geschrieben von Susanne am 2. Juli 2025 um 20.57 Uhr
Kategorie: Schweiz, Wandern
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Die heutige Tour startet am Bahnhof Davos Wolfgang auf etwa 1.630 Meter. Von hier führt ein gut ausgebauter Alpweg in gleichmäßiger Steigung über offene Weideflächen und lichte Wälder nach Parsenn. Parsenn ist ein Ski- und Wandergebiet oberhalb von Davos. Der Name geht auf die Alpweide unterhalb des Gotschnagrates zurück. Der Blick zu Beginn der Wanderung über die Landschaft Richtung Klosters:

Der Baumbestand rund um uns ist nicht besonders dicht:

Deshalb sind wir froh, dass die Sonne immer wieder hinter den Wolken verschwindet. Trotzdem ist der Aufstieg eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Hier taucht hinter uns der Silvrettagletscher auf:

Nach dem Passieren einiger verstreuter Ställe und Berghütten führt der Weg weiter in Richtung Parsennhütte:

Die Landschaft wird zunehmend alpiner: Die Baumgrenze bleibt zurück, sanfte Grasrücken bestimmen das Bild:

Im Winter verwandelt sich das Gebiet rund um die Parsennhütte in ein ausgedehntes Skigebiet:

Wir laufen nicht bis zur Parsennhütte, sondern biegen vorher Richtung Gotschnagrat ab. Der Blick vom Weg auf den Davosersee:

Oben auf dem Gotschnagrat eröffnet sich ein weiter Blick auf Grüenhorn und Cassana:

Das Grüenhorn war ein Gipfelziel einer Herbsttour im Jahr 2022: Eine Herbstwanderung über Gotschnagrat, Grüenhorn, Weissfluhjoch und Strelapass. Der Blick vom Grat hinunter ins Prättigau:

Die Bergstation der Gotschnabahn:

Da bis zur nächsten Gondel noch etwas Zeit bleibt, spazieren wir ein Stück um die Station herum und genießen noch einmal die Aussicht auf die Gipfel der Silvretta:

Dieses Loch im Erdboden weckt unser Interesse:

Wie tief es wohl hinuntergeht? Das lässt sich von oben kaum erkennen. Dann wird es Zeit für den Abstieg per Gondel. Der Blick aus der Bahn hinunter nach Klosters:

Die Talfahrt mit der Gotschnabahn erfolgt in zwei Etappen: zunächst bis zur Mittelstation Gotschnaboden, dann weiter nach Klosters Platz. Von dort bringt uns die Rhätische Bahn bequem zurück nach Davos Platz. Fazit der Tour: Im Sommer ist sie nur eingeschränkt zu empfehlen – es sei denn, der Himmel ist wie heute weitgehend bedeckt. Der Aufstieg ist technisch einfach und wird mit einem großartigen Panorama auf dem Gotschnagrat belohnt. Wer sich den Anstieg sparen will, fährt am besten gleich mit der Gotschnabahn nach oben. :smile:

PS: Die Daten der Tour: Weglänge: sechs Kilometer; Höhendifferenz: ↑ 650 Höhenmeter; Zeitbedarf; zwei Stunden.

geschrieben von Susanne am 29. Juni 2025 um 22.42 Uhr
Kategorie: Schweiz, Wandern
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Es ist Sonntag, heiß und sonnig, nicht unbedingt ein Tag für große Unternehmungen. Aber gegen eine kleine Bergabwanderung hat keiner von uns beiden etwas einzuwenden. Startpunkt ist wie vor zwei Tagen die Bergstation der Jakobshornbahn. Diesmal steigen wir jedoch nicht nach Davos ab, sondern ins stille Dischmatal. Manche fahren diesen Weg mit dem Mountainbike – gleich zu Beginn des Abstiegs steht sogar eines herum:

Es ist mit einem Schloss gesichert, aber ich hätte es ohnehin stehen lassen – der Abstieg zu Fuß ist mir tausendmal lieber:

Zwar muss man hier jeden Schritt bewusst setzen, doch zu Fuß ist man wesentlich geruhsamer unterwegs – und kann die Fülle der farbenprächtigen Alpenblumen rechts und links des Weges in aller Ruhe bewundern:

Im Winter sieht man gar nicht, wie viel Geröll hier herumliegt – erst im Sommer wird sichtbar, wie wild und ursprünglich diese Landschaft ist:

Im Bereich der Stillbergalpe stoßen wir auf mehrere rechteckige Steinansammlungen – sorgfältig geschichtet, flach gebaut, gleichmäßig über das Gelände verteilt. Es handelt sich um ehemalige Fundamentplatten für transportable Heuhütten oder Vorratsbauten, wie sie einst in vielen Alpregionen Graubündens genutzt wurden.

