Rundwanderung bei Bivio

geschrieben von Susanne am 14. September 2019 um 22.49 Uhr
Kategorie: Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wandern
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Mit dem Auto wollen wir heute über den Julierpass, St. Moritz und Pontresina zum Parkplatz an der Talstation der Diavolezza-Bahn fahren. Von dort aus soll es entweder zu Fuß oder aber mit der Bahn zu Bergstation gehen, um ein bisschen Dreitausenderluft zu schnuppern und eventuell den 3146 Meter hohen Piz Trovat zu besteigen. Bei Diavolezza herrschen heute Vormittag Temperaturen um die 5 °C und so ziehe ich eine lange Hochtourenhose an. Außerdem kommen die steigeisentauglichen Bergschuhe von Hanwag zum Einsatz. Allerdings kommt es anders als geplant: Schon in der Hälfte der Strecke haben wir genug vom Autofahren. So kommt es, dass die Autofahrt schon auf einem Parkplatz am Ortsrand von Bivio, einem Ort am Fuße des Julierpasses, endet. Mit Hilfe der App MapOut finden wir dann ziemlich schnell ein neues Tourenziel: Es soll über den Stallerberg, einem Passübergang, auf den 2775 Meter hohen Aussichtspunkt beziehungsweise Gipfel Uf da Flüe gehen. Zum Stallerpass führt ein sechs Kilometer langer, offizieller Wanderweg, der sich über scheinbar endlose Weideflächen dahinzieht. Der Blick zurück vom Wanderweg auf die Julierpassstraße, die von hier aus nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören ist:

Mir wird während des Aufstiegs ziemlich warm, eine kurze Hose wäre hier weitaus angenehmer gewesen. Die schweren Schuhe machen den Aufstieg auch nicht gerade leichter. Aber Gott sei Dank gibt es am Rand des Weges unzählige Möglichkeiten, sich mit Wasser aus Bergbächen oder aber Seen zu erfrischen. Einer der Seen am Wegesrand, die beiden dahinter Richtung Osten aufragenden Gipfel sind der 2944 Meter hohe Piz Materdell und der 2885 Meter hohe Piz Radonda:

Noch ein Blick zurück auf die Weidefläche von Tguils, die Julierpassstraße ist mittlerweile nicht mehr zu sehen und Gott sei Dank auch nicht mehr zu hören:

Im Hintergrund ragt der Piz Julier epmor. Am Passübergang Stallerberg:

Der Blick vom Passübergang Richtung Westen hinunter auf Juf, einem Ortsteil der Schweizer Talgemeinde Avers:

Juf liegt auf 2126 Meter und ist die höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz. Im Vordergrund des obigen Bildes ist am linken Bildrand das 2845 Meter hohe Wengahorn zu sehen, rechts im Hintergrund liegen die beiden Dreitausender Pizzo di Emet und Pizzo della Pallù. Vom Passübergang aus machen wir einen Abstecher zu den Flüeseen, einem eigenständigen Wanderziel. Der erste der Seen, den wir zu Gesicht bekommen, ist so gut wie ausgetrocknet:

Zwei weitere der insgesamt fünf Seen, rechts im Hintergrund ragt der Dreitausender Mazzaspitz empor:

Zurück am Passübergang geht es dann auf dem „Steinmännliwäg“ weiter:

Unser Gipfelziel Uf da Flüe, das im SAC-Führer „Bündner Alpen 3“ als unbedeutende Erhebung mit glattgeschliffenen, begrasten Felsen beschrieben wird:

Es mag unter den unzähligen Schweizer Gipfeln wirklich eine unbedeutende Erhebung sein, aber die Aussicht von hier ist trotzdem phänomenal. Der Blick Richtung Nordosten auf die Julierpassstraße und den Piz Julier als höchster Erhebung:

Der Blick Richtung Osten geht bis zum Viertausender Piz Bernina:

Im Süden liegen Piz Forcellina und Piz Turba:

Im Norden sind unter anderem die Dreitausender Mazzaspitz, Piz Platta und Piz Surpare zu sehen:

Der Abstieg zurück nach Bivio führt über die Furcla de la Valetta, Forcellina und den Septimerpass. Zu Beginn des Abstiegs schauen wir über das Hochtal Valletta da Beiva:

Hier liegen Piz Turba und Piz Piot vor uns:

Über Blockgeröll mit Blick auf Piz Forcellina und Piz Turba hinauf zur Forcellina:

Auf der Passhöhe Forcellina:

Am Leg da Sett mit Blick auf Motta da Sett:

Der Blick vom Septimerpass, einem alten Handelsweg nach Italien, Richtung Süden auf die Gipfel des Bergell:

Unterwegs auf der Passtraße Richtung Bivio im Licht der untergehenden Sonne mit Blick auf Piz Neir, ganz links im Hintergrund ist das Lenzer Horn zu sehen:

Siebeneinhalb Stunden nach Beginn unserer Tour sind wir zurück in Bivio. Die Tour in der Übersicht:

Wer eine Genusswanderung ohne Nervenkitzel erleben will, ist hier genau richtig. :sonne: Das gibt es heute bei mir zum Essen:

  • 9.10 Uhr: 200 Gramm Schlangengurke, 100 Gramm „Thompson seedless“, 150 Gramm Trauben „Isabella“
  • 11.15 Uhr: 100 Gramm Zwetschgen, 60 Gramm dunkle Feigen
  • 21.05 Uhr: 45 Gramm Eigelbe, 5 Gramm Eierschale, 350 Gramm Oberschale und 50 Gramm Fett vom Rind, 300 Gramm Eisbergsalat

Die Oberschale stammt von einem Schweizer, das Fett vom Brustkern eines Allgäuer Rinds.

PS: Mein Spruch des Tages kommt von Heinrich Harrer: Wenn ich die Zivilisation hinter mir lasse, fühle ich mich sicher.

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Diese Seite wurde zuletzt am 7. Januar 2020 um 17.45 Uhr GMT geändert.