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Archiv für die Kategorie ‘Wildpflanzen’Die erste Mahlzeit fand heute am frühen Nachmittag statt. Zwei gelbe Passionsfrüchte von 70 Gramm, die ich im Bioladen unter dem Synonym „Maracuja“ gekauft hatte, bildeten den Anfang: Danach folgten 380 Gramm einer Mango der Sorte „Kent“, 320 Gramm Apfelbananen und einige Wildkräuter aus dem Garten. Abends gab es 200 Gramm Kiwis aus Italien und zwei weitere Mangos mit einem Nettogewicht von 720 Gramm. Im Moment schienen sämtliche Mahlzeiten eine entgiftende Wirkung zu haben. Ich war jedenfalls fleißig am Aufräumen und Ausmisten. Dabei gingen sogar Dinge über Bord, die ich seit meiner Kindheit mit mir herumschleppte. Außerdem freundete ich mich mit dem Gedanken an, das Haus, das ich zusammen mit meiner Familie über zehn Jahre bewohnt hatte, loszulassen und nach einem neuen Zuhause Ausschau zu halten. Zwei Drittel der ursprünglichen Belegschaft gingen inzwischen eigene Wege und für zwei Personen war es eigentlich eine Nummer zu groß. Es wäre der zehnte Umzug in meinem Leben und mit großer Sicherheit nicht mein letzter. So wie es aussah, besaß ich einen sehr unruhigen Geist. Ob er irgendwann einmal zur Ruhe kommen wird? Zum Frühstück gab es knapp ein Kilogramm Fruchtfleisch einer Wassermelone. Mittags aß ich als Vorspeise reichlich Wiesenbocksbart. Dieses Mal allerdings nicht aus eigenem Garten, sondern aus einem Randgebiet der Kleinstadt Konz, die in der Nähe von Trier lag. Hier waren fast alle Pflanzen schon am Blühen: Die Stängel mit den Blüten waren besonders zart und wohlschmeckend. Die Synonyme des Wiesenbocksbartes wie Milchblume, Zuckerblume, Süßling oder Hasenbrot ließen erkennen, dass ich nicht die erste war, die den Geschmack dieses Wildkrautes schätzte. Anschließend gab es ein Pfund Aprikosen. Diese hatte ich in einem Luxemburger Supermarkt entdeckt und sie waren wesentlich aromatischer als die ersten Exemplare, die ich am Donnerstag zur Verfügung hatte. Zum Abendessen aß ich als kleine Vorspeise eine gelbe Passionsfrucht von 35 Gramm. Es folgten eine Mango „Kent“ von 420 Gramm aus der Dominikanischen Republik und 520 Gramm Apfelbananen aus Uganda. Fisch und Fleisch blieben erneut im Kühlschrank liegen. Zum Frühstück gab es eine Apfelsine von 220 Gramm, die sehr lecker schmeckte. Mehr dieser Zitrusfrucht hatte ich nicht im Haus. Zur Auswahl standen danach eine Papaya, Kiwis und Aprikosen. Keine der drei Obstsorten zog mich jedoch an, so dass ich mich mit der einen Apfelsine zufriedengab. Zur Mittagszeit sah mein Bedarf schon anders aus: Die Aprikosen schmeckten sehr gut und ich kam auf eine Portion von 400 Gramm. Anschließend aß ich 520 Gramm einer Papaya und weil ich danach immer noch Lust auf etwas Süßes hatte, gab es als letzten Gang 220 Gramm Wabenhonig. Nachmittags kam ich endlich dazu, einen Teil der Wiese zu mähen. Die Regengüsse und die relativ milden Temperaturen der letzten Tage hatten dazu geführt, dass die Gräser ziemlich in die Höhe geschossen waren. Beinahe hätte ich statt des Rasentraktors einen Balkenmäher nehmen müssen. Zwischendurch gab es reichlich Kräuter, vor allem Wiesenbocksbart und Sauerampfer. Diese konnte ich vom Traktor aus gut erkennen und bevor sie platt gemacht wurden, griff ich zu. Abends gab es nach getaner Arbeit Wassermelone: Allerdings nicht nur diese vier Stückchen, sondern eine anständige Portion von 1200 Gramm Nettogewicht. Heute gab es also fast ausschließlich Früchte. Damit ernährte ich mich nach Douglas Graham, durch dessen Buch ich mich immer noch quälte, geradezu perfekt. Das Fleisch vom Rehbock, das ich vor ein paar Tagen von einem Nachbarn bekommen hatte, muss weiterhin auf seinen Einsatz warten. Aber so war das mit der instinktiven Ernährung: Man konnte eigentlich nur dafür sorgen, dass man eine gute Auswahl im Haus hatte, die endgültige Entscheidung bezüglich der Lebensmittel übernahm der Instinkt und nicht der Kopf. Das Frühstück bestand aus 200 Gramm Apfelsine der Sorte „Navel“ und 450 Gramm Papaya sowie Wildkräutern aus dem eigenen Garten. Grünfutter bildete auch die Basis der Mittagsmahlzeit: Ich aß unter anderem Wicken, junge Triebe der breitblättrigen Platterbse und zahlreiche Stängel und Blütenknospen des Wiesenbocksbarts. Anschließend gab es eine Passionsfrucht aus Mexiko (30 Gramm) sowie 300 Gramm Aprikosen aus Spanien: Es waren die ersten Aprikosen in diesem Jahr und ihr Geschmack war noch nicht sehr intensiv. Aber ich konnte beim Einkaufen nicht widerstehen, Aprikosen hatte ich schon als Kind liebend gerne gegessen. Zum Abendessen gab es 720 Gramm Avocados aus Chile. Es handelte sich um konventionelle Ware, die von der Reife und vom Geschmack her wesentlich besser als die Sorte „Fuerte“ aus dem Bioladen war, die ich gestern gegessen hatte. Vormittags aß ich 350 Gramm Apfelsinen und nach einer Pause von zwei Stunden 100 Gramm Wabenhonig. Zum Mittagessen gab es ein Lebensmittel, das ich schon lange nicht mehr in meiner Auswahl hatte, die Passionsfrucht: Nach einer (30 Gramm) hatte ich allerdings schon genug, der Geschmack schlug schnell ins unangenehm Saure um. Anschließend aß ich 350 Gramm einer Papaya und ergänzte die Mahlzeit mit einigen Wildkräutern. Das Abendessen bestand aus 410 Gramm Avocados der Sorte „Fuerte“ und drei Blättern vom Bärlauch. |