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Archiv für die Kategorie ‘Schweiz’Auf unserem Weg nach Bivio fuhren wir vorgestern unter anderem durch das Örtchen Sur. Dort fiel mir ein Wegweiser auf, der zur Alp Flix hinaufführte. Der Name der Alpe blieb mir im Gedächtnis und so informiere ich mich heute am Frühstückstisch, was es mit dieser Alpe auf sich hat. Unter anderem erfahre ich, dass das Plateau der Alp Flix inmitten einer geologisch interessanten Alpenlandschaft auf einer Höhe zwischen 1900 und 2000 Metern liegt und das von dort aus auf relativ einfachen Wegen gleich zwei Dreitausender, nämlich die Tschima da Flix und der Piz d‘ Agnel zu erreichen sind. Guido lässt sich von meiner Begeisterung für dieses Tourenziel anstecken und so fahren wir heute erneut in Richtung Bivio. Allerdings verlassen wir schon bei Sur die zum Julierpass führende Straße und erreichen über eine schmale Bergstraße den Parkplatz von Vanastg. Nach dem Bezahlen der Parkgebühren – zwölf Schweizer Franken für zwölf Stunden – starten wir um 11.22 Uhr Richtung Tigias. Tigias besteht aus einigen Wohnhäusern und dem Berghotel Piz Platta. Der Weg dorthin führt an der Kirche Son Roc vorbei. Der Blick zurück auf die Kirche, im Hintergrund sind links Piz Platta, der Namensgeber des Berghotels, und rechts Piz Forbesch sowie Piz Arblatsch zu sehen: Gleich hinter einem der Wohnhäuser überqueren wir eine kleine Brücke und steigen ostwärts auf Pfadspuren auf der Südseite des Bergbachs Ava da las Tigias auf. Je höher wir kommen, desto mehr Blaubeersträucher wachsen entlang des Weges. Ein Teil der Sträucher ist schon herbstlich gefärbt: Schließlich erreichen wir die Hochebene Plang Lung am Fuße der Tschima da Flix, die von Hütehunden bewachten Schafen als Weidefläche dient. Eine Tafel weist daraufhin, wie man sich hier zu verhalten hat: Nicht rennen und einen großen Bogen um Herde sowie Hunde machen. Auf der Weidefläche verlieren sich die Pfadspuren erst einmal und so laufen wir der Nase nach querfeldein über Rasenkuppen unterschiedlicher Höhe. Eine der Rasenkuppen trägt den Namen Malpass, zu deutsch „Böser Tritt“. Eine weitere Erhebung ist der Giond d‘ Alva, ein weißer Felsen, den wir auf erneut auftauchenden Pfadspuren in einem Bogen Richtung Südosten umgehen. Hier sind unsere beiden Gipfelziele zu sehen, links die Tschima da Flix, rechts der Piz d‘ Agnel. Über eine Terrasse erreichen wir schließlich zwei kleinere Bergseen und können einen Blick auf den weiteren, deutlich steiler werdenden Wegverlauf über einen Schutthang hinauf zu einem im Südwestgrat gelegenen Sattel des Piz d‘ Agnel werfen: Bevor es den steilen Hang hinaufgeht, passieren wir einen driten See, den Lai Blo: Feines Geröll macht den Aufstieg zum Sattel des Südwestgrats sehr mühsam. Aber mittlerweile sind wir solche Aufstiege ja gewöhnt. Auf dem Grat angekommen geht es deutlich angenehmer weiter. Pfadspuren und Steinmänner weisen hier den Weg: Ab und zu treffen wir auch auf verblasste Wegmarkierungen. Die Pfadspuren müssen also vor vielen, vielen Jahren einmal Teil eines offiziellen Wanderwegs gewesen sein. Anfangs der gewaltigen Geröllhalde unterhalb des Piz d’Agnel teilt sich der Weg. Während Guido die linke Pfadspur wählt, halte ich mich rechts. Zu Beginn kann ich den durch steiles Geröll verlaufenden Pfadspuren gut folgen. Aber irgendwann verlieren sich die Spuren und dann wird es noch einmal