Archiv für die Kategorie ‘Fahrradtouren’

geschrieben von Susanne am 17. September 2024 um 21.12 Uhr
Kategorie: Fahrradtouren
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Heute wollen wir die uns gegenüberliegende Talseite erkunden. Bevor es um 10.40 Uhr gemeinsam losgeht, absolviere ich am frühen Morgen meine beiden Serien und lege jeweils drei Kilometer zurück. Von Sementina aus fahren wir über Giubiasco nach Camorino. Hier beginnt der lange Anstieg über Monti di Cassinello und Monti di Calmagnone bis nach Monti di Medeglia. Die ersten drei Kilometer führen über Asphalt und ich komme gut nach oben. Dann verlassen wir den asphaltierten Weg und folgen einem Wanderweg. Hier muss auch Guido schieben! Anschließend geht es erneut über Asphalt weiter. Leider hat das Vergnügen, über Asphalt bergauffahren zu können, für mich bald schon wieder ein Ende: Plötzlich ist der Weg ist nicht mehr asphaltiert, sondern steinig und holprig. :updown:

Auf einem solchen Weg reicht meine Beinkraft zum Hinauffahren nicht mehr aus, ich muss absteigen. Mit E-Bike wäre das nicht passiert. :froehlich: Aber eigentlich habe ich nichts gegen Schiebestrecken, im Gegenteil: Schieben ist sehr meditativ. :engel: Schließlich erreichen wir den höchsten Punkt unserer heutigen Tour. Er liegt auf knapp 1050 Höhenmetern. Hier überlegen wir kurz, ob wir direkt abfahren oder einen kleinen, 10 Kilometer langen Umweg machen wollen. Wir entscheiden uns für die direkte Abfahrt, da der Zeitbedarf für den Umweg schwer zu kalkulieren ist und wir auf jeden Fall vor 18 Uhr in Bellinzona am Velo-Shop sein müssen. Die Abfahrt durchs Val di Treccio hinunter nach Bironico ist wunderschön. :sonne: Kaum zu glauben wie ruhig und friedlich es hier ist, wenn man an das Gewimmel der in der Nähe liegenden Magadinoebene denkt. In Bironico hat die Ruhe allerdings ein Ende. Ab hier geht es durch dicht besiedeltes und zersiedeltes Gebiet, nur kurz durch einen kurzen, ruhigen Streckenabschnitt bei Monte Ceneri unterbrochen, bevor es entlang einer Autostraße, die zudem in der Nähe der Autobahn liegt, sogar äußerst turbulent zugeht.

Die Fahrt durch Cadenazzo und S. Antonino, zwei vor Bellinzona liegende Dörfer, ist dann wieder deutlich entspannter. :erleichtert: Um 16 Uhr erreichen wir den Bahnhof von Bellinzona. Die Zeit hätte also wahrscheinlich dicke für die Extrarunde gereicht. Aber was soll es, hinterher ist man immer klüger und die Fahrt war auch so ein Erlebnis. Nach Rückgabe des Leihrads geht es mit Guidos kaputtem Rad, das bei jedem Tritt laut knackst, zurück nach Sementina. Den letzten Kilometer laufe ich und schiebe nach einem Tausch Guidos Rad. Das liegt nicht daran, dass meine Beine k.o. sind und ich nicht mehr nach oben strampeln kann, sondern daran, dass mein Po an einer Stelle wund ist. :updown: Nun ja, das heilt wieder, die beiden Touren waren es auf jeden Fall wert! So sieht der heutige Speiseplan aus:

  • 9.35 Uhr: etwa 300 Gramm Fleisch, Fett, Knorpel und Rippenendstücke von der Brust eines Lamms
  • 17.00 Uhr: etwa 300 Gramm Trauben „Lavallée“, drei dunkle Feigen (frisch vom Baum) :hmmm:
  • 20.45 Uhr: etwa 400 Gramm Schweinespeck

Es wachsen so viele Feigenbäume rund um Sementina, aber reife Feigen sind so gut wie nirgends zu finden. Immerhin kann ich heute sechs Früchte „ernten“, die wir uns geschwisterlich teilen. :herz:

