In meinem Tagebuch teile ich Erlebnisse aus meinem Alltag – besonders rund um meine Ernährung mit rohen, naturbelassenen Lebensmitteln und meine Zeit in der Natur. Da meine Einträge im Laufe der Jahre immer persönlicher geworden sind, sind sie – mit Ausnahme der Tourenberichte – nur noch im Abobereich zugänglich. Bei Interesse kann man sich gerne bei mir melden. Viel Freude beim Stöbern und Entdecken!
Zu unserer heutigen Wanderung brachen wir erst recht spät, d.h. nach 14.00 Uhr auf. Zuerst ging es zum Busbahnhof und von dort mit der Linie 1 ins Kleinwalsertal nach Mittelberg. Dort wollten wir eine kurze Rundwanderung durch das Wildental unternehmen:
In Oberstdorf hatte es heute Vormittag etwas geschneit, aber im Ort selbst war der Schnee nicht liegengeblieben. Das Ortszentrum war aufgrund der milden Temperaturen der letzten Tage also weiterhin schnee- und eisfrei. Ganz anders die Orte im Kleinwalsertal: Hier herrschte dickster Winter, an den Straßenrändern türmten sich Schneeberge, auf den Hausdächern lag reichlich Schnee und ein paar Schritte außerhalb der Ortschaften stand man mitten in Wintermärchenwäldern. So wie hier an der Breitach bei Mittelberg:
Der Wanderweg war auch ohne Schneeschuhe gut begehbar, aber nachdem wir die Wies-Alpe erreicht hatten, verließen wir den Rundwanderweg und wanderten mit Schneeschuhen weiter Richtung Flucht-Alpe:
Das Wildental im Winter:
Ein Blick zurück ins Tal vom höchsten Punkt unserer Tour:
Wir wären gerne noch weiter gestapft, aber es war mittlerweile 16.45 Uhr und Zeit, den Rückweg anzutreten:
Um 18.40 Uhr ging es mit dem Bus zurück nach Oberstdorf, um 19.20 Uhr waren wir wieder in unserem Appartement.
Bei unserer Tourenplanung nahmen wir heute die Oberstdorfer Webcams zur Hilfe. Alle auf den umliegenden Gipfeln stationierten Kameras zeigten wolkenlosen Himmel, während die im Tal eine mehr oder weniger geschlossene Wolkendecke zu bieten hatten. So war die Entscheidung für einen Aufstieg mit Hilfe der Nebelhornbahn schnell gefallen. So sah der Blick zum Nebelhorn von der Talstation aus:
Und so sah der Blick von der Station Höfatsblick hinunter ins Tal aus:
Eigentlich wollten wir von der Station Höfatsblick direkt weiter zur Gipfelstation fahren. Aber hier herrschte so viel Andrang, dass wir erst einmal zum Zeigersattel wanderten. Blick vom Zeigersattel zum Hüttenkopf:
Und zu den Höfats:
Anschließend gingen wir einen von Pistenraupen angelegten Weg Richtung Großer Seekopf entlang. Der Weg hörte mitten im Gelände auf. Nur noch einige Skispuren führten nach rechts zum Gipfel des Seekopfs:
Statt nach rechts stapften wir mit Schneeschuhen ausgerüstet nach links den Zeiger hinauf:
Etwa eineinhalb Stunden lang waren wir auf und rund um den Zeiger unterwegs. Eineinhalb Stunden lang, die zwar recht anstrengend, aber auch traumhaft schön waren. Die Wanderung entlang des Grats war allerdings nicht nur traumhaft schön, sondern auch ein wenig unheimlich. Wir stellten nämlich fest, dass es dort, wo eine geschlossene Schneedecke anscheinend sicheren Halt bot, im freien Fall nach unten gegangen wäre, so wie hier:
Unter der zwischen einem halben und einem Meter dicken Schneedecke war nämlich kein fester Grund, sondern nur leerer Raum. Ein Betreten hätte wahrscheinlich zum Abbruch des Überhangs geführt. Wieder auf dem Weg nach unten Richtung Station Höfatsblick:
Um kurz nach 16.00 Uhr fuhren wir dann doch noch hinauf zum Gipfel und genossen das dortige Panorama. Der Blick nach Osten und Süden:
Und nach Westen und Norden:
Um 16.40 Uhr an der Station Höfatsblick, kurz vor der Ankunft der Bahn:
Um 17.15 Uhr waren wir wieder unten im Tal. Danke für diesen wunderschönen Winterausflug!
Als heutiges Ausflugsziel hatten wir uns das Rubihorn ausgeguckt:
Wir starteten um 14.15 Uhr und wie gestern führte unser Weg zuerst durch den Faltenbachtobel hinauf zur Seealpe. Blauer Himmel und Sonnenschein begleiteten uns und der Tobel präsentierte sich von seiner schönsten Seite:
Auf dem Weg von der Seealpe zum Roßbichel aß ich wie gestern Blüten vom Rotklee. Heute kamen einige Margeritenblüten dazu:
Die Blüten eines Kranzenzians bwunderte ich nur:
Zahlreiche Exemplare dieser Art mit zum Teil noch vollständig geschlossenen Knospen säumten den Wegesrand. Sie waren wohl erst vor kurzem aus der Erde gekrochen. Je höher wir stiegen, desto wärmer wurde es und auf der Höhe des Roßbichels zog ich nicht nur Jacke und Pullover aus, sondern trennte auch meine Hosenbeine ab. So ließ es schon viel angenehmer vorwärts schreiten:
Außer Blüten fand und aß ich erstmals reife Berg-Hagebutten. Sie schmeckten nicht ganz so armomatisch wie die „normalen“. Dieser Pilz stand ebenfalls am Wegesrand:
Auf eine Kostprobe verzichtete ich ausnahmsweise. Mein Kosmos-Pilzratgeber verriet mir später, dass es sich bei diesem Exemplar um einen Dickschaligen Kartoffelbovist gehandelt hatte, der als giftig deklariert wurde. Um 17.15 Uhr erreichten wir dann mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages den Gipfel:
Mit dem Verschwinden der Sonne wurde es plötzlich so kalt, dass ich nicht nur Pullover, Jacke und lange Hose, sondern auch Handschuhe und Stirnband anzog. Während wir am An- bzw. Umziehen waren, tauchte über dem Gipfel plötzlich ein Drachenflieger auf und rief uns mit einem Lachen „Da glaubt man sich mal unbeobachtet!“ zu, drehte ab und verschwand in Richtung Tal:
Wie am 26. Juli stiegen wir über den Unteren Gaisalpsee ab:
Hier war die Luft noch klar, das Tal lag hingegen schon unter einer Nebeldecke:
Beim Erreichen der Richter-Alpe um 19.15 Uhr wurde es langsam aber sicher dunkel. Die Stirnlampen blieben trotzdem eingepackt, eine Wanderung über dunkle Pfade hatte unserer Meinung nach ihre eigenen, ganz besonderen Reize!
Unser heutiges Tourenziel ist der Hindelanger Klettersteig. In der 18. Auflage des Alpenvereinsführers „Allgäuer Alpen“ von Dieter Seibert wurde der Hindelanger Klettersteig folgendermaßen beschrieben:
Man erreicht von dort (Anm.: von der Gipfelstation des Nebelhorns) in wenigen Minuten den ersten markanten Felsturm mit Leiter, ein Auftakt, der das Können testet. Teilweise ohne Sicherungen weiter zum Westlichen Wengenkopf, 2235 Meter. Über eine Stufe hinab, dann in relativ freier Kletterei im ständigen Auf und Ab über einen waagerechten Grat mit vielen kleinen Felsköpfen. Nochmals hinab in die tiefste Scharte mit Abstiegsmöglichkeit zum Koblat (Anm.: karstiges Hochplateau unterhalb des Klettersteigs). Leiter über eine steile Felsstufe, dann wieder über kleine, gut gesicherte Felserhebungen zum Östlichen Wengenkopf, 2206 Meter, längerer Abstieg (Leiter), auf recht ausgesetzter Schneide über hohen, steilen Nord-Wänden und über weitere Felsköpfe in die zweite tiefere Scharte (wieder mit Abstieg zum Koblat), „Zwiebelstränge“ nennt man den dritten, nochmals recht langen Gratabschnitt mit zum Teil schmalen, eindrucksvollen Schneiden, mehreren Leitern, ausgesetzten Felsplatten usw.
Diese Zeilen hatte ich mir vor der Tour durchgelesen. Was mich dann wirklich erwarten würde, davon hatte ich aber keinerlei Vorstellungen. Erst am Abend, als ich wieder gemütlich zu Hause am Tisch saß und diese Zeilen schrieb, konnte ich sagen, es war die bisher schönste, abenteuerlichste und emotional berührendste Tour dieses Sommers, ja wenn nicht meines Lebens überhaupt. Es war einfach alles stimmig, angefangen vom Wetter bis hin zu der Tatsache, dass wir fast allein unterwegs waren. Normalerweise war der Hindelanger Klettersteig vor allem bei schönem Wetter sehr gut besucht, so dass es immer wieder vorkommen konnte, dass man an den Schlüsselstellen warten musste.
Dass wir fast allein unterwegs waren, lag vor allem daran, dass wir wie immer erst gegen Mittag aufbrachen. Wem nach dem Begehen des Klettersteigs und der Rückkehr zur Station „Höfatsblick“ der Nebelhornbahn der Abstieg nach Oberstdorf zu viel wurde, der muss nämlich zeitiger los. Die letzte Bahn Richtung Tal fuhr um etwa 17 Uhr. Um diese Uhrzeit waren wir noch mitten im Klettersteig. Anfangs mussten wir uns allerdings schon ins Menschengetümmel stürzen: An der Talstation der Nebelhornbahn war heute um einiges mehr los als gestern. Aber an der Gipfelstation angekommen, waren nur ein paar Schritte in Richtung Klettersteig notwendig und schon herrschte Ruhe ums uns herum. Ein Blick zurück zum Gipfel zeigte uns, welches Gewimmel wir gerade hinter uns gelassen hatten:
Kurz vor dem Einstieg in den Klettersteig ging es ans Anlegen von Helm, Brille, Handschuhen, Klettergurt und Klettersteigset. Hier war ich fertig gerüstet:
Aufgrund der Vielzahl der Bilder, die unterwegs entstanden, gab es heute eine Premiere: Wir vereinten unsere Bilder zu einer Slide-Show, die auf Youtube zu sehen war:
Die Bilder sagten sicherlich mehr als viele Worte. So viel aber noch zur Ergänzung: Einige ungesicherte Stellen hatten es wirklich in sich. Nicht, dass sie besonders schwierig waren, aber ein Fehltritt konnte hier fatale Folgen haben. So gesehen hätte man sich die ganze Ausrüstung auch sparen können. In der Tat kamen uns auf der Strecke zwei Männer, die beiden einzigen, die uns begegneten, ohne besondere Ausrüstung entgegen. Mir gab die Ausrüstung allerdings die notwendige innere Ruhe, die man gerade als Anfänger im Gebirge brauchte, um nicht in Panik zu geraten.
Auf der Strecke bis zum Großen Daumen waren knapp fünf Kilometer, davon etwa 800 Meter mit Drahtseilen gesichert und 110 Meter Eisenleitern zurückzulegen. Deshalb war dieser Steig zwar von der Kletterei her nicht besonders schwierig (UIAA-Skala I bis II), aber konditionell recht anspruchsvoll. Wem es zuviel wurde, der hatte die Möglichkeit, über vier Notausstiege die Tour abzubrechen und ins Koblat abzusteigen.
Ging man die ganze Tour bis zum Großen Daumen, musste man außerdem berücksichtigen, dass der Rückweg durchs Koblat auch nicht ganz ohne war. Hier konnte man sich zwar nicht zu Tode stürzen, aber es empfahl sich trotzdem, konzentriert und aufmerksam unterwegs zu sein. Sonst bekam man von einem der vielen auf dem Weg herumliegenden Steine unversehens ein Bein gestellt. Als wir um 19.15 Uhr den Rückweg antraten, war die Sonne schon hinter dem Grat des Hindelanger Klettersteigs verschwunden und der Koblat lag vollständig im Schatten:
Obwohl wir uns ziemlich sputen mussten, um vor der Dunkelheit am Höfatsblick zu sein, von wo aus der Weg nach unten über Asphalt führte und damit die Gefahr des Stolperns sehr gering war, hätten wir keine Stunde früher hier sein wollen. Denn so kamen wir in den Genuss, die im Osten liegenden Berge, unter ihnen beziehungsweise mitten drin der Hochvogel, in zahlreichen Farbnuancen bewundern zu können, die durch die untergehende Sonne hervorgerufen wurden. Zwei davon verewigte ich:
Um 20.40 Uhr erreichten wir die Station „Höfatsblick“. Der Abstieg nach Oberstdorf verlief in vollkommener Dunkelheit. Die Daten unserer heutigen Tour: Wir waren ab der Gipfelstation des Nebelhorns acht Stunden und 20 Minuten unterwegs und legten in dieser Zeit 19 Kilometer, davon 630 Meter im Aufstieg und 2015 Meter im Abstieg zurück.
Um 13.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Talstation der Nebelhornbahn. Bei dem heißen Wetter wollten wir uns den Aufstieg zum Höfatsblick sparen und uns ausnahmsweise den Luxus einer Bergfahrt gönnen. Um diese Uhrzeit war an der Station kaum etwas los, so dass wir zügig passieren konnten und innerhalb von 15 Minuten die Station Höfatsblick vor Augen hatten:
Von hier aus wollten wir zuerst Richtung Westen über den Großen Gund zum Geißfuß, dann weiter nach Norden übers Gängele hinauf zum Entschenkopf wandern und diesen überschreiten:
Bei der Besteigung des Entschenkopfs musste ich Ende Juni auf Grund mangelnder Kondition noch passen und Guido alleine gehen lassen. Aber heute wollten wir uns gemeinsam ins Gipfelbuch eintragen. Von der Station Höfatsblick aus ging es erst einmal gemächlich den Berg hinunter. Hier lag der Große Gund vor uns:
An der Wegkreuzung von Gängele und Gais-Alpe:
Blick vom Gängele auf den Oberen und Unteren Gaisalpsee:
Die Südflanke des Entschenkopfs, an der eine Kletterpassage der Schwierigkeitsstufe I zu überwinden war:
Die Belohnung für die Mühe: Richtung Süden ein herrlicher Blick aufs Nebelhorn und den anschließenden Hindelanger Klettersteig, Richtung Norden eine nicht weniger beeindruckende Aussicht auf die Rotspitze und hinunter ins Rettenschwangertal:
Danach ging es knapp eine Stunde auf einem schmalen, aber meist gut begehbaren Grat weiter Richtung Gipfel. Nur ab und an waren kurze Kletterpassagen zu überwinden. Beim Verewigen unserer Namen im Gipfelbuch:
Nach einer längeren Rast ging es an den Abstieg. Er führte zu Beginn über sehr steile Geröllpassagen:
Dies war wohl die schwierigste Stelle der Tour, an der die Hände wieder einmal mit anpacken mussten:
In der Nähe der Falken-Alpe hatten wir sämtliche schwierigen Passagen hinter uns und konnten den Rest der Strecke auf breiten Waldwegen und über Wiesengelände zurücklegen:
Während wir uns langsam aber sicher dem Tal näherten, versank die Sonne hinter den Bergen: