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Archiv für die Kategorie ‘Wildpflanzen’Bei schönstem Sonnenschein und milden Temperaturen brach ich um kurz nach 9 Uhr zu einem Spaziergang rund ums Dorf auf. Unterwegs aß ich einige Kräuter. Mit dabei waren die rote und die weiße Taubnessel, zahreiche Blüten vom Löwenzahn und Stängel sowie Knospen von einem meiner Lieblingskräuter, dem Wiesenbocksbart: Zum Mittagessen um 13.30 Uhr gab es fünfzig am Vormittag gesammelte, an den Sträuchern getrocknete Hagebutten: Nachmittags fuhr ich in den Odenwald, um dort einem Imker beim Umsetzen seiner Bienen zu helfen. An diesem Standort musste etwa die Hälfte der Völker umgesetzt werden. Hier war ein offener Bienenstock zu sehen: Mit einbrechender Dunkelheit mussten wir unsere Arbeit unterbrechen. Aber morgen war ja auch noch ein Tag. Viel Zeit durfte man sich jedoch nicht mehr lassen, denn einigen Völkern wurde der Raum schon zu klein. Dann bildeten sie Weiselzellen. Weiselzellen waren die Zellen, in denen neue Königinnen aufgezogen wurden. Neun Tage nachdem die Königin in eine solche Zelle ein Ei abgelegt hatte, flogen dann Tausende von Bienen mit ihrer Königin davon und sammelten sich in der Nähe des alten Stocks als Schwarmtraube. Von dort aus wurden Kundschafter ausgeschickt, um einen neuen Standort zu suchen. War der Imker rechtzeitig zur Stelle, konnte er die Königin und ihr Volk einfangen und in einem neuen Stock unterbringen. Wenn im alten Stock mehrere junge Königinnen heranwuchsen, konnten auch diese mit einem Teil der Bienen schwärmen. Diese Schwärme, auch Nachschwärme genannt, waren allerdings meist deutlich kleiner als der erste mit der alten Königin, den man Vorschwarm nannte. Die Bienen waren nicht immer begeistert, wenn sie in ihrer Ruhe gestört wurden und so kam es vor, dass man, wenn man so wie wir ohne Schutzkleidung und nur mit Rauch arbeitete, gestochen wurde. Alte Imker merkten nur den Stich und es kam meist zu keiner Schwellung. Bei mir als „Jungimkerin“ sah das noch anders aus: Eine Biene stoch mich heute in die Augenbraue und innerhalb weniger Stunden war mein Auge rundherum angeschwollen. Angeblich konnte die Schwellung bis zu drei Tage lang stärker werden und ließ dann in den meisten Fällen wieder nach. Gott sei Dank konnte ich bis zum Abend noch aus dem Auge gucken, denn ich musste ja noch Autofahren. Mal schauen, wie die Sache morgen aussieht. PS: Zum Abendessen um 22 Uhr gab es 180 Gramm Walnüsse. Die erste Mahlzeit gab es um 10.30 Uhr. Sie bestand aus 120 Gramm einer Wabe mit Drohnenbrut: Es waren junge Maden, die sehr gut schmeckten. Anschließend fuhr ich nach Waldhölzbach, um von dort aus die Traumschleife „Zwei-Täler-Weg“ zu wandern. Die Gegend war mir von einer in der Nähe liegenden Wanderroute, die ich Anfang Juli letzten Jahres gegangen war, aufgrund ihrer üppigen Heidelbeerbestände in bester Erinnerung geblieben. Reife Früchte gab es um diese Jahreszeit noch keine, aber nach dem reichhaltigen Frühstück hatte ich sowieso kein Bedürfnis nach weiterer Nahrung. Zu Beginn der Tour war es mit sieben Grad Celsius noch sehr frisch und der Himmel bedeckt. Aber nach zwei Stunden wurde es merklich wärmer und zwischen den Bäumen war blauer Himmel zu erkennen: Der Weg führte an idyllischen Bachläufen entlang, den Hölzbach überquerte ich über ein Brett laufend: Bizarre Felsformationen boten immer wieder einen imposanten Anblick. Diese nannte sich „Hoher Fels“: Über einen schmalen Pfad ging es hinauf zum Eulenfelsen: Der Fels erinnerte wirklich an eine einäugige Eule: Von weitem konnte man Rehe in einem Gehege beobachten: Dieses Gehege wurde auf dem Plan als „Wildpark“bezeichnet. Eine komische Idee, eingesperrte Tiere als „wild“ zu bezeichnen und den eingezäunten Wald als „Park“. Im Nachbargehege war eine Familie Wisente untergebracht: Aber ich hatte nicht nur Gelegenheit, große Tiere zu bewundern, auch ein Schwalbenschwanz gab sich die Ehre und ließ sich bereitwillig von mir fotografieren: Den letzten Kilometer lief ich barfuß. Anders konnte ich einen