In meinem Tagebuch teile ich Erlebnisse aus meinem Alltag – besonders rund um meine Ernährung mit rohen, naturbelassenen Lebensmitteln und meine Zeit in der Natur. Da meine Einträge im Laufe der Jahre immer persönlicher geworden sind, sind sie – mit Ausnahme der Tourenberichte – nur noch im Abobereich zugänglich. Bei Interesse kann man sich gerne bei mir melden. Viel Freude beim Stöbern und Entdecken!
Nach einem gemütlichen Vormittag zu Hause starten wir um 13 Uhr von Glaris Ortolfi aus zu einer Wanderung Richtung Amselflue. Auf der Amselflue selbst und vor allem auf dem Gebiet des Amselbodens liegt noch zu viel Schnee, aber wir, hoffen, dass wir wenigstens den 2450 Meter hohen Augstberg erreichen können. Von Ortolfi aus geht es zu Beginn über einen Wanderweg hinauf zur Bärentaler Alp:
Der Weg führt entlang des Bärentalbachs:
Hier sind wir schon oberhalb des Bärentaler Alp und schauen zurück auf Leidbach- und Älplihorn:
Auf etwa 2000 Höhenmetern verlassen wir den weiter zur Chummeralp führenden Wanderweg und steigen weglos auf:
Links oben im Bild ist Davos zu sehen. Die ersten, kleineren Steinmänner tauchen auf, im Hintergrund ist die Amselflue bzw. der Amselturm zu sehen:
Hier liegt der von der Bärentaler Alp gut zu erkennende große Steinmann hinter mir, auf der anderen Talseite ist der Weg, der von Jatzmeder zur Äbirügg führt, zu erkennen:
In südwestlicher Richtung liegen die Bergüner Stöcke:
Je höher wir kommen, desto kälter wird es, zudem bläst ein heftiger Wind. Irgendwann ist es an der Zeit, Jacken und Stirnbänder auszupacken. Es ist zwar kalt hier oben, aber wunderschön:
Am heutigen Ziel, dem Gipfel des Augstbergs, im Hintergrund sind der schneebedeckte Amselboden und die Amselflue zu sehen:
Trotz Kälte und Wind machen wir hier eine längere Rast und Guido lässt die Drohne hinauf zum Amselturm fliegen:
Hier hocken wir, Schutz auf der windabgewandten Seite suchend:
Auf dem Weg zurück ins Tal:
Es ist einfach zu schön hier oben. Zurück an der Bärentaler Alp:
Der Weg von der Alp Ozur bis zur Alp Era ist etwa zwei Kilometer lang und ein gut begeh- bzw. befahrbarer Weg. Wir erreichen die Alp Era also ziemlich flott. So früh im Jahr sind die Weiden dieser Alp noch verlassen und so können wir auch hier die Schönheit der Landschaft ungestört genießen:
Das erste Mal war ich im Juni letzen Jahres hier, zusammen mit Guido nach seiner legendären Abfahrt durchs Tobel: Wegloser Aufstieg zur Alp Era, Abstieg durchs gesperrte Schaftobel. Der Abstieg durchs Schaftobel war damals abgesehen von einer Stelle gut machbar, deshalb bin ich zuversichtlich, dass auch heute alles gut geht. Auf dem Weg hinunter Richtung Schaftobel, ab und zu muss Guido das Rad hier schieben:
Aber meistens fährt er und ich laufe hinterher:
Hier schaue ich hinauf auf einen Grat des Piz Mitgels:
Irgendwann wollen wir hier hinauf und wenn alles gut geht, über diesen Weg den Gipfel des Piz Mitgels erreichen. Heute geht es aber erst einmal weiter bergab. Hier passiere ich die erste Schlucht auf dem Weg zum Schaftobel:
Hier kommt auch Guido mit seinem Rad gut auf die andere Seite. Anders sieht es hier aus:
Dieses Bild stammt vom letzten Jahr, heute sieht es hier fast noch schlimmer aus. Wir wollen es aber trotzdem über die im folgenden Bild markierte Linie wagen, auf die andere Seite zu kommen:
Die Alternative wäre, zurück zur Alp Era zu kehren und das wäre mit dem Rad ebenfalls eine ziemliche Schinderei. Guido bewegt sich und sein Rad als erster Richtung Bachbett:
Ich rutsche mehr oder weniger aufrecht hinterher. Guido und Rad glücklich im Bachbett und auf der Suche nach einer geeigneten Stelle, um den Bach zu überqueren:
Susanne am Bachbett und dabei, ihre Schuhe auszuziehen:
Wie im letzten Jahr will ich barfuß über bzw. durch den Bach. Dass die Schuhe bei der Überquerung trocken bleiben, ist nämlich sehr unwahrscheinlich. Und mit nassen Schuhen zu laufen ist noch unangenehmer als mit nassen Schuhen zu radeln! Susanne im Bachbett:
