. Von Thomm aus ging es erst einmal im Dauerlauf den Berg hinunter: Nach wenigen Minuten traf ich auf ein Feld von weißen Taubnesseln, großer Sternmiere und Klettenlabkraut: Ich ließ mir alle drei Kräuter in großen Mengen schmecken. Außerdem gab es dicht daneben einen Bestand an Brennnesseln, die ebenfalls sehr gut schmeckten. Etwas später konnte ich meinen Bedarf an Veilchenblüten stillen: Vom echten Barbarakraut konnte ich nur zwei Blütenstände und ein Blatt essen: Außerdem probierte ich zum wiederholten Mal jungen Giersch, den ich allerdings gleich wieder ausspucken musste. Außerdem fielen mir zwei Kräuter auf, die ich schon in früheren Jahren probiert und als „giftig“ in Erinnerung hatte, das Wald-Bingelkraut und der gefleckte Aronstab, der in großen Beständen auftreten konnte: Hier war dagegen in einem Bestand von Sternmiere eine echte Delikatesse zu sehen, der große Bocksbart: Die dicken Stängel schmeckten mild und waren wunderbar saftig. Ebenso wohlschmeckend war dieser „Busch“ Feldsalat: Sauerklee, Sauerampfer, Löwenzahn- und Goldnesselblüten ergänzten die Kräutermahlzeit. In ein paar Wochen konnte man sich entlang dieser Strecke nicht nur an Kräutern, sondern auch an Himbeeren und wilden Kirschen sattessen. Um kurz vor 14 Uhr war ich wieder zu Hause und nach einem kurzen Besuch bei meinen Bienen aß ich 140 Gramm frisch „geernteten“ Wabenhonig. Das Abendessen begann um 19.00 Uhr und bestand aus 495 Gramm Fleisch von der Brust eines Wildschweins, einschließlich Rippenendstücken. Um 11.00 Uhr hatte ich den nächsten Besichtigungstermin für eine Wohnung. Sie war schön und vom Preis her einigermaßen akzeptabel. Allerdings gab es auch hier Nachteile: Sie musste noch tapeziert werden, außerdem fehlte eine Einbauküche. Auch wenn ich keinen Herd und keinen Backofen brauche, meine Tochter schon. Und sogar eine Rohköstlerin benötigt eine Spüle! Das Mittagessen fand nach der Besichtigung um 11.50 Uhr statt. Es bestand aus 80 Gramm Feldsalat und 220 Gramm eingeweichten Walnüssen (Trockengewicht 160 Gramm). Um 14 Uhr hatte ich einen weiteren Besichtigungstermin. Auch hier galt wie bei einigen anderen Wohnungen: Sie war ganz nett, aber zu 10 Prozent war ich nicht davon überzeugt. Und mit weniger als 100 Prozent gab ich mich nicht mehr zufrieden. Anschließend war ich auf der in der Nähe liegenden Traumschleife „Römer-Keltenpfad“ wandern: Die Streckenlänge betrug 12,5 Kilometer. Unterwegs aß ich zahlreiche Kräuter. Mit dabei waren zum Beispiel einige Blätter der Knoblauchsrauke, des bitteren Schaumkrauts, Brennnesselblätter, Blüten vom Veilchen sowie vom Löwenzahn, Wiesenlabkraut und die nach Erbsen schmeckenden Triebe der großen Sternmiere, die hier schon am Blühen war: Außerdem verzehrte ich einige Blätter des Lungenkrauts, das man gut an seinen weißgefleckten Blättern erkennen konnte: In der Nähe wuchsen zahlreiche Beinwellstauden, von denen es auch eine Kostprobe gab: Bei so vielen verschiedenen Kräutern sollte man meinen, dass ich zufrieden gewesen wäre. Dem war aber nicht so, ich vermisste ein Kraut, das bei mir im Garten im Moment sehr üppig wuchs, den Bärlauch. Der „Zufall“ wollte es, dass ich kurze Zeit später auf ein großes Bärlauchfeld stieß: Hier konnte ich mich richtig sattessen! Zum Abschluss der Kräutermahlzeit probierte ich den jungen Trieb einer Lärche: Er schmeckte angenehm säuerlich. Fazit der Wanderung: Die Strecke ist wunderschön und es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich hier unterwegs