Archiv für die Kategorie ‘Wandern’

geschrieben von Susanne am 25. September 2018 um 23.50 Uhr
Kategorie: Bayern, Ernährung, Videos
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Vor genau einer Woche versuchten Guido und ich, den Iseler über den Salewa Klettersteig zu erklimmen. Die Tour fiel aber aufgrund einsetzenden Regens im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Heute wagen wir einen zweiten Versuch: Um 10.30 Uhr starten wir bei strahlendem Sonnenschein von einem Parkplatz in Oberjoch aus zu Fuß zum Einstieg. Viele benutzen der Einfachheit halber den Sessellift als Aufstiegshilfe, aber das Warmlaufen während des Aufstiegs ist gerade bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, die am Morgen rund um Oberjoch herrschen, eine durchaus nützliche Sache! Ich ziehe unterwegs sogar meine dünne Laufjacke aus und laufe im T-Shirt weiter, so warm wird mir. Kurz vor dem Erreichen der Bergstation des Sesselifts kommen uns zahlreiche dick vermummte Wanderer, die auf dem Weg zurück zur Talstation sind, entgegen und schauen sehr verwundert ob meiner leichten Bekleidung!

Der Salewa Klettersteig ist ein Steig der Kategorie der Schwierigkeit B/C (B = mäßig schwierig, C = schwierig), wobei es ja immer auch im Auge des Betrachters liegt, ob etwas schwierig oder weniger schwierig ist. Jedenfalls musste die Bergwacht schon ausrücken, um Leute, die an den Schlüsselstellen nicht mehr weiterkamen, aus dem Fels zu holen. Aber für mich sollte „schwierig“ machbar sein und für Guido sowieso. Ausgerüstet mit Helm, Klettergurt und Klettersteigset geht es schließlich am Einstieg zum Klettersteig „richtig“ los mit unserer Tour. Bilder mache ich während der Kletterei keine, aber Guido filmt. Das Video liefere ich dann später nach!

An schönen Sommertagen am Wochenende steht man vor allem im ersten Abschnitt Schlange, so viele Leute sind hier unterwegs. Heute sind wir dagegen fast allein, haben allerdings mit anderen Schwierigkeiten zu tun: Der Fels ist nass, zum Teil sogar vereist und die Drahtseile ebenso. In kurzer Zeit sind die Finger eiskalt und gefühllos und das trotz Kletterhandschuhe. Aber wir arbeiten uns unermüdlich vorwärts, ans Umkehren denken wir nicht. Trotz der Kälte macht das Klettern im Fels nämlich sehr viel Freude. Und nach dem ersten Abschnitt können wir auf dem Gipfel des Iselers erst einmal Sonne tanken und uns aufwärmen:

Ein Teil des Panoramas am Iseler, am linken Bildrand ist der Kühgundkopf zu sehen, den wir später über den zweiten Streckenabschnitt des Steigs erreichen:

Der Beginn des zweiten Abschnitts ist sehr spannend, denn es geht über eine glatte Platte hinunter. Ich nehme an, diese Stelle bildet den Höhepunkt des Videos! Den letzten Streckenabschnitt gehen wir hingegen über große Strecken ungesichert, er bietet nämlich keine größeren Schwierigkeiten mehr. Am Ende der Tour werden wir auf dem Kühgundkopf mit einem Ausblick aufs Tannheimer Tal, im Hintergrund liegt der Haldensee, belohnt:

Zurück nach Oberjoch wandern wir auf einem schmalen Gratweg Richtung Wiedhag-Alpe. Ein Kreuz markiert das Ende des Grats:

Um 17.00 Uhr stehen wir wieder auf dem Parkplatz. Die Tour ist mit 11,5 Kilometern nicht besonders lang und auch die zurückgelegten 1000 Höhenmeter sind nicht spektakulär. Aber es ist schon ein ganz besonderes Erlebnis, über eine längere Strecke, die Gesamtlänge des Klettersteigs beträgt 2400 Meter, im Fels unterwegs zu sein. Hier ist unsere Tour auf einer Panoramakarte zu sehen:

Quelle: www.oberjoch.info

So sehen die Mahlzeiten von heute aus:

  • 9.05 Uhr: 280 Gramm Melone „Galia“
  • 10.00 Uhr: 440 Gramm Trauben „Nerona“
  • 15.00 Uhr: etwa 200 Gramm Trauben „Nerona“
  • 17.00 Uhr: etwa 250 Gramm Trauben „Nerona“, 500 Gramm Trauben „Regal“
  • 19.45 Uhr: 180 Gramm braune Champignons, 380 Gramm Brustkern vom Rind

Der Brustkern ist ein nur wenig durchzogenes Stück Fleisch aus dem vorderen und mittleren Teil der Rinderbrust. Außen herum liegt jedoch besonders bei dem Stück, das ich heute beim ortsansässigen Metzger erstehe, eine ziemlich dicke Fettschicht. Der Brustkern ist außerdem grobfaserig, das heißt, man muss sein Fleisch gut kauen. Es zergeht nicht so leicht im Mund wie zum Beispiel ein Stück Rumpsteak. Dafür ist es aber sehr geschmacksintensiv!

Nachtrag vom 29. September: Das Video ist fertig:

geschrieben von Susanne am 21. September 2018 um 23.57 Uhr
Kategorie: Bayern, Ernährung
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Einen ganzen Tag wie gestern in den Bergen unterwegs sein zu können ist schon etwas Besonderes. Aber ich habe ja die Möglichkeit, auch an einem ganz normalen Arbeitstag wenigstens für kurze Zeit hinaus in die Natur zu gehen, zu entspannen und Kraft zu tanken. Je nach Wetterlage geht es dann rund um den Kapf oder rund um den Staufen. Und immer wieder bin ich zusammen mit Guido auch nachmittags mehrere Stunden unterwegs. So spazieren wir heute von einem Parkplatz am Oberstdorfer Bahnhof aus zur Seealpe am Fuße des Nebelhorns. Der Weg führt durch den Faltenbachtobel, dessen Wassermassen sehr eindrucks- und geräuschvoll zu Tal stürzen:

Kontrastprogramm am Speichersee der Seealpe:

Der Blick vom Panoramaweg der Seealpe auf den Speichersee:

Insgesamt sind wir drei Stunden unterwegs und legen in dieser Zeit 12,5 Kilometer und 610 Höhenmeter zurück. Am Abend ziehen Regenwolken auf und gegen 18.30 Uhr fängt es heftig an zu regnen. Aber da sitzen wir ja schon wieder gemütlich zu Hause! Meine Mahlzeiten:

  • 8.30 Uhr: 300 Gramm Trauben „Regal“
  • 12.35 Uhr: 1080 Gramm Trauben „Sultana“
  • 19.30 Uhr: 970 Gramm Trauben „Sultana“
  • 23.20 Uhr: 340 Gramm Eisbergsalat, 140 Gramm Walnüsse (Schälnüsse)

PS: Es gibt heute kein Fleisch, weil ich nicht dazu komme, welches zu besorgen. Aber ein veganer Tag zwischendurch bringt mich schon nicht um.

geschrieben von Susanne am 20. September 2018 um 23.58 Uhr
Kategorie: Ernährung, Schweiz, Videos
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Ich übergebe einem Kollegen den Dienst im Fitnessstudio, so dass Guido und ich schon früh am Morgen zu einer Tour starten können. Es geht mit dem Auto in die Schweiz: Wir wollen von Wangs aus den Pizol besteigen. Wangs ist eine im Kanton St. Gallen gelegene Gemeinde am Westhang des Rheintals und liegt auf einer Höhe von 500 Metern. Unser Gipfelziel, der Pizol, ist 2844 Meter hoch. Über 2300 Meter im Aufstieg, das ist an einem Tag zusammen mit einem Abstieg kaum zu schaffen, deshalb benutzen wir Gondelbahn und Sessellifte als Aufstiegshilfe. Die Gondelbahn fährt bis Furt und bis hier nehmen wir auch unsere Fahrräder mit. Mit ihrer Hilfe wollen wir später Abstieg von Furt nach Wangs bewältigen. Anschließend geht es ohne Fahrräder über die Station „Gaffia“ mit zwei Sesselliften bis zur Pizolhütte weiter. Die Pizolhütte liegt auf 2222 Metern, von dort aus sind es dann „nur“ noch gut 600 Höhenmeter bis zum Gipfel.

