In meinem Tagebuch teile ich Erlebnisse aus meinem Alltag – besonders rund um meine Ernährung mit rohen, naturbelassenen Lebensmitteln und meine Zeit in der Natur. Da meine Einträge im Laufe der Jahre immer persönlicher geworden sind, sind sie – mit Ausnahme der Tourenberichte – nur noch im Abobereich zugänglich. Bei Interesse kann man sich gerne bei mir melden. Viel Freude beim Stöbern und Entdecken!
Heute wollen wir den Schmittner Schaftobel erkunden. Dazu steigen wir zuerst nach Raglauna auf. Von dort aus führt ein Wanderweg zum unteren Teil des Schaftobels:
Im Schaftobel selbst folgen wir zu Beginn Pfadspuren, die sich im weiteren Verlauf des Aufstiegs allerdings verlieren:
Vom Schaftobel aus wollen wir auf den Grat des Guggernells gelangen. Hier, auf der Höhe der Baumgrenze ist dies vielleicht möglich:
In der Hoffnung, einen geeigneteren Übergang zu finden, steigen wir jedoch weiter den Schaftobel bis auf eine Höhe von rund 2500 Metern hinauf:
Gemsen und Steinböcke machen uns hier vor, wie leicht man mit vier Beinen vom Grat in den Tobel und umgekehrt gelangen kann. Wir wagen uns allerdings nur noch über ein Schneefeld, das unterhalb des steil über uns aufragenden Grats verläuft:
Aufgrund der recht späten Uhrzeit beenden wir hier unsere Erkundungstour und steigen über das Schneefeld ab:
Ein Abstieg über ein Schneefeld, in diesem Fall ist es sogar ein Lawinenabgang, ist eine coole, sehr knieschonende, aber auch sehr nasse Angelegenheit. Das Panorama, das wir dabei genießen können:
Ein Blick zurück zeigt den von uns erreichten, höchsten Punkt und den Gipfel des Guggernells:
Hier sind wir schon wieder im grünen Bereich:
Im weiteren Verlauf des Abstiegs stoßen wir auf den von den Erzgruben zur Schmittner Alp führenden Wanderweg:
Hier sind wir kurz oberhalb der Schmittner Alp:
Schmittner Alp und Muchetta:
Von der Schmittner Alp aus steigen wir weiter über Pardela ab und erreichen fünf Stunden nach Beginn unserer Tour unser Zuhause. Die Tour in der Übersicht
Eines ist sicher, wir werden wiederkommen und das nächste Mal versuchen, den Gipfel des Guggernells zu erreichen.
PS: Ein paar Blümchen fotografiere ich auch heute:
Die Bilder zeigen Mehlprimel, Culsius-Enzian und das Narzissen-Windröschen.
PPS: Ein Anfang Juni durchgeführter Erkundungsflug von Schaftobel und Guggernell:
Heute ist der 11. Juni und da die 11 meine Lieblingszahl ist, bin ich recht zuversichtlich, was das heutige Vorstellungsgespräch beim Volg, einem Lebensmittelladen in Lenzerheide, betrifft. Die Zuversicht ist nicht unbegründet, ich werde nach dem Gespräch zu einem Probearbeitstag eingeladen. Allerdings machen sowohl die Filialleiterin als auch ihre Vertreterin mir den Job während des Gesprächs so madig, dass ich mich frage, warum ich hier überhaupt arbeiten soll. Auch das Ambiente des Ladens überzeugt mich nicht wirklich. Vorerst halte ich aber mental an dem Probearbeitstag, der nächste Woche stattfinden soll, fest.
Nach dem Gespräch wandere ich zusammen mit Guido von Lenzerheide hinauf zur Alp Sanaspans. Auf diesem Weg waren im Dezember 2019 schon einmal unterwegs: Wanderung zur Sanaspans-Alpe. Schnee liegt heute auf dem Weg zu Alpe nicht mehr, erst oberhalb der Alpe sind Schneefelder anzutreffen:
Aber weiter hinauf wollen wir heute sowieso nicht mehr, uns reicht der Aufenthalt auf den Weiden der Alp. Dort kann ich mich von dem Gespräch erholen und zusammen mit Guido Landschaft und Blümchen genießen. Der Blick über die Alp Sanaspans hinunter auf Lenzerheide und den Heidsee:
Das „Gästehaus“ der Alp Sanaspans:
Auf den Weiden wachsen zurzeit vor allem Krokusse, Röhrige Gelbsterne, Ganzblättrige Primeln, Mehlprimeln und Schlüsselblumen:
Aber auch Hahnenfußgewächse wie der Alpen-Hahnenfuß und der Berg-Hahnenfuß sind anzutreffen:
Und natürlich die Alpen-Troddelblume:
Schneeheide, Frühlings-Enzian und Alpen-Anemone wachsen und blühen ebenso wie der Alpen-Aurikel und der Südliche Tragant unterhalb der Alpe:
Noch weiter Richtung Tal anzutreffen sind das Gelbe Bergveilchen:
Dieses wunderbare Blütenreigen wird in der Nähe von Lenzerheide durch Löwenzahn, Brillenschötchen, Margerite, Wiesen-Salbei und weitere Wildblumen ergänzt. An den Blüten von Löwenzahn und Brillenschötchen kann ich nicht immer vorbeigehen, ein Teil davon wandert in meinen Magen. Das gibt es außer den Blüten sonst noch zum Essen:
19.30 Uhr: 400 Gramm Fleisch, Fett, Knorpel und Rippenendstücke von der Brust eines Lamms, 120 Gramm Sesam
Einer spontanen Eingebung folgend suche ich nach dem Abendessen im Internet erneut nach Jobs und sehe, dass die Davos-Klosters-Bergbahnen jetzt schon Mitarbeiter für die Wintersaison 2021/2022 suchen. Obwohl der Job als Sesselliftmitarbeiterin im letzten Winter mich an meine Grenzen brachte, fühlt sich die Aussicht, wieder am Sessellift zu arbeiten, gerade sehr viel besser an, als die Aussicht, als Verkäuferin beim Volg zu arbeiten. Allerdings bekomme ich mit dem Job als Sesselliftmitarbeiterin nur wieder eine bis April 2022 befristete Aufenthaltserlaubnis, während der Job als Verkäuferin unbefristet ist und damit auch die Aufenthaltserlaubnis. Mal schauen, zu welcher Entscheidung meine Intuition mich schlussendlich führt.
PS: Der Weg hinauf zur Alp Sanaspans führt an einen beeindruckenden Wasserfall vorbei:
Nach Vormittagsdienst und Mittagessen brauche ich eine Ruhepause. Nach einer zweistündigen Siesta fühle ich mich aber wieder fit genug für eine nachmittägliche Tour: Zusammen mit Guido steige ich über Pardela zu den oberhalb der Wiesner Alp gelegenen Hütten von Rüggji auf, der Rückweg führt über die Berghütte Martrüel und die Schmittner Alp:
Frühlings-Enziane auf den Wiesen von Pardela:
Ein ziemlich blasser Alpen-Enzian:
Was oder wer ihm wohl über den Weg gelaufen sein mag, dass er so blass geworden ist?! Bei den kleinen Heu-Hütten von Rüggji, der grüne Fleck in der Bildmitte ist ein Stück der Wiesner Alp:
Der Blick von Rüggji zum Tiaun:
Der Kontrast zwischen schon ergrünten Weideflächen und den höher gelegenen, von Weitem noch ziemlich farblos aussehenden Flächen ist faszinierend. Aber auch wenn manche Flächen noch farblos aussehen, kommt man näher, sind unzählige Farbtupfer zu erkennen: Neben blauen Enzianen blühen weiße und lila Krokusse sowie Frühlings- und Alpen-Anemomen in weiß bzw. gelb. Letztere ist hier zu sehen:
Der Wanderweg von Rüggji zur Berghütte Martrüel dient zurzeit streckenweise als Bachbett:
Auf dem Weg, der von Martrüel zur Schmittner Alp führt:
An der Schmittner Alp kommt die Sonne hinter den Wolken hervor und lässt die Alp und die Gipfel der Bergüner Stöcke in ihrem Licht erstrahlen:
Die letzten Sonnenstrahlen des Tages leuchten durch junges Lärchengrün:
Wir sind erst gegen 21 Uhr wieder zurück zu Hause, dementsprechend spät findet das Abendessen statt. Der Mahlzeitenüberblick:
21.30 Uhr: 400 Gramm Fleisch und Fett vom Rind, 190 Gramm Blumenkohl (Strunk und Kopf), 90 Gramm Sesam
PS: Am Abend erreicht mich eine Nachricht über WhatsApp: Meine Chefin bittet mich, morgen früh außerplanmäßig im Dorfladen mitzuhelfen. Mache ich gerne!
Den Vormittag verbringen Guido und ich zu Hause, nachmittags steigen wir zum Chegel- bzw. Kegelplatz auf. Hier waren wir im November 2020 während unseres Abstiegs vom Tiaun das letzte Mal: Unverhofftes Gipfelglück. Das Ziel des heutigen Aufstiegs ist es, die Felsformationen in diesem Gebiet mit Willi, Guidos Drohne, zu erkunden. Bis nach Acla, unserem ersten Zwischenziel, sind dreihundert Höhenmeter zu überwinden, von Acla nach Zaplina, einer Weidefläche auf rund 2000 Höhenmetern, nochmals 400. Das Panorama bei Zaplina:
Der Aufstieg von Zaplina zum Chegelplatz führt über einen schmalen, kaum erkennbaren Pfad nach oben:
Hier trauen sich die ersten Frühlings-Anemonen und das noch robustere Immergrüne Felsenblümchen ans Sonnenlicht:
Das Immergrüne Felsenblümchen ist durch seine immergrünen, ledrigen Laubblätter an Standorte in großen Höhen bestens angepasst. Unser Aufstieg endet an der Schneegrenze auf rund 2300 Höhenmetern. Während Guido die Drohne startet, verkrieche ich mich hinter einen Felsen, der mich wenigstens ein bisschen vor dem heftigen und zudem kalten Wind schützt:
Die Aussicht, die ich hier genießen kann, ist beeindruckend. In der Ferne ist sogar der Piz Bernina, der einzige Viertausender der Ostalpen und der höchste Berg Graubündens, mit dem berühmten Biancograt zu erkennen:
Ziemlich durchgefroren, aber guter Stimmung geht es eine Stunde später wieder nach unten:
Auf einem durch Latschenkiefern führenden Wegabschnitt ist es mehr oder weniger windstill und die Temperaturen sind deutlich angenehmer als auf dem Chegelplatz:
Zudem duftet es hier wunderbar nach Kiefernnadeln. Nacktständige Kugelblumen und Frühlings-Enzian schmücken den Wegesrand:
An der Alp Afiein:
Die Wiesen rund um die Alp sind mit unzähligen Hornveilchen geschmückt:
Zwischen der Alp Afiein und der Schmittner Alp wachsender Alpen-Enzian:
An den Hütten der Schmittner Alp:
Der Abstieg von der Schmittner Alp erfolgt über Pardela. So sieht die heutige Wanderung in der Übersicht aus:
Wir wandern heute von Schmitten aus hinunter ins Landwassertal. Der Blick über Wiese und Landschaft auf dem Weg nach unten:
Im Tal angekommen laufen wir in Richtung Alvaneu-Bad weiter und stoßen dabei auf einen Wegweiser Richtung „Schaftobel“. Das Schaftobel ist laut Beschreibungen eine wildromantische Felsschlucht, die sich vom Landwasser-Tal bis auf etwa 2400 Höhenmetern zieht und unterhalb des Tinzenhorns endet. Die Schlucht wird geprägt durch den Schaftobelbach, der über zahlreiche Felsstufen hinunter ins Tal stürzt. Den Weg dort hinauf wollten wir schon seit Längerem erkunden, so dass wir nicht lange zögern und dem Wegweiser folgen. Wenige hundert Meter weiter stoßen wir auf einen den Weg versperrenden Erdrutsch, den wir aber relativ mühelos überqueren können. Was uns allerdings dann aber beinahe davon abhält, dem Weg weiter zu folgen, ist eine am Boden liegende, schon sehr mitgenommen aussehende Tafel, die daraufhinweist, dass der Wanderweg durch das Schaftobel aus Sicherheitsgründen gesperrt ist. Nun ja, Angucken können wir uns die Sache ja mal, wir gehen also trotz dieses Hinweises weiter:
Als wir um eine Ecke biegen, blicken wir auf beeindruckende Felsformationen, einen Tunnel und auf den ersten und größten der zahlreichen Wasserfälle, die den Schaftobel hinunterstürzen:
Wie wir später Tourenberichten entnehmen können, machen an dieser Stelle viele Wanderer kehrt. Wir sind jedoch so fasziniert, dass wir weitergehen. Teilweise ist der Weg mit Stützmauern und Geländer befestigt, aber Steinschlag, Hochwasser und Lawinen haben ihre Spuren hinterlassen: Geländer sind verbogen, Stützmauern abgerutscht, umgestürzte Bäume liegen über dem Weg. Hier herrscht eindeutig die Natur, nicht der Mensch. Ein weiterer Wasserfall:
Ein Blick zurück:
Ein Stück weiter öffnet sich die Schlucht und wir können bis nach Alvaneu Dorf blicken:
Die Spuren der Naturgewalten, die im Tobel herrschen, sind auf jedem Meter des Weges zu sehen und zu spüren, trotzdem zögern wir nicht, weiter zu gehen:
Ich bin immer ein paar Meter vor Guido, der sich viel Zeit zum Fotografieren und Filmen nimmt:
Hier führt die erste Brücke über den Tobel:
So ganz wohl ist uns beim Überqueren nicht, aber keiner von uns beiden denkt ans Umkehren. Hier geben die Felsen den Blick auf Schmitten und unser Haus frei:
Der nach der Brücke folgende Wegabschnitt führt durch einen Wald. Hier herrscht nach dem abenteuerlichen Wegabschnitt durch die Schlucht eine ruhige und sichere Stimmung. Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass Boden und Felsen großflächig von Moosen bewachsen sind:
Nach der Passage durch den Wald taucht die nächste Brücke vor uns auf:
Sie entspricht wie die erste nicht unbedingt den Sicherheitsvorschriften. Noch kritischer erscheint uns der Zustand der dritten Brücke, die zu überqueren ist:
Ihr Fundament wurde weggespült und es nur noch eine Frage der Zeit, wann sie abrutscht. Immerhin lässt sie uns heute noch passieren. Brücke Nummer vier ist dann allerdings gänzlich unpassierbar:
Die Vorstellung, nun doch umkehren zu müssen, behagt uns überhaupt nicht. Aber nach einem Blick auf die Karte sehen wir, dass wir einen anderen Weg nehmen können, der kurz vor der Brücke nach oben führt:
Im weiteren Wegverlauf sind zwei Lawinenabgänge zu überqueren:
Nach den Gefahren, die hinter uns liegen, ist dies aber eine vergleichsweise harmlos Angelegenheit. Regelrecht gemütlich, wenn auch lang, ist dann der folgende Wegabschnitt, der uns durch einen traumhaft schönen, naturbelassenen Wald zurück nach Filisur führt. Um 19.40 Uhr erblicken wir in der Ferne unser Zuhause:
Ob wir es schaffen, noch vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause zu kommen? Schließlich müssen wir nicht nur den Talboden bei Filisur erreichen, von Filisur hinauf nach Schmitten sind nochmals 300 Höhenmeter zu überwinden. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir es schaffen, schließlich steckt die Energie des Schaftobelbaches in uns. Eine letzte Aufnahme, bevor die Sonne hinter den Bergen versinkt:
Während wir die letzten Meter hinauf nach Schmitten bewältigen, steigt neben uns der Mond empor:
Welch genialer Abschluss unserer Tour! So sieht sie in der Übersicht aus:
Wenn man sich im Schaftobel so viel Zeit zum Schauen, Staunen und Fotografieren wie wir nimmt, braucht man für die Strecke sechseinhalb Stunden. Aus einer ursprünglich geplanten, kleinen Nachmittagsrunde ist also eine Halbtagestour geworden!