Der heutige Wandertag beginnt entspannt in Lenzerheide an der Talstation des Scalotta-Sessellifts. Die erste Etappe führt uns zur Mittelstation Tgantieni (1750 Höhenmeter). Hier steigen wir in die zweite Sesselbahn um, die uns hinauf zum Gipfel des Piz Scalotta bringt. Es hat schon fast etwas Meditatives, wie wir lautlos über den Lärchenwäldern und den Biketrails nach oben schweben.
Oben angekommen, weht uns auf dem Piz Scalotta ein angenehmer, frischer Wind um die Nase. Der Hausberg von Lenzerheide ist ein absolut privilegierter Aussichtsthron. Bevor wir loswandern, genießen wir erst einmal das herrliche Gipfelpanorama. Im Norden folgt der Blick dem schmalen, grasigen Gratverlauf über den Piz Danis direkt hin zum mächtigen Stätzerhorn (2574 m ü. M.). Dahinter spitzen bei guter Fernsicht die Zacken des Rätikons hervor. Im Osten baut sich die wuchtige, dunkle Kette der „Lenzerheidner Riesen“ auf. Das Parpaner Rothorn und das markant spitze Lenzerhorn dominieren hier das Bild, im Südosten liegen die Bergüner Stöcke. Im Süden blickt man Richtung Oberhalbstein und den Piz Curver. Im Westen liegt tief unter uns das Rheintal mit Thusis und gegenüber der Heinzenberg, links im Bild ist der Piz Beverin zu sehen:
Im Nordwesten schaut man auf den schneebedeckten Tödi, den Flimser Stein und den Ringelspitz (rechts im Bild):
Nachdem das Auge sich sattgesehen hat, führt der Weg uns vom Piz Scalottas in südwestlicher Richtung hinab:
In der Bildmitte sind hier die Bergüner Stöcke zu sehen, rechts davon das Oberhalbstein:
Der Blick zurück auf Lenzerheide:
Vor mir liegt in der Bildmitte die Muttner Höhi, links davon das Muttner Horn und rechts der Piz Beverin:
Der erste Teil des Abstiegs ist angenehm zu gehen, im weiteren Wegverlauf wird er zunehmend steiler, bevor er am Fuß des Crap la Pala ausläuft. Der Aufstieg zum Crap la Pala führt über einen steilen Pfad. Oben wird man von einer himmlischen Ruhe und einer wunderbaren Aussicht auf die Bergüner Stöcke und das Lenzerhorn belohnt:
Läuft man auf dem Gipfelplateau Richtung Westen, blickt man hinunter auf Lenzerheide und den Heidsee:
Der Abstieg vom Crap la Pala führt über sanft geschwungene Alpweiden und lichte Lärchenwälder hinunter zur Mittelstation Tgantieni. Die Knie danken es uns sicherlich, als wir uns hier wieder in den Sessellift setzen und die letzte Etappe hinab nach Val Sporz schwebend zurücklegen.
Mein Fazit:
Die Tour vom Piz Scalotta über den Crap la Pala nach Tgantieni ist die absolute Definition einer Genusswanderung mit maximalem Panorama bei minimalem Kraftaufwand. Dank der Sesselbahnen spart man sich die anstrengendsten Höhenmeter und startet direkt im 360-Grad-Gipfelkino auf über 2300 Metern. Der abwechslungsreiche Gratweg zum markanten Felskopf des Crap la Pala bietet herrliche Tiefblicke, während der gemütliche Abstieg durch die idyllischen Alpweiden von Tgantieni die Tour perfekt abrundet. 
Toureninfos:
- Start: Bergstation Piz Scalotta (ca. 2.323 m ü. M.), erreichbar mit der Sesselbahn ab Val Sporz / Lenzerheide
- Ziel: Mittelstation Tgantieni (ca. 1.751 m ü. M.), anschliessend Talfahrt mit der Sesselbahn nach Val Sporz
- Route: Piz Scalotta – Gratweg Südwest – Crap la Pala (2.151 m ü. M.) – Abstieg Ost – Alpweiden – Mittelstation Tgantieni
- Distanz: Ca. 5,5 km
- Dauer: Ca. 2:00 Std. (reine Gehzeit)
- Höhenmeter: Ca. 70 hm im Aufstieg / 640 hm im Abstieg
- Schwierigkeit: Einfach bis mittel (T2). Gut markierte Bergwanderwege auf dem Grat und durch das Alpgelände, die lediglich normale Trittsicherheit erfordern. Extrem familienfreundlich und knieschonend dank Bahnunterstützung.
- Highlights: Die lautlose Fahrt im Sessellift, das gewaltige 360-Grad-Panorama vom Piz Scalotta (mit Blick auf Stätzerhorn, Rothorn und Tödi), die gemütliche Gipfelrast auf dem Crap la Pala und die einladenden Sonnenterrassen der Berghäuser in Tgantieni.
PS: Das Video zur Tour:








