Krokusblüte auf dem Hündle

geschrieben von Susanne am 14. April 2016 um 23.33 Uhr
Kategorie: Bayern, Ernährung, Wildpflanzen
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Die erste Mahlzeit fand zwischen 9.54 und 10.31 Uhr statt und bestand ausnahmsweise nicht aus Früchten, sondern aus einer Kokosnuss „Buko“, 303 Gramm Wasser und 164 Gramm Fleisch. Gegen 12.00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Oberstaufen und schauten dort eine weitere Wohnung von außen an. Anschließend fuhren wir zur Talstation der Hündlebahn. Die Hündlebahn lag auf dem Weg zwischen Oberstdorf und Oberstaufen. In den vergangenen Tagen hatten wir uns gewundert, warum dort zurzeit so viel Betrieb herrschte. Immerhin hatten wir Nebensaison. Des Rätsels Lösung: Um die auf dem Hündle liegende Hochsiedel-Alpe blühten die Krokusse und zwar nicht nur ein paar, sondern zahlreiche. Dicht an dicht standen sie auf einer Fläche von etwa 20 Hektar. Ob diese Angabe, die von einer dort aufgestellten Tafeln stammte, stimmte, konnte ich allerdings nicht nachmessen! Heute war allerdings kaum etwas los, da Regen angesagt war. Aber wir hatten GLück, kaum hatten wir das Auto verlassen, klarte der Himmel auf. Die Hündlebahn ließen wir übrigens links liegen, wir marschierten lieber zu Fuß hinauf. Ein Blick zurück auf die Talstation während des Aufstiegs:

Huendlebahn_Talstation_3

Bevor es zur Hochsiedel-Alpe ging, erklommen wir den 1111 Meter hohen Gipfel des Hündles. Hier stand ich kurz unterhalb des Gipfelkreuzes, hinter mir war der Hochgrat, der Hausberg von Steibis, zu sehen:

Huendle_Gipfel

Blick vom Hündle hinunter ins Konstanzer Tal und auf den Großen Alpsee:

Huendle_Blick_zum_Alpsee

Und dann lagen die Hochsiedel-Alpe und die Krokusse vor uns:

Hochsiedel_Alpe_Krokusbluete

Hochsiedel_Alpe_Krokusbluete_2

Krokusse_weiss_lila

Auch wenn die Blüten nicht ganz geöffnet waren, der riesige Blütenteppich war herrlich anzusehen. Anschließend wanderten wir rund um den Hündlekopf:

Wanderweg_Huendlekopf_Karte

Zwischenstationen waren die Moos-Alpe, die Ochsenschwand-Alpe, die Tura-Alpe und Seppl’s Gartenwirtschaft. Außerdem machten wir einen Abstecher zu den Buchenegger Wasserfällen. Sie lagen im Naturwaldreservat Achrain. Der Blick von oben auf die Fälle:

Brunegger_Wasserfaelle_1

Hier standen wir am Fuße des unteren Falls:

Brunegger_Wasserfaelle_2

Immer wieder am Rande des Weges zu bewundern, das typische Gestein dieser Gegend:

Nagelfluh_3

Es ist ein Sedimentgestein, auch Konglomerat genannt, das aus 50% gerundetem Flussschotter besteht, der sich mit Mergel, Sand und gelöstem Kalk zu einem festen Gestein verbunden hat. Die im nördlichen Alpenvorland vorkommenden Konglomerate werden als Nagelfluh bezeichnet. Mich erinnerten sie an den Waschbeton! Bei Wikipedia las ich nachher, dass das Gestein scherzhaft auch als „Herrgottsbeton“ bezeichnet wurde. Wir waren auf unserer vierstündigen Wanderung wieder einmal fast allein unterwegs und konnten die Schönheit der Natur ungestört genießen. Ich griff außerdem immer wieder bei den zahlreich am Wegesrand wachsenden Wildkräutern zu. Gleich zu Beginn unserer Wanderung beim Ackerschachtelhalm:

Ackerschachtelhalm_1

So viel wie heute hatte ich noch nie von dieser Pflanze gegessen! Außerdem gab es Blätter von Löwenzahn und Sauerampfer, Triebspitzen von Wiesen-Labkraut, Taubnesseln, Brennnesseln und Knoblauchsrauke sowie Blüten von Schlüsselblume und Huflattich. Zum ersten Mal in diesem Jahr mit dabei, junge Blätter vom Weißdorn:

Weissdorn_Triebe

Gundermann und rote Lichtnelke probierte ich, beides war aber heute nichts für mich:

Gundermann

Lichtnelke_rote

Der blaue Frühlingsenzian war nur zum Anschauen:

Fruehlingsenzian

Um 18.30 Uhr waren wir wieder zu Hause. 51 Gramm gekeimte Braunhirse bildeten den ersten Gang der Abendmahlzeit, die von 18.48 bis 21.05 Uhr stattfand:

Braunhirse_gekeimt

Es folgten 117 Gramm einer Karotte, 182 Gramm frische Erdnüsse und 523 Gramm fettes Fleisch einschließlich einer Niere vom Kamerunschaf. Dann endlich war mein Hunger gestillt. Den Rest des Abends verbrachte ich mit dem Schauen von Dokumentationen über die Bergwelt und diesem Video über Oberstaufen:

Wie man diesem Video entnehmen konnte, war Oberstaufen der einzige, anerkannte Schrothkurort der Bundesrepublik. Gott sei Dank, konnte man da nur sagen! Wie wäre es, wenn Oberstaufen stattdessen zum ersten, anerkannten Rohkost-Kurort der Bundesrepublik werden würde?

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Elfenkind
5 Jahre zuvor

Wie wäre es, wenn Oberstaufen stattdessen zum ersten, anerkannten Rohkost-Kurort der Bundesrepublik werden würde?
Oh ja! :smile:

Diese Seite wurde zuletzt am 1. März 2018 um 18.39 Uhr GMT geändert.