Archiv für die Kategorie ‘Wandern in der Schweiz/Liechtenstein’

geschrieben von Susanne am 27. August 2017 um 23.02 Uhr
Kategorie: Barfußgehen, Ernährung, Omnivore Rohkost, Wandern in der Schweiz/Liechtenstein
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Heute waren wir zusammen mit sieben weiteren DAV-Mitgliedern auf dem 2310 Meter hohen Gauschla, einem Gipfel der Alviergruppe im Schweizer Kanton St. Gallen. Der Startpunkt war an einem gebührenpflichtigen Parkplatz mit dem Namen „Scheidweg“ oberhalb des Dorfes Oberschan:

So ziemlich genau um 8.00 Uhr ging es los, zuerst mäßig steil über den Vormsweg, dann über eine steile, mit Drahtseilen gesicherte Rinne die Flidachöpf hinauf bis zu den Weidehängen von Pania. Unser Tourenziel, der Gauschla:

Während eines kurzen Halts kamen wir hier aufs Barfußlaufen zu sprechen. Der Tourenleiter war selbst ein begeisterter Barfußläufer, so dass er nichts dagegen hatte, dass ich meine Schuhe auszog und barfuß weiterlief:

Kurze Rast:

Ein Blick auf den Alvier, einen Nachbargipfel des Gauschlas, am Horizont ist der Alpstein mit dem Säntis zu erkennen:

Der Gipfelanstieg:

Um 10.45 Uhr hatte ich es geschafft, ich stand barfuß auf einem Zweitausender, meinem ersten Barfußzweitausender: :froehlich:

Das Panorama war wieder einmal beeindruckend, auch wenn über vielen Gipfeln dunkle Wolken hingen. Richtung Westen, zum Walensee, sah es noch relativ hell aus:

Der Blick Richtung Süden zum Ringelspitz:

Der Blick nach Osten zum Panüelerkopf und zur Schesaplana:

Noch einmal die Gipfelregion:

Für den Abstieg zog ich die Schuhe wieder an. Erfahrungsgemäß lief es sich steil bergab mit nackten Füßen nämlich nicht besonders gut, es sei denn, man lässt sich sehr viel Zeit dabei. Aber dann wäre ich nicht mehr hinter den anderen hergekommen! Noch in der Gipfelregion, der Blick aufs Rheintal, den Bodensee und den Hohen Kasten:

Beim Überqueren eines Geröllhangs zwischen Gauschla und Alvier:

Es folgte ein kurzer Gegenanstieg hinauf zum Chemmi, einer Rinne zwischen Gauschla und Alvier:

Die Holztreppe am Chemmi:

Anschließend ging es in Serpentinen steil hinunter zur Berghütte Palfries. Dort herrschte reger Betrieb, aber wir fanden dann doch noch ein kleines Eckchen, wo wir uns zu einer kurzen Einkehr niederlassen konnten. Der Weg von der Berghütte zurück zu unserem Parkplatz führte anfangs durch dichtes Erlenbuschwerk. Hier thronte der Girenspitz, ein Nachbargipfel des Gauschlas, über uns:

Um 15.20 Uhr waren wir wieder am Parkplatz und um 17.30 Uhr zurück in Oberstaufen. Unsere Tour in der Übersicht:

Dieses Mal konnte ich die Tour nicht auf outdooractive.com eingeben, da sie über weite Strecken weglos verlief. Guidos GPS-Gerät zeigte folgende Daten an: Streckenlänge 12 Kilometer, Höhenmeter 1200, Dauer insgesamt 7 Stunden und 20 Minuten, Gehzeit 4 Stunden und 15 Minuten. Eine genaue Tourenbeschreibung von Guido findet man auf berg.fit: Gauschla (2310m).

