In meinem Tagebuch teile ich Erlebnisse aus meinem Alltag – besonders rund um meine Ernährung mit rohen, naturbelassenen Lebensmitteln und meine Zeit in der Natur. Da meine Einträge im Laufe der Jahre immer persönlicher geworden sind, sind sie – mit Ausnahme der Tourenberichte – nur noch im Abobereich zugänglich. Bei Interesse kann man sich gerne bei mir melden. Viel Freude beim Stöbern und Entdecken!
Bei strahlendem Sonnenschein brachen Guido und ich heute um 12.40 Uhr zu einer Wanderung bei Hindelang auf:
Die Strecke führte über den Bergwachtweg zum Hirschbachtobel:
Blick vom Hirschbachtobel auf den Breitenberg:
Von dort aus ging es weiter nach Oberjoch, einem bekannten Wintersportort, den wir aber fluchtartig verließen: Durch die zahlreichen Motorradfahrer, die auf dem Jochpass unterwegs waren, herrschte hier ein ziemlicher Lärm. Von Oberjoch aus ging es bergauf zur Bergstation der Iseler-Bahn:
Wie man sah, war es hier noch ziemlich winterlich. Das Panorama auf das Ostrachtal während des Abstiegs, im Hintergrund war die Hörnergruppe und die Nagelfluhkette zu sehen:
Der Schleierfall, ein Wasserfall oberhalb von Bad Oberdorf:
Die Kneippanlage von Bad Oberdorf:
Hier machten wir es uns nach der Wanderung gut eine Stunde auf Holzliegen gemütlich:
Bevor es ins Bett ging, aß ich zwischen 0.25 und 0.53 Uhr 98 Gramm Macadamianüsse. Die nächste Mahlzeit fand zwischen 12.32 und 13.05 Uhr statt und bestand aus 79 Gramm Kiwi, 118 Gramm Heidelbeeren, 324 Gramm Mango und 371 Gramm Bananen:
Um 14 Uhr fuhr ich zusammen mit Guido in die Stadt und besorgte mir unter anderem Nachschub an Bananen. Sie schmeckten mir im Moment fast genauso gut wie Kokosnüsse. Anschließend fuhren wir weiter nach Mannebach, einer Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Von einem Parplatz in der Ortsmitte starteten wir zu einer 12 Kilometer langen Wanderung, der Traumschleife „Mannebach 111“ – warum „111“, blieb uns ein Rätsel:
Es war eine wunderschöne Tour durch in hellem Grün leuchtende Laub- und dunkle Nadelwälder, entlang von Bächen und mit herrlichen Ausblicken über die hügelige Landschaft des Hochwalds. Impressionen von der Strecke:
Der Dorfpark der Ortsgemeinde Fisch, ein kleines Paradies:
Rund um Fisch standen unzählige Obstbäume, die Gemeinde war als Wohnort für Rohköstler deshalb durchaus zu empfehlen! Für mich gab es unterwegs zahlreiche Wildkräuter: Taub- und Brennnesseln, große Sternmiere, Sauerampfer, Sauerklee, gelben Hohlzahn, Zaunwicken (mit Ameisen), wilden Feldsalat, Beinwell, Wiesenschaumkraut, Gundermann und ein Blättchen vom Giersch. Schade, dass ich nicht mehr davon essen konnte, denn die Bestände waren üppig:
Beinwell und Taubnesseln in trauter Eintracht:
Der Blütenstand des Wiesenschaumkrauts:
Nur zum Anschauen, nicht zum Essen, wilde Narzissen:
Um kurz nach 20 Uhr waren wir wieder in Mertesdorf, um 20.30 Uhr begann meine Abendmahlzeit mit einem Kohlrabi von 420 Gramm. Es folgten 213 Gramm Karotten, 272 Gramm frische Erdnüsse und 44 Gramm Kakaobohnen. Das Ende der Mahlzeit war um 22.52 Uhr. Als Betthupferl schaute ich mir den Reisebericht zweier Männer, die von Oberstdorf nach Meran wanderten, an:
Die Strecke von Oberstdorf nach Meran war eine der Etappen des europäischen Fernwanderwegs E5, der quer durch Frankreich, Süddeutschland und Österreich nach Venedig an die norditalienische Adria führte. Auf der etwa 125 Kilometer langen Strecke benötigte man kein alpines Geschick, sie war aber konditionell durchaus anspruchsvoll. Meist wurde sie in sechs Etappen bewältigt. Die beiden Wanderer machten übrigens das, was mir auch bevorstünde: Sie lebten von den Lebensmitteln, die sie unterwegs fanden. Nun, nachdem ich mir diesen Bericht angeschaut hatte, war ich mir sicher, dass ich das auch schaffen konnte!
