|
Geißhorn und Mindelheimer-HütteDie erste Mahlzeit fand um 11 Uhr statt und bestand aus 310 Gramm hellen Trauben, 430 Gramm Zwetschgen und 480 Gramm Aprikosen. Um 13.30 Uhr ging es dann mit den Fahrrädern bis in die hinterste Ecke des Rappenalptals. Endstation war die Speicherhütte: Den letzten Kilometer zur Hütte hinauf schob ich wieder einmal fleißig: Allerdings hatten meine Sitzbeinhöcker nach immerhin 19 Kilometern im Sattel ohnehin schon Protest angemeldet, so dass ich das Schieben als sehr wohltuend empfand. Um 15.30 Uhr ging es von der Speicherhütte zu Fuß Richtung Westen hinauf zur Trifthütte. Ein Blick zurück ins Rappenalptal: Der nächste Wegpunkt war die Koblathütte, auf deren Wiesen drei Esel weideten. Regula Meyer schrieb in ihrem Buch „Tierisch gut“ über den Esel:
Ich war zwar der Meinung, dass ich zurzeit meinen Weg wirklich unerschütterlich und würdevoll ging, gegen Angriffe setzte ich mich aber nur ungern zur Wehr. Ich werde mir die Botschaft daher zu Herzen nehmen und das nächste Mal, wenn mich jemand vom Weg abbringen will, heftig um mich treten. Von der Koblathütte ging es weiter Richtung Geißhorn: Um 16.30 Uhr waren wir auf dem Gipfel des Geißhorns angelangt. Nach einer halbstündigen Rast machten wir uns an den Abstieg zurück zum Geißhornjoch. Von dort ging es weiter über den Schwabengrat zur Mindelheimer-Hütte, die wir um kurz vor 18 Uhr erreichten: In Gesellschaft anderer Bergliebhaber deckten wir unseren Flüssigkeitsbedarf und setzten uns dann etwas abseits vom Trubel ins Gras. Dort aß ich in aller Ruhe zwei Avocados von etwa 300 Gramm, bevor es um 19 Uhr zurück zur Speicherhütte ging. Blüten verschiedener Glockenblumen, Brennnesselspitzen und Samenstände des Breitwegerichs ergänzten während des Abstiegs die Mahlzeit. Auf unserem Weg nach unten wurden wir von einem Murmeltier beobachtet, dass laut pfeifend alle Artgenossen in Kenntnis setzte. Ein Jungtier kreuzte auf der Suche nach Essbarem etwas später unseren Weg. Die Botschaft, die hinter einer Begegnung mit Murmeltieren stand, berührte mich noch mehr als die der Esel:
Auf der Fahrt von der Speicherhütte zurück nach Oberstdorf hielten wir immer wieder an und betrachteten die im Licht der Abendsonne leuchtenden Berge um uns herum: Die Tour ließ wieder einmal keinerlei Wünsche hinsichtlich intensiver Naturerlebnisse offen. Ich fühlte mich noch nie so heimisch, so sicher und geborgen, aber auch so fasziniert und überwältigt von der Schönheit und Kraft der Natur wie hier in den Bergen. Das Abendessen begann um 21.30 Uhr, dauerte vierzig Minuten und bestand aus 340 Gramm Fleisch und 160 Gramm Leber vom Hirsch. Diese Seite wurde zuletzt am 17. November 2019 um 21.22 Uhr GMT geändert. |
Hallo Susanne,
super!! das Du immer wieder einen Link auch in die Vergangenheit setzt.
Das ist für mich auch immer eine Reise, in meine eigene Vergangenheit. Ich überlege auch immer viele Sachen.
Gruss pato