Barfußpfad ja wohl auch nicht begehen: Nach der Wanderung nahm ich in der Sauna des Trierer Stadtbades ein Sonnenbad und füllte damit hoffentlich meine Vitamin-D-Speicher auf. Um 19 Uhr gab es eine Kräutermahlzeit bestehend aus etwa fünfzehn Bärlauchblättern, einigen Löwenzahnblüten und zahlreichen Brennnesselspitzen. Die letzte Mahlzeit begann um 21 Uhr, dauerte gut 70 Minuten und bestand aus 350 Gramm eingeweichten Walnüssen (Trockengewicht 220 Gramm). Heute standen vier Wohnungsbesichtigungen auf dem Programm, eine am Vormittag und drei weitere um die Mittagszeit. Ich hatte einen Favoriten, mal schauen, was daraus wurde. Das Mittagessen fand wegen der Besichtigungen erst um 14.50 Uhr statt und bestand aus 260 Gramm Perga. Nachmittags war ich Klettern. Wir nutzten das sonnige Wetter und trainierten an den Routen der Außenwand Balance, Konzentration und Koordination: Außerdem konnten wir zwei Gurtbänder, auf neudeutsch „Slacklines“, für ein Zusatztraining nutzen: Weit kam ich noch nicht, aber Übung macht bekanntlich den Meister. Nach dem Training aß ich auf der Wiese neben der Kletterhalle einige Kräuter, unter anderem Wiesenlabkraut, Fingerkraut und Sauerampfer: Das Abendessen begann um 20 Uhr, dauerte eineinhalb Stunden und bestand aus 380 Gramm eingeweichten Walnüssen (250 Gramm Trockengewicht). Heute war der Notartermin zwecks Hausverkauf. Ich war wider alle Erwartungen nicht nur ruhig und gelassen, sondern auch sehr erleichtert. Mit dem Verkauf des Hauses begann jetzt ein ganz neuer, von Altlasten befreiter Lebensabschnitt für mich. Auf einem Spaziergang über das Grundstück fotografierte ich heute alle Bäume, die mir in den letzten fünfzehn Jahren ihre Früchte geschenkt hatten. Vor dem Haus stand ein großer Kirschbaum: Richtig klein erschien dagegen der wenige Meter entfernt stehende Maulbeerbaum: Hier war eine von mir gepflanzte Kirsche zu sehen: Ein Walnussbaum, der direkt hinter dem Haus stand: Hier waren zwei Mispelbäumchen zu sehen: Im umzäunten Teil des Gartens, in dem ich jahrelang fleißig Gemüse für die Familie angepflanzt hatte, stand ein Apfelbaum der Sorte „Boskop“ und ein Mirabellenbaum: Die Obstbaumallee bestand aus verschiedenen Apfelsorten, aber auch aus einigen Mirabellen und zwei verschiedenen Pflaumensorten: Hinter der Scheune stand ein weiterer Walnussbaum, genauer gesagt ein „Pferdenussbaum“: Auch diese beiden Kirschbäume hatte ich gepflanzt: Besonders der rechte hatte mich im letzten Jahr mit zahlreichen Früchten versorgt: Die Früchte der Zwetschge lernte ich vor allem im letzten Herbst schätzen: Dies war der dritte Walnussbaum, der mitten auf dem über einen Hektar großen Anwesen stand: Auf dem Grundstück gab es noch zahlreiche weitere Bäume: Birken, Tannen, ein kleiner Speierling, eine Ross- und eine Esskastanie, Eiben, eine Eiche, eine Eberesche und Weißdorn. Außerdem wuchsen zahlreiche Sträucher und Beeren aller Art. Mal schauen, vielleicht verewige ich die ein oder andere Pflanze demnächst auch noch hier im Tagebuch. Mein Speiseplan sah heute folgendermaßen aus: Zur Mittagszeit um 12.30 Uhr aß ich 235 Gramm Wabenhonig. Um 16.00 Uhr gab es eine kleine Zwischenmahlzeit in Form von sechs Bärlauchblättern und zwölf Löwenzahnblüten. Das Abendessen dauerte von 19.00 bis um 20.15 Uhr und bestand aus 560 Gramm fettem Fleisch vom Wildschwein. Ich nutzte das zwar sonnige, aber doch recht kühle sowie windige Wetter und reduzierte den Bestand an persönlichen Gegenständen weiter. So entsorgte ich etliche alte Kinderbücher von mir, die schon viele Umzüge überlebt hatten. Außerdem sortierte ich meine „Arbeitskleidung“, das hie, die Kleidung, die ich bei der Gartenarbeit trug. Ein Teil kam direkt in die Mülltonne, der andere in die Waschmaschine. Um 11.15 Uhr gab es die erste Mahlzeit in Form von 130 Gramm Wabenhonig. Um 16 Uhr aß ich sechs größere Blätter vom Bärlauch. Auf andere Kräuter hatte ich heute keine Lust. Das Abendessen begann um 20.00 Uhr und bestand aus 530 Gramm fettem Fleisch sowie Rippenendstücken von der Brust eines Wildschweins. |