Rohkost- und Tourentagebuch

In meinem Tagebuch teile ich Erlebnisse aus meinem Alltag – besonders rund um meine Ernährung mit rohen, naturbelassenen Lebensmitteln und meine Zeit in der Natur. Da meine Einträge im Laufe der Jahre immer persönlicher geworden sind, sind sie – mit Ausnahme der Tourenberichte – nur noch im Abobereich zugänglich. Bei Interesse kann man sich gerne bei mir melden. Viel Freude beim Stöbern und Entdecken!


  • Vom Schatten ins Licht

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    Vom Schatten ins Licht

    Heute war ich um 6.00 Uhr nicht nur halb wach wie gestern, sondern „richtig“ wach. Und das, obwohl ich viel später ins Bett gegangen war. So konnte es gehen mit dem Schlaf, einmal brauchte man mehr, einmal weniger! Das war ja mit dem Essen nicht anders. Immerhin hatte ich so Gelegenheit, wieder einmal in aller Ruhe in der Welt des Internets herumzuspazieren. Nun ja, was sollte ich sagen, das Spazieren in der realen Welt machte mich glücklicher. Aber das war ja auch gut so.

    Die erste Mahlzeit gab es um 6.15 Uhr. Sie bestand aus 480 Gramm Cherry-Tomaten. Ein Apfel der Sorte „Golden Delicious“ (170 Gramm) und 410 Gramm Mispeln bildeten zwischen 9.40 und 10.10 Uhr die zweite Mahlzeit des Tages. Um 10.45 Uhr ging es zur Talstation der Hochgratbahn. Von dort aus wanderten Guido und ich durch das Ehrenschwanger Tal bis zur zur Hohen Brücke und weiter über den Denneberg und den Prodel zurück zum Ausgangspunkt. Der erste Teil der Strecke führte durch eine schattige Winterlandschaft:

    Hinter der Hohen Brücke ging es hinauf ins Licht:

    Ins Licht und in die Wärme: Die dicke Jacke verschwand im Rucksack und einen Teil der Streckelief ich sogar barfuß. Das ging ganz gut, wenn der Weg über Weiden führte. Aber teilweise war die Strecke geschottert, so wie hier:

    Auf diesen Abschnitten zog ich dann doch lieber die Schuhe an. Ab und zu kamen meine Füße sogar mit Väterchen Frost in Kontakt:

    Oberhalb der Prodel-Alpe legten wir uns in die Sonne und machten eine längere Pause:

    Die letzten Sonnenstrahlen auf dem Weg von der Prodel-Alpe hinunter zur Talstation der Hochgratbahn:

    Zurück im Schatten:

    Während der Wanderung aß ich zwischen 14.00 und 15.45 Uhr reichlich Hagebutten. Und die ersten Berberitzen meines Lebens:

    Sie waren zwar schon halb trocken, hatten aber einen sehr angenehmen, leicht säuerlichen Geschmack. Zurück zu Hause verzehrte ich zwischen 16.50 und 17.20 Uhr 150 Gramm Gemüsefenchel, 200 Gramm Fett von der Querrippe und 50 Gramm Knochenmark vom Rind. Die letzte Mahlzeit fand zwischen 22.00 und 22.40 Uhr statt und bestand aus 300 Gramm Äpfel „Golden Delicious“, 350 Gramm Mispeln und 230 Gramm Bananen „Cavendish“. Heute wäre wieder eine Trainingseinheit „Fit ohne Geräte“ an der Reihe gewesen. Aber mir fehlte die rechte Lust dazu, also pausierte ich, statt zu trainieren.

    PS: Die Zeit, die ich in der Welt des Internets verbrachte, wurde immer kürzer. Und statt am Abend Filme und Dokumentationen zu schauen, strickte oder las ich.


  • Barfuß auf vereisten Schneeresten

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    Barfuß auf vereisten Schneeresten

    Ich verschwand gestern schon um kurz nach 23 Uhr im Bett und schlief mit zwei kurzen Unterbrechungen bis um 9.30 Uhr. Die erste Unterbrechung fand gegen Mitternacht statt, als von der Straße her Kuhglockengeläute und laute Stimmen ins Schlafzimmer drangen. Ich bekam den Lärm Gott sei Dank nur im Halbschlaf mit. Guido erzählte mir am Morgen, dass der Lärm von jungen Leute beim Klausentreiben veranstaltet wurde:

    Das Klausentreiben ist ein überlieferter Brauch im alemannischen Alpenraum, bei dem am 5. oder auch 6. Dezember junge Männer verkleidet und vermummt mit Ruten auf den Straßen der Stadt oder des Dorfes die Schaulustigen schlagen und dabei viel Lärm veranstalten. […] Im Alpenraum wurde das Klausentreiben im 20. Jahrhundert neu belebt. In den Nächten rund um Nikolaustag am 6. Dezember verkleiden sich Männer mit Fellen und tragen zudem einen fellbedeckten Helm, den meist Hörner zieren. Zum sogenannten „Häß“ gehören auch Schellen oder Kuhglocken, die den furchteinflößenden Eindruck durch ihren Lärm noch verstärken. So verkleidet halten die Klausen dann, angeführt vom „Oberklaus“, Einzug auf dem Marktplatz oder ziehen, wie in manchen Gemeinden ebenfalls üblich, in kleinen Gruppen von Haus zu Haus, um dort durch ihr wildes Treiben die bösen Geister des Winters und der Dunkelheit zu vertreiben.

    Quelle: Klausentreiben

    Ein Brauch, der im 20. Jahrhundert ebenfalls wiederbelebt wurde, ist das Bärbeletreiben am 4. Dezember:

    Die „Bärbele“ im Allgäu sind ausschließlich Frauen und Mädchen ab 16 Jahren, die unverheiratet sein sollten, was aber nicht immer streng ausgelegt wird. Sie tragen Fetzengewänder und sind mit Masken, die aus Flechten, Moos und ähnlichen Naturmaterialien handgefertigt werden, als alte Frauen verkleidet. Getragen werden lange Röcke, dazu entweder eine alte Kittelschürze oder ein Kopftuch. Dazu tragen die Frauen einen mit kleinen oder großen Schellen (Kuhglocken) besetzten Gürtel um den Leib und sind mit Besen aus Birkenreisig oder Weidenruten bewaffnet. So ausstaffiert ziehen die Bärbele (in Anlehnung an die „Wilden Männle“ und das Klausentreiben mancherorts auch „Wildbärbele“ oder „Klausenbärbele“ genannt) schweigend durch die Dörfer und Ortskerne.

    Quelle: Bärbeletreiben

    Zum zweiten Mal wachte ich gegen 6.00 Uhr auf. Guido saß zu dieser Uhrzeit schon am Küchentisch und war am Frühstücken. Ich leistete ihm kurz Gesellschaft und aß eine Clementine. Aber eigentlich war ich weder hungrig noch ausgeschlafen, also verschwand ich kurze Zeit später wieder im Bett. Die erste „richtige“ Mahlzeit fand dann um kurz nach 10.00 Uhr statt. Sie bestand aus 400 Gramm Clementinen der Sorte „Comune“, die zu einer intensiven, himmlischen Phase führte. Es war schon interessant zu beobachten, wie meine an sich schon gute Stimmung nach einer Mahlzeit noch besser werden konnte. Passend zu meiner Stimmung wanderten wir heute ein weiteres Mal zum Gipfel des Hochgrats. Ich wieder sehr ruhig und meditativ unterwegs, trotzdem zehn Minuten schneller als gestern. Immer wieder kamen mir Wanderer von oben entgegen. „Wie schön“, dachte ich mir, „dann wird ja auf dem Gipfel kaum mehr etwas los sein!“ Dem war auch so. Auf dem Gipfel war gar nichts los, noch nicht einmal Guido war zu sehen:

    Nach und nach entdeckte ich dann einige Leute unterhalb des Gipfels im Gras sitzend, unter anderem auch Guido, der das Panorama mit einem Fernglas betrachtete:

    Außerdem machte er mit seiner kleinen Taschenkamera Bilder durchs Fernglas. Hier war im Hintergrund die Zugspitze zu sehen, bei größerer Auflösung konnte man sogar die Bahn erkennen:

    Heute machten wir es uns im Gegensatz zu gestern recht lange an der Morgen-Alpe gemütlich und tankten reichlich Sonnenlicht:

    Ich ließ es mir nicht nehmen, auch einmal die Schuhe auszuziehen und über vereiste Schneereste zu spazieren:

    Lange hielt ich es aber nicht ohne Schuhe aus. Mit Schuhen war es doch gemütlicher:

    Gegen 14.40 Uhr machten wir uns an den Abstieg. Es gab zwei kurze Zwischenstopps, um 15.20 Uhr zum Essen von Hagebutten (etwa 150 Gramm) und um 15.40 Uhr zum Trinken an einer der wenigen immer noch frei zugänglichen Quellen. Apropos Trinken: Ich trank im Moment wesentlich mehr als im Sommer. Zurück zu Hause gab es um 16.45 Uhr eine Mahlzeit mit 350 Gramm Gemüsefenchel und 100 Gramm Rinderknochenmark. Anschließend war ich beim regionalen Supermarkt einkaufen und konnte dort unter anderem der Hälfte einer Papaya „Formosa“ nicht widerstehen. 540 Gramm dieser Frucht aß ich dann zusammen mit einer Kaki „Vanille“ (210 Gramm) um kurz vor 20.00 Uhr. Die letzte Mahlzeit fand um 23.00 Uhr statt und bestand aus 400 Gramm fettem Tafelspitz.

    PS: Da ich weiterhin den PC am Abend ausließ, hatte ich mir ein Heft besorgt, in dem ich Gedanken, die mir am Abend kamen, niederschreiben konnte. Sonst hatte ich das immer am PC gemacht. Kaum zu glauben, ich hatte das Schreiben noch nicht verlernt!


  • Gehmeditation

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     am 

    Gehmeditation

    Fast fünf Stunden waren wir heute draußen unterwegs, die meiste Zeit davon unter strahlend blauem Himmel: Wir liefen von der Talstation der Hochgratbahn hinauf zum Gipfel und zurück zum Gasthof „Hirsch“. Die Streckenlänge betrug etwa 16 Kilometer, dabei waren etwa 1000 Höhenmeter zu überwinden. Ich benötigte langsam und sehr achtsam gehend gute zwei Stunden für den Aufstieg. Dabei richtete ich meine Gedanken immer wieder auf den Moment, auf meine Schritte und meine Atmung:

    gehmeditation

    Gehmeditation nannte man so etwas:

    Damit die Energien richtig fließen können, sind Bewegungsmeditationen sehr wichtig. Besonders die Gehmeditation ist sehr alltagstauglich und äußerst effektiv. Sie sorgt dafür, dass die Energien fließen und Körper und Geist so fit und gesund erhalten werden. Die meditativen Bewegungsabläufe regen den Atem und somit auch den Energiefluss an.

    Quelle: Gehmeditation

    Wie bei jeder Meditation konnte es auch bei einer Gehmeditation vorkommen, dass die Gedanken abschweiften. Bei mir zum Beispiel tauchten heute Gedanken wie „Was schreibe ich heute im Tagebuch?“ oder „Was antworte ich auf die E-Mail, die mich am Vormittag erreicht hat?“ auf. Ich schaute mir diese Gedanken an, ließ sie ziehen und konzentrierte mich dann wieder auf die Atmung. Der erste Teil der Strecke lag im Schatten, erst auf der Höhe der alten Buche wurde es sonnig:

    alte_buche

    Kurz vor dem Erreichen des Gipfels:

    hochgrat_gipfelpfad

    Am rechten Bildrand erkannte man eine über dem Bodensee liegende Wolkendecke. Auf den letzten Metern hinauf zum Gipfel kam mir Guido entgegen, der sich schon gefragt hatte, wo ich so lange blieb. Ein paar Minuten später standen wir gemeinsam unter dem Gipfelkreuz und stiegen nach einer kurzen Rast ab. Der Blick von der unterhalb der Bergstation der Hochgratbahn liegenden Morgen-Alpe Richtung Säntis:

    morgen_alpe

    Trotz der recht anstrengenden Tour hatte ich am Abend Lust und Laune, eine Trainingseinheit zu absolvieren. So sah sie aus:

    • Aufwärmen: 12x Sonnengebet
    • Übungsprogramm „OPUS“: Seitliche Skorpion-Kicks (10, 12, 12, 12, 12); Kniebeugen mit Händen am Hinterkopf (Prisoner Squats) (18, 18, 17, 18, 18); Schulterbreite Dreipunkt-Beinscheren (24, 24, 26, 26, 26); Fallschirmspinger (30, 30, 29, 30, 30)
    • Entspannen: Yoga (mein übliches Programm), Sauna

    Jede Übung trainierte ich 45 Sekunden lang, anschließend folgte eine Pause von 15 Sekunden. Die Zahlen in den Klammern gaben die Anzahl der Wiederholungen pro Runde an. In der Sauna war es heute wieder einmal angenehm leer. Ich dachte erst, dass der Nikolaustag dafür verantwortlich war. Aber dann klärte mich jemand darüber auf, dass heute Fußball gespielt wurde, der FC Bayern München gegen Real Madrid. Auch gut! So sahen meine Mahlzeiten aus:

    • 9.05 bis 9.55 Uhr: 180 Gramm Apfel „Golden Delicious“, 150 Gramm Apfel „Opal“, 280 Gramm Mispeln, 310 Gramm Bananen „Cavendish“
    • 15.30 Uhr: wilde Mahlzeit bestehend aus etwa 100 Gramm Hagebutten
    • 17.00 Uhr: 300 Gramm Gemüsefenchel, 70 Gramm Knochenmark vom Rind
    • 21.50 bis 22.40 Uhr: 50 Gramm Feldsalat, 200 Gramm Champignons, 380 Gramm Tafelspitz vom Rind

    Der Tafelspitz hatte einen wunderbaren Fettrand und machte dementsprechend satt und zufrieden.