Nach einer kurzen Verschnaufpause wagen wir den Aufstieg. Wobei ich keinerlei Mühe habe, hinaufzukommen, ich krabbele halt mehr oder weniger auf allen Vieren nach oben und das geht eigentlich ganz gut. Guido, der sein Rad ebenfalls hinaufbringen muss, hat wesentlich mehr Mühe:
Langsam, Schritt für Schritt und mit viel Schweiß ist es schließlich geschafft, Guido, Susanne und das Rad stehen sicher auf der anderen Seite der Schlucht. Hier ist der Wanderweg wieder gut erhalten. Und was passiert dann? Als ich meine Schuhe anziehen will, fällt mir ein Schuh aus der Hand und kullert schnurstracks den Hang hinunter. Gott sei Dank nicht bis ins Bachbett, er bleibt in Sichtweite liegen. Der steile Abstieg zum Schuh erscheint mir dank einiger kleiner Lärchen, die hier stehen, machbar und so mache ich mich auf den Weg nach unten und nach erfolgter Bergung des Schuhs auch wieder nach oben:
Puh, das wäre ja ein Ding gewesen, wenn ich den weiteren Weg mit nur einem Schuh hätte zurücklegen müssen. Das wäre ja noch schlimmer gewesen, als mit nassen Schuhen zu laufen! Während ich noch dabei bin, die Schuhe an meinen Füßen zu befestigen, erkundet Guido das weitere Terrain. Ich folge ihm locker joggend bis zur ersten Brücke. Die sieht ganz und gar nicht gut aus, aber da Guido schon auf der anderen Seite steht, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich ebenfalls über die Brücke zu wagen:
Ich mag gar nicht schauen, wie es unter der Brücke aussieht! Im letzten Jahr war diese Brücke noch in einem sehr guten Zustand. Auf dem Weg zu Brücke Nummer zwei kann ich mich dann erst einmal erholen, hier habe ich festen Boden unter den Füßen. Die zweite Brücke ist wie die erste in einem weitaus schlechteren Zustand als im letzten Jahr und während der Überquerung begleiten mich auch hier leicht ungute Gefühle:
Wie lange dаs wohl noch hält:
Der dieser Brücke folgende Wegabschnitt war im letzten Jahr nicht nur gut begehbar, sondern auch gut befahrbar. Dieses Jahr liegen Steine über Steine auf dem Weg, die ganze Hangseite scheint im Rutschen zu sein. Mein Gesichtsausdruck sagt hier sicherlich mehr als Worte:
Ich denke mit einem unguten Gefühl an den weiteren Weg, vor allem an das Stück, dass wir Anfang Mai nicht überqueren wollten. Um meine Nerven zu beruhigen, ergreife ich am Wegesrand liegendes Werkzeug, eine Schaufel und einen Pickel:
Solchermaßen ausgerüstet fühle ich mich schon viel besser! Die Überquerung der dritten Brücke ist auch kein Vergnügen:
Auf der anderen Seite des Tobels geht es nicht besser weiter. Hier liegen noch größere Felsstücke auf dem Weg:
Dieser Wegabschnitt hat auch schon bessere Zeiten gesehen:
Nur nicht ausrutschen, sonst lande ich noch im Bach:
Nach mir passiert auch Guido diese Stelle unbeschadet. Nun liegt nur noch eine Herausforderung vor uns, bevor wir auf sicherem Boden stehen:
Guido geht dieses Mal voraus und balanciert sich und das Rad über das Geröll:
Ich folge, nachdem Guido und Rad in Sicherheit sind:
Hier sieht man gut, wie steil es nach unten geht! Letzte Bilder vom Schaftobel, bevor es hinunter ins Tal geht:
Den Blick auf den Wasserfall werden wir wohl auch in Zukunft genießen können, aber Guido und ich gehen davon aus, dass dies unsere letzte Tour durchs Schaftobel war. Eigentlich schade, aber heute ist uns klar geworden, dass das Instandhalten dieses Weges ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und vielleicht waren wir heute sogar die letzten, die auf dieser Strecke unterwegs waren. Was bleibt, sind die Erinnerungen an die abenteuerlichen Touren durchs Tobel:
PS: Auf der Seite www.ride.ch sind aktuell noch folgende Zeilen zu lesen:
Im Albulatal verstecken sich viele Highlights, die kaum jemandem bekannt sind. Dazu zählt der Felsenweg durch das Schaftobel, der es mit dem Val d’Uina im Unterengadin durchaus aufnehmen kann. Er ist Bestandteil der Weltklasse-Abfahrt von der Alp Era.
Eine Aktualisierung der Beschreibung wäre durchaus angebracht!
PS:Nachtrag vom 24. Mai: Guido hat unsere heutige Tour in diesem Video verewigt:
Von Surava aus geht wie schon am 7. Mai über Aclas hinauf zur Alp Ozur. Wenn die Schneelage es zulässt, wollen wir dieses Mal aber weiter bis zum Aussichtspunkt Motta Palousa aufsteigen. Bei dieser Tour sind über 1000 Höhenmeter zu überwinden, bis zum Aussichtspunkt sogar 1300. Während Guido hinaufradelt, laufe ich zu Fuß. Am siebten Mai war ich mit dem Fahrrad unterwegs und musste schieben. Ohne Fahrrad komme ich heute deutlich schneller voran. Die sieben Kilometer lange Strecke bis zur Alp Ozur zieht sich aber auch ohne Rad ziemlich in die Länge. Wie immer in solch einer Situation erinnere ich mich an Beppo Straßenkehrer aus dem Buch „Momo“ von Michael Ende und seine Lebensphilisophie: Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken. Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken. Und so geht es Schritt für Schritt nach oben und irgendwann habe ich es tatsächlich geschafft, ich erreiche die Alp Ozur. Der Weg von der Alp zum Aussichtspunkt ist dann nur noch ein Kinderspiel. Gudio wartet dort schon auf mich und beobachtet meinen Aufstieg:
Ankunft beim Gipfelsteinmann und der Blick Richtung Nordosten über das Landwassertal:
Im Südosten ragt der Crap la Massa hinter uns auf und links dahinter ist der Gipfel des Piz Mitgels zu erkennen:
Piz Forbesch und Piz Arblatsch liegen in südlicher Richtung:
Der Blick Richtung Norden geht über den offiziellen Aussichtspunkt hinaus zur Stätzer-Horn-Kette, rechts im Bild liegt der Piz Linard:
Wunderschön ist es hier oben und wir genießen die herrliche Aussicht und die Ruhe. Irgendwann stellt sich dann aber doch die Frage, wie es wieder hinuntergehen soll. Für Guido ist die Sache klar, er muss zurück zu seinem Rad, das oberhalb der Alp Ozur steht. Dann könnte er den Aufstiegsweg abfahren oder aber versuchen, über den Schaftobel von Alvaneu abzufahren. Von seiner Abfahrt durch den Tobel schwärmt er nämlich noch immer. Die Aufnahmen vom Juni 2022 sind hier zu sehen:
Ich dagegen könnte so wie Anfang September 2019 nach Cunter absteigen. Allerdings habe ich keine ruhige Minute, wenn ich weiß, dass Guido durchs Schaftobel fährt und so beschließen wir schlussendlich, die Tour durchs Schaftobel gemeinsam zu wagen, Guido mit dem Rad, ich zu Fuß. Auf dem Weg vom Aussichtspunkt zurück zur Alp Ozur ist wie beim Aufstieg ein kleines, aber tiefes Schneefeld zu überqueren:
Gut, dass jemand schon vor uns hier war und wir in seine Fußstapfen treten können! Von der Alp Ozur aus folgen wir dem Wanderweg Richtung Alp Era:
Wie es ab der Alp Era weitergeht, schildere ich in einem weiteren Eintrag. Hier für alle, die nach dem Besuch der Motta Palousa wieder zurück nach Surava wollen, diese Tour in der Übersicht:
Heute geht es mit dem Leihrad von Ochsner Sport zur Sache: Es geht über die Schmittner Alp hinauf zur Alp Afiein. Ankunft bei der Alp Afiein:
Ich komme mit dem Rad die steilen Stücke unterhalb der Schmittner Alp ein kleines Stückchen weiter hoch als mit meinem. Wobei dies auch dem Trainingseffekt geschuldet sein kann. Insgesamt ist der Aufstieg zwar nicht weniger anstrengend, aber durch die breitere Lenkstange fühlt er sich deutlich bequemer an. An der Alp Afiein lassen wir die Räder stehen und wandern zu Fuß zur Alp Martrüel. Der steile Aufstieg über die Weiden der Alp Afiein:
Ankunft an der Alp Martüel:
Rund um die Hütte blühen Gelbsterne und Krokusse:
Der Blick von der Hütte hinauf zum Tiaun zeigt, dass die Schneegrenze auf etwa 2400 Höhenmetern liegt und so beschließen wir, weiter aufzusteigen. Der steile Weg nach oben:
Dank der Graspolster ist das steile Gelände aber gut zu begehen. Hier haben wir die Schneegrenze fast erreicht:
Rechter Hand tun sich Abgründe auf:
