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Archiv für die Kategorie ‘Sport’Am 1. September 2011, also genau vor sieben Jahren, habe ich damit begonnen, ein öffentliches Tagebuch zu führen. Das Verfassen der Tagebucheinträge ist mir mittlerweile zur liebgewonnenen Gewohnheit geworden, auch wenn es manchmal Tage gibt, an denen so viel passiert, dass ich kaum zum Schreiben komme. Heute ist solch ein Tag: Morgens um 6.37 Uhr will ich mit dem Zug nach München fahren, um dort an einem Seminar teilzunehmen. Zehn Minuten vorher bin ich am Bahnhof und sehe auf einer Anzeigetafel, dass der Zug ausfällt und der nächste erst in zwei Stunden fährt. Das ist viel zu spät, um pünktlich zum Seminar zu kommen! Da es mich nicht weiterbringt, mich deswegen aufzuregen, laufe ich in aller Ruhe wieder zurück nach Hause, frühstücke und mache mich später noch einmal auf den Weg. Eineinhalb Stunden nach Seminarbeginn komme ich endlich an, viel verpasst habe ich aber Gott sei Dank nicht. Das meiste, was der Dozent dann im Laufe des Seminars mit dem Thema Diagnostik und Testmethoden erzählt, weiß ich eh schon (ich habe mich ja gut vorbereitet!). Interessant wird es erst, als wir von der Theorie zur Praxis übergehen und zum Beispiel unseren Körperfettanteil mit Hilfe eines Kalipers bestimmen. Ein Kaliper ist eine Zange, mit der die Hautfaltendicke gemessen werden kann: 50 bis 70 % des Körperfetts liegen unter der Haut. Misst man die Dicke der Hautfalten an verschiedenen, festgelegten Körperstellen, kann daraus auf den Körperfettanteil geschlossen werden. Es gibt die Dreipunkt-, die Fünfpunkt- und die Zehnpunktmessung. Je mehr Punkte gemessen werden, desto genauer ist das Ergebnis. Wir messen drei Hautfalten und erhalten dabei für mich einen Körperfettanteil von 19 %. Mit einem Handgerät, das den Körperfettanteil nach dem Prinzip der Bioelektrischen Impedanzanalyse ermittelt, erhalten wir einen Wert von 21 %. Beide Werte sind für mein Alter nicht „normal“, wohl aber für eine Frau um die 20 Jahre. Na ja, ich halte meinen Wert schon für „normal“. Abnormal hingegen finde ich, dass Menschen mit zunehmenden Alter verfetten! Nach Seminarende mache ich mich auf Futtersuche und werde in einem REWE-Markt fündig. Ich fahre heute nämlich nicht nach Hause, sondern übernachte in einem Hotel der Sportanlage, in der das Seminar stattfindet. Nach einer Mahlzeit mit Trauben spaziere ich erst ein bisschen durch den in der Nähe der Anlage liegenden Englischen Garten von München, anschließend schaue ich mir die Geräte des Krafttrainingbereichs näher an. Vielleicht mache ich ja hier meine praktische Prüfung! So sehen meine Mahlzeiten aus:
PS: Morgen geht das Seminar um 9.00 Uhr nach einer hoffentlich erholsamen Nacht weiter. Heute kann ich auf dem Oberstaufner Wochenmarkt endlich wieder Nachschub an Zwetschgen und Mirabellen besorgen: Mitte der Woche habe ich einen Versuch mit Zwetschgen aus dem Supermarkt gewagt, aber das werde ich wohl in Zukunft sein lassen: Ihr Aroma reicht lange nicht an das der Zwetschgen vom Wochenmarkt heran. Der Hauptgrund liegt meiner Meinung nach daran, dass die Früchte für den Supermarkt noch unreif gepflückt werden und so nicht mehr ihr volles Aroma entfalten können. Je drei Kilogramm Zwetschgen zweier Sorten, zwei Kilogramm Mirabellen und drei Kilogramm Trauben „Sultana“ schleppe ich bei dieser Einkaufstour im Rucksack nach Hause. Nachmittags geht es dann zum regionalen Supermarkt, um Nachschub an Eisbergsalat und Trauben „Isabella“ zu besorgen. Zusammen mit gut einem Kilogramm Fleisch vom Rind dürfte damit die Versorgung übers Wochenende gesichert sein! Meine Mahlzeiten:
PS: Mein Sportprogramm besteht aus einem einstündigen Krafttraining, das ich nach dem Dienst im Fitnessstudio absolviere. Neu mit dabei sind heute Überzüge mit Kurzhanteln: Auf einer Bank liegend und mit rechtwinklig angehobenen Beinen wird dabei eine Kurzhantel mit beiden Händen umfasst und über den Kopf nach hinten geführt. Trainiert wird hier vor allem der Trizeps. Vormittags absolviere ich meinen Dienst im Fitnessstudio, um die Mittagszeit nehme ich mir meine Studienunterlagen vor und am Nachmittag starte ich zusammen mit Guido von der Talstation der Fellhornbahn bei Oberstdorf aus zu einer Wanderung auf die Kanzelwand. Die 2059 Meter hohe Kanzelwand liegt an der Grenze zwischen Bayern und Vorarlberg und kann mit Hilfe einer Bergbahn, die von Riezlern im Kleinwalsertal aus nach oben führt, nach einem zwanzigminütigen Fußmarsch recht leicht bestiegen werden. Der Gipfel ist daher an schönen Tagen gut besucht. Aber erstens sind für den Abend Gewitter vorhergesagt und zweitens hat die Bahn, wenn wir den Gipfel erreichen, schon lange Betriebsschluss, so dass wir uns auf ein einsames Gipfelerlebnis freuen können. Je nach Wetterlage wollen wir außerdem einen Nachbargipfel, die Walser Hammerspitze, besteigen. Die Überschreitung der Hammerspitzen, hierbei geht es weglos über die Hochgehrenspitze zur Oberstdorfer Hammerspitze, schwebt Guido nämlich als weiteres, zukünftiges Projekt vor. Unser Weg führt durch das Tal des Warmatsgundbachs, anschließend geht es hinauf zum Kühgund und über die Roßgund-Alpe weiter zum Gipfel. Der größte Teil der Strecke verläuft ganz nach meinem Geschmack über schmale, oftmals steinige Fußpfade. Guido legt wieder einmal ein ziemlich flottes Tempo vor, so dass ich meine liebe Mühe habe, hinterherzukommen. Aber die körperliche Anstrengung bereitet mir auch Freude und sobald es ein bisschen weniger steil bergauf geht, kann ich sogar in einen lockeren Laufschritt fallen. Der Blick vom Kühgund zurück ins Tal des Warmatsgundbachs: Hier geht es über die Roßgund-Alpe mit unserem Gipfelziel vor Augen: Der Blick zurück auf unseren Aufstiegsweg, über den sich die Gipfel von Roßgundkopf, Alpgundkopf und Griesgundkopf türmen: Nur noch wenige Meter bis zum Gipfel: Um 18.35 Uhr, zweieinhalb Stunden nach unserem Start, erreichen wir den Gipfel. Die „normale“ Wanderzeit beträgt vier Stunden. Wie erwartet sind wir um diese Uhrzeit allein hier oben. Beim Blick über die Landschaft wird schnell klar, dass aus einem geplanten Abstecher zur Walser Hammerspitze nichts mehr wird: Dunkle Regenwolken verhüllen den Nachbargipfel und rücken zudem unaufhaltsam näher. Wir machen uns also umgehend an den Abstieg, bei dem wir einen Blick auf die Bergstation der Kanzelwandbahn werfen können: Kaum liegt die Gipfelregion hinter uns, fängt es auch schon an, zu regnen und so wandern wir wieder einmal mit Regenschirmen in der Hand Richtung Tal: Es ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, bei Gewitterregen in den Bergen unterwegs zu sein, aber mir gefällt es. So wird selbst der Abstieg über einen geschotterten bzw. asphaltierten Fahrweg zu einem sinnlichen Vergnügen! Der letzte Teil der Strecke führt über einen Waldpfad. Da es mittlerweile schon recht dunkel ist, kommen hier unsere Stirnlampen zum Eisatz. Nach vier Stunden und zwanzig Minuten erreichen wir den Parkplatz der Fellhornbahn und damit unser Auto. Die Strecke in der Übersicht: Wie am 23. August sind wir klatschnass, aber glücklich! Zurück zu Hause geht es unter die warme Dusche und anschließend an den Küchentisch. Zuerst steht mir der Sinn nach Paprika und Tomaten, Fleisch gibt es später:
PS: Auch wenn ich nicht darüber schreibe, ich betrachte den Zustand der Welt, insbesondere aber auch den Zustand Deutschlands, wie er sich mir zurzeit über die verschiedensten Kanäle präsentiert, als ziemlich bedenklich. Aber mein persönliches Glück und meine persönliche Zufriedenheit werden davon nicht beeinflusst. So soll es sein, oder etwa nicht?! PPS: Mehr Bilder und eine Routenbeschreibung findet man auf Guidos Seite: Kanzelwand (2.059m). Vom Verstand her müsste ich mich nach dem Dienst im Fitnessstudio und dem Mittagessen meinen Studienunterlagen widmen, um mich für das Seminar am Wochenende vorzubereiten. Aber mir steht heute mehr der Sinn nach einer Wanderung bzw. nach einem Aufenthalt in der Natur. Wir haben nämlich erneut ideales Wanderwetter, d.h. milde Temperaturen und leichte Bewölkung. Nach einigem Hin und Her finden Guido und ich ein passendes Ziel, den Hirschberg bei Bizau im Bregenzerwald. In dieser Gegend sind Guido und ich im letzten Jahr mit dem DAV auf einer Skitour unterwegs gewesen: Auf Skitour mit dem DAV. Viel gesehen haben wir damals allerdings nicht von der Landschaft! Startpunkt ist wie im Winter ein Parkplatz an der Talstation der ehemaligen Hirschbergbahn. Ein schmaler Pfad führt die ersten Höhenmeter durch Wald und über Weiden nach oben. Nach knapp zwei Kilometern geht es dann auf einem breiten, geschotterten Fahrweg weiter, der bis hinauf zur recht mitgenommen aussehenden Bergstation der Hirschbergbahn leitet. An der Bergstation zeigt uns ein Wegweiser den schmalen Pfad, der uns zum Gipfel führen soll. Auch im weiteren Wegverlauf treffen wir ab und zu auf Wegweiser bzw. Markierungen, aber schon bald wird klar, dass der Weg wohl schon seit Längerem nicht mehr gepflegt wird. So sind Bretter, die über morastigen Stellen liegen, schon ziemlich morsch, zum Teil sogar zerbrochen und Fußspuren sind trotz feuchtem Untergrund nicht zu entdecken. Dabei ist es so schön hier: Im weiteren Streckenverlauf wird der Pfad dann immer morastiger und unversehens lande ich erst mit einem und ein paar Schritte weiter auch mit dem anderen Schuh im Schlamm: Immerhin bleiben die Füße trocken, also kann es frohgemut weitergehen! Auf menschliche Fußspuren stoßen wir auf dem Weg nicht, aber auf Hufspuren von Tieren. Die Verantwortlichen tauchen schon bald auf: Fröhliches Gemecker deutet darauf hin, dass die Ziegen keinerlei Probleme mit dem schlammigen Untergrund haben! Später lesen wir auf einer Tafel, dass die Ziegen zur Landesziegenalpe Wölflersgunten gehören. Im weiteren Verlauf ist der Weg deutlich besser zu begehen: Hier habe ich die Gelegenheit, meine Schuhe etwas vom Schlamm zu befreien: Die am Fuße des Hirschbergs liegende Wölfersgunten-Alpe kommt in Sichtweite: Der Blick über das Weidegelände der Alpe auf die Winterstaude, der höchsten Erhebung einer nördlich des Hirschbergs gelegenen Bergkette: Der Pfad führt oberhalb der Alpe vorbei und hier ist dann nicht mehr Schlammtreten, sondern leichte Kletterei angesagt: Die letzten Höhenmeter hinauf zum Gipfel geht es dann sehr gemütlich über Weidegelände hinauf: Das Gipfelpanorama, beginnend mit einem Blick auf die Nagelfluhkette: Das Filmen des Panoramas gefällt mir zurzeit besser als das Fotografieren. Um diese Panoramaaufnahmen direkt ins Tagebuch hochzuladen, sind sie allerdings zu umfangreich. Aber ich habe ja einen Youtube-Kanal, auf dem sie vorerst gut aufgehoben sind! Ein Gipfelfoto gibt es aber dann doch noch: Im Hintergrund ist der Hohe Ifen zu sehen. Der Abstieg ist weitaus weniger spektakulär als der Aufstieg. Aber so können wir ganz entspannt die Landschaft um uns herum genießen. Der Blick hinunter ins Tal der Bregenzer Ach: Fünf Stunden nach Beginn unserer Wanderung sind wir wieder zurück am Parkplatz und treten die Heimreise an. Die übrigen Daten der Tour: Streckenlänge rund 17 Kilometer, 1160 Höhenmeter. Zu den kulinarischen Genüssen des heutigen Tages:
Während des Aufstiegs springen mir immer wieder Heuschrecken direkt vor die Füße, so dass ich irgendwann spontan zugreife und ein paar von ihnen verspeise. Die Blaubeeren, die in großen Mengen entlang des Weges wachsen, interessieren mich hingegen nicht. Als Nachtmahlzeit gibt es wie gestern Mirabellen, Zwetschgen habe ich ja leider keine mehr. PS: Mehr Bilder und die Routenbeschreibung gibt es auf Guidos Seite: Hirschberg (1.834m). Kurz nach 12 Uhr beende ich meinen Dienst im Fitnessstudio und absolviere anschließend ein gut einstündiges Krafttraining: Ich trainiere ohne Pausen, d.h., ich kombiniere wieder zwei Übungen zu Supersätzen, die ich drei- bis viermal mit acht bis zwölf Wiederholungen ausführe, dann geht es weiter zu den nächsten beiden Übungen bzw. Geräten. Am Nachmittag beschäftige ich mich intensiv theoretisch mit dem Thema Krafttraining und am Abend spaziere ich bei leichtem Regen zusammen mit Guido rund um den Kapf. Da es schon fast dunkel ist, als wir aufbrechen, fallen uns heute keine Fundsachen am Wegesrand auf! So sehen meine Mahlzeiten aus:
Die Blutpflaumen stammen aus dem Garten, den ich betreue. Sie wachsen als Spalierobst an der Hauswand: Geschmack und Aroma der Blutpflaumen sind im Vergleich zu Geschmack und Aroma der Zwetschgen vom regionalen Bauern eher fade. Aber als kleine Vorspeise sind sie durchaus akzeptabel! |