Auf der Roten Flüh

geschrieben von Susanne am 18. Juni 2017 um 22.19 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Wildpflanzen
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Die Rote Flüh war ein Berg in den Tannheimer Bergen, einer Untergruppe der Allgäuer Alpen im bayerisch-tirolerischen Grenzgebiet. Namensgeber der Bergregion war der Ort Tannheim im Tannheimer Tal in Tirol. Dorthin ging unsere heutige Tour zusammen mit zwölf anderen Bergliebhabern des DAVs. Startpunkt war ein Parkplatz kurz vor Nesselwängle. Nach der Gipfelbesteigung ging es zur Schneetal-Alm und von dort aus nach einer Einkehr erst über einen schmalen Waldpfad und später über einen breiteren Wanderweg zurück ins Tal:

Die Rote Flüh war der bekannteste Gipfel der Tannheimer Berge. Seinen „Ruhm“ verdankte er vor allem zahlreichen Kletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden. Guido bekam beim Anblick der Scharen von Kletterern ganz leuchtende Augen, mir war ihr Anblick eher unheimlich. Aber nicht nur zahlreiche Kletterer waren heute unterwegs, die wunderschöne Bergwelt lockte auch zahlreiche Wanderer an, die sich allerdings im weitläufigen Gelände verteilten. Nur in Gipfelnähe wurde es zeitweise etwa eng. Die knapp 1000 Höhenmeter, die bis zum Gipfel zu bewältigen waren, verteilten sich auf nur drei Kilometer, das hieß, es ging nach kurzem Einlaufen in ebenem Gelände ziemlich schnell steil bergauf. Der Blick auf die Rote Flüh während des Aufstiegs:

Kurze Rast am Gimpelhaus, einem Basislager für Wander- und Klettertouren:

Hinter dem Gimpelhaus ging es zwischen den letzten Bäumen hinauf in ein Hochkar. Als Kar bezeichnete man kesselförmige Eintiefungen an Berghängen unterhalb von Gipfel- und Kammlagen:

Nicht nur ich war total beeindruckt von dem Anblick, der sich hier bot. Am unteren Rand eines Geröllfeldes ging es weiter zur Judenscharte. Hinter dieser Felsenecke begann dann der „richtige“ Aufstieg mit kleinen Klettereinlagen:

Die einzige seilgesicherte Passage von oben aus gesehen:

Weiter ging es ohne Hilfsmittel:

Am Gipfel:

Der Blick vom Gipfel auf den kurz vor Nesselwängle liegenden Haldensee:

Vom Gipfel hatte man normalerweise auch einen schönen Blick auf die Zugspitze, die sich heute allerdings hinter Wolken versteckte. Rein theoretisch wäre sie rechts neben der links im Bild liegenden Köllenspitze zu sehen:

Während des Abstiegs ergab sich für einige Teilnehmer der Tour eine recht prekäre Lage, als sie statt über den Normalweg über eine Rinne abstiegen. Guido und die Tourenleiterin mussten hier „Erste Hilfe“ leisten:

Wieder alles im grünen Bereich:

Der Blick auf den Nachbargipfel, den Gimpel:

Bei hoher Auflösung erkannte man auf diesem Bild eine Seilschaft, die über den Grat hinauf zum Gipfel kletterte. Der Wanderweg führte durch eine Einbuchtung in der Südwand, anfangs über Steigspuren und zwei Rinnen, dann über Gras und Geröll auf den Gipfel. Eine Gipfeltour, die sicherlich nichts für Leute mit schwachen Nerven war, da immer wieder mit Steinschlag gerechnet werden musste. Hier lag das Kar hinter uns und wir waren auf dem Weg zur Tannheimer-Hütte:

An der Tannheimer Hütte:

Auf dem Weg von der Tannheimer-Hütte zur Schneetal-Alm:

Einkehr an der Schneetal-Alm:

Ab hier ging es nur noch bergab. Widerwillig, jedenfalls was mich betraf. Ich hätte in dieser wunderbaren Bergwelt Wurzeln schlagen können. Auch wenn es sonnig war, es wehte ein recht kühler Wind. Außerdem konnte man an verschiedenen Stellen die Wasserflaschen auffüllen, so dass für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gesorgt war. Fazit: Es war eine perfekte Tour, die einem wieder einmal das Herz aufgehen ließ. :herz: Ein herzliches Dankeschön an die Tourenleiterin, die diese Tour organisiert hatte! So sahen die Mahlzeiten am heutigen Tag aus:

  • 11.30 Uhr: etwa 400 Gramm Cherry-Tomaten
  • 19.00 Uhr: 600 Gramm Rumpsteak vom Rind
  • 21.30 bis 22.00 Uhr: 80 Gramm Romana-Salat, 140 Gramm Sesam

Die Fleischportion war ziemlich üppig, richtig zufrieden war ich danach aber trotzdem nicht. Das Fett fehlte. Meinen Hunger nach Fett befriedigte ich daher zweieinhalb Stunden später mit Sesam. Ende gut, alles gut!

PS: Von Guido gab es eine Tourenbeschreibung auf berg.fit: Rote Flüh. Weitere Informationen fand man auf bergzeit.de: Über den Normalweg auf die Rote Flüh.

PPS: Während der Tour aß ich diverse Wildkräuter: Blüten von Löwenzahn, Berg- und Gold-Pippau, Triebspitzen verschiedener Wicken und ganz viel Wiesenbocksbart.

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. September 2018 um 22.26 Uhr GMT geändert.