Über uns thront ein Gamsrudel und beobachtet, was wir so treiben:
Angst, dass wir weiter hinaufkommen, müssen sie keine haben! Beim Abstieg Richtung Hübel liegt noch eine Menge Schnee und so müssen wir von Graspolster zu Graspolster zu springen:
Zurück an der Alp Afiein:
Die Räder warten brav auf unsere Rückkehr:
Und dann beginnt die spannende Abfahrt mit dem Leihbike. Spannend deshalb, weil wir über Pardela und Acla abfahren und ich probiere, Streckenabschnitte zu fahren, die ich bisher immer geschoben habe. Alles in allem macht die Abfahrt mit diesem Bike deutlich mehr Spaß als mit meinem. Zudem fühle ich mich deutlich sicherer. Damit ist klar, dass ich mir wohl ein neues Rad gönnen werde. Nach der Abfahrt bleibt mein Adrenalinspiegel lange Zeit weit oben. Erst am späten Abend komme ich innerlich langsam zur Ruhe und dann macht sich die Anstrengung auch in den Beinen bemerkbar. Mal schauen, wie ich mich morgen fühle. Meine Mahlzeiten:
Mein gestriges Gemaule über das Wetter ist wohl den höheren Mächten zu Ohren gekommen: Sie haben sich erbarmt und lassen mal wieder die Sonne scheinen. Der Blick aus unserem Wohnzimmerfenster gegen 11 Uhr:
Auch die Temperaturen sind deutlich angenehmer als gestern. Allerdings ist der Sonnenschein nicht von Dauer: Als wir uns gegen 14.30 Uhr nach draußen bewegen, ist der Himmel schon wieder wolkenverhangen. Aber immerhin regnet es nicht. Während des steilen Aufstiegs nach Zaplina sind wir sogar ganz froh, dass die Sonne nicht scheint, denn ohne Sonne kommen wir weniger ins Schwitzen. Hier erreichen wir Zaplina:
Von Zaplina aus steigen wir dann noch ein Stückchen weiter bis zur Schneegrenze auf:
An einem Jägerunterstand beenden wir unseren Aufstieg und Guido lässt die Drohne fliegen, um zu schauen, wie die Lage bei den Erzgruben aussieht. Leider ist nicht viel zu sehen, alles ist weiß in weiß:
Dieses Bild entsteht auf dem Weg zurück zum Jägerunterstand:
Im Landeanflug hat die Drohne Guido und mich im Visier:
Wie vielleicht an meiner Haltung zu erkennen ist, ist es ziemlich kalt hier oben. Mittlerweile trage ich drei Jacken übereinander! Ich bin deshalb froh, als wir uns wieder in Bewegung setzen und Richtung Alp Afiein laufen:
Von der Alp Afien aus geht es über die Schmittner Alp und Pardela zurück nach Hause. Zwischen Schmittner Alp und Pardela begegnen wir diesem Zeitgenossen:
Es ist die zweite Begegnung mit diesem Tier: Abendliche Begegnung mit einem Steinbock. Aber nicht nur die Begegnung mit diesem stattlichen Tier lässt mein Herz höher schlagen, ich freue mich ebenso über die vielen Frühlingsblüher zu unseren Füßen. Das Alpen-Fettkraut, eine fleischfressende Pflanze, und der Frühlingsenzian sind Pflanzen, die entlang des Wanderwegs, der von Schmitten hinauf nach Acla führt, zu finden sind:
Das Immergrüne Felsenblümchen, das Echte Alpenglöckchen und die Frühlings-Anemone sind bei Zaplina anzutreffen:
Das Gespornte Siefmütterchen wächst auf den Weiden der Alp Afiein:
Schlüsselblumen und Löwenzahn sind allerorten reichlich anzutreffen, Bilder von diesen beiden altbekannten Schönheiten habe ich allerdings keine gemacht. Der Ausflug in die Höhenlagen von Schmitten hinterlässt ein sehr friedliches und zufriedenes Gefühl in mir. Das Gefühl wird durch eine Abendmahlzeit mit Fleisch und Knochenmark vom Rind noch verstärkt. Der Mahlzeitenüberblick des heutigen Tages:
20.45 Uhr: 120 Gramm Krachsalat, 15 Gramm Petersilie, 50 Gramm Lauchzwiebeln, 400 Gramm Fleisch und 110 Gramm Knochenmark vom Rind
Schade, dass sich solch ein Gefühlszustand nicht konservieren lässt. Aber ich will nicht klagen, denn auf einem Gefühlsbarometer von eins bis zehn sind meine Gefühle zurzeit nur selten unter der Acht anzutreffen. 🙏🏻 Und immer wieder, so wie zum Beispiel heute, liegen sie sogar über der Zehn und ich fühle mich glücklicher als Gott: Ein „Glücklicher-als-Gott-Tag“.