In meinem Tagebuch teile ich Erlebnisse aus meinem Alltag – besonders rund um meine Ernährung mit rohen, naturbelassenen Lebensmitteln und meine Zeit in der Natur. Da meine Einträge im Laufe der Jahre immer persönlicher geworden sind, sind sie – mit Ausnahme der Tourenberichte – nur noch im Abobereich zugänglich. Bei Interesse kann man sich gerne bei mir melden. Viel Freude beim Stöbern und Entdecken!
Wir laufen von Preda, einer kleinen Ortschaft der Gemeinde Bergün Filisur hinauf zum Lai da Palpuogna, um ihn herum und anschließend bergabwärts über den Bahnerlebnisweg „Albula“ nach Bergün:
Preda erreichen wir mit Hilfe der Rhätischen Bahn. Rund um den Bahnhof von Preda sieht es ziemlich gespenstisch aus:
Zahllose Kies-Förderbänder laufen kreuz und quer durch die Landschaft. Es handelt sich um die Baustelle für den neuen Albula-Tunnel, der den alten aus dem Jahre 1903 ersetzen soll. Der Wanderweg hinauf zum Lai da Palpuogna ist aufgrund der Regenfälle der letzten Tage ziemlich matschig, aber das mindert das Vergnügen, einen malerischen, sehr urigen Wald zu durchqueren, keineswegs. Der Lai da Palpuogna liegt mitten in einem Lärchenwald und soll einer der schönsten Seen Graubündens sein. Bei dem trüben Wetter, das heute herrscht, ist er vor allem mystisch:
Mystisch ist auch der Lärchenwald, den wir auf dem Weg vom See zum Weiler Naz durchqueren. Krummgewachsene, mit Flechten geschmückte Lärchen säumen den Weg:
Der Weg von Naz nach Bergün ist einer von drei Streckenabschnitten des Bahnerlebniswegs „Albula“. Hier können wir das Zusammenspiel von Landschaft und Technik bewundern:
Bergün selbst ist ein malerisches Bergdorf mit einem sehenswerten, historischen Ortskern. Fazit der Wanderung: Trotz des trüben und regnerischen Wetters hat uns die Tour sehr gut gefallen. Aber irgendwann wollen wir uns den Lai da Palpuegna auch einmal bei Sonnenschein anschauen.
Das Wetter der ersten Tageshälfte: Der Himmel ist bewölkt, die Temperaturen sind mild und nur ab und zu kommt die Sonne heraus. Das Wetter ist also perfekt für eine Bergwanderung. Als Ziele kommen heute der Guggernellgrat und das Büelenhorn in Frage. Da das Steilgras am Guggernell aufgrund der Regenfälle der letzten Tage noch ziemlich nass sein kann, entscheiden wir uns schlussendlich für das Büelenhorn. Das Büelenhorn ist ein Berg südlich von Davos Monstein. Zu den Nachbargipfeln gehören das Gipshorn im Osten und der Muchetta im Westen. Start unserer Tour ist ein Parkplatz am unteren Dorfrand von Monstein. Von dort aus geht es durch Monstein hindurch und dann weiter über Alpstraßen hinauf zu den Hütten von Unteralp, Inneralp und Mäschenboden:
Von Mäschenboden aus führt ein schmaler, rot-weiß gekennzeichneter Wanderweg hinauf zum Büelenhorn:
Ab 2550 Meter wird der Weg steiler und es geht über Schutt weiter. Besondere Schwierigkeiten sind dabei allerdings nicht zu überwinden. Gut zweieinhalb Stunden nach dem Beginn unserer Tour stehen bzw. sitzen wir schließlich auf dem Gipfel des Büelenhorns:
Der Blick vom Gipfel Richtung Westen zum Muchetta:
Richtung Nordosten schaut man auf Davos:
Ein Blick Richtung Süden, hier ist der Piz Ela zu erkennen:
Nach einer rund zwanzigminütigen Gipfelrast geht es auf unserem Aufstiegsweg wieder hinunter Richtung Tal:
Während des Abstiegs liegt anfangs der Mäschengrat in seiner ganzen Pracht vor unseren Augen:
Und weiter talwärts das Chrachenhorn:
Auf dem Weg zu den Hütten von Mäschenboden:
Der Blick von Mäschenboden aufs Chrummhüreli:
Im Vordergrund sind Alpenrosen zu sehen, die weite Flächen des Mäschenbodens besiedeln. Der Weiler Mäschenboden:
Inneralp:
Wie auf den Bildern zu sehen ist, ist mittlerweile die Sonne hinter den Wolken aufgetaucht und wärmt uns mit ihren Strahlen. Zurück in Monstein:
Gut fünf Stunden brauchen wir für Auf- und Abstieg, die Streckenlänge beträgt 15,5 Kilometer. Dabei sind 1200 Höhenmeter zu überwinden.
PS: Diesen Spruch finde ich im Gipfelbuch des Büelenhorns:
Nach dem gestrigen Ruhetag geht es heute wieder in die Berge: Um 12.50 Uhr starten wir zu einer Tour auf das Spitzig Gretli. Das Spitzig Gretli ist eine 2788 Meter hohe Auffaltung der Strelakette und liegt zwischen Guggernellgrat und Sandhubel. Tourenberichte sind im Netz keine zu finden, es ist also davon auszugehen, dass dieser Gipfel eher selten besucht wird. Wenn überhaupt, dann im Winter im Rahmen einer Skitour. Der einzige Ratgeber in Sachen Spitzig Gretli ist der SAC-Führer „Ringelspitz, Arosa/Rätikon“ von Manfred Hunziker:
Vom Hauptgrat gegen Südosten laufender, kurzer Kamm, auf der Nordseite Felswände, auf der Südseite Plattenzonen und Schutthalden, aus denen einzelne Gratköpfe herausragen, die sich von Süden her erreichen lassen. […] T4: Vier Stunden von Wiesen oder Schmitten: Man erreicht die Hütten von Martrüel (2181m) auf Bergwegen. Von dort dringt man in die Mulde des Häfeli vor, gewinnt eine Schuttterrasse auf etwa 2640m am Hang des Spitzig Gretli und erreicht den Gipfel über das letzte Stück seines Südwestgrats.
Den Aufstieg bis nach Martrüel bewältige ich in Trekkingsandalen. Bei Martrüel wechsle ich die Schuhe, für den weiteren Aufstieg sind Bergschuhe gefragt:
Bis hinauf in die Mulde des Häfeli geht es recht mühlelos. Schon von dort aus hat man ein wunderbares Panorama Richtung Süden:
Linker Hand liegt während des weiteren Aufstiegs der Tiaun mit dem Tiaungrat:
Hier nähern wir uns langsam, aber sicher, der Schuttterrasse:
Der Aufstieg über die Schuttterrasse ist mühsam, meist bin ich hier auf allen Vieren unterwegs. Erst als wir den Südwestgrat erreichen, greife ich wieder zur Kamera und halte das grandiose Panorama Richtung Norden fest:
Der Blick über den Südwestgrat hinauf zum Gipfel des Spitzig Gretlis ist dagegen weniger grandios als unheimlich:
Beim Lesen der Beschreibung des Aufstiegs im SAC-Führer ging ich davon aus, dass man den Südwestgrat einfach begehen kann. Gehen kann man allerdings nur die ersten Meter:
Dann wird der Grat zunehmend steiler, so dass nicht nur die Füße, sondern auch die Hände zum Einsatz kommen. Mit den Füßen auf schmalen Bändern stehend, mit den Händen Halt an kaum zu ertastenden Griffe suchend, hangeln wir uns nach oben. Aber schließlich ist es geschafft, vor uns liegt das Gipfelplateau mit einem beachtlichen Steinmann. Gipfelglück:
Das Panorama Richtung Süden:
Das Panorama Richtung Norden:
Der im Osten liegende Sandhubel fasziniert durch sein Farbspiel:
Nachdem wir das Panorama ausgiebig bewundert haben, stellt sich die Frage, wie wir hier wieder hinunter kommen. Guido schlägt die 5-Punkt-Methode vor: Hände, Füße und Po berühren den Fels bzw. das Gelände, der Blick geht nach unten:
Diese Methode hat sich schon bei vielen unserer Abstiege bewährt. Es gibt allerdings „Experten“, die sie nicht für gut heißen. Als die steilsten Passagen hinter uns liegen, können wir wieder ganz „normal“, mit dem Gesicht zum Fels, absteigen:
Der Blick über die Schuttterrasse zum Tiaun und zu den Bergüner Stöcken:
Der Abstieg über die Schuttterrasse, im Hintergrund des folgenden Bildes ist der Südostgrat des Spitzig Gretlis zu sehen, geht besser als erwartet:
Noch besser läuft es sich über dieses Schneefeld:
Aber auch über dieses Geröll läuft es sich sehr angenehm:
Je weiter wir absteigen, desto grüner wird es unter unseren Füßen:
Zurück bei Matrüel gönne ich meinen Füßen einen Frischluftaufenthalt:
Von Martrüel aus führt uns ein Wanderweg zur Schmittener Alp:
Der Blick zurück auf unser heutiges Tourenziel:
Kaum zu glauben, dass wir vor Kurzem noch dort oben gewesen sind! Der weitere Abstieg ist lässig und schnell bewältigt: Sechseinhalb Stunden nach Beginn der Tour sind wir zurück in Schmitten. Der Tourenüberblick:
Danke für dieses Abenteuer und dass wir es ohne Blessuren überstanden haben!
Schon oft habe ich den Muchetta, einen der Gipfel, der von unserer Terrasse aus zu sehen ist, fotografiert und die Bilder hier im Tagebuch veröffentlicht. Aber obwohl er in Sichtweite liegt, waren Guido und ich noch nie auf seinem Gipfel. Der Grund: Er liegt auf der anderen Seite des Albulatals, von Schmitten aus muss man erst einmal 300 Meter zum Landwasser absteigen, um dann auf der anderen Talseite mit dem langen Aufstieg beginnen zu können. Natürlich könnte man auch das Auto zur Hilfe nehmen und von Filisur aus mit dem Aufstieg beginnen, aber das erschien uns immer zu umständlich. Heute ist es aber dann doch so weit, wir wagen es, von zu Hause aus Richtung Muchetta zu starten. Zu Beginn geht es frohgemut hinab zum Landwasser-Viadukt und von dort aus weiter nach Filisur. Hier nähern wir uns Filisur, der Gipfel im Hintergrund ist der Muchetta:
Von Filisur, das auf rund 1000 Höhenmetern liegt, geht es zu Beginn über einen Fahrweg nach oben. Fahrwege zu begehen ist immer etwas langweilig, andererseits kann man hier komplett abschalten und per Autopilot gehen. Und das mache ich dann auch. Der Blick vom Fahrweg hinab nach Filisur und über das Albulatal:
Bei Bod da Gonda auf 1750 Höhenmetern wird der Weg dann etwas wanderfreundlicher, erfordert aber auch mehr Aufmerksamkeit:
Hier erreichen wir die auf knapp 1900 Höhenmetern gelegenen Hütten von Dador Curtins:
Auf rund 2100 Höhemmetern liegt schließlich die baumfreie Gipfelregion des Muchettas vor uns:
Die letzten Höhenmeter empfinde ich wieder einmal als extrem anstrengend. Ich mache es daher wieder einmal wie Beppo Straßenkehrer und setze bedächtig einen Schritt vor den anderen. Und so kommt der Gipfel langsam aber sicher näher und näher:
Schließlich ist es geschafft, ich kann mich auf dem 2585 Meter hohen Vorgipfel niederlassen und die Aussicht genießen:
Auf dem Vorgipfel befindet sich nicht nur ein kleines Holzkreuz, sondern auch ein Wegweiser und ein Gipfelbuch. Die ersten Einträge dieses Jahres stammen vom Juni, vorher scheint die Besteigung nicht möglich zu sein. Die über die Jahre hinweg gemachten Einträge halten sich insgesamt in Grenzen und das verwundert uns schon ein bisschen: Der Gipfel ist einfach zu besteigen und die Aussicht von hier oben phänomenal. Das von Westen nach Norden reichende Panorama:
Nach ausgiebiger Gipfelrast machen wir uns an den Abstieg mit Blick hinunter ins Albulatal:
Die Überschreitung des Grats Richtung Büelenhorn, und damit den Besuch des Hauptgipfels, müssen wir aufgrund der späten Uhrzeit, es ist 18 Uhr, als wir uns an den Abstieg machen, leider auf einen anderen Tag verschieben. Hinunter geht es nicht über Filisur, sondern über Jenisberger Alp und Jenisberg. Auf dem Weg zur Jenisberger Alp:
Hier ist im Hintergrund Davos zu sehen:
Ein Blick zurück zum Vorgipfel:
Der steile, aber wunderschöne Abstieg durch einen Lärchenwald:
Hier ist der Weg weniger schön:
Aber es kommt noch schlimmer: Wir erreichen einen Wegabschnitt, der früher mit Drahtseilen gesichert war. Diese liegen allerdings mittlerweile nutzlos am Boden. Immerhin hängt an der heikelsten Stelle des Wegs noch ein Reststück:
Ohne dieses Reststück wäre die Überquerung dieser Rinne ein noch waghalsigeres Unternehmen: Kommt man hier ins Rutschen, landet man im Gebirgsbach und wenn man Pech hat, unter einer Schneebrücke. Nach diesem abenteuerlichen Wegabschnitt geht es wieder recht gemütlich zu den Hütten der Jensiberger Alp weiter:
Von der Jenisberger Alp führt ein Fahrweg hinunter nach Jenisberg. Der Blick über Jenisberg und Davos-Wiesen, das auf der anderen Talseite liegt.
Schließlich erreichen wir den Bahnhof von Davos-Wiesen und damit vertrautes Gelände. Von hier aus finden wir auch im Dunklen nach Hause, aber so weit kommt es dann doch nicht: Achteinhalb Stunden nach Beginn unserer Wanderung erreichen wir in der Dämmerung um 21.30 Uhr Schmitten. Die Tour in der Übersicht:
Fazit der Tour: Der Muchetta bietet eine wunderbare Aussicht über das Albulatal und die Mulde nach Davos. Der Aufstieg von Filisur aus ist lang, erfordert aber wenig alpinistisches Können. Wer es etwas spannender möchte, kann den Gipfel von Monstein aus besteigen: Dieser Weg führt über das 2808 Meter hohe Büelenhorn und den Stulsergrat. Diese Route werden Guido und ich irgendwann sicherlich ausprobieren.
Heute setzen Guido und ich einen schon längeren geplanten Ausflug in die Tat um: Wir fahren mit der Rhätischen Bahn nach Morteratsch. Von Morteratsch aus wollen wir durch das gleichnamige Tal hinauf zur Bovalhütte wandern. Allein die Fahrt mit der Bahn ist die Reise wert: So können wir erstmals das Landwasserviadukt nicht nur von unten, sondern von oben aus bewundern:
Über weitere Brücken, Kehrtunnels und den fast sechs Kilometer langen Albulatunnel klettert die Bahn durch eine wunderschöne Landschaft hinauf bis nach Samedan. Dort müssen wir das erste Mal umsteigen, ein zweiter Umstieg erfolgt in Pontresina. Längere Wartezeiten gibt es keine, wir steigen aus und in den nächsten Zug ein und erreichen nach gut einer Stunde Morteratsch. Morteratsch ist ein kleiner, auf 1894 Höhenmetern gelegener Ort am nördlichen Ausgang des Morteratschtals, von dem aus die Dreitausender Munt Pers, Piz Cambrena, Piz Palü, Piz Zupò, Piz Argient, Piz Bernina (4049 m), Piz Morteratsch, Piz Boval und Piz Chalchagn erreicht werden können. Wir wollen allerdings nicht so hoch hinauf, unser Ziel ist die auf 2495 Meter gelegene Bovalhütte, auch Chamanna da Boval genannt.
Die Hütte ist über einen knapp 6 Kilometer langen T2-Wanderweg, auf dem 660 Höhenmeter zu überwinden sind, zu erreichen. Die Ausblicke, die wir während des Aufstieges auf den Morteratschgletscher genießen können, sind spektakulär:
Aber nicht nur diese Ausblicke faszinieren, auch die übrige Landschaft mit ihren zahlreichen Gebirgsbächen, die von den Felsen herabstürzen und die mannigfaltige Pflanzenwelt sind ein Augenschmaus. Oberhalb der Hütte sitzend, lassen wir eine ganze Zeit lang die Welt der Eisriesen auf uns wirken:
Guido filmt unsere Wanderung, deshalb verzichte ich auf die Veröffentlichung weiterer Bilder. Den Film verlinke ich im Laufe der nächsten Tage unter dem Beitrag. Für mich ist es diese Wanderung jedenfalls eine der beeindruckendsten Naturerlebnisse der letzten Jahre, wenn nicht meines ganzen Lebens. Während des Abstiegs machen wir an einem kleinen Bergsee Halt:
Ich gönne mir hier ein Fußbad, allerdings nur ein sehr kurzes: Das Wasser ist eiskalt! Noch immer überwältigt von den empfangenen Eindrücken treten wir um 18.44 Uhr die Heimreise an, um 21.00 Uhr sind wir zurück zu Hause.