Unsere heutige Tour beginnt an der Bergstation Jatzmeder auf 2053 Höhenmetern. Jatzmeder erreichen wir bequem mit der Rinerhornbahn. Von hier aus folgen wir den Wegweisern Richtung Hubel:
Ein Blick zurück auf die Bergstation der Bahn und das Bergrestaurant Jatzmeder:
Zunächst führt der Wanderweg sanft ansteigend über die saftigen, von Alpenrosen und gelbem Enzian gesäumten Hänge hinauf Richtung Hubel:
Der Blick Richtung Davos, in der Bildmitte liegt die Schatzalp, im Hintergrund ist die Weissfluh zu sehen:
Hier taucht der Hubel hinter mir auf:
Diesen lassen wir allerdings links liegen und biegen vorher auf den steilen Wanderweg hinauf zum Rinerhorn ab:
Blick zurück auf den Hubel:
Im Tal taucht Davos auf:
In gleichmässigen Kehren windet sich der gut markierte Steig durch zunehmend felsdurchsetztes Gelände empor, bis auf 2528 Höhenmetern das markante Gipfelkreuz des Rinerhorns vor uns auftaucht:
Der Gipfelblick über Landwasser- und Albulatal, links im Bild sind die Gipfel der Bergüner Stöcke zu sehen, rechts davon der Piz Cuvér und am rechten Bildrand Gipfel der Strela-Kette:
Vom Rinerhorn folgt nun das absolute Filetstück der Tour, der Weiterweg entlang des Grats hinüber zum Marchhüreli. Auf dieser Passage fühlt man sich dem Himmel ein Stück näher.
Links und rechts fallen die Flanken ab, während sich vor uns ein geschwungener, grasbewachsener Rücken ausbreitet:
Der Blick vom Grat hinunter ins Sertigtal und zu den Gipfel von Jakobs- und Jatzhorn:
Auf dem Weg zum Marchhüreli:
Vor dem Marchhüreli verlassen wir den offiziellen Wanderweg und steigen zum 2577 Meter hohen Gipfel auf. Viel Platz zum Verweilen ist hier oben nicht, daher geht es auf der anderen Seite gleich wieder bergab:
Das hinter uns liegende Marchüreli sieht von dieser Seite sehr beeindruckend aus:
Wir wandern ein Stück über den zum Leidbachhorn führenden Grat weiter und tauchen dabei in eine wilde, alpine Landschaft ein:
Wunderschön ist es hier und noch ist der Grat leicht zu begehen. Das ändert sich allerdings im weiteren Verlauf und da wir heute nicht vorhaben, das Leidbachhorn zu erklimmen, beginnen wir auf einer Höhe von 2607 Metern mit dem Abstieg über Steilgras Richtung Nülli:
An einigen Stellen müssen wir die Fünfpunkt-Technik anwenden, das heißt, wir sichern uns mit Händen, Füßen und Po, um nicht ins Rutschen zu kommen! Schließlich erreichen wir das angrenzende Blockschuttgelände:
Alpine Einsamkeit pur umgibt uns, während wir uns geschickt eine Route hinab in Richtung des Rieber Augschtbärgs bahnen. Es ist ein rauer Kontakt mit der Bergwelt, der höchste Konzentration erfordert, aber unglaublich viel Spass macht! Und Schneekontakt gibt es gratis oben drauf:
Schließlich erreichen wir die Nüllibar, eine kleine, gemütliche Après-Ski- und Sonnenbar im Skigebiet Rinerhorn:
Hier treffen wir erneut auf den offiziellen Wanderweg, der uns in einem weiten Bogen zurück nach Jatzmeder führt:
Blick auf den Geissweidengrat:
Der Weg leitet uns sanft absteigend über die idyllischen, grünen Hänge des Rieber Augschtbärgs. Hier empfängt uns das gleichmässige, beruhigende Läuten der Kuhglocken, wir sind zurück in der alpinen Kulturlandschaft:
Nach insgesamt knapp acht abwechslungsreichen Kilometern und knapp drei Stunden reiner Gehzeit schliesst sich die Runde an der Bergstation Jatzmeder. Die Tour in der Übersicht:

Mein Fazit:
Die Rundwanderung vom Rinerhorn über das Marchhüreli ist ein absoluter Traum für alle, die das alpine Abenteuer suchen. Während der erste Teil bis zum Marchhüreli eine genussvolle und landschaftlich grandiose Gratwanderung auf gut ausgetretenen Pfaden bietet, verwandelt sich der weglose Abstieg über den Rieber Augschtbärg in ein echtes, wildes Abenteuer. Das Balancieren über Altschneefelder und das Absteigen durch steiles Geröll und Schrofengelände fordern volle Konzentration, belohnen aber mit alpiner Einsamkeit und einer gehörigen Portion Adrenalin. Eine extrem vielseitige Tour, die die perfekte Brücke zwischen Genuss und Alpinismus schlägt! 
Toureninfos:
- Start / Ziel: Bergstation Rinerhorn, Jatzmeder (ca. 2.053 m ü. M.)
- Route: Jatzmeder – Hubel – Rinerhorn (2.528 m) – Gratweg – Marchhüreli (2.577 m) – wegloser Abstieg (Südwesten) – Altschneefelder / Geröll – Rieber Augschtbärg – Leidbachmeder – Rieberalpwald – Jatzmeder
- Distanz: Ca. 7,9 km (Rundtour)
- Dauer: Ca. 3 Std. (reine Gehzeit)
- Höhenmeter: Ca. 584 hm im Aufstieg / 584 hm im Abstieg
- Schwierigkeit: Bis Marchhüreli moderat (T2), der weglose Abstieg über den Rieber Augschtbärg erfordert Alpin-Erfahrung (T4), absolute Trittsicherheit im Steilgras/Schutt und guten Orientierungssinn. Nur bei gutem Wetter zu empfehlen!
- Highlights: Das grandiose Panorama vom Rinerhorn-Gipfelkreuz, das befreiende Gefühl beim Wandern auf dem sanften Grasgrat zum Marchhüreli, knackige Altschneefelder im Frühsommer und die urwüchsige Einsamkeit im weglosen Gelände.






