war. Es gab nämlich zahlreiche Heidelbeer- und Himbeersträucher entlang der Wege. Ein kurzer Saunabesuch bildete den Abschluss der heutigen Unternehmungen. Das Abendessen begann um 21.15 Uhr, dauerte eine Stunde und fünfzehn Minuten und bestand aus 500 Gramm Fleisch von der Brust eines Wildschweins mit vielen Rippenendstücken. Heute Morgen wurde ich über den Termin beim Notar zwecks Hausverkauf benachrichtigt. Obwohl diese Nachricht vorauszusehen war, war ich danach wie gelähmt. Zwei Stunden später brachen alle Dämme und ich ließ meinen Tränen freien Lauf. Gott sei Dank war ich nicht allein mit meinem Kummer und irgendwann konnte ich mich dank liebevoller Anteilnahme wieder aufraffen und nach meinen Bienen gucken. So wie es aussah, ging es ihnen gut. Da ich gerade unter akutem Lebensmittelmangel litt, entnahm ich beim Nachschauen eine Wabe, die sowohl Pollen als auch Honig enthielt. 90 Gramm davon gab es um 13.30 Uhr zum Mittagessen. Ich ergänzte die Mahlzeit mit fünf Bärlauchblättern und einigen Löwenzahnblüten: Nach dieser Mahlzeit kehrten Lebensmut und Zuversicht zurück. Danach freute ich mich auf eine ruhige und erholsame Nacht. Vormittags besichtigte ich eine weitere Wohnung, zumindest von außen. Der Anblick war so abschreckend, dass ich auf eine Innenbesichtigung verzichtete. Anschließend wanderte ich wie gestern entlang der Waldrill. Das Mittagessen fand um 13.30 Uhr statt und bestand aus 230 Gramm Wabenhonig und verschiedenen Blüten. Mit dabei waren die des Gänseblümchens, des Veilchens, des Löwenzahns und der Goldnessel: Meine Bienen waren wieder fleißig bei der Arbeit. Die Mirabellenbäume waren jetzt schon fast verblüht, aber für Nachschub war gesorgt: Es waren die Blüten einer in der Nähe stehenden Kirsche. Auch ein Zierapfel präsentierte sich in seiner ganzen Pracht: Zum Abendessen um 19.30 Uhr gab es einige Bärlauchblätter und 200 Gramm eingeweichte Walnüsse (Trockengewicht 150 Gramm). Die Sperre kam in Form eines Anrufs: Mein Jäger meldete sich: Ich konnte am Ende der Woche Fleisch vom Wildschwein abholen. Nachdem sich gegen neun Uhr der Nebel verzogen hatte, brach ich zu einer kurzen Wanderung rund ums Dorf auf. Im Moseltal hingen zu dieser Uhrzeit noch dicke Wolkenfelder: Mir kam es vor, als hätte ich noch nie einen so blütenreichen Frühling wie diesen erlebt. Besonders die Schlehenhecken faszinierten mich immer wieder: Während der Wanderung gab es als kleine Stärkung etwa fünfzig Hagebutten. Um 10.30 Uhr war ich zum Klettern verabredet und um 13 Uhr fand ein Bodybalance-Kurs im Fitnessstudio statt. Die anschließende Wanderung entlang der Waldrill diente mehr der Entspannung als der körperlichen Ertüchtigung. Der Name „Waldrill“ war übrigens keltischen Ursprungs und bedeutete „eiliges Wasser“. Das „eilige Wasser“ floss an dieser Stelle etwas langsamer: Hier hatten Biber einen Damm gebaut. Ein Stück weiter lag das Wohnhaus der Familie, die sogenannte Biberburg: Es war übrigens das erste Mal in meinem Leben, dass ich ein Werk der fleißigen Baumeister in natura bewundern konnte. Entlang des Wanderwegs fand ich zwar keine Hagebutten, dafür aber zahlreiche Kräuter. Mit dabei waren Sauerklee, Sauerampfer, Brennnessel, Löwenzahn- sowie Veilchenblüten, junge Triebe der großen Sternmiere, Vogelmiere, Scharbockskraut, Wiesenlabkraut sowie ein Stängel vom Wiesenbärenklau und ein Blatt vom Mauerlattich: Das Abendessen begann um 18.30 Uhr. Es bestand aus 225 Gramm eingeweichten Walnüssen (Trockengewicht 150 Gramm). |