Unsere heutige Wanderung verbindet hochalpines Flair, faszinierende Tiefblicke und sanftes Auslaufen im Grünen perfekt miteinander: Wir wandern vom Weissfluhjoch über den Strelapass und das Schiahorn zur Schatzalp. Es ist eine Tour voller Kontraste, die auf den felsigen Höhen des Parsenngebiets beginnt und im geschichtsträchtigen Zauberberg-Ambiente der Schatzalp endet.
Schon der Auftakt ist spektakulär: Mit der Parsennbahn geht es von Davos Dorf hinauf zur Station Weissfluhjoch (2662 Meter). Oben angekommen, wähnt man sich in einer anderen Welt: Die karge, steinige Kulisse erinnert an eine Mondlandschaft und die Luft riecht hier oben auch an heißen Hochsommertagen wunderbar frisch und rein. Verlässt man die Station Richtung Süden, fällt der Blick auf die Gleise der Bahn und das Dischmatal:
Der Weg führt um die Station herum, bis man auf die Weissfluh blickt:
Anschließend geht es durch eine Mondlandschaft Richtung Haupter Tälli weiter:
Ein Blick zurück:
Und dann liegt er endlich vor uns, der eigentliche Felsenweg:
Der Name hält, was er verspricht. Der Pfad schmiegt sich elegant an die steilen, schroffen Felshänge des Hauptertällis und der Schiahorn-Ostflanke. Der Weg ist phänomenal in den Fels gehauen, stellenweise geht es auf der einen Seite steil hinauf und auf der anderen tief hinab:
Dank der hervorragenden Absicherung und der angenehmen Breite des Weges wandert es sich hier trotz des ausgesetzten Charakters absolut genussvoll und sicher:
Der Blick hinunter über das Sapünertal nach Langwies, das zur Gemeinde Arosa gehört:
Ein Blick zurück auf den Gipfel der Weissfluh:
Schließlich öffnet sich das Gelände und der Blick fällt auf das Bergrestaurant des Strelapasses:
Vom Strelapass selbst hat man einen wunderbaren Blick über das Sapünertal, das sich sanft in Richtung Schanfigg und Arosa hinzieht. Da die Passhöhe heute von Gruppe Jugendlicher besetzt wird, verzichten wir auf den Ausblick und genießen stattdessen den Blick über die grünen Wiesen unterhalb:
Vom Strelapass aus wartet die sportliche Herausforderung des Tages auf uns, der Aufstieg zum Gross Schiahorn (2709 Meter). Die ersten Meter verläuft der Weg noch recht flach:
Doch dann wird der Weg merklich steiler und führt in zahlreichen, engen Serpentinen knackig und steil den grasig-felsigen Südhang hinauf:
Ein Blick in die Tiefe:
Am breiten Gipfelplateau angekommen, wird man für die Mühen fürstlich belohnt. Das Panorama am Gipfelkreuz des Schiahorns ist schlichtweg überwältigend: Im Norden grüssen die Zacken des Rätikons, im Osten die Silvretta und im Süden liegt einem ganz Davos zu Füssen. Man fühlt sich wie auf einem Logenplatz direkt über der Alpenstadt:
Der Blick hinüber zum Gipfel der Weissfluh:
Der Blick Richtung Südwesten auf Gipfel der Strelakette:
Im Norden ist der Ausgangspunkt der Wanderung, die Station „Höhenweg“ zu sehen, ganz links im Bild, der Beginn des Abstiegs Richtung Haupter Tälli:
Nach einer ausgiebigen Gipfelrast geht es auf demselben Steig konzentriert und mit Blick auf Sertig- und Dischmatal wieder hinab zum Strelapass:
Zurück an der „Schlüsselstelle“:
Wieder in flacherem Gelände:
Zurück am Strelapass geht es über den Wanderweg Richtung Schatzalp weiter. Dabei fällt unser Blick immer wieder auf den Schiawang-Wanderweg, der entlang der Südostflanke des Schiahorns führt:
Dieser steile, sonnenexponierte Hang ist in der Region besonders markant, da er mit weitläufigen Lawinenverbauungen gesichert ist und als beliebter Aufenthaltsort für Steinböcke gilt:
Im weiteren Wegverlauf taucht im Tal der Davoser See auf:
Der Abstieg zur Schatzalp, je weiter wir absteigen, desto üppiger wird die Vegetation:
Schliesslich erreichen wir das berühmte Jugendstil-Hotel Schatzalp (1861 Meter) und legen die letzten Höhenmeter nach Davos Platz mit der Schatzalpbahn zurück.
Mein Fazit:
Die Wanderung vom Weissfluhjoch über das Schiahorn zur Schatzalp ist eine absolute Traumtour, die mit grandiosen Gegensätzen punktet. Der Einstieg über den spektakulär in den Fels gehauenen Felsenweg bietet Nervenkitzel pur bei maximaler Sicherheit, während der anschliessende Gipfelsturm auf das Gross Schiahorn die Oberschenkel fordert, aber mit einem phänomenalen Logenblick direkt über Davos belohnt. Die Tour kann man entweder an der Schatzalp beenden oder aber weiter über den Thomas-Mann-Weg nach Davos laufen. Es ist eine abwechslungsreiche und hochalpine Genusstour, die man so schnell nicht vergisst! 
Toureninfos:
- Start: Station Weissfluhjoch der Parsennbahn (ca. 2.662 m ü. M.)
- Ziel: Schatzalp (ca. 1.861 m ü. M.), anschliessend Talfahrt mit der Standseilbahn nach Davos Platz
- Route: Weissfluhjoch – Felsenweg – Strelapass (2.347 m ü. M.) – Gross Schiahorn (2.709 m ü. M.) – Strelapass – Schatzalp
- Distanz: Ca. 9 km
- Höhenmeter: Ca. 400 hm im Aufstieg / 1.200 hm im Abstieg
- Schwierigkeit: Mittel (T2 bis T3). Der Felsenweg ist gut ausgebaut und gesichert, erfordert aber Schwindelfreiheit. Der Aufstieg zum Gross Schiahorn verläuft in steilen Serpentinen und verlangt eine gute Kondition sowie Trittsicherheit.
- Highlights: Die Mondlandschaft am Weissfluhjoch, der spektakulär ausgesetzte Felsenweg, der Tiefblick ins wilde Sapünertal vom Strelapass, die 360-Grad-Gipfelschau auf dem Gross Schiahorn und das nostalgische Flair sowie der Alpengarten auf der Schatzalp.









