PS: Bilder und Guidos Tourenbericht sind hier zu finden: Rund um die Cima di Medeglia.

geschrieben von Susanne am 31. August 2024 um 21.06 Uhr
Kategorie: Fahrradtouren
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Von Thusis aus starten Guido und ich um 11.40 Uhr zu einer Radtour. Ziel ist der Lai da Vons, den wir am 11. Oktober 2021 schon einmal per pedes besuchten: Drei-Seen-Wanderung bei Sufers. Zu Beginn geht es über die alte Viamala-Straße nach Zillis:

Auch wenn es auf den beiden folgenden Bildern nicht so gut zu sehen ist, rund um das Besucherzentrum der Viamala-Schlucht herrscht ziemlich viel Betrieb:

Kurz vor Zillis:

Hinter Zillis beginnt der Anstieg ins kleine Dorf Donat. Dieser ist deutlich steiler, als der Anstieg durch die Viamala-Schlucht, aber auch für mich immer noch gut zu fahren. :smile: Wir erreichen Donat:

Hier überquere ich die Valtschielbrücke:

Die 1926 fertiggestellte Brücke verbindet die Dörfer Donat und Casti, wird aber heute nur noch von Fußgängern benutzt. Oder aber von Radfahrern wie mir! Von Donat aus geht es über einen asphaltierten Fahrweg weiter zu den Hütten von Magun:

Eine alte Holzbrücke führt über die Fundogn-Schlucht:

Der Fundogn ist ein gut zehn Kilometer langer Bergbach und linker Zufluss des Hinterrheins. Langsam aber stetig kurble ich den Fahrweg nach Magun hinauf:

Bei den Hütten von Magun können wir an einem Brunnen unsere Wasservorräte auffüllen:

Und eine schöne Aussicht hinunter ins Tal genießen:

Um mir eine kleine Pause vom Radeln zu gönnen, schiebe ich nach dem Auffüllen der Wasservorräte mein Rad ein Stück:

Hinter den Hütten steige ich wieder aufs Rad, komme aber nicht weit: Es geht nicht mehr über Asphalt, sondern über Schotter weiter. Zusammen mit einer Steigung von über 10% ist das zu viel für meine Beine, ich muss absteigen und schieben:

Zu Beginn bin ich noch recht flott unterwegs und kann Guido, der langsam hochradelt, im Auge behalten. Aber der Weg zieht sich endlos hin und ich werde immer langsamer und so verliere ich Guido aus den Augen. Gott sei Dank wartet er immer wieder auf mich, so dass ich mir nicht vollkommen verloren vorkomme. 🤗 Bei den Hütten von Promischur geht der Weg dann in der Sonne weiter und die Schieberei wird noch anstrengender:

Plötzlich taucht ein Auto hinter mir auf und die Beifahrerin ruft mir „Tapfer, tapfer!“ entgegen. Ja, tatsächlich ich bin tapfer und schiebe weiter und weiter. Kaum zu glauben, aber nach einer gefühlten Ewigkeit kann ich wieder im Sattel sitzen:

Um gleich darauf wieder schieben zu müssen:

Trotz der Anstrengung genieße ich die herrliche Landschaft um mich herum. Eine Alphütte, im Hintergrund ragt der Piz la Tschera auf:

Kurz vor dem höchsten Punkt der Strecke sitze ich wieder im Sattel:

Bald darauf kann ich die wunderschöne Abfahrt zum Lai da Vons genießen:

Leider führt der Alpweg, auf dem wir abfahren, in einem weiten Bogen um den See herum und ich bin wenig motiviert, mein Rad jetzt, wo ich endlich wieder im Sattel sitzen kann, zu verlassen, um den See über den Wanderweg zu erreichen. Zudem bläst hier oben ein kalter Wind und ein ursprünglich geplantes Bad im See steht sowieso nicht mehr zur Debatte. Wir fahren daher direkt weiter nach Sufers ab:

Kurz oberhalb vor Sufers:

Nach der wunderschönen Abfahrt hinunter nach Sufers müssen wir ein kurzes Stück auf der verkehrsreichen Kantonsstraße Richtung Splügen fahren, um den südlichen Seeuferweg zu erreichen. Den Hinterrhein überqueren wir schon abseits der Kantonsstraße:

Der Blick von der Brücke in die entgegengesetzte Richtung:

Der Blick vom südlichen Seeufer auf Sufers:

Auf der Staumauer vom Sufner See:

Der Blick von der Staumauer in die Roflaschlucht und auf die Brücke der Autostrasse:

Die Abfahrt durch die Schlucht nach Bärenburg bis kurz vor Andeer ist ein Vergnügen, man kann es einfach rollen lassen:

Kurz vor Andeer biegen wir auf den autofreien Höhenweg, der über Pignia nach Zillis führt, ab:

Von Zillis aus kehren wir auf dem gleichen Weg wie bei der Hinfahrt durch die Viamala-Schlucht nach Thusis zurück:

Auf der rund 53 Kilometer langen Strecke, auf der 1600 Höhenmeter zu überwinden sind, sind wir sechs Stunden unterwegs. Auf Guidos Seite kann man sich die Route auf einer interaktiven Karte anschauen: Thusis → Lai da Vons → Sufers. Auch wenn die Tour anstrengend war und ich viel schieben musste, sie hat sich gelohnt!

PS: Die Strecke, die ich schieben musste, war sechs Kilometer lang, der Höhenunterschied entlang dieser Strecke betrug über 600 Meter.

PPS: Wir waren heute beide mit unseren Mountainbikes unterwegs, die Strecke ist aber auch mit einem Gravelbike befahrbar.

geschrieben von Susanne am 5. August 2024 um 21.44 Uhr
Kategorie: Fahrradtouren
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Wir sind heute mit dem Rad durch die Surselva unterwegs. Die Surselva ist das in Graubünden liegende Tal des Vorderrheins. Das Tal erstreckt sich vom Oberalppass im Westen bis zum Zusammenfluss mit dem Hinterrhein bei Reichenau im Osten. Die Hauptorte sind Ilanz und Disentis/Mustér. Wir starten unsere Tour in Disentis, das wir mit Auto und Bahn erreichen: Mit dem Auto geht es von zu Hause aus nach Reichenau und von dort aus mit der Bahn in einer gut einstündigen Fahrt nach Disentis. Um 13.15 Uhr kommen wir am Bahnhof von Disentis an:

Fünf Minuten später geht es los, Schildern Richtung Chur folgend. Schon nach wenigen Metern legen wir einen ersten Halt ein und blicken zurück auf Disentis:

Ich lasse mein Rad an einer Kreuzung stehen und laufe ein paar Schritte den Berg hinunter, damit ich das Kloster auch mit aufs Bild bekomme. Guido wartet indessen und dokumentiert meinen „Aufstieg“: :froehlich:

Die Tour beginnt sehr vielversprechend, ich kann erst einmal gemütlich über Asphalt bergab rollen:

Aber schon nach zwei Kilometern ist Schluss mit dem Bergabrollen:

Kurz hinter den Häusern des Dörfchens Disla, eines der vielen, malerischen Dörfer, die wir im Laufe der Tour passieren:

Bei Falens:

Wir nähern uns dem Dörfchen Cumpadials, am Hang auf der anderen Talseite liegt Sumvitg:

Zwischen Cumpadials und Surrein muss ich kurz absteigen und schieben:

Auf dem Weg nach Surrein:

Beim Dörfchen Surrein, das zur Gemeinde Sumvitg gehört:

In Surrein kommt der „Rhein da Sumvitg“ mit dem „Rhein Anteriur“ zusammen und fliesst als Vorderrhein weiter. Blick auf Sumvitg:

Der Blick über Geröll auf das Dörfchen Rabius:

Rabius liegt genau wie Sumvitg auf der gegenüberliegenden Talseite. Zwischen Trun und Darvella darf ich nochmals schieben:

Wieder im Sattel auf dem Weg nach Brigels:

Ein Blick zurück auf den Hinterrhein:

Bilder, die auf dem Weg nach Brigels entstehen:

Nordwestlich des Dorfes liegt das Naturschutzgebiet Scatlè, der höchstgelegene Fichtenurwald Europas. Brigels liegt hinter uns und wir sind auf dem Weg nach Ilanz:

Ankunft in Ilanz:

Ilanz ist kein Dörfchen, sondern eine Kleinstadt mit rund 5000 Einwohnern. Dementsprechend verkehrsreich geht es hier zu. Im Zentrum von Ilanz steht ein Brunnen, an dem wir unsere Wasservorräte auffüllen:

Danach geht es zügig weiter, schnell hinaus aus dem Gewusel der Stadt! Hinter Ilanz beginnt der lange, aber mäßig steile Anstieg auf der Strasse nach Versam:

Blick von der Straße auf die Ringelspitzkette:

Die Kirche von Versam:

Versam liegt am Eingang zum Safiental auf einer Terrasse rechts über dem Vorderrhein. Im Safiental war Guido schon einmal allein unterwegs: Über den Glaspass ins Safiental. Hinter Versam wird die Straße deutlich schmaler und kurviger:

Die Straße führt über den Versamer Tobel und anschließend entlang der Rheinschlucht. Blick hinunter ins Versamer Tobel:

Leider bekommt man von der Rheinschlucht nicht viel mit, schließlich herrscht Gegenverkehr und man kann sich nicht einfach so auf die andere Straßenseite begeben. Bevor es hinunter nach Bonaduz geht, kommt man aber zu einer Plattform und kann von dort aus die Aussicht in die Schlucht und auf die gegenüberliegende Talseite genießen:

Kurz hinter der Aussichtsplattform zweigt der Radweg von der Strasse nach links in den Wald ab. Hier lässt es sich wunderbar radeln und ich genieße die letzten Meter bis nach Reichenau ohne Straßenverkehr sehr. 🤩 Schon fast auf dem Talboden in der Nähe von Bonaduz:

Bonaduz lassen wir allerdings rechts liegen und fahren direkt nach Reichenau weiter. Der Zusammenfluss von Vorder- und Hinterhrein bei Reichenau:

Kurz nach der Aufnahme dieses Bildes erreichen wir den Bahnhof von Reichenau/Tamins. Dort endet unsere wunderschöne Radtour durch die Surselva und wir fahren mit dem Auto zurück nach Hause. Guidos Tourenbericht und eine interaktive Karte ist hier zu finden: Von Disentis durch die Surselva.

geschrieben von Susanne am 7. Juni 2024 um 20.29 Uhr
Kategorie: Fahrradtouren
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Schilder mit dem Hinweis auf das Berghaus Vereina bekamen wir während verschiedener Wanderung schon öfters zu sehen. Schaut man sich die Lage des Berghauses auf der Karte an, liegt es mitten in Nirgendwo. Zu Fuß schien uns der Weg dorthin immer zu weit, aber als Ziel einer Biketour ist das Berghaus für heute perfekt. Wir starten von Klosters aus, Guido mit seinem Gravelbike und ich mit dem Mountainbike. Zu Beginn geht es recht flach im Tal der Landquart, die vom Vereina- und dem Verstanclabach gespeist wird, entlang:

Bei Schindelboden verlassen wir den Fahrweg und bewältigen einen ersten, kleinen Anstieg:

Weiter geht es durch ein wunderschönes Waldstück:

Nach einer kleinen Abfahrt kommen wir zurück auf den Fahrweg:

Bei Novai beginnt der Anstieg parallel des Vereinabachs und der hat es in sich, jedenfalls für mich:

Trotz der Anstrengung genieße ich die Fahrt durch diese traumhaft schöne Landschaft:

Irgendwann muss ich dann aber doch anhalten und kurz pausieren:

Aber dann geht es auch schon mit neuem Elan weiter:

Ein Blick über die Landschaft:

Der tosenden Vereinabach:

Bei Hafenbrugg wechseln wir die Bachseite:

Anschließend geht es deutlich weniger steil weiter hinein ins Tal:

Zuflüsse des Vereinabachs:

Das Berghaus Vereina kommt in Sichtweite:

Kurz vor dem Ziel:

Geschafft: :feier:

Der Blick vom Berghaus Richtung Süden, rechts im Hintergrund ist das Flüela Weisshorn zu sehen:

Läuft man in diese Richtung, kommt man irgendwann zu den Jöriseen. Im Nordwesten liegt das Vereinatal zu unseren Füßen:

Verstanclahorn und Chapütschin Schwarzkopf, beides Dreitausender, sind im Osten in weiter Ferne zu sehen:

Ein Wanderweg führt durch das Vernelatal zum Fuß dieser beiden Gipfel. Auf diesem Wegweiser ist zu erkennen, wo es vom Berghaus aus überall hingeht:

Es gibt also eine Vielzahl von Touren, die man von hier aus starten kann! Während der Fahrt zum Berghaus überholte uns ein Senioren-Pärchen auf E-Bikes. Als wir ankommen, sitzen die beiden auf einer Bank vor dem Berghaus. Da das Berghaus noch geschlossen und sonst niemand anwesend ist, kommen wir mit ihnen ins Gespräch. Von der Frau bekommen wir den Hinweis auf eine App zur Bestimmung von Vögeln, „Merlin Bird“. Mit Hilfe dieser App kann man Vögel nicht nur anhand von Fotos bestimmen, sondern auch anhand deren Gesang. So zwitschert direkt vor dem Berghaus eine Heckenbraunelle ihr Lied. :herz: Bevor wir uns auf den Rückweg machen, erkunden wir noch ein bisschen die nähere Umgebung des Berghauses. Hier stehe ich am Vernelabach:

Hinter mir ragen die Unghürhörner auf:

Im Büchlein Alpine Touren „Silvretta, Unterengadin, Münstertal“ heißt es über diese Gipfelgruppe:

Eine finstere, abweisende, äußerst schroff sich aufbauende Felsenburg zwischen Vernelatal und Süser Tal.

Die Besteigung des West-Gipfels als auch des Ostgipfels wird als schwierig bzw. ziemlich schwierig beschrieben. Eine Besteigung kommt für uns daher nicht in Frage. :updown: Schließlich machen wir uns auf die Rückfahrt und können noch viel mehr als auf der Hinfahrt die Schönheit der Landschaft genießen:

Von den beiden Senioren haben wir den Tipp bekommen, in ein weiteres Seitental bis zur Alp Sardasca zu fahren und das machen wir dann auch:

Ankunft an der auf 1650 Höhenmetern liegenden Alp:

Von hier aus kommt man zu zwei SAC-Hütten, der Silvrettahütte und der Seetalhütte. Nach einer kurzen Rast an der Alp geht es schließlich zügig zurück nach Klosters. Für die rund 38 Kilometer lange Strecke, auf der 1000 Höhenmeter zu überwinden sind, benötigen wir mit Pausen viereinhalb Stunden:

Für die Wanderung von Klosters zum Berghaus Vereina sind rund vier Stunden veranschlagt. Wer weder Strampeln noch laufen will, der kann das Berghaus aber auch mit Hilfe eines Busses erreichen. Es ist daher anzunehmen, dass im Sommer hier einiges los ist. Wer wie wir die Einsamkeit und Ruhe liebt und keinen Wert darauf legt, am Ziel eine Bewirtung vorzufinden, macht sich deshalb so wie wir am besten in der Vor- oder aber in der Nachsaison auf den Weg.

geschrieben von Susanne am 1. Juni 2024 um 18.51 Uhr
Kategorie: Fahrradtouren
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Um 10 Uhr starten wir mit unseren Leihrädern vom Bahnhof Bellinzonas aus zu unserer Tour. Die ersten Kilometer fahren wir entlang des Ticinos, dann entlang der Moesa bis auf die Höhe von Lumino. Dort überqueren wir die am San-Bernardino-Pass entspringende Moesa:

Von Lumino geht es weiter Richtung San Vittorio, einer Gemeinde, die schon wieder in Graubünden liegt. Dort beginnt der steile und kurvenreiche, aber mit zahlreichen Kastanienbäumen beschattete Anstieg von etwa 800 Höhenmetern über eine asphaltierte Straße nach Giova, einer kleinen Siedlung über dem Valle Mesocina. Der Blick während des Anstiegs auf San Vittorio:

Ein Blick zurück ins Tal:

Ankunft in Giova:

Von Giova aus geht es noch ein kleines Stück über Asphalt hinauf:

Dann folgen wir den Markierungen eines Wanderwegs Richtung „Monti di San Carlo“, auf der ich erstmals mein Rad schieben muss:

Zwischendurch ist die Strecke durchaus wieder befahrbar:

Dann aber auch wieder nicht: :updown:

E-Bikes haben eine „Walking-Funktion“, die ich aber an schmalen und steinigen Wegstücken nicht einsetzen kann, da ich nicht schnell genug hinter dem Rad herkomme. :updown: Die Schieberei ist daher teilweise sehr anstrengend und schweißtreibend:

So bin ich mehr als glücklich, als wir unterhalb von „Monti di San Carlo“ auf Bänke treffe:

Mit Erreichen der Bänke ist auch der höchste Punkt der Tour erreicht und die Abfahrt Richtung Buseno beginnt. Gleich zu Beginn passieren wir die Hütten von Mazzucan:

Lang bleibe ich nicht im Sattel sitzen, dann steige ich erneut ab und schiebe, dieses Mal bergab:

Endlich geht es über einen „vernünftigen“ Weg nach unten: :froehlich:

Kurz vor Molina d‘ Fora, einem Ortsteil von Buseno:

Bei Molina d‘ Fora liegt der „Laghet di Buseno“, ein Stausee:

Von der Staumauer fällt das Wasser in eine enge Felsschlucht hinunter:

Von Molina d‘ Fora aus geht es weitere eineinhalb Kilometer bergab, bevor der Anstieg nach Castaneda und St. Maria in Calanca beginnt. „Castaneda“ ist ein Flurname und leitet sich von lateinisch “castanetum“ = bei den Kastanienbäumen ab. Ja, die zahlreichen Kastanienbäume, die in dieser Gegend die Hänge bewalden, werden mir in bester Erinnerung bleiben. 💚 Der Blick während des Anstiegs nach St. Maria zurück auf Castaneda:

Kurz vor St. Maria:

Santa Maria in Calanca ist nach Castaneda das zweite Dorf des Calancatals:

Die Abfahrt von Santa Maria nach Verdabbio ist zu Beginn wieder mehr eine Schiebestrecke als eine Abfahrt für mich:

Aber ich genieße das Schieben, denn der Weg führt durch einen Kastanienwald. :sonne: Zurück im Sattel:

Verdabbio, ein malerisch auf einer Sonnenterrasse gelegener Ort:

Die schöne Abfahrt von Verdabbio ins Tal der Mosea:

Überquerung der Mosea:

Hier geht es mit der Hoffnung, dass die letzten Kilometer zurück nach Bellinzona für mich fahrbar bleiben, gemütlich im Tal entlang:

Aber es kommt tatsächlich noch einmal ein Schiebestück:

Bei Lumino kommen wir dann aber endgültig auf durchgehend befahrbare Wege und erreichen rund sechs Stunden nach Beginn unserer Tour den Bahnhof von Bellinzona. Die Länge der Tour betrug 58,5 Kilometer bei etwa 1600 Höhenmetern. Sie war trotz E-Mountainbike anstrengend. Ohne Motor für mich sicherlich nicht machbar bzw. ich hätte deutlich länger gebraucht. Zudem war der Sattel eine Herausforderung. Daher war es gar nicht verkehrt, dass ich so oft absteigen und schieben musste. :froehlich: Die Tour war aber auch ein Genuss, besonders für mich als Kastanienliebhaberin. Es ist faszinierend, wie sich in dieser Region mediterrane und alpine Flora die Hand reichen. :herz:

PS: Guidos Tourenbeschreibung einschließlich einer interaktiven Karte ist hier zu finden: Biketour Bellinzona → Val Calanca.