Die heutige Wanderung entführt uns in eines der spektakulärsten Täler der Region: Auf historischen Pfaden durchqueren wir die mächtige Zügenschlucht, erleben das ungezähmte Wasser der Landwasser und bestaunen die faszinierenden Bauten der Rhätischen Bahn. Wir starten an der Bushaltestelle Davos Wiesen, Schluocht. Der Weg führt uns zunächst über eine saftig grüne Bergwiese talwärts:
Im Hintergrund ragen die schroffen, noch schneebedeckten Gipfel der Bergüner Stöcke empor:
Der Weg führt uns über den Wiesner Bahnhof und dann weiter zum Wasserfall Bärentritt:
Der Tiefblick, der sich uns hier bietet, ist ebenso schwindelerregender wie atemberaubend. In der gähnenden Tiefe der Schlucht gräbt sich der Fluss unaufhaltsam durch den massiven Fels. Doch nicht nur das tosende Rauschen des Wasserfalls fesselt unsere Aufmerksamkeit, direkt unterhalb unseres Standorts verläuft auch die Trasse der Rhätischen Bahn:
Der Wanderweg führt hautnah an den nackten Fels vorbei. Bei Gewitter bzw. heftigen Regenfällen muss man hier mit Steinschlag rechnen. Bald erreichen wir den ersten von mehreren in den Stein gehauenen Tunneln. Die kühle, feuchte Luft im Inneren des Felstunnels ist an diesem warmen Wandertag eine willkommene Erfrischung:
Direkt am Ufer der wilden Landwasser laden die mächtigen, vom Wasser rundgeschliffenen Felsblöcke und Kiesbänke zu einer kurzen Rast ein. Es ist faszinierend, dem wilden, schäumenden Fluss zuzusehen, wie er an den Steinen vorbeirauscht:
Wir setzen unseren Weg fort und betreten nun den Kernabschnitt der Zügenschlucht. Über uns spannt sich ein meisterhaft gemauertes, historisches Steinviadukt der Bahnlinie, ein genialer Kontrast zwischen menschlicher Pionierarchitektur und der rauen Wildnis der Natur:
Auf dem letzten Kilometer in Richtung Schmelzboden folgen wir der alten Strasse, die mit einer schönen, soliden Steinmauer zum Fluss hin abgesichert ist. Das Wasser der Landwasser färbt sich hier durch feine Sedimente leicht lehmig-braun und strömt kraftvoll an uns vorbei, während uns der schattige Bergwald sanft bis zu unserem Tagesziel in Schmelzboden (beim ehemaligen Bergwerk Silberberg) begleitet:
Die Wanderung in der Übersicht:
Mein Fazit:
Die Wanderung durch die Zügenschlucht ist ein absolut packendes Natur- und Kulturerlebnis! Der Kontrast zwischen den sanften Wiesen beim Start in Davos Wiesen, den spektakulären Tiefblicken von den Aussichtspunkten und dem tosenden Wasser beim Bärentritt ist schlichtweg genial. Die Route ist dank der alten Strassentrasse angenehm zu begehen und bietet dank der Tunnel und Viadukte hinter fast jeder Kurve ein neues, spannendes Fotomotiv. Eine ideale Kurztour für heisse Sommertage!
Toureninfos:
- Start: Davos Wiesen, Schluocht
- Ziel: Schmelzboden (Bahnhof Davos Monstein)
- Route: Davos Wiesen – Bärentritt (Wasserfall) – Zügenschlucht – In den Aua – Schmelzboden
- Distanz: Ca. 6 km
- Dauer: Etwa 2 Stunden (reine Gehzeit)
- Höhenmeter: Ca. 70 m Aufstieg / 140 m Abstieg
- Schwierigkeit: Leicht bis Mittel (T1/T2); sehr gut ausgebauter, breiter Wanderweg, der gut gesichert ist.
- Highlights: Der Tiefblick in die Schlucht, die in den Fels gehauenen Tunnelgalerien, der tosende Wasserfall am Bärentritt und die historischen Steinviadukte der Rhätischen Bahn.





