so richtig steil, rutschig und anstrengend: Hier liegen die Mühen hinter mir und ich blicke hinunter auf Guido, der ein Stück weiter unten ebenfalls auf dem zum Piz d‘ Agnel hinaufführenden Pfad gelandet ist: Der Blick während des Aufstiegs zum Gipfel des Piz d‘ Agnels ins Val Bever: Die letzten Meter hinauf zum Gipfel: Schließlich stehen wir auf dem 3204 Meter hohen Gipfelplateau des Piz d‘ Agnels und genießen die fantastische Aussicht. Im Osten liegt im Vordergrund der Piz Surgonda und rechts im Hintergrund der Piz Julier: Im Südosten sind unter anderem Piz Bernina, Schneekuppe und Monte Disgrazia zu sehen: Der Piz Neir ist der nächstgelegene Gipfel Richtung Süden: Richtung Südwesten liegen Piz Platta und ganz rechts im Bild Piz Forbesch: Der Blick nach Norden fällt auf den Doppelgipfel der Tschima da Flix und den Piz Picuogl: Nach dem Genuss des Panoramas und dem Eintrag ins Gipfelbuch, dieses Jahr standen ein gutes Dutzend Gruppen auf dem Gipfel des Piz d‘ Agnel, steigen wir zur Fuorcla da Flix ab und von dort aus Pfadspuren folgend zum Westgipfel der Tschima da Flix auf: Der Blick zurück auf den Piz d‘ Agnel und den Gletscher Vadret d‘ Agnel: Während des Aufstiegs hinauf zum Westgipfel der Tschima da Flix komme ich mir vor wie eine alte Dampflok. Ab und zu muss ich sogar stehenbleiben, um zu Atem zu kommen. Aber schließlich ist es geschafft, ich stehe auf dem Westgipfel der Tschima da Flix: Zu meinen Füßen liegt der Gletscher Vadret Calderas: Nach kurzer Verschnaufpause und Eintrag ins Gipfelbuch – dieser Gipfel wird deutlich häufiger besucht als der Piz d‘ Agnel – schlägt Guido den Weg Richtung Hauptgipfel ein: Hier wird es dann noch einmal richtig spannend, der zum Hauptgipfel führenden Grat ist teilweise nämlich ziemlich luftig beziehungsweise ausgesetzt und verlangt das Zupacken beider Hände: Kaum zu fassen, ich stehe 3315 Meter über dem Meeresspiegel, so hoch wie nie zuvor in meinem Leben: Um dem Grat weiter Richtung Piz Picuogl zu folgen, ist es schon zu spät. Nach einer kurzen Verschnaufpause – ein Gipfelbuch finden wir hier nicht – machen wir uns daher auf den Rückweg. Dabei ist erneut das Zupacken der Hände und an einer Stelle die Sechspunktsicherung, zwei Hände, zwei Füße und zwei Pobacken, angesagt: Zurück am Westgipfel geht es dann über den Aufstiegsweg zurück nach Tigias. Momentaufnahmen, die während des Abstiegs entstehen: Am Giond Alva: Abstieg von Plang Lung zur Alp Flix im Licht der Abendsonne: Sonnenuntergang am Piz Forbesch: Knapp acht Stunden nach Beginn unserer Wanderung erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Tour, den Parkplatz von Vanastg. In dieser Zeit legen wir 17 Kilometer und 1700 Höhenmeter zurück. Mein Fazit: Die Besteigung von Piz d‘ Agnel und Piz Tschima ist eine wunderschöne Tour auf zwei recht einfach zu besteigende Dreitausender mit einer wunderbaren Aussicht. PPS: Guidos Tourenbericht, einschließlich einer interaktiven Karte: Piz d’Agnel / Tschima da Flix (3.301m). Mit dem Auto wollen wir heute über den Julierpass, St. Moritz und Pontresina zum Parkplatz an der Talstation der Diavolezza-Bahn fahren. Von dort aus soll es entweder zu Fuß oder aber mit der Bahn zu Bergstation gehen, um ein bisschen Dreitausenderluft zu schnuppern und eventuell den 3146 Meter hohen Piz Trovat zu besteigen. Bei Diavolezza herrschen heute Vormittag Temperaturen um die 5 °C und so ziehe ich eine lange