Im Rätoromanischen nennt man sie „plauns da fainas“. Sie dienten der Zwischenlagerung und Trocknung von Heu auf abgelegenen Wiesen. Die hölzernen Aufbauten wurden im Herbst abgebaut und ins Tal gebracht. Heute sind nur noch die steinernen Plattformen übrig. Eine davon trägt eine rot-weiße Wanderwegmarkierung – und wurde für mich zur improvisierten Bühne für einen kleinen Freudensprung:

Weiter geht es an einem einfachen Unterstand für Weidetiere vorbei:

Ein erster Blick auf die Gebäude der Stillbergalpe:

Unterhalb der Alpe führt der Pfad über einen schmalen Wiesenhang, gesäumt von einer alten Trockensteinmauer:

Diese Mauern wurden einst ohne Mörtel geschichtet, Stein auf Stein, mit viel Geschick und Gefühl für das Material. Sie dienten als Weidezäune, Schutz vor Erosion oder Orientierungslinien in steilem Gelände. Heute erzählen sie von vergangener Alparbeit und bieten zugleich Lebensraum für Eidechsen, Insekten und alpine Kräuter. Hier öffnet sich zum ersten Mal der Blick ins Dischmatal:

Kurz darauf tauchen wir in einen stillen Bergwald ein:

Zwischen Fichten, Farnen und dem gedämpften Licht scheint die Zeit langsamer zu fließen. Man fühlt sich klein – und doch getragen. :herz: Etwa auf 1.700 Meter Höhe erreichen wir unser heutiges Ziel: den Gasthof Teufi – benannt nach dem ursprünglichen, tiefer gelegenen Walserhaus direkt am Bach:

Wegen Hochwassergefahr wurde das Gebäude einst weiter oben neu errichtet – doch der Name blieb: Teufi, vom Rätoromanischen für „tief“ oder „tiefer Ort“. Ankunft im Dischmatal:

Der Name „Dischma“ wiederum stammt aus dem Lateinischen (decimus = „zehnter“) und verweist auf die frühere Bedeutung des Tals als Zehntstation entlang alter Handels- und Säumerwege. Da bis zur Abfahrt des Busses nach Davos noch etwas Zeit bleibt, lassen wir uns auf zwei flachen Steine am Wegrand nieder – und genießen die Stille des Tals:

PS: Die Tour vom Jakobshorn hinunter ins Dischmatal war mehr als nur eine Wanderung durch eindrucksvolle Berglandschaft. Sie war eine Reise durch die Geschichte der Alpwirtschaft und zugleich ein stilles Verweilen in der Natur. :herz:

geschrieben von Susanne am 27. Juni 2025 um 21.38 Uhr
Kategorie: Schweiz, Wandern
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Wir kommen heute erst spät aus dem Haus und so beschließen wir, die kurze zur Verfügung stehende Zeit für eine Wanderung vom Jakobshorn hinunter nach Davos Platz zu nutzen. Hinauf zum Jakobshorn bringt uns die Bahn, zusammen mit zahlreichen Bikern. In Davos findet an diesem Wochenende das Finale der „Bike Revolution“ statt. Die Biker stören aber nicht weiter, denn sie sind bald aus unserer Sichtweite verschwunden und wir können die Bergwelt ungestört genießen. Der Blick Richtung Osten auf Pischahorn und Piz Linard (dunkler Gipfel rechts im Hintergrund):

Der Blick Richtung Süden, in der Bildmitte ist die Ducankette, ganz rechts im Bild das Älplihorn zu sehen:

Da wird ein Biker von einer Gruppe Gleitschirmflieger aufgehalten:

Ich und das Jakonshorn:

Davos Platz zu unseren Füßen, auf der anderen Talseite ragen rechts im Bild die Weissflue und das Schiahorn hervor:

Auf dem Weg vom Jakobshorn zum Brämabüel:

Das Wort „Büel“ (auch „Bühl“ im Alemannischen) bedeutet auf Deutsch schlicht „Hügel“ – ein Hinweis auf eine kleine Erhebung oder einen Hügel im Gelände. Ein Hügel mit 2500 Höhenmetern, in vielen anderen Gegenden wäre das ein ausgewachsener Berg! Blick auf die Bergstation des „Bräma Jet“-Sessellifts:

Das ist kein offizieller Gipfel, nur der höchste Punkt des Grats, der das Jakobshorn und Brämabüel verbindet:

Davos Dorf und der Davoser See:

Ein Blick zurück auf die Bergstation der zweiten Sektion der Jakobshornbahn, gang rechts im Bild ist die Bergstation des Sessellifts „Usser Isch“ zu sehen:

Zwei Seicherseen des Skigebiets Jakobshorn, ein alter, bereits gefüllt, ein neuer, noch im Bau:

Ich knie zwischendurch immer mal wieder nieder, um Blümchen zu fotografieren:

Da fühlt man sich doch glatt wie am Meer: :sonne:

Ein Feld voller Hornklee zu meinen Füßen und das Jakobshorn über mir:

Der nächste Kniefall:

An der Bergstation des Carjöler-Sessellifts:

Hinter sitzt ein Murmeltier (auf dem Bild leider nicht zu erkennen) und beobachtet, was wir hier so treiben! Blühende Alpenrosen am Wegesrand auf dem Weg vom Carjöler zur Ischalp:

Während wir Zweibeiner schnaufend den Berg hinunterwandern, haben es sich die wahren Einheimischen des Jakobshorns längst gemütlich gemacht:

Tiefenentspannt grasen sie im Schatten der Lärchen. So stelle ich mir artgerechte Tierhaltung vor. Kurz vor Davos Platz:

Am Bahnhof von Davos Platz geht eine spät gestartete, aber wunderbare Wanderung zu Ende – mit viel Bergluft, farbenprächtigen Alpenblumen, herrlichen Ausblicken und dem Gefühl, genau am richtigen Ort gewesen zu sein. :herz:

geschrieben von Susanne am 18. Juni 2025 um 21.42 Uhr
Kategorie: Schweiz, Wandern
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Lust auf anstrengende Aktivitäten haben wir heute nicht und so entscheiden wir uns für einen bewährten Klassiker: die Wanderung von der Bergstation der Jakobshornbahn hinunter nach Sertig Dörfli. Diese Strecke sind wir schon ein paar Mal gegangen, und sie begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Besonders wochentags und außerhalb der Ferienzeit ist sie sehr ruhig, landschaftlich wunderschön und ideal, um zur Ruhe zu kommen. An Wochenenden hingegen muss man sich manche Abschnitte mit Downhill-Bikern teilen, was den Erholungswert etwas schmälert. Heute allerdings sind wir fast allein unterwegs. :sonne: Der Blick vom Jakobshorn über den Clavadeler Berg ins Landwassertal:

Die letzten Schneereste des Jatzparks:

Blick nach Nordosten mit dem Pischahorn in der rechten Bildhälfte:

Unterwegs auf dem Jatzweg, links liegt das Jatzhorn:

Wir passieren die Jatzhütte und laufen weiter zum Stadler See:

Der Stadler See ist ein mit Folie ausgekleideter Speichersee:

Erfrischung ist hier nicht erlaubt – dafür gibt’s einen freien Blick auf Rinerhorn und Leidbachhorn:

Ab dem Speichersee wird der Weg blockiger und man muss gucken, wohin man die Füße setzt:

Kurze Zeit später öffnet sich der Blick ins Sertigtal und auf die markante Ducankette:

Ein paar der am Wegesrand wachsenden Alpenrosen sind schon aufgeblüht, aber das große Blühen steht noch bevor. Rund um den Weg wird es zunehmend grüner, erste Arven tauchen auf:

Das Wegstück, das zwischen Arven und Lärchen hindurchführt, gehört zu meinen absoluten Favoriten:

In der Ferne rückt das Talende mit Sertig Sand in Sichtweite:

Ein Blick hinauf zu Tällihorn und Wuosthorn:

Sertig Dörfli ist nun zum Greifen nah:

Ein schönes Spiel von Licht und Schatten begleitet uns zum Ziel:

Da bis zur Abfahrt des nächsten Busses in Sertig Dörfli noch fast eine halbe Stunde Zeit bleibt, wandern wir spontan noch weiter bis nach Sertig Sand:

Erst dort beenden wir unsere Wanderung – und fahren gemütlich mit dem Postbus zurück nach Davos. Die Daten der Tour: Weglänge: knapp 9 Kilometer; Höhendifferenz: rund 70 Höhenmeter im Aufstieg, 760 im Abstieg. Laut der Webseite der „Davos Klosters Mountains“ zählt diese Tour zu den beliebtesten Wanderungen der Region – zurecht, wie ich finde.

geschrieben von Susanne am 16. Juni 2025 um 20.52 Uhr
Kategorie: Fahrradtouren
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Nach etlichen sehr warmen und gewittrigen Tagen herrschen heute endlich etwas angenehmere Temperaturen. Ein leichter Wind sorgt zusätzlich für Erfrischung – optimale Bedingungen also für unsere nächste Radtour. Ich schlage vor, von Schmitten aus über Tiefencastel und den Alten Schynweg nach Thusis zu fahren, und genau das setzen wir auch in die Tat um. Hier sind wir auf dem Weg von Alvaneu Dorf hinunter ins Tal:

Im Tal angekommen folgen wir der Albula bis nach Surava:

Von Surava aus fahren wir entlang der Straße bis nach Tiefencastel. Wegen der aktuellen Sperrungen sämtlicher Wanderwege rund um den Piz Linard infolge von Bergsturzgefahr gibt es derzeit keine Alternativen. In Tiefencastel verlassen wir schließlich die Hauptstraße und fahren auf Nebenstraßen und Wanderwegen weiter nach Mistail:

Ein wirklich idyllisches Plätzchen! Von Mistail geht es bergauf nach Alvaschein:

Die Tour führt uns dann nach Zorten, unterwegs genießen wir herrliche Aussichten:

Noch liegt Zorten in weiter Ferne:

Aber ich genieße den Augenblick – zumal die Steigung gut zu bewältigen ist:

Zwischendurch geht es sogar nochmal bergab:

Das ist nicht so gut, das müssen wir ja alles wieder hinaufstrampeln! Ein Blick in die Schynschlucht und auf die gegenüberliegende Talseite mit Mutten und Obermutten:

Der Aufstieg nach Zorten:

Und der Rückblick auf den bereits zurückgelegten Weg:

Kurz vor Zorten:

Ankunft in Zorten:

Noch ein Blick zurück – Alvaschein ist nun deutlich zu erkennen:

Von Zorten geht es weiter nach Muldain:

Hinter Muldain beginnt dann der Alte Schynweg:

Der Alte Schynweg ist ein historischer Saumweg, der das Albulatal mit dem Domleschg verbindet. Er führt spektakulär durch die Schynschlucht und wurde schon im Mittelalter von Händlern und Reisenden genutzt. Besonders eindrucksvoll sind die in den Fels gehauenen Passagen und der dunkle Tunnel kurz vor Scharans. Heute ist der Weg als Wander- und Bike-Route beliebt und steht unter Denkmalschutz – ein beeindruckendes Zeugnis früher Bündner Verkehrserschließung. Der Name „Schyn“ leitet sich übrigens vom romanischen Wort „schen“ ab, was so viel wie „Klippe“ oder „Felshang“ bedeutet – ein Hinweis auf die dramatische Lage des Weges.

Bevor wir uns an die Abfahrt wagen, legen wir eine kurze Rast auf einem sonnigen Bänkchen ein – es ist wunderbar ruhig, und ein paar Heidelbeeren runden die Pause perfekt ab. Hier bin ich schon wieder auf dem Weg zurück zum Rad:

Der Blick in die Schynschlucht zu Beginn der Abfahrt:

Auf dem Alten Schynweg:

Es geht nicht kontinuierlich bergab – zwischendurch gibt es auch kleinere Gegenanstiege, und an einigen Stellen muss ich schieben, bevor ich mich wieder gemütlich rollen lassen kann:

Dieses Waldstück gefällt mir besonders gut:

Hier rücken die Felsen ganz dicht an den Weg heran:

Gleich danach folgt der ziemlich dunkle Tunnel – man fährt ihn praktisch im Blindflug und ist froh, wenn das Ende näher rückt:

Hier sind wir bereits kurz vor Scharans und damit am Ende des Schynwegs:

Blick auf Thusis, unser heutiges Etappenziel, und den Heinzenberg:

Kurz vor Thusis überqueren wir den Hinterrhein:

Kaum am Bahnhof angekommen, fährt auch schon der Zug ein, der uns zurück ins Albulatal bringt – genauer gesagt nach Filisur. Von dort geht es über Zalaint zurück nach Schmitten, zuerst mit dem Rad, dann schiebend, und zum Schluss wieder im Sattel. Dank des neu angelegten Wegs vom Tal zum Aussichtspunkt auf das Landwasserviadukt ist das Hinaufschieben übrigens etwas angenehmer als früher. Zwei Bilder von dem Weg, die ich gestern aufgenommen habe:

PS: Das war meine zweite Fahrt über den Alten Schynweg – die erste fand im Juli 2023 statt: Mit dem Rad über den alten Schynweg von Tiefencastel nach Chur.

PPS: Die Daten der Tour:

  • Streckenlänge: 32,5 km bis Thusis + 4,5 km ab Filisur
  • Höhendifferenz: 610 m Aufstieg, 1200 m Abstieg bis Thusis; ab Filisur: 310 m Aufstieg