Am Vormittag sah es so aus, als bräuchte ich heute vor allem eine große Portion Ruhe. Aber als um die Mittagszeit die Sonne hinter den Wolken hervorschaute, konnte ich mich doch zu einer Wanderung aufraffen. Um kurz vor 12 Uhr fuhr ich zusammen mit Guido mit dem Auto nach Baumholder, einer Stadt im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Von dort aus wanderten wir die knapp 14 Kilometer lange Traumschleife „Bärenbachpfad“:
Der größte Teil der Strecke verlief über schmale Pfade entlang von Wiesen und Feldern, durch Laub- und Nadelwälder und abseits von Siedlungen durch eine wunderschöne Landschaft. Ein Teil des Weges grenzte an den Truppenübungsplatz von Baumholder, der nicht nur dem Militär, sondern auch als Rückzugsgebiet für selten gewordene Tierarten, wie Luchs und Dachs, diente. Blicken ließ sich allerdings nur ein Reh. Die Tour war trotz des immer wieder auftretenden Lärms von Militärflugzeugen durchaus zu empfehlen, vor allem, weil unterwegs zahlreiche essbare Kräuter zu finden waren. Die Wanderung begann am Stadtweiher von Baumholder:
Der erste Streckenabschnitt führte entlang von Wiesen:
Eine Natursteinsäule mit der Inschrift „Hier schoss Förster Ungeheuer einen starken Keiler am 18. XII 1898 S.“ erinnerte an den Königlichen Hegemeister Gottfried Ungeheuer:
Buchenwälder in frischem Frühlingsgrün:
Blick auf den Donnersberg, mit 687 Metern das höchste Bergmassiv der Pfalz:
Der Bärenbach, der Namensgeber dieser Traumschleife:
Pfad entlang des Bärenbachs:
Folgende Wildpflanzen aß ich unterwegs: junge Blätter vom Weißdorn, Blätter von Sauerampfer, Scharbockskraut, Milzkraut sowie der Knoblauchsrauke, Triebspitzen von Brenn- und Taubnessel, Wiesen- und Klettenlabkraut sowie behaartem Schaumkraut, Blüten von Löwenzahn, Schlüsselblume sowie Veilchen, die hier zu sehen waren:
Vogelmiere, Zaunwicke und wilder Feldsalat waren ebenfalls mit dabei:
Die Kostprobe vom Waldmeister spuckte ich aus, er entsprach nicht meinem Bedarf:
Nach vier Stunden standen wir wieder vor unserem Auto und traten die Heimfahrt an. Das gab es außer den Kräutern sonst noch zum Essen:
6.39 bis 7.12 Uhr: 102 Gramm Rambutans (aus dem Bioladen), 647 Gramm Japanische Mispeln, 241 Gramm einer Cherimoya
10.31 bis 10.58 Uhr: 282 Gramm Wasser und 240 Gramm Fleisch einer jungen Kokosnuss „Buko“
18.23 bis 20.31 Uhr: 298 Gramm Wasser und 295 Gramm Fleisch einer Kokosnuss „Kopyor“, 70 Gramm Wasser und 160 Gramm Fleisch einer reifen Kokosnuss, 187 Gramm Karotten, 136 Gramm Kohlrabi, 154 Gramm Feldsalat
Heute gab es eine Premiere der besonderen Art: Wir drehten unsere erste Einkaufsrunde durch Oberstaufen. Mein Eindruck: Alles bestens, alle Läden des täglichen Bedarfs waren bequem zu Fuß von unserer zukünftigen Wohnung aus zu erreichen. Eine Entdeckung, über die ich mich besonders freute, war ein Feinkostladen mit frischem Obst und Gemüse, der von einer jungen, einheimischen Frau geführt wurde. Zu meiner großen Überraschung und Freude hatte sie sogar Japanische Mispeln im Angebot:
Nach der Einkaufsrunde fuhren wir nach Steibis und wanderten von dort aus auf den Imberg. Der Imberg war ein 1325 Meter hoher Berg, auf den während der Urlaubsmonate im Sommer und Winter auch eine Bahn führte. Wir wanderten entlang einer Fahrstraße zu Fuß hinauf, vorbei an der Waltners-Alpe und am Imberghaus. Das Gipfelkreuz stand auf 1290 Metern:
Der Blick vom Aussichtspunkt auf Steibis, Oberstaufen und Umland:
Die Nagelfluhkette mit Eineguntkopf, Hohenfluhalpkopf, Seelekopf, Hochgrat und Rindalphorn (von rechts nach links):
Die in der Schweiz gelegenen Churfirsten und der Säntis vom Imberg aus gesehen:
Vom Gipfel des Imbergs aus ging es über den Lanzenbach wieder nach Steibis zurück. Während der Wanderung aß ich zahlreiche Kräuter. Mit dabei waren Blüten von Löwenzahn und Schlüsselblume, Triebspitzen von Brenn- sowie Taubnessel, Blätter von Löwenzahn, Bärlauch und Knoblauchsrauke. Außerdem probierte ich Blüten und Blätter des Günsels:
Sie waren mir allerdings zu bitter, ebenso wie die Blätter vom Wiesenkerbel. Die Blätter dieser mir unbekannten Pflanze (ich nahm an, dass sie zu zu den Kreuzblütengewächsen gehörte) waren dagegen zu scharf:
Pilzartig schmeckten die Blütenknospen des Spitzwegerichs:
Das gab es außer den Kräutern sonst noch bei mir zu essen:
11.10 bis 11.42 Uhr: 496 Gramm Wasser und 251 Gramm Fleisch einer jungen Kokosnuss „Buko“
15.04 bis 15.35 Uhr: etwa ein Pfund Japanische Mispeln
Ab morgen sollte es hier in der Region wieder deutlich kälter und feuchter werden. Ich spielte daher mit dem Gedanken, demnächst meine Heimreise anzutreten, um mit den Umzugsvorbereitungen beginnen zu können.
Der gestrige Schneeregen bzw. Schnee hatte, wie am frühen Vormittag gut zu erkennen war, Spuren am Rubihorn hinterlassen:
Mit einem Aufstieg zum Rubihorn werden wir uns also noch gedulden müssen. Aber wir hatten heute sowieso andere Pläne: Statt einen der in der Nähe von Oberstdorf gelegenen Gipfel zu erklimmen, fuhren wir in die Schweiz und ließen uns dort von einer Schwebebahn auf den Säntis, einen 2501 Meter hohen Gipfel in der Ostschweiz, bringen. Die Fahrt von Oberstdorf zur Schwägalp, der Talstation der Säntis-Schwebebahn, dauerte abseits von Autobahnen weit über zwei Stunden. Aber die lange Anreise lohnte sich: Bei strahlendem Sonnenschein hatten wir den Säntis fast für uns allein. Dabei gehörte die Schwebebahn „Schwägalp–Säntis“ zu den bestfrequentierten Bergbahnen der Schweiz. Der Säntis von der Talstation „Schwägalp“ aus gesehen:
Die Talstation von Außen:
Gleich neben der Talstation lag ein 2015 neu eröffnetes Hotel, einen kleinen Teil sah man rechts im Bild. Den Betonklotz vollständig zu fotografieren, ersparte ich mir. Er sah aus wie so viele moderne Bauten, grau, kalt und unpersönlich. Die Talstation von Innen:
Einstieg in die Bahn:
Kurz unterhalb des Gipfels:
Auf dem Gipfel erwartete uns ein grandioses Panorama:
Im Laufe der zwei Stunden, die wir auf dem Säntis verbrachten, klarte es weiter auf, so dass man wirklich, so wie auf einer Tafel geschrieben, 1001 Gipfel sehen konnte. Die neue und die alte Bergstation:
Um 17.00 Uhr mussten wir mit der letzten nach unten fahrenden Bahn den Gipfel verlassen. Ein Abstieg zu Fuß war erst im Sommer wieder möglich. Der Blick von der Bergstation hinunter zur Talstation:
Bevor es zurück nach Oberstdorf ging, machten wir einen kleinen Spaziergang von der Schwägalp zum Alpweiler „Siebenhütten“:
Während unseres Spaziergangs gingen immer wieder mit lautem Gepolter Lawinen vom Säntis ab. Der Weg zu den Hütten lag weit genug von den Abgängen entfernt, so dass wir uns das Spektakel aus sicherer Entfernung angucken konnten. Fünf der Hütten von Siebenhütten:
Ganz in der Nähe fand ich Schlüsselblumen:
So gab es heute das erste Mal in meinem Leben echte Schwiizer Chrütli! Und original Schweizer Gebirgswasser. Auf der Rückfahrt, Blicke ins Rheintal vom Kanton Appenzell aus:
Um 21.00 Uhr waren wir wieder zurück in Oberstdorf. Danke für diesen wunderbaren Tag!