Hochtourenhose an. Außerdem kommen die steigeisentauglichen Bergschuhe von Hanwag zum Einsatz. Allerdings kommt es anders als geplant: Schon in der Hälfte der Strecke haben wir genug vom Autofahren. So kommt es, dass die Autofahrt schon auf einem Parkplatz am Ortsrand von Bivio, einem Ort am Fuße des Julierpasses, endet. Mit Hilfe der App MapOut finden wir dann ziemlich schnell ein neues Tourenziel: Es soll über den Stallerberg, einem Passübergang, auf den 2775 Meter hohen Aussichtspunkt beziehungsweise Gipfel Uf da Flüe gehen. Zum Stallerpass führt ein sechs Kilometer langer, offizieller Wanderweg, der sich über scheinbar endlose Weideflächen dahinzieht. Der Blick zurück vom Wanderweg auf die Julierpassstraße, die von hier aus nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören ist: Mir wird während des Aufstiegs ziemlich warm, eine kurze Hose wäre hier weitaus angenehmer gewesen. Die schweren Schuhe machen den Aufstieg auch nicht gerade leichter. Aber Gott sei Dank gibt es am Rand des Weges unzählige Möglichkeiten, sich mit Wasser aus Bergbächen oder aber Seen zu erfrischen. Einer der Seen am Wegesrand, die beiden dahinter Richtung Osten aufragenden Gipfel sind der 2944 Meter hohe Piz Materdell und der 2885 Meter hohe Piz Radonda: Noch ein Blick zurück auf die Weidefläche von Tguils, die Julierpassstraße ist mittlerweile nicht mehr zu sehen und Gott sei Dank auch nicht mehr zu hören: Im Hintergrund ragt der Piz Julier epmor. Am Passübergang Stallerberg: Der Blick vom Passübergang Richtung Westen hinunter auf Juf, einem Ortsteil der Schweizer Talgemeinde Avers: Juf liegt auf 2126 Meter und ist die höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz. Im Vordergrund des obigen Bildes ist am linken Bildrand das 2845 Meter hohe Wengahorn zu sehen, rechts im Hintergrund liegen die beiden Dreitausender Pizzo di Emet und Pizzo della Pallù. Vom Passübergang aus machen wir einen Abstecher zu den Flüeseen, einem eigenständigen Wanderziel. Der erste der Seen, den wir zu Gesicht bekommen, ist so gut wie ausgetrocknet: Zwei weitere der insgesamt fünf Seen, rechts im Hintergrund ragt der Dreitausender Mazzaspitz empor: Zurück am Passübergang geht es dann auf dem „Steinmännliwäg“ weiter: Unser Gipfelziel Uf da Flüe, das im SAC-Führer „Bündner Alpen 3“ als unbedeutende Erhebung mit glattgeschliffenen, begrasten Felsen beschrieben wird: Es mag unter den unzähligen Schweizer Gipfeln wirklich eine unbedeutende Erhebung sein, aber die Aussicht von hier ist trotzdem phänomenal. Der Blick Richtung Nordosten auf die Julierpassstraße und den Piz Julier als höchster Erhebung: Der Blick Richtung Osten geht bis zum Viertausender Piz Bernina: Im Süden liegen Piz Forcellina und Piz Turba: Im Norden sind unter anderem die Dreitausender Mazzaspitz, Piz Platta und Piz Surpare zu sehen: Der Abstieg zurück nach Bivio führt über die Furcla de la Valetta, Forcellina und den Septimerpass. Zu Beginn des Abstiegs schauen wir über das Hochtal Valletta da Beiva: Hier liegen Piz Turba und Piz Piot vor uns: Über Blockgeröll mit Blick auf Piz Forcellina und Piz Turba hinauf zur Forcellina: Auf der Passhöhe Forcellina: Am Leg da Sett mit Blick auf Motta da Sett: Der Blick vom Septimerpass, einem alten Handelsweg nach Italien, Richtung Süden auf die Gipfel des Bergell: Unterwegs auf der Passtraße Richtung Bivio im Licht der untergehenden Sonne mit Blick auf Piz Neir, ganz links im Hintergrund ist das Lenzer Horn zu sehen: Siebeneinhalb Stunden nach Beginn unserer Tour sind wir zurück in Bivio. Die Tour in der Übersicht: Wer eine Genusswanderung ohne Nervenkitzel erleben will, ist hier genau richtig. PS: Guidos Tourenbeschreibung, einschließlich einer interaktiven Karte: Bivio → Stallerberg → Septimerpass. PPS: Mein Spruch des Tages kommt von Heinrich Harrer:
Heute steigen wir von Lenz aus über Vasternos nach Scasaluir, einer einsamen, auf rund 2200 Metern gelegenen Grasfläche an der Westflanke des Piz Linards, auf. Von Lenz aus ist diese Grasfläche deutlich zu sehen: Der nach Scasaluir hinaufführende Waldpfad ist steil, aber wunderschön. Einer der vielen, am Wegesrand stehenden Pilze, eine Koralle, die in den Wäldern rund um Lenz sehr häufig anzutreffen ist: Je höher wir kommen, desto lichter wird der Wald und das Grün der Bäume bildet einen herrlichen Kontrast zum Blau des Himmels. Hier sind wir kurz unterhalb der Baumgrenze: Der Blick vom Wanderweg auf die Stätzerhorn-Kette: Wir erreichen die Grasflächen von Scasaluir: Zu meiner großen Freude gibt es hier sogar einen Brunnen mit wunderbar eiskaltem Wasser. Am Brunnen endet der offizielle Wanderweg, ab hier geht es weglos über Geröll weiter: Je höher wir kommen, desto kleiner wird das Geröll und desto mühsamer wird es, darüber aufzusteigen. Ich bin daher heilfroh, als wir wieder mit Gras durchsetzte Flächen erreichen. Aber nicht nur Gras wächst hier, ich entdecke Blauen Eisenhut, Fransenenzian, Kranzenzian und Edelweiß: Während ich mich voller Begeisterung dem Fotografieren der Alpenblumen widme, ist Guido schon ein gutes Stück weiter den grasdurchsetzten Westgrats des Piz Linards hinaufgestiegen: Ich folge ihm bis auf rund 2400 Meter Höhe und mache dort Halt, weil ich sehe, dass Guido wieder absteigt: Er hält einen weiteren Aufstieg bis zum Gipfel des Piz Linards über den Westgrat zwar prinzipiell für möglich, aber aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht für ratsam. Auf dem höchsten heute erreichten Punkt errichtet Guido zur Orientierung für den nächsten Aufstiegsversuch über den Westgrat einen Steinmann: Eine halbe Stunde später steigt Guido über das Geröll, über das wir aufgestiegen sind, ab. Ich wähle stattdessen den für mich einfacheren Weg über Gras: Zurück auf der Grasfläche von Scasaluir ist der errichtete Steinmann gut zu erkennen: Auf der Grasfläche in der Nähe des Brunnens sitzend genießen wir gut eine halbe Stunde lang gemeinsam den Blick auf die Berge und auf die Wunder, die in unserer Nähe zu bestaunen sind, so zum Beispiel die Blüten der Silberdistel und die Samenstände der Silberwurz: Gegen 19 Uhr verlassen wir Scasaluir und machen uns auf den Abstieg zurück nach Lenz: Die Lichtstimmung während des Abstiegs: Die letzten Sonnenstrahlen lassen auch den hinter uns liegenden Piz Linard orange aufleuchten. Wunderschön ist das. PS: Guidos Tourenbeschreibung, einschließlich einer interaktiven Karte: Scasaluir (2.199m). In Lagen über 2700 Meter liegt in Graubünden vor allem auf den Nordseiten der Gipfel recht viel Neuschnee. Deshalb suchen wir uns für heute ein Tourenziel, bei dem es nicht ganz so hoch hinausgeht, den 2626 Meter hohen Piz Mulain. Um 11.40 Uhr starten wir von unserer Unterkunft aus nach Propissi Saura, unserem ersten Zwischenziel. Nach einer kurzen Trinkpause an einem der Brunnen von Propissi Saura geht es über die Hütten von Schautschen weiter nach Hetta da las Noursas, zwei Hütten auf etwa 1980 Höhenmetern. Der Weg dorthin wird von Latschenkiefern gesäumt, die dank der Spätsommersonne einen intensiven Duft um sich herum verbreiten: Als wir die Hütten von Hettas de las Noursas erreichen, sehen wir zum ersten Mal unser Gipfelziel vor uns: Bei den Hütten endet der offizielle Wanderweg. Ins Gebiet der Alp Manuir am Fuße des Piz Mulains führt jedoch ein gut ausgetretener Pfad. Hier können wir schon einmal einen Blick auf die weiteren, von Schafen angelegten Aufstiegspfade werfen: Unterwegs auf einem dieser Pfade, im Hintergrund ist das Lenzer Horn und am linken Bildrand der Piz Linard zu sehen: Irgendwann müssen wir allerdings den bequem zu begehenden Pfad verlassen und über steiles Gras zum Südgrat aufsteigen: Auf dem unteren, grasigen Teil des Südgrats läuft es sich dann wieder deutlich bequemer: Der Blick vom Südgrat Richtung Osten auf den Guggernell und den vom Guggernell zur Furcletta führenden Grat Tgapeala Cotschna: Tgapeala Cotschna ist rätoromanisch und bedeutet „rote Kappe“. Der Blick Richtung Westen auf Piz Linard und Lenzer Horn: Das Gipfelkreuz rückt näher: Am Gipfelkreuz: Der eigentliche Gipfel ist hier noch nicht erreicht, dieser liegt etwa 250 Meter weiter nördlich und ist auf dem folgenden Bild rechts zu sehen, links im Bild liegt das Lenzer Horn: Auf dem Weg zum Hauptgipfel: Dort angekommen wagen wir uns auf den Verbindungsgrat zwischen Piz Mulain und Piz Mosch. Von diesem Verbindungsgrat heiß es im SAC-Führer „Bündner Alpen 1“:
Das können wir bestätigen, es ist sogar ziemlich mühsam, die Grathöcker zu überqueren und außerdem nicht ganz ungefährlich: Ein Blick zurück, diesen Felsen sind wir hinuntergekraxelt: Ein weiterer Höcker: Am x-ten Höcker, das Zählen habe ich zusammen mit der Hoffnung, dass es irgendwann weniger mühsam wird, mittlerweile aufgegeben, müssen wir schließlich passen: Hier geht es überhängend bergab und das in nicht besonders kletterfreundlichem beziehungsweise losem Fels. Wir steigen daher ebenfalls mühsam, aber deutlich weniger gefährlich, auf der Westseite des Grats ab und umgehen den Höcker auf einem Wildpfad. Unser Dank gilt diesen Pfadmachern: Hier sind wir wieder zurück auf dem Verbindungsgrat, der im weiteren Verlauf dann endlich sehr gut und vor allem aufrecht zu begehen ist: Auf dem Vorgipfel des Piz Moschs: Den Hauptgipfel erreichen wir auf Pfadspuren über den Westgrat. Der Blick vom 2672 Meter hohen Piz Mosch auf Lenzerheide: Der Blick auf Aroser Rothorn, Pizza Naira und andere Gipfel: Das Panorama Richtung Süden: Der Abstieg vom Piz Mosch erfolgt über das Steilgras der Südflanke hinunter ins Weidegebiet der Alp Manuir: Der Blick vom Weidegebiet hinauf zum ersten Teil des Verbindungsgrats zwischen Piz Mulain und Piz Mosch: Von unten gesehen sieht dieser Teil noch viel unheimlicher aus als direkt vor Ort. Nach der Durchquerung des Weidegebiets stoßen wir auf unseren Aufstiegsweg, der uns über Hetta de las Noursas und Propissi Saura zurück nach Lenz bringt. Unsere Tour in der Übersicht: Mit der vom Tourenplaner angegebenen Zeit kommen wir heute nicht hin: Wir sind ziemlich genau acht Stunden unterwegs. Acht Stunden, die von abenteuerlichen Kraxeleien, aber auch von himmlischer Ruhe und ungetrübtem Naturgenuss geprägt sind. Unser heutiges Tourenziel, der 2972 hohe Piz Curvér, ist deutlich höher als das gestrige. Deshalb empfinden wir es als sehr angenehm, dass wir nicht vom Tal aus starten müssen, sondern mit dem Auto auf einer öffentlichen Alpstraße zu einem auf 1800 Meter gelegenen Parkplatz fahren können. Um 11.20 Uhr geht es vom Parkplatz aus auf einem Bergwanderweg über die Ziteil-Alpe zur Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung. Die am Fuße des Piz Curvér liegenden Weiden der Ziteil-Alpe, am rechten Bildrand ist die Wallfahrtskirche zu sehen: Nach einer gut einstündiger Wanderung erreichen wir die Wallfahrtskirche: Von der Wallfahrtskirche aus folgen wir etwa 600 Meter dem markierten Bergweg zum Pass digl Colmet. Ein Teil des Bergwegs fiel vor nicht allzu langer Zeit einem Murgang zum Opfer: Hier verlassen wir den markierten Wanderweg und folgen Pfadspuren, die über den Osthang zum Nordgrat des Piz Curvér hinaufführen: Zusätzlich zu den Pfadspuren erleichtern Steinmänner die Wegfindung über Rasen- und Schutthalden, so dass wir recht zügig vorankommen: Auch am Nordgrat empfängt uns ein Steinmann: Hier wechseln wir dann auf die Westseite, wo uns ebenfalls Pfadspuren und Steinmänner den Weg weisen. Der Fels ist hier wild zersplittert: Ein besonders spektakulär aussehende Felsplatte: Der Gipfel in Sichtweite: Der Gipfelsteinmann: Im SAC-Führer Bündner Alpen Band 3 wird der Piz Curvér als außergewöhnlich schöner Aussichtsberg gepriesen. Das diese Aussage der Wahrheit entspricht, können wir bestätigen: Wir haben eine fantastische Fernsicht in alle Himmelsrichtungen. Der Blick Richtung Südosten zeigt rechts Piz Forbesch, Piz Arblatsch und Piz Platta (ganz rechts) und im Hintergrund Piz Bernina und Piz Corvatsch: Piz Bernina und Piz Corvatsch im Zoom: Im Süden sind links Piz Grisch und Pizzo della Palù und rechts Pizzo Tambo zu sehen: Im Südwesten soll hinter zahllosen Gipfeln das Matterhorn liegen: Es ist für mich nur mit Fernglas und auch nur unter Vorbehalt erkennbar. Ganz sicher mit dem Fernglas auszumachen sind jedoch die etwas weiter westlich liegenden Gipfel von Mönch, Jungfrau und Aletschhorn. Der Blick Richtung Nordwesten mit dem schneebedeckten Tödi im Hintergrund, vor ihm liegt der Piz Beverin: Im Nordosten liegen Lenz und Lenzerheide mit all den bekannten und von uns schon teilweise bestiegenen Gipfeln wie Stätzer Horn und Lenzerhorn: Wir genießen die Aussicht und die Ruhe auf dem Gipfel recht lange, aber irgendwann müssen wir uns dann doch an den Abstieg machen. Fast bei jedem Schritt zerbrechen kleine und größere Felsplatten unter unserem Gewicht, so dass wir das Gefühl haben, auf Glas zu gehen: Hier ist schön der teilweise blätterteigartige Aufbau der Felsen zu sehen: Auch beim Abstieg weisen uns Pfadspuren und Steinmänner den Weg: Wieder im grünen Bereich in der Nähe der Wallfahrtskirche: Der Blick während des Abstiegs auf Piz Toissa: In der Südflanke des Piz Toissas könne wir eine Gruppe von erfahrenen Alpinisten beim Abstieg beobachten: Auf etwa 2000 Metern Höhe machen wir nochmals einen längeren Halt und genießen die Aussicht auf die umliegenden Gipfel. Sechs Stunden und fünfundvierzig Minuten nach Beginn unserer Tour stehen wir wieder an unserem Auto: Unsere Tour in der Übersicht: Laut Tourenplaner benötigt man für die Strecke knapp fünf Stunden. Wir sind heute also wirklich im Genussmodus unterwegs gewesen. PS: Mit 2972 Metern ist der Piz Curvér der fünfhöchste Gipfel in meinem Gipfelbuch. |