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Archiv für die Kategorie ‘Bergtouren’Um 11 Uhr starteten wir zu einer kombinierten Rad- und Wandertour. Zuerst ging es mit dem Fahrrad durch das Trettachtal bis zum in der Mittagssonne wunderbar leuchtenden Christlesee: Vom See aus fuhren wir weiter über die Spielmannsau bis zur Materialseilbahn der Kemptner Hütte und liefen von dort aus zu Fuß durch den Sperrbachtobel hinauf zur Kemptner Hütte. Beim Aufstieg durch den Tobel hatten wir den Muttlerkopf vor Augen, einen 2366 Meter hohen Gipfel, den wir heute besteigen wollten: Nicht nur am Wegesrand des Tobels konnte man eine üppig blühende Flora bewundern, auch um die Kemptner Hütte herum blühte und grünte es, so weit das Auge reichte: Von der Hütte aus ging es über das 2033 Meter hoch liegende obere Mädelejoch hinauf auf den Gipfel des Muttlerkopfs: Vom Gipfel aus hatten wir nicht nur einen wunderbaren Blick auf die tief unter uns liegende Kemptner Hütte und den dahinter liegenden Kratzer, sondern auch auf den Krottenspitzgrat, die Krotten- und die Öfnerspitze: Knapp eine Stunde genossen wir die Einsamkeit des Gipfels, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. An der Kemptner Hütte marschierten wir zügig vorbei. Dort tummelten sich nämlich für unseren Geschmack viel zu viele Bergliebhaber, die hier die Nacht verbringen wollten. Erst an einer kleinen Kapelle unterhalb des Sperrbachtobels unterbrachen wir unseren Abstieg für ein paar Minuten: Um 19 Uhr konnten wir an der Materialseilbahn unsere Fahrräder wieder in Empfang nehmen und radelten dann ziemlich flott Richtung Basislager. Die Daten unserer heutigen Tour auf einen Blick: Mit dem Fahrrad ging es in 47 Minuten knapp 9 Kilometer und 288 Höhenmeter durch das Trettachtal. Zu Fuß waren wir 5 Stunden und vierzig Minuten (einschließlich Pausen) unterwegs, dabei waren 15 Kilometer und 1350 Höhenmeter zu überwinden. Der Rückweg mit dem Fahrrad dauerte 27 Minuten, die Höchstgeschwindigkeit betrug bei mir 43 km/h. PS: Guidos Tourenbericht, einschließlich einer interaktiven Karte: Muttlerkopf (2.368m). Um 10.55 Uhr starteten Guido und ich mit dem Bus Richtung Hinterstein. Von dort aus wollten wir zur Willers-Alpe aufsteigen und schauen, ob wir bei den hochsommerlichen Temperaturen Lust auf weitere Aktivitäten hätten. Der Bus war am heutigen Samstag wesentlich voller als sonst und auf dem Weg zur Willers-Alpe begegneten uns zahlreiche Wanderer. Besonders große Menschenansammlungen umlagerten die Zipfelfälle. Hier durfte gesprungen und Seilbahn gefahren werden: Der Proviant der abenteuerlichen Truppe sah übrigens 100 Prozent rohköstlich aus: Von den Zipfelfällen stiegen wir dieses Mal über den Wildfräuleinstein auf: In diesen Höhlen lebten der Sage nach die Wilden Fräulein: Auf der Willers-Alpe legten wir eine kurze Trinkpause ein und stiegen dann weiter zum 1872 Meter hohen Zirleseck auf. Hier stellte sich die Frage, wie es weiter gehen sollte: Zur 1990 Meter hohen Rohnenspitze oder auf alpinen Pfaden über das Zehnerköpfle ein weiteres Mal zum 2249 Meter hohen Gaishorn hinauf? Zurück zur Willers-Alpe sollte es auf jeden Fall gehen, weil Guido von dort Käse mitnehmen wollte. Da wir beide noch ziemlich fit waren, entschieden wir uns für die längere Tour auf das Gaishorn. Dieser Weg war wirklich alpin, nicht so wie die vorgestern auf dem Nebelhorn ausgeschilderten Wege. Bis zum Geißeck, einem 2212 Meter hohen Gipfel, ging es immer wieder steil durch Kamine hinauf oder über schmale Pfade eng am Felsen entlang: Der Weg vom Geißeck zum Gaishorn war dagegen schon fast wieder ein Spazierweg: Hier war der Vilsalpsee vom Gipfel des Gaishorns aus zu sehen: Auf dem Abstieg begegnete uns in der Vorderen Schafwanne diese Herde: Die Tiere waren wohl aufgrund der sommerlichen Hitze am Eisschlecken bzw. -fressen. Nach dem Überschreiten des Geißeckjochs stürmten wir in einem ziemlich waghalsigen Tempo den Berg hinunter. Ich wollte nicht wissen, was die Wanderer, die wir auf dem Weg überholten, über unsere Rennerei dachten. Dabei war vor allem Trittsicherheit und perfekte Koordination notwendig. Kein Tritt durfte fehlgehen, sonst hätte es auf dem felsigen, schotterigen Weg böse Schrammen gegeben. Der Lauf ging über einen Zeitraum von einer Stunde und eine Strecke von 3,7 Kilometern, auf der wir uns 700 Meter nach unten bewegten. Dann standen wir gesund und munter vor der Willers-Alpe und legten eine weitere Trinkpause ein. Mit 1,5 Kilogramm Alpkäse im Gepäck ging es dann um 16.40 Uhr weiter nach Hinterstein hinunter. 45 Minuten benötigten wir für diesen Teil der Strecke, das war ein neuer Rekord. Der Bus brachte uns um 17.40 Uhr zurück nach Bad Hindelang. Danke für diese wunderschöne Tour. 🙏🏻 Für heute war wieder eine kombinierte Fahrrad-Wander-Tour geplant. Wir starteten um etwa 12 Uhr und wie gestern ging es zuerst durchs Hintersteiner Tal bis zum Giebelhaus, wo wir eine halbstündige Pause einlegten: Anschließend raddelten wir das Obertal bis zur Engeratsgundalpe, die auf 1156 Metern lag, hinauf. Von dort aus ging es zu Fuß weiter. Ziel war der 2280 Meter hohe Große Daumen. Von der Alpe ging es gleich zu Beginn steil die Wiesen hinauf, bei den heutigen Temperaturen eine sehr anstrengende Angelegenheit. Manchmal war ich kurz davor, einfach stehenzubleiben und die Tour abzubrechen. Aber dann kam mir die Geschichte von Beppo Straßenkehrer aus Michael Endes Buch „Momo“ in den Sinn und ich machte das, was er gemacht hatte: Ich konzenrierte mich auf das, was ich gerade zu tun hatte, nämlich einfach einen Fuß vor den anderen zu setzen. Irgendwann stand ich dann endlich neben Guido am Engeratsgundsee auf etwa 1880 Metern. Von dort aus ging es bei etwas milderen Temperaturen weiter steil hinauf bis zum „Türle“. Kurze Zeit später standen wir vor diesem Felsenmassiv: Es war kaum zu glauben, dass dort ein Weg hinauf führen sollte, aber er führte! Um 17 Uhr standen wir endlich glücklich auf dem Gipfel. Während des Aufstiegs waren immer wieder Murmeltiere zu hören und zu sehen, beim Abstieg begegneten wir einer Gämse, die sich durch unsere Anwesenheit in keiner Weise stören ließ: Der Abstieg war wesentlich einfacher als der Aufstieg, so dass wir immer wieder unsere Blicke schweifen lassen konnten, um die herrliche Aussicht zu genießen: Hier war der Laufbichelsee zu sehen: Weiter ging es durch „Auf dem hohen Bichel“: Schließlich lag wieder der Engeratsgundsee vor uns: Von dort aus ging es den gleichen Weg zurück, den wir aufgestiegen waren, dieses Mal lag er allerdings im Schatten: Um etwa 19.30 Uhr waren wir an der Alpe, an der wir unsere Fahrräder zurückgelassen hatten und etwa eine Stunde später wieder in unserem Basislager. Insgesamt legten wir in 8,5 Stunden – einschließlich diverser Pausen – 48 Kilometer und 1500 Höhenmeter zurück. Um 11.15 Uhr starteten wir mit den Leihrädern zu nächsten Tour. Es sollte durch das Hintersteiner Tal zum Giebelhaus und von dort aus je nach Lust und Laune bzw. Kraft weiter durchs Bärgündertal gehen. Hier hatten wir das Giebelhaus vor Augen: Bis zum Giebelhaus war die Fahrt angenehm, durchs Bärgündertal wurde sie anstrengend, jedenfalls für mich: Die letzten Meter bis zur Point-Hütte musste ich mein Rad wieder einmal schieben. Von der Hütte ging es noch ein kleines Stück mit den Rädern weiter, dann wurde der Weg immer steiler und steiniger, so dass wir sie neben einem Wasserbecken abstellten und zu Fuß weitergingen. Ziel sollte erst einmal der 2007 Meter hohe Himmelecksattel sein. Die Strecke dort hinauf war atemberaubend schön. Teilweise lagen noch Schneefelder über einem Gebirgsbach, der munter den Berg hinabstürzte und zahlreiche Blumen standen in all ihrer Pracht am Wegesrand und an den Hängen. Über allem ragte ein beeindruckendes Bergmassiv: Außerdem hatten wir das Glück, zahlreichen Murmeltieren zu begegnen. Eines war vor uns unter einen Stein geflüchtet. Ich wartete geduldig mit der Kamera, bis es sich hervorwagte, um zu schauen, ob die Luft wieder rein war: Nach dem Erreichen des Himmelecksattels stiegen wir weiter zum 2150 Meter hohen Himmeleck und von dort aus zum 2258 Meter hohen Vorgipfel des Schneck auf. Die Aussicht von hier war bei fast wolkenlosen Himmel einfach nur genial, in der Mitte des Panoramas war der Hochvogel zu sehen: Während ich im Gipfelbuch stöberte, war Guido auf einmal verschwunden. Ich