Nach einem frühen Mittagessen geht es für Guido und mich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln los Richtung Obermutten. Der idyllische Ortsteil der Gemeinde Thusis liegt auf 1864 Metern Seehöhe am Nordabhang des Muttner Horns, genau auf dem Sattel zwischen Hinterrhein und Albula. Bereits im Juni 2023 waren wir per Mountainbike auf der Muttner Höhi, doch heute steht eine andere Herausforderung an: die Besteigung des Muttner Horns, die Überschreitung des Grats und der Abstieg über die Alp Stierva bis ins beschauliche Stierva.
Als wir in Obermutten ankommen, weht uns direkt ein frischer Wind um die Nase, begleitet von leichtem Nieselregen. Für den anstehenden Aufstieg ist das jedoch das perfekte Wanderwetter, so kommen wir gar nicht erst ins Schwitzen! Der Weg schraubt sich über satte Bergwiesen und vorbei an friedlich grasenden Kühen rasch nach oben. Der Blick hinunter ins Rheintal während des Aufstiegs:
Ankunft am Muttner Horn:
Der Tiefblick auf die steil abfallenden Grasflanken und die im Tal verstreuten Siedlungen vermitteln das Gefühl, mitten im Herz Graubündens zu stehen.
Der Blick ins Rheintal:
Hier liegt die Region von Vaz-Obervaz zu unseren Füßen:
Der eigentliche Höhepunkt der Wanderung folgt sogleich: der Weiterweg entlang des Gratrückens. Die Wolkendecke lockert immer wieder auf und gibt den Blick frei auf ein gewaltiges Täler-Verbundsystem. Wir können uns gar nicht sattsehen an den weiten Ausblicken ins Domleschg, ins Schamsertal, ins Rheintal und weit hinein ins Albulatal. Hier blicken wir zurück auf Obermutten:
Der Blick ins Albulatal:
Das Albulatal und Piz Mitgel:
Eine hölzerne Aussichtsbank direkt am schroffen Gratsporn lädt dazu ein, die Beine baumeln zu lassen und das wechselhafte Spiel von Licht und Schatten über den gegenüberliegenden Bergketten zu beobachten. Das Gefühl der Freiheit hier oben auf über 2400 Metern ist einfach unbeschreiblich: 
Nach der ausgiebigen Gratpassage wendet sich der Pfad nach Osten und führt uns hinab in sanfteres Alpgelände. Vorbei an alten Holzstadeln und den weiten Weideflächen der Alp da Stierva geht es stetig bergab. Noch einmal der Piz Mitgel:
Ein Blick zurück auf den Grat:
Die Kulisse ändert sich von hochalpin zu herrschaftlich-grün. Hier liegt rechts im Bild der Piz Toissa:
Hütten bei Schlers da Surcouel:
Noch einmal der Piz Toissa:
Die Hütten der Alp Narglesa:
Die Schlussetappe, ein pittoresker Wegabschnitt, der durch lichte Lärchenwälder hinunter nach Stierva führt:
Der Blick hinunter nach Tiefencastel und hinein ins Albulatal:
Hier kommt am unteren Bildrand Stierva ins Blickfeld, links im Bild liegt Lenz und darüber thronen Lenzer Horn und Piz Linard:
Ankunft in Stierva:
Die engen Gassen des Dorfes mit der markanten, weißen Kirche und dem freistehenden Glockenturm bilden den perfekten Schlusspunkt einer rund vierstündigen, absolut erlebnisreichen Tour. Von hier aus treten wir entspannt und reich an Eindrücken per ÖV den Heimweg an.
Mein Fazit:
Eine fantastische, abwechslungsreiche Panoramatour, die trotz anfänglichem Nieselregen und frischem Wind absolut begeisterte! Der Aufstieg von Obermutten war angenehm kühl, während die Gipfelschau auf dem Muttner Horn und die anschliessende Gratpassage schlicht überwältigten. Die Blicke hinab in das Domleschg, das Schamsertal, das Rheintal und das Albulatal waren gewaltig. Der sanfte Abstieg über die Alp da Stierva mit Blick auf die schroffen Kalkwände und das Ziel im malerischen Dörfchen Stierva rundeten diese rund vierstündige Überschreitung perfekt ab. Ein echter Bündner Geheimtipp! 
Toureninfos:
- Start: Obermutten (1.864 m ü. M.), erreichbar mit Postauto / ÖV ab Thusis
- Ziel: Stierva (1.374 m ü. M.), Rückfahrt mit dem Postauto / ÖV
- Route: Obermutten – Muttner Horn (2.401 m ü. M.) – Gratverlauf / Samest – Alp da Stierva – Narglesa – Stierva
- Distanz: Ca. 11,7 km
- Dauer: Ca. 4:35 Std. (reine Gehzeit, insgesamt rund 4 Stunden zügig unterwegs)
- Höhenmeter: Ca. 625 hm im Aufstieg / 1.138 hm im Abstieg
- Schwierigkeit: Mittel (T2 bis T3). Gut markierte Bergwanderwege. Die Gratpassage verlangt normale Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, ist aber angenehm zu begehen.
- Highlights: Das malerische Holzhausdorf Obermutten, der Tiefblick am Muttner Horn, die Gratwanderung mit Vier-Täler-Blick (Domleschg, Schams, Rheintal, Albulatal) sowie die friedliche Atmosphäre rund um die Alp da Stierva und im Dorf Stierva.




















