Wanderung im Alpstein

geschrieben von Susanne am 30. August 2016 um 23.02 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schweiz/Liechtenstein, Wildpflanzen
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Matthias hatte gestern in seinem Blog einen Artikel verlinkt, der mich in einem vor Kurzem gefassten Entschluss bestärkte, wieder einmal vermehrt bzw. ausschließlich zu regionalen bzw. in Europa angebauten Lebensmitteln zu greifen: Avocado-Hunger wird zu Mexikos Problem. Aber erst, wenn ich die Durian und die Kokosnuss „Kopyor“, die morgen geliefert werden, aufgegessen habe! Heute gab es aber schon einmal einen kleinen Testlauf: Die erste Mahlzeit fand um 9.15 Uhr statt und bestand aus 510 Gramm Mirabellen aus der Region, die zweite um 21.30 Uhr aus 550 Gramm Fleisch vom Allgäuer Rind und 170 Gramm Eis(berg)salat, ebenfalls aus der Region. Nur zwei Mahlzeiten und dazwischen über 12 Stunden Pause, wie war das möglich? Nun ja, so ganz ohne Nahrung kam ich in den 12 Stunden dann doch nicht aus. Es gab nämlich eine wilde Kräutermahlzeit während einer Wanderung im schweizerischen Alpsteingebiet. Dorthin „entführte“ Guido mich spontan, nachdem gestern eine heute geplante Busfahrt durch die Schweiz nach Ascona am Lago Maggiore wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt worden war. Startpunkt unserer Wanderung war ein Parkplatz in Wasserauen, einem kleinen Ort im Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden:

Wasserauen_Parkplatz

Wasserauen bestand aus nur wenigen Häusern, war aber ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen zum Seealpsee, auf die Ebenalp, zum Gasthaus Äscher, zu den Wildkirchli-Höhlen und dem Säntis. Auf die Ebenalp fuhr außerdem eine Seilbahn. Unsere Wanderung führte über den Seealpsee und die Alt-Alp auf den 1923 Meter hohen Schäfler und von dort aus über die Eben-Alp, Wildkirchli und Äscher wieder zurück nach Wasserauen:

Die Streckenlänge betrug 12,1 Kilometer bei 1240 Höhenmetern. Obwohl die Gipfel des Alpsteins, allen voran der Säntis in Wolken gehüllt waren, war es eine überaus beeindruckende und spektakuläre Wanderung, die Naturliebhabern wie uns das Herz höher schlagen ließ. Das erste Zwischenziel, der Seealpsee:

Seealpsee

Der Aufstieg vom Seealpsee zur Alten-Alp fing gemütlich an, wurde aber im späteren Streckenverlauf dann doch anspruchsvoll:

Aufstieg_Altenalp_1

Aufstieg_Altenalp_2

Aufstieg_Altenalp_3

Die Alten-Alp:

Altenalp

Von der Alten-Alp zum Schäfler:

Aufstieg_Altenalp_Schaefler_1

Aufstieg_Altenalp_Schaefler_2

Aufstieg_Altenalp_Schaefler_3

Hinweistafel am Schäfler:

Hinweistafel_Schaefler

Der Abstieg zur Eben-Alp:

Abstieg_Schaefler_Ebenalp

Der Weg von der Eben-Alp hinunter ins Tal führte durch die Wildkirchli-Höhlen:

Wildkirchli_Hoehleneingang

Wildkirchli_Hoehle

In den Wildkirchli-Höhlen wurden Steinwerkzeuge aus prähistorischer Zeit gefunden. Die Höhlen dienten Jägern und Sammlern im Sommer als Jagdstation und im Winter Bären als Ruhelager. Von 1658 bis 1853 lebten hier Einsiedler. Rekonstruktion des früheren Eremitenhäuschens, das heute als kleines Museum diente:

Der Weg hinunter zum Gasthaus Äscher:

Wildkirchli_Weg

Das Gasthaus:

Gasthaus_Aescher

Der Abstieg zur Bommen-Alp:

Blick_Bommenalp

Die Bommen-Alp:

Bommenalp

Hier hätte ich beinahe ein Stück Käse probiert, das mir die Bäuerin anbot. Aber Guido war schneller als ich und wies sie in der Landessprache darauf hin, dass ich keine Käseesserin war. Nach sechsstündiger Wanderung zurück in Wasserauen:

Wasserauen

Ein Abschiedstrunk:

Am_Trinkbrunnen

Und was gab es an Kräutern zwischendurch? Am Anfang der Wanderung viele Blüten von Alpenblumen und Blätter vom Schildampfer:

Schildampfer

Gegen Ende vor allem Blütenstände von Breitwegerich und Brennnesseln. Außerdem einige Blätter der Kohl-Kratzdistel. Ein Blatt vom Giersch probierte ich auch, aber der Schweizer Giersch schmeckte mir genauso wenig wie der Deutsche. Auch das Blatt des Wilden Spinats spuckte ich wieder aus. Nach der Abendmahlzeit hatte ich eigentlich nur noch ein Bedürfnis, das nach Ruhe. Danke für diesen wundervollen Tag!

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Diese Seite wurde zuletzt am 12. April 2018 um 13.18 Uhr GMT geändert.