wollte meinen Augen kaum trauen, als ich ihn auf dem Weg zum Hauptgipfel entdeckte: Im Alpenvereinsführer „Allgäuer Alpen“ ist Folgendes zum „Schneck“ zu lesen: „Auf den Übergang zum Hauptgipfel verzichten viele, so ausgesetzt ist der Verbindungsgrat“. Wer sich doch traut, „muss hinab in eine Lücke, in gutem Fels über den messerscharfen, äußerst exponierten Verbindungsgrat (teils Reitgrat) hinauf zum Hauptgipfel“. Ich konnte bei dieser waghalsigen Kletterei nicht zugucken, legte mich ins Gras und schloss die Augen oder bewunderte die neben mir wachsenden Trollblumen: Gott sei Dank ging alles gut aus, Guido kehrte gesund und munter wieder zu mir zurück! Eine halbe Stunde später begannen wir den Abstieg. Auf halber Höhe erfrischte ich mich an einem Gebirgsbach: Nach dem gemächlichen Abstieg folgte die rasante Abfahrt und ich konnte es kaum glauben, dass ich Stunden zuvor den ganzen Weg in umgekehrter Richtung hinaufgestrampelt war. Um kurz vor 20 Uhr waren wir wieder zurück im Basislager. Das Ergebnis der heutigen Tour: Wir waren 8 Stunden und vierzig Minuten unterwegs und legten 47 Kilometer sowie etwa 1550 Höhenmeter zurück. 8,6 Kilometer und fast 1000 Höhenmeter waren wir davon zu Fuß unterwegs. PS: Guidos Tourenbericht, einschließlich einer interaktiven Karte: Schneck (2.268m). Heute sollte es auf die Rotspitze gehen, einen 2034 Meter hohen Gipfel, den man ebenfalls von unserem Balkon aus sehen konnte. Der Bus brachte uns um 12.55 Uhr von Hindelang nach Bruck. Von dort aus führte der Weg ungewohnt gemächlich aufwärts zum Cafe Horn und von dort aus auf einer asphaltierten Straße entlang durch das Retterschwangertal Richtung Häbelesgund, so wie bei der Tour auf den Breitenberg. Am Häbelesgrund trennten sich dann die Wege und es ging weiter zwischen Latschen ins obere Kar – so bezeichnet man kesselförmige Vertiefungen an Berghängen unterhalb eines Gipfels – und schließlich in Kehren über eine große Halde. So weit war alles gut, der Aufstieg war zwar wie immer beschwerlich, bot aber keine besonderen mentalen Herausforderungen. Diese kamen erst später, als wir in einer schmalen Rinne zum Nordgrat hochstiegen: Nicht nur, dass ich dort meine Hände zur Hilfe nehmen musste, um überhaupt hochzukommen, es polterten auf einmal auch Steine von anderen Gipfelstürmern von oben herunter. Allerdings war die Rinne noch harmlos gegenüber dem, was danach kam. Hier konnte man wenigstens nur in eine Richtung fallen, nämlich nach unten. Weiter oben ging es dann aber auch rechts oder links – oder auch nach beiden Seiten gleichzeitig – direkt nach unten. Ich schaute auf diesem Streckenabschnitt nur noch auf die vor mir liegenden Felsen und hielt immer wieder kurz an, damit der Puls sich beruhigen konnte. Für „richtige“ Bergsteiger war dieser Aufstieg sicherlich der reinste Spaziergang, mich Flachlandmädel gruselte es allerdings gewaltig. Aber schließlich hatte ich es geschafft, ich stand oben auf dem Gipfel: Die Aussicht war wieder einmal phänomenal. Hier der Blick auf den Kleinen und Großen Daumen: Hier waren die Heubatspitze und die Hohen Gänge zu sehen, über die man zum Breitenberg steigen konnte: Von der Rotspitze aus wanderten wir dann einen schmalen Grat entlang zur Heubatspitze: Diese Strecke bot keine besonderen mentalen Herausforderungen, der Abstieg vom Iseler zum Wiedhag war wesentlich anspruchsvoller. Von der Heubatspitze ging es gegen 17 Uhr über die Mittlere Hasenalpe wieder herunter ins Retterschwangertal. Für mich, nachdem die oberen Steilhänge überwunden waren, einer der schönsten Abstiege der letzten Tage, unter anderem mit Blick aufs Nebelhorn: In der durchs Retterschwangertal fließenden Bsonderach konnte ich meine heiß gelaufenen Füße kühlen. Unsere Aktivitäten fanden unter den neugierigen Augen einiger Kühe statt: Mittlerweile lag das Tal schon im Schatten, während hinter uns die Berge im Licht der Abendsonne leuchteten: Insgesamt waren wir 7,5 Stunden unterwegs, eineinhalb Stunden davon machten wir Pause. Die Streckenlänge betrug 18,5 Kilometer und es waren 1400 Höhenmeter zu überwinden. PS: Guidos Tourenbericht, einschließlich einer interaktiven Karte: Rotspitze (2.033m) und Heubatspitze. |