Um 11.05 Uhr starten wir schließlich von der Pizolhütte aus zur Wildseeluggen, einem Übergang westlich der Pizolhütte, der sowohl bei der Besteigung des Pizols als auch bei der Fünfseenwanderung überschritten wird:

Die Fünfseenwanderung ist eine beliebte Wanderung im Pizolgebiet, die wir je nach Lust und Laune an die Besteigung des Pizols anhängen wollen. Der erste See, der Wangensee, liegt allerdings östlich von der Pizolhütte und damit nicht auf unserem Weg. Während des Aufstiegs zur Wildseeluggen sind wir nicht allein unterwegs:

Der Blick von der Wildseeluggen auf den Wildsee, im Hintergrund ist mit einem roten Pfeil markiert unser Gipfelziel zu sehen:

Rechts vom Pizol liegen die Lavtinahörner, zwölf Gipfel, die auf verschiedenen Routen von Wagemutigen erklettert werden können. Die meisten Wanderer machen an der Wildseeluggen eine Rast, um sich vom Aufstieg zu erholen und um das wunderbare Panorama zu genießen. Wir wandern allerdings ohne Pause weiter. Der Weg führt von der Wildseeluggen leicht absteigend über große Blocktrümmer zum Schuttboden des Wildsees. Früher war diese Fläche vom Eis des Pizolgletschers bedeckt:

Vor 2012 führte eine Aufstiegsroute über den Gletscher zum Gipfel, der Weg wurde aber inzwischen aus Sicherheitsgründen in die Felsen verlegt. Vom Gletscher ist nämlich nicht mehr viel übrig:

Der Weg durch die Felsen ist gut markiert und gut zu begehen, die schwierigsten Passagen sind zudem mit Drahtseilen gesichert. Ziemlich genau 100 Minuten nach dem Start unserer Wanderung an der Pizolhütte stehen wir auf dem Gipfel und können das herrliche Panorama bewundern:

Vom Hauptgipfel aus klettern wir anschließend auf den Nordgipfel:

Der Blick vom Nord- auf den Hauptgipfel:

Der Rest des Pizolgletschers von oben gesehen:

Ziemlich flott geht es auf dem Aufstiegsweg zurück zur Wildseeluggen. Hier liegt die Schuttfläche des ehemaligen Gletschers wieder vor uns:

Ein Gletschersee ohne Namen, für uns ist es der zweite See auf unserer Wanderung:

Um 14.25 Uhr sind wir zurück am Wildsee:

Bei diesem herrlichen Anblick kommt ein Abstieg zurück zur Pizolhütte nicht in Frage. Wir folgen deshalb den Wegweisern der Fünfseenwanderung. Der dritte See der offiziellen Fünfseenwanderung und auch der dritte See unserer Wanderung, der auf 2235 Metern gelegene Schottensee:

Das Panorama am Schwarzchopf, dem mit 2510 Metern höchsten Punkt der Fünfseenwanderung:

See Nummer vier, der Schwarzsee:

Vom Schwarzsee aus geht es hinauf zum Rossstall, einem Plateau, das mit unzähligen Steinmännern geschmückt ist:

Zwei besonders beeindruckende Exemplare:

Vom Rossstall aus führt der Weg direkt auf die Gamidauerspitz, einem 2309 Meter hohen Gipfel, zu. Im Hintergrund ist rechts die Alvierkette zu sehen, der sich die Churfirsten anschließen:

Die Gamidauerspitz liegt zwar nicht auf dem Weg, aber klar, da „müssen“ wir schon hinauf! Der Blick vom Abstiegsweg auf den fünften und letzten See unserer Wanderung, den Baschalvasee:

Im weiteren Wegverlauf liegt dieser Felsen vor uns, den wir uns näher anschauen:

Oben angekommen entdecken wir den nächsten Felsklotz:

Da ist dann aber Schluss mit der Kletterei und wir legen den Rückzug ein! Hier liegt der Baschalvasee hinter uns und wir schauen auf Furt, wo unsere Fahrräder stehen:

Sechs Stunden und vierzig Minuten nach dem Start unserer Wanderung können wir uns auf unsere Räder schwingen und die letzten Höhenmeter im Abstieg rollend bewältigen. Da ich eine Freundin von gemächlichen Abfahrten bin, brauchen wir rund vierzig Minuten bis zum Auto. Lässt man es laufen, kann man die Strecke sicher in der Hälfte der Zeit bewältigen! Ohne Bahn- und Sesselliftfahrt sind wir insgesamt also sieben Stunden und zwanzig Minuten unterwegs und legen in dieser Zeit 35 Kilometer, 1300 Höhenmeter im Aufstieg und 3000 Höhenmeter im Abstieg zurück. Ich glaube, die Bilder sprechen für sich, da brauche ich gar nicht zu schreiben, dass ich diese Tour nur empfehlen kann! Sie ist auch für weniger versierte Bergwanderer gut machbar, aufgrund ihrer Länge muss man allerdings schon ein bisschen Kondition mitbringen. Der Tourenplaner veranschlagt für die Strecke, die zu Fuß zurückgelegt werden muss – ohne Klettereinlagen am Pizol und an der Gamidauerspitz – sechseinhalb Stunden. Bei einem Abstieg nach Wangs zu Fuß muss man über acht Stunden Wanderzeit einplanen. Wer früh genug unterwegs ist, kann allerdings für den Abstieg von „Gaffia“ aus auch den Sesselift und die Bahn benutzen. Zu guter Letzt wie immer meine Mahlzeiten:

  • 8.15 Uhr: 200 Gramm Trauben „Regal“, 430 Gramm Zwetschgen
  • 17.45 Uhr: etwa 200 Gramm Trauben „Nerona“
  • 20.20 Uhr: 110 Gramm Kalbsbries, 80 Gramm Knochenmark vom Rind, 260 Gramm Eisbergsalat
  • 23.30 Uhr: 200 Gramm Fleisch, Knorpel und Rippenendstücke von der Brust eines Zickleins, 80 Gramm Sesam

Mehr als das bisschen Fleisch vom Zicklein habe ich nicht im Haus, sonst wäre die Fleischportion deutlich größer ausgefallen.

PS: Während der Wanderung trinke ich Gletscherwasser aus diesem Bachbett:

Guido hat ein Video von unserer Tour zusammengestellt:

geschrieben von Susanne am 12. September 2018 um 23.52 Uhr
Kategorie: Bayern, Bike- & Hike-Touren, Ernährung, Videos
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Heute übernimmt wieder einmal eine Kollegin meinen Dienst im Fitnessstudio. Guido und ich haben nämlich Großes vor: Wir wollen auf den 2592 Meter hohen Hochvogel, einen der markantesten Berggipfel der Allgäuer Hochalpen, den wir vom Hochgrat aus schon oft bewundern konnten. Der Aufstieg von Hinterstein bei Bad Hindelang aus ist zu Fuß in einem Tag kaum zu bewältigen, deshalb wird die Tour meist als Zweitagestour mit einer Übernachtung im Prinz-Luitpold-Haus begangen. Nimmt man Fahrräder zu Hilfe, so wie wir es vorhaben, schafft man die Tour aber auch in einem Tag.

Wie so oft kommen wir recht spät von zu Hause weg und sind erst um kurz vor 12.00 Uhr in Hinterstein. Die offiziellen Parkplätze sind um diese Uhrzeit schon alle besetzt, aber wir haben Glück und finden einen privaten Parkplatz, der noch freie Plätze hat. Um 12.15 Uhr starten wir von diesem Parkplatz aus mit den Fahrrädern Richtung Giebelhaus, das wir nach etwa einer Stunde erreichen. Die etwa 300 Höhenmeter, die bis zum Giebelhaus zu überwinden sind, verteilen sich über eine Strecke von fast zehn Kilometern. Die Strecke ist also sehr angenehm zu radeln.

Vom Giebelhaus aus geht es deutlich steiler hinauf ins Bärgündeletal bis zur Materialseilbahn des Prinz-Luitpold-Hauses. Immerhin schaffe ich es heute, auch diesen Streckenabschnitt zu radeln und nicht zu schieben. Das war vor drei Jahren noch nicht der Fall! An der Materialseilbahn stellen wir unsere Fahrräder unter einem Baum ab und wandern zu Fuß weiter. Erst durch ein Waldstück, später über einen felsigen Steig in offenem Gelände zum Prinz-Luitpold-Haus. Immer wieder queren Bachläufe den Weg, an denen ich meine Trinkflasche auffüllen kann. Der Aufstieg in der prallen Sonne ist nämlich ziemlich schweißtreibend und der Bedarf an Wasser dementsprechend groß. Hier liegt das Prinz-Luitpold-Haus schon hinter uns:

Schritt für Schritt marschieren wir weiter durch eine beeindruckende Felslandschaft nach oben:

Hier beginnen erste, leichte Klettereien, die durch Drahtseile entschärft werden:

Sie führen zu einem Nachbargipfel des Hochvogels, der Kreuzspitze. Der Weg Richtung Hochvogel zweigt allerdings kurz unterhalb des Gipfels der Kreuzspitze ab. Aus der Ferne ist der Hochvogel immer gut zwischen anderen Gipfeln auszumachen, aber bei einem Aufstieg über das Prinz-Luitpold-Haus versteckt er sich lange hinter der Kreuzspitze und es dauert, bis man ihn endlich zu Gesicht bekommt:

Zwischen Kreuzspitze und Hochvogel liegt die Kaltwinkelscharte, in die wir absteigen müssen, bevor wir dann endlich mit den Felsen des Hochvogels in Berührung kommen:

Von der Scharte aus geht es wieder bergauf, der Weg führt um die Westschulter des Hochvogels herum:

Beim Blick zurück auf die Westschulter komme ich mir vor wie im Wilden Westen:

Die letzten Höhenmeter bis zum Gipfel geht es mal kletternd, mal laufend nach oben:

Am Gipfel bietet sich uns wie erwartet ein herrliches Panorama:

Beeindruckend ist die große Gipfelspalte, die sich Jahr für Jahr weiter öffnet und irgendwann zu einem gewaltigen Felssturz führen wird:

Die TU München führt hier regelmäßig Messungen durch. Aber wann es zum Abbruch der Südseite kommen wird, kann wohl niemand vorhersagen. Nach einem kleinen Imbiss mit Trauben machen wir uns an den Abstieg:

Hier geht es wieder um die Westschulter herum:

Zurück an der Kaltwinkelscharte:

Hier treffen wir auf zwei junge Leute, die kurz vor ihrem Gipfelsturm noch ein wenig verschnaufen müssen. Wir sind heute also nicht die Letzten, die Richtung Gipfel unterwegs sind! Von der Kaltwinkelscharte aus wandern wir nicht wie beim Aufstieg um die Kreuzspitze herum, sondern wählen den Weg hinunter in den Kalten Winkel. Hier ist Abseilen angesagt:

Im Kalten Winkel lag bis vor einiger Zeit auch im Sommer ein großes Schneefeld, auf dem es immer wieder zu Unfällen kam, weil Wanderer ohne geeignete Ausrüstung im steilen Gelände ins Rutschen kamen. Mittlerweile ist das Schneefeld im Sommer verschwunden bzw. liegt unterhalb des Wanderweges:

Der Weg zurück zum Prinz-Luitpold-Haus führt über die Balkenscharte:

Der sehr komfortable, wenn auch nur kurze Abstieg über eine Treppe:

Der Blick zurück zur Balkenscharte:

Den Abstieg vom Prinz-Luitpold-Haus zu unseren Fahrrädern legen wir in einem ziemlich flotten Tempo zurück. Aber so erreichen wir die Räder noch im Hellen und können die Rückfahrt nach Hinterstein ohne Stirnlampen bewältigen. Rund acht Stunden benötigen wir für die Tour, auf der insgesamt 35 Kilometer (davon 24 mit dem Fahrrad) und rund 2000 Höhenmeter zu überwinden sind. Ich bin hinterher erst einmal ziemlich erschöpft, aber das darf ich nach solch einer Tour wohl auch sein. Nach einer Dusche und einer Mahlzeit mit Trauben habe ich aber immerhin noch genug Energie, die Bilder, die ich aufgenommen habe, herunterzuladen, zu bearbeiten und den Tagebucheintrag zu schreiben. Mehr als Trauben nehme ich heute übrigens nicht zu mir:

  • 9.20 Uhr: 520 Gramm Trauben „Regal“, 150 Gramm Trauben „Isabella“
  • 17.00 Uhr: etwa 200 Gramm Trauben „Isabella“
  • 21.40 Uhr: 510 Gramm Trauben „Regal“, 530 Gramm Trauben „Crimson“

Ich nehme an, der Fleischhunger kommt morgen Früh.

PS: Körperlich bin ich nach der Tour erschöpft, aber geistig voller Energie und Tatendrang. Dieses Phänomen ist mir schon einige Male aufgefallen: Je mehr Felskontakt ich mit den Händen habe, desto energiegeladener bin ich nach einer Tour. Eine Wanderung durch bewaldetes Gelände ist dagegen eher beruhigend und entspannend. Ich werde das weiter beobachten.

PPS: Ein Video des ARD Mittagsmagazins über den bevorstehenden Bergsturz am Hochvogel: Frühwarnsystem soll vor Felssturz warnen.

geschrieben von Susanne am 10. September 2018 um 23.53 Uhr
Kategorie: Bayern, Bergtouren, Videos
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Hier kommt der zweite Teil meines Tagebucheintrags: Um die Mittagszeit stellt sich nach meinem Dienst im Fitnessstudio für Guido und mich die gleiche Frage wie gestern: Welche Tour eignet sich für einen Start am frühen Nachmittag? Guidos Vorschlag, von der Bergstation der Fellhornbahn aus die Walser Hammerspitze zu besteigen und von dort aus weiter zur Hochgehrenspitze zu gehen, um wie schon am 29. August geplant den weiteren Wegverlauf zur Oberstdorfer Hammerspitze zu begutachten, stößt bei mir auf reges Interesse. Die Überschreitung der Hammerspitzen steht zu diesem Zeitpunkt nicht auf dem Plan, da mir dieses Unternehmen zu gewagt erscheint. Während die meisten anderen Besucher des Fellhorns um 13.40 Uhr wieder Richtung Tal gondeln, fahren wir nach oben. Um 14.00 Uhr starten wir schließlich von der Bergstation der Fellhornbahn aus Richtung Kanzelwand. Das heißt, wir müssen erst einmal ein Stück bergab laufen, bevor es wieder nach oben geht! Der Blick vom Fuße der Kanzelwand aus zurück zum Fellhorn:

Die Wege rund um Fellhorn und Kanzelwand sind sehr bequem ausgebaut, so dass auch weniger versierte Bergwanderer nicht ins Stolpern kommen. Erst auf der Südseite der Kanzelwand mündet der breite Weg in einen „richtigen“ Bergpfad:

Der Blick zurück auf die Bergstation der Kanzelwandbahn, von der aus man ebenfalls die Tour starten kann, in der Bildmitte sind der Hohe Ifen und die Gottesackerwände zu erkennen:

Der Weg hinauf zum ersten Gipfelziel, der Walser Hammerspitze, auch Schüsser genannt, folgt mehr oder weniger dem Grat und ist leicht zu bewältigen:

Der Gipfel der Walser Hammerspitze:

Auch der Weg von der Walser Hammerspitze zur Hochgehrenspitze führt anfangs über einen Grat, erst im weiteren Verlauf ist leichte Kletterei angesagt:

An dieser Stelle sind wir erst unschlüssig, wie es weitergeht, aber dann entdecken wir einen kleinen roten Pfeil, der auf den Fels gemalt ist:

Hier schwindelfrei zu sein, erleichtert den Übergang ungemein:

Schließlich erreichen wir die Hochgehrenspitze und genießen erst einmal die wunderbare Aussicht:

Ich bin so glücklich, hier zu sein und fühle mich einfach nur wohl in dieser Landschaft, so dass ich auf Guidos Frage, wo es jetzt weitergeht, nur eine Antwort kenne: Weiter Richtung Oberstdorfer Hammerspitze, ich will weiter! Selbst die Aussicht, dass die Schwierigkeiten jetzt erst anfangen, können mich nicht von meinem Entschluss abbringen und Guido wäre ja sowieso nur wegen mir auf gleicher Strecke zurückgegangen. Die ersten Schritte vom Gipfel abwärts sind noch harmlos, aber dann kommt die erste Schlüsselstelle. Abklettern durch eine steile Rinne im II. Grad ist angesagt:

Der ungläubige Blick zurück, ob wir da wirklich heruntergekommen sind:

Von hier aus geht es über einen großen Gratturm weiter, bei dessen Überschreitung wieder Schwindelfreiheit angesagt ist:

Erst hinterher sehe ich auf dem Bild, dass an dieser Stelle jemand zu Tode gestürzt ist:

Nachdem der Balanceakt überstanden ist, führt ein Fixseil auf der Ostseite über eine Rinne zu einer Scharte hinab:

Auch wenn es in der Rinne immer wieder Griffe und Tritte gibt, die bequem zu erreichen sind, erleichtert das Seil den Abstieg ungemein! Von der Scharte aus geht es, wie könnte es anders sein, wieder bergauf:

Hier sind wir kurz unterhalb des Gipfels:

Geschafft:

Der Blick vom Gipfel auf die Fiderepasshütte:

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es auch schon weiter zur nächsten Schlüsselstelle, einer zehn Meter steil abfallenden Felswand, die aber immerhin mit drei bequemen Stahlgriffen abgesichert ist. Allerdings ist der erste Stahlgriff gefühlt unendlich weit weg und man muss sich erst einmal hinunterwagen:

Da fehlt nicht mehr viel und ich habe wieder sicheren Boden unter den Füßen:

Der weitere Abstieg zur Fiderepasshütte ist im Vergleich zu dem, was hinter uns liegt, unproblematisch. Trotzdem ist auch hier wie überall im alpinen Gelände vollste Aufmerksamkeit erforderlich, um nicht unversehens ins Stolpern zu geraten. Die letzten Kraxeleien führen über eine Rinne hinunter:

Die Überschreitung liegt hinter, die Fiderepasshütte vor uns:

Wie schon im ersten Tagebucheintrag von heute geschrieben, machen wir auf einer Bank vor der Fiderepasshütte eine kurze Rast und stärken uns mit einigen Zwetschgen. Den Abstieg von der Hütte über Küh- und Warmatsgund legen wir in lockerem Dauerlauf zurück. Dabei ist wieder vollste Konzentration angesagt, um nicht über einen der unzähligen Steine zu stolpern, die auf dem Weg liegen. Am Ende der Tour haben wir in fünf Stunden und zwanzig Minuten gut 15 Kilometer und 750 Höhenmeter zurückgelegt. Anstrengend ist sie nicht, die Überschreitung der Hammerspitzen, wenn man die Seilbahn als Aufstiegshilfe benutzt, dafür aber überaus spannend und abwechslungsreich. Ich kann sie nur empfehlen!