Das Wetter ist eine Katastrophe. Es regnet in Strömen und im Laufe des Vormittags geht der Regen auch noch in Schneeregen über.
Ein Blick auf die App von „MeteoSchweiz“ zeigt, dass es in Graubünden überall gleich aussieht. Deutlich freundlicher sieht es dagegen im Tessin aus. Spontan entscheiden wir uns daher, ins Tessin bzw. nach Bellinzona zu fahren. Und das nicht nur für einen Tag, sondern gleich für zwei! Auf booking.com finden wir innerhalb von ein paar Minuten ein Zimmer, buchen zwei Übernachtungen und packen anschließend unsere Rucksäcke. Mit dabei sind Radhosen und Handschuhe, denn wir planen, uns morgen Räder auszuleihen.
Um 12.15 Uhr beginnt unsere Reise in den Süden, wir laufen bei strömendem Regen zur Bushaltestelle. Von Schmitten geht es mit verschiedenen Postbuslinien über Alvaneu Dorf, Tiefencastel und Thusis nach Bellinzona. Hinter dem San-Bernardino-Tunnel hört der Regen auf und in Bellinzona steigen wir bei angenehmen 20 °C aus dem Bus. Unsere Unterkunft, das „Helsana Business Center Bellinzona“, liegt rund einen Kilometer vom Bahnhof entfernt. Es ist eine alte Villa in unmittelbarer Nähe des historischen Stadtzentrums:

Mit der Buchung bekamen wir einen Code zugeschickt, der die Eingangstüre öffnet. Die Zimmerschlüssel sollten dann im Eingangsbereich in einem Fach liegen. Das Fach ist allerdings leer und so machen wir uns auf den Weg in die erste Etage, um zu schauen, ob noch jemand an der Rezeption ist. Ja, dort erwartet uns eine junge Dame und händigt uns die Zimmerschlüssel aus. Der erste Eindruck des Zimmers, es ist sauber, hell und freundlich:

Wir laden unsere Rucksäcke ab und nach einer kurzen Erholungspause laufen wir zurück zum Bahnhof. Am „Piazza del Sole“ herrscht reger Betrieb:

Über dem Platz thront das „Castelgrande“. Weiter geht es über die „Viale Stazione“:

Am Bahnhof angekommen suchen wir den bikeport. Dort reservieren wir für morgen zwei Räder, ein Hardtail ohne „E“ für Guido und eines mit „E“ für mich.
Bevor es am Abend zum Essen in ein Restaurant geht, drehen wir eine kleine Spazierrunde durch Bellinzona. Hier sind wir am Fluss „Ticino“:

Auf einer Brücke überqueren wir den Fluss, um zum Ortsteil „Monte Carasso“ zu gelangen:


Hier wollen wir uns die Seilbahn anschauen, mit der man zum Ausflugsziel „Mornera“ gelangen kann. Sie sieht von Außen sehr unscheinbar aus:

Hier gibt es kein Personal, die Anlage ist voll automatisiert. Für heute reicht die Zeit für einen Ausflug in die Höhe nicht mehr. Nachdem wir alles inspiziert haben, geht es daher über eine zweite Brücke zurück ins Stadtzentrum:

Was uns beim Gang durch die Straßen auffällt: Die Architektur ist sehr vielfältig, alte Wohnhäuser wechseln sich mit modernen vollkommen unerwartet ab. Ich finde diese Mischung nicht besonders gelungen, auf mich wirkt sie verwirrend. Was mich aber positiv beeindruckt, sind die vielen alten Bäume, die im Stadtzentrum stehen, so wie diese hier:


Aber nicht nur alte Bäume verschönern das Stadtbild, alles in allem macht die Stadt einen sehr grünen Eindruck. 💚 Der Weg zurück zu unserer Unterkunft führt über den Friedhof von Bellinzona:

Hier liegt die letzte Ruhestätte von Erich Fromm, dem Autor von „Haben oder Sein“ und „Die Kunst des Liebens“, Bücher, die mich als Jugendliche sehr beeindruckt haben. Zurück bei unserer Unterkunft, die von dieser Seite aus sehr imposant aussieht:

Auf dem Weg zum Eingang:

Nach einem kurzen Kleiderwechsel geht es zurück ins Stadtzentrum. Dort speisen wir im „Albergo Croce Federale“ zu Abend. Für mich gibt es Carpaccio mit Rucola:

Die Tomaten und die Hälfte des Rucolas bekommt Guido. Mir reicht die kleine Portion an Fleisch, um zufrieden zu sein, weil ich zu Hause vor unserer Reise ziemlich zugelangt habe:
- 10.30 Uhr: 310 Gramm Fleisch vom Schwein, 360 Gramm Fleisch vom Rind
- 19.30 Uhr: etwa 70 Gramm Carpaccio, 10 Gramm Rucola
PS: Zurück im Zimmer stellen wir fest, dass das Zimmer zwar hell und freundlich und die Betten sehr bequem sind, dass aber die „Via Lugano“, an der das Gebäude liegt, eine sehr befahrene Straße ist. Hoffentlich hört der Verkehr wenigstens in der Nacht auf, sonst sehe ich unsere Nachtruhe gefährdet. 