Am Vormittag habe ich mit der hier im Dorf lebenden und praktizierenden Physiotherapeutin einen Termin vereinbart. Nicht wegen meinem Knie, sondern wegen einem Beckenschiefstand bzw. einer Beinlängendifferenz. Das Problem tritt seit einem schweren Sturz mit Inline-Skates vor vielen, vielen Jahren immer mal wieder auf und macht sich durch Schmerzen im unteren Rücken bzw. der Gesäßmuskulatur bemerkbar. Am 10. August hatte ich die Rückenschmerzen im Tagebuch erwähnt und seither sind sie nicht besser geworden. Die Therapeutin korrigiert die Beinlängendifferenz und massiert anschließend meinen Rücken nach Breuss. Hinterher fühle ich mich wie neugeboren.
Als Guido mir vorschlägt, nachmittags durch das Dischmatal zu wandern, kann ich daher nicht Nein sagen, obwohl ich meinem Knie eigentlich noch einen Tag Pause gönnen wollte. Aber ich bereue meine Entscheidung nicht, denn die Wanderung ist einfach und wunderschön. Startpunkt der acht Kilometer langen Strecke ist Dürrboden, eine Alp am Ende des Dischmatals. Der Blick von Dürrboden Richtung Talende auf das Scalettahorn und Piz Grialetsch mit den dazugehörigen Gletschern:
Von Dürrboden aus sind wir im September letzten Jahres zum Flüelapass gewandert: Vom Dischmatal zum Flüelapass. Heute wenden wir uns in die andere Richtung, nämlich Richtung Talanfang:
Der Weg ist wirklich sehr gut zu begehen und die Landschaft um uns herum ein Genuss:
Linker Hand ist hier im Hintergrund das Wuosthorn zu sehen:
Endpunkt unserer Wanderung sind die Häuser von Teufi:
Hier warten wir auf den letzten Bus, der aus dem Tal zurück nach Davos fährt. Bis zur Abfahrt des Busses ist allerdings noch gut eine halbe Stunde Zeit. Um die Wartezeit zu verkürzen, überlegen wir daher, ob wir noch eine Haltestelle weiter laufen sollen. Aber es kommt vollkommen anders als gedacht: Während wir noch überlegen, spricht uns ein Mann, der in einem Wagen mit englischen Nummernschild sitzt, an: Er fragt, ob wir nach Davos mitfahren wollen. Wir sind zuerst ziemlich sprachlos, denn am Steuer des Wagens sitzt ein orthodoxer Jude und neben ihm seine Frau. Bisher waren wir immer davon ausgegangen, dass orthodoxe Juden den Kontakt mit Andersgläubigen meiden. Da haben wir uns aber wohl getäuscht! Nachdem wir unsere Sprache wiedergefunden haben, nehmen wir das Angebot gerne an. Während der Fahrt stellt sich dann heraus, dass er und seine Frau ursprünglich aus Frankfurt kommen. Meine Geburtsstadt Wiesbaden ist ihnen daher bestens bekannt. Zufälle gibt es! Nach einem regen Austausch kommen wir schließlich in Davos an und sagen von Herzen Danke fürs Mitnehmen.
Bevor uns der Postbus zurück nach Schmitten bringt, bleibt dank der frühen Ankunft in Davos genug Zeit für einen Einkauf beim Coop.
Im Einkaufskorb landen hier vor allem Früchte, das Fleisch, das es heute zum Abendessen gibt, stammt vom Schmittner Metzger:
- 16.30 Uhr: etwa 200 Gramm wilde Blaubeeren
- 20.50 Uhr: 20 Gramm Petersilie, 10 Gramm Schnittlauch, 140 Gramm Endiviensalat, 60 Gramm braune Champignons, 510 Gramm Schweinespeck
Während der Wanderung machen wir eine längere Pause, in der Guido seine Drohne fliegen lässt. Ich nutze die Zeit, um Blaubeeren zu genießen: 
PS: Die Aufnahmen der Drohne vom Dischmatal:












Blick zum Lej da Silvaplauna, im Hintrergrund ist der Lej da Segl zusehen: 




Zurück zu Hause informiere ich mich: Es werden im Engadin tatsächlich Wanderungen mit Ziegen angeboten: 



Das Fazit der Wanderung: Es ist eine wunderschöner, von Arven und Tannen gesäumter Weg mit herrlichen Aussichten über Silvaplaner, Silser und St. Moritzer See, der das Prädikat „sehr empfehlenswert“ verdient hat. Für mein Knie war die Wanderung eine ziemlich Herausforderung, für meine Seele Balsam. 























Ich komme zwar ohne Probleme nach Hause, bin aber gespannt, wie das Knie morgen aussieht! Unsere Wanderung aufs Männli in der Übersicht:

Der Ausgangspunkt der heutigen Tour ist Monstein, das wir mit Postbussen erreichen. Das erste Gipfelziel ist das Büelenhorn, danach wollen wir weiter über den Stulsergrat zum Muchetta. Auf dem Büelenhorn waren wir zum ersten Mal am 9. Juli 2021. Damit es uns nicht langweilig wird, gehen wir heute nicht über den Normalweg hoch, sondern verlassen diesen auf etwa 2400 Höhenmetern und steigen zur Büelenfurgga auf. Im SAC-Führer „Bündner Alpen 6“ steht über den Normalweg:

