Während der Tour bekamen wir immer wieder ein paar Regentropfen ab, gegen Ende regnete es sogar ziemlich heftig. Das änderte aber nichts am Wohlfühlfaktor, im Gegenteil: Lieber ein paar Regentropfen als brütende Hitze! Die Landschaft war auf jeden Fall wieder einmal traumhaft und wie so oft hatte ich das Gefühl, dies wäre eine der schönsten Touren, die ich je gegangen bin. Danke für dieses Erlebnis! So sahen meine Mahlzeiten aus:

  • 5.30 Uhr: 320 Gramm: Pfirsiche, 300 Gramm Zuckeraprikosen
  • etwa 10.00 bis 11.00 Uhr: einige Blaubeeren und Preiselbeeren
  • etwa 15.00 bis 16.00 Uhr: einige Preiselbeeren und Himbeeren
  • 17.50 bis 18.30 Uhr: 170 Gramm Kohlrabi, 360 Gramm Querrippe vom Rind (mehr Fleisch als Fett)
  • 21.45 bis 22.50 Uhr: 390 Gramm Eisbergsalat, 420 Gramm Avocados „Fuerte“, 90 Gramm gekeimter Sesam

Statt des trockenen Sesams gab es wieder einmal gekeimten, der hervorragend schmeckte. Vielleicht ziehe ich ja demnächst doch eher den gekeimten vor, wer weiß.

PS: Am Abend hatte ich über den Facebook Messenger einen netten Austausch mit einer veganen Rohköstlerin, die anscheinend seit 14 Jahren gut mit der veganen Rohkost zurechtkommt. Mittlerweile kann ich das sogar akzeptieren. Am Anfang meiner Umstellung von veganer auf omnivore Rohkost fiel mir das deutlich schwerer, nach dem Motto, was bei mir nicht gut gegangen ist, kann auch bei keinem anderen gut gehen. Ach ja, außer der Liebe zur Rohkost teilten wir auch die Liebe zu den Bergen! :herz:

geschrieben von Susanne am 3. August 2017 um 23.00 Uhr
Kategorie: Ernährung, Vegane Rohkost, Wandern in der Schweiz/Liechtenstein
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Ursprünglich hatten wir vor, heute die Heimreise anzutreten. Aber weder Guido noch ich waren wirklich bereit, diese wunderschöne Gegend schon zu verlassen, so dass wir gestern Abend entschieden hatten, unseren Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. Eine längere, anstrengende Tour wollten wir allerdings nicht mehr unternehmen. Uns war mehr nach Ausruhen und Genießen zumute. Das haben wir dann auch gemacht: Den Vormittag haben wir in aller Ruhe in der Ferienwohnung verbracht und am frühen Nachmittag sind wir dann noch einmal zu einer Tour gestartet, allerdings zu einer reinen Genusstour ohne größeren Anstregungen: Mit dem Postbus ging es nach Lenzerheide und von dort aus mit zwei Sesselbahnen zum Gipfel des 2323 Meter hohen Piz Scalottas. Auf dem Gipfelplateau:

Die Aussicht von hier oben war wieder einmal grandios und dank zweier Panoramatafeln konnte ich auch einen Teil der Gipfel, die zu sehen waren, bestimmen. Der Blick zum 2998 Meter hohen Piz Beverin:

Hier waren links Lenzer Horn und Piz Linard sowie in der Bildmitte das Dreigestirn Piz Mitgel, Tinzenhorn und Piz Ela zu sehen:

Alle Gipfel, die wir von Lenz aus bestiegen hatten, auf einen Blick:

Der 2497 Meter hohe Piz Danis, ein Nachbargipfel, unser nächstes Etappenziel:

Zum Piz Danis führte ein bequemer und gut ausgeschilderter Wanderweg:

Einzig und allein der Gipfelaufschwung war etwas anstrengender:

Ne, das war nur eine kleine Kletterübung, der richtige Weg führte um den Felsen herum! Der Gipfel:

Weiter ging es Richtung Stätzer Horn, auch Piz Raschil genannt, das 2575 Neter hoch war:

Der Gipfel des Stätzer Horns:

Von hier aus war die Aussicht auf die umliegende Bergwelt fast noch beeindruckender als vom Piz Scalottas aus:

Ein perfekter Ausgangspunkt, um ein herzliches Dankeschön ans Universum für die wundervollen Tage in Lenz zu schicken. :herz: Der Abstieg führte über ein Feld aus Geröll und großen Felsbrocken:

Dank der Markierungen war es aber einfach, den Weg durch das Gewirr zu finden:

Und Spaß hat die Kraxelei über die Felsen sowieso gemacht! Der Blick auf das Aroser Weisshorn während des Abstiegs:

Vor den Toren Valbellas, ein Nachbarort von Lenzerheide:

Von dort aus ging es mit dem Postbus nach Lenzerheide und nach einer halbstündigen Wartezeit weiter nach Lenz. Wir waren übrigens gerade rechtzeitig an der Haltestelle, um einen Bus nach Lenzerheide zu erwischen. Hätten wir den verpasst, hätten wir auch den letzten Bus nach Lenz verpasst und hätten zu Fuß nach Lenz laufen müssen. Das wären immerhin noch knapp 8 Kilometer gewesen und aus der Genusstour wäre doch noch ein Gewaltmarsch geworden. So aber blieb es bei einer Genusstour über 12 Kilometer und 600 Höhenmeter, für die wir vier Stunden benötigt haben. :sonne: Mehr zur Tour auf berg.fit: Einfache Panoramawanderung über den südlichen Teil der Stätzerhornkette. Meine Mahlzeiten:

  • 11.20 bis 11.50 Uhr: 640 Gramm Nektarinen, 390 Gramm Plattpfirsiche
  • 20.00 Uhr: 50 Gramm Johannisbeeren, 190 Gramm Apfel „Golden Delicious“
  • 21.40 bis 22.50 Uhr: 210 Gramm Karotten, 90 Gramm Pistazien, 120 Gramm Sesam

PS: Für einen Tag würden meine mitgebrachten Lebensmittel noch reichen, aber jetzt lockt doch die Heimat!

Anmerkung: Die Aufzeichnungen und Bilder dieses Tages habe ich erst nachträglich am 08. August veröffentlicht.

geschrieben von Susanne am 2. August 2017 um 23.13 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Vegane Rohkost, Wandern in der Schweiz/Liechtenstein
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„Heute lassen wir es etwas gemütlicher angehen und fahren von Lenzerheide aus mit der Rothornbahn nach oben.“ So oder so ähnlich machte Guido mir am Vormittag die heutige Tour schmackhaft. Obwohl er mich eigentlich gar nicht wirklich für eine Tour motivieren musste, da ich mich nach einer ruhigen Nacht sogar fit genug für größere Unternehmungen fühlte. Die Fahrt hinauf zum Westgipfel des Parpaner Rothorns habe ich dann aber doch genossen. Es war schön, mal ganz ohne Anstrengung auf über 2800 Metern zu stehen. Der Blick von der Bergstation auf das Lenzer Horn und unsere Aufstiegsroute über den Nordwestgrat:

Genau um 11.11 Uhr startete Guido sein GPS-Gerät und es ging los zum 2899 Meter hohen Ostgipfel des Parpaner Rothorns:

Der Blick zurück zum Westgipfel mit der Bergstation der Rothornbahn:

Am Ostgipfel, der von der Bergstation aus in wenigen Minuten zu erreichen ist:

Hier tummeln sich meist viele Leute, die einen kurzen Bergspaziergang machen wollen. Wer etwas länger unterwegs sein will, wandert von hier aus weiter zur Sanaspans-Alpe bzw. zur Mittelstation der Rothornbahn. Wir hatten jedoch ein ganz anderes Ziel, das Aroser Rothorn, das hier am rechten Bildrand zu sehen ist, in der Bildmitte liegt das Erzhorn:

Das Aroser Rothorn ist mit 2890 Metern der höchste Berg des Plessurgebiets. Vom Parpaner Rothorn aus führte früher ein offizieller Wanderweg mit Drahtseilsicherungen über den Nordwestgrat hinauf zum Gipfel. Laut SAC-Führer wurden die Drahtseilsicherungen entfernt und die Markierungen übermalt. Allerdings stellte sich im Lauf des Weges heraus, dass die Markierungen trotzdem noch gut zu erkennen waren, was den Aufstieg sehr erleichterte. Sich einen Weg durch das Felsengewirr zu suchen, wäre weitaus mühseliger gewesen. Aber auch so war die Route noch anspruchsvoll genug. Es gab einige ausgesetzte Stellen und den Gipfel erreichte man nur unter Zuhilfenahme der Hände. Bilder habe ich hier keine gemacht, ich war zu sehr damit beschäftigt, nicht irgendwo den Fels hinunterzupurzeln! Glücklich auf dem Gipfelplateau:

Wie man dem Gipfelbuch entnehmen konnte, waren wir heute erst das dritte Team, das den Gipfel erreicht hatte. Dabei hatte man hier eine grandiose Fernsicht! Immer wieder schön, das Dreigestirn Piz Mitgel, Tinzenhorn und Piz Ela:

Hier ist rechts im Bild der Pizza Naira zu sehen:

Nach der Gipfelrast war die Frage, wie es weitergehen sollte, entweder den gleichen Weg zurück oder aber weiter über den Nordgrat Richtung Pizza Naira, einer Schrofenpyramide im Verbindungsgrat zwischen Aroser Rothorn und Lenzer Horn. Am tiefsten Punkt zwischen Aroser Rothorn und Pizza Naira hätte man dann weiter Richtung Lenzerheide absteigen können. Die Entscheidung fiel fürs Weitergehen:

Die ersten Meter hinunter waren sehr angenehm zu laufen, später wurde es dann doch wieder etwas kniffliger:

Dank der deutlich vorhanden Markierungen war aber wenigstens die Wegfindung recht einfach:

Hier standen wir am tiefsten Punkt des Grats, direkt vor uns lag der Gipfel des Pizza Naira:

Absteigen oder Aufsteigen war hier die Frage. Die Entscheidung fiel für den Aufstieg, da wir schon während unserer Gratwanderung zwei Alpinisten auf dem Weg hinauf zum Pizza Naira beobachtet hatten. Was die konnten, konnten wir auch! Da die beiden auf dem Weg noch oben einen heftigen Steinschlag ausgelöst hatten, war uns aber auch klar, dass die Angaben im SAC-Führer, dass der Pizza Naira aus sehr brüchigem Fels besteht, den Tatsachen entsprach. Hier hinauf gab es auch keinerlei Markierungen mehr und beim Anblick des Gipfelaufschwungs kam ich schon leicht ins Grübeln: „Wo bitte geht es hier entlang?!“ Aber sobald man im Fels am Klettern war, erschloss sich der Weg von ganz allein. Wir waren außerdem so vorsichtig und achtsam unterwegs, dass alle losen Steine an Ort und Stelle blieben. Am Gipfel:

Hier war kein Gipfelbuch unter den Steinen versteckt, sondern ein Geocache, den allerdings noch nicht viele Leute gefunden hatten:

Ach ja, ich habe hier oben noch etwas gefunden, nämlich einen Schweizer Franken! Ein Zurück gab es von hier aus nicht mehr, nur noch ein Vorwärts. Unser nächstes Etappenziel, der Piz Mez:

Der erste Teil des Abstiegs führte durch mäßig steiles Geröll bis zu einem Felskopf mit einem kleinen Eisenkreuz:

Der Blick zurück zu Pizza Naira und Aroser Rothorn:

Ab dem Felskopf ging es relativ locker über einen Grasrücken bis zum Gipfel des Piz Mez:

Vom Gipfel des Piz Mez aus ging es nur noch bergab, erst über eine steile Grasflanke hinunter ins Weidegebiet der Sanaspans-Alpe und von dort aus weiter über einen wunderschönen Waldweg bis zur Einmündung in die breite Fahrstraße zur Mittelstation der Rothornbahn. Oberhalb des Weidegebiets der Sanaspans-Alpe:

Hier fand ich noch etwas:

Diese Übungsgranate bzw. das, was davon übrig geblieben war, nahmen wir als Souvenir mit! Auf diesem Streckenabschnitt schaute außerdem ganz in unserer Nähe ein Murmeltier aus seinem Versteck hervor und mir hüpfte eine Kröte über die Füße:

Der Blick von der Sanaspans-Alpe zurück zu Piz Mez und Pizza Naira:

Auf dem Waldweg zur Mittelstation der Rothornbahn:

An der Einmündung auf die Fahrstraße:

Von hier aus ging es teilweise über die Fahrstraße, aber auch immer wieder über angenehmer zu gehende Waldwege zurück zur Talstation der Rothornbahn. Das Ende der Tour vor Augen:

Fazit der Tour: Einfach genial! :sonne: Es war sicherlich eine unserer abenteuerlichsten Touren, die wir je unternommen haben. Eine exakte Tourenbeschreibung gibt es wieder auf berg.fit: Lange, einsame Gratüberschreitung mit vier Gipfeln, einem „Fast-Dreitausender“ und einigen Kletterpassagen. Zu guter Letzt wie immer meine Mahlzeiten:

  • 9.15 Uhr: 310 Gramm Nektarinen, 150 Gramm Plattpfirsich, 240 Gramm Bananen „Cavendish“
  • 17.45 Uhr: ein paar Waldhimbeeren
  • 18.15 Uhr: 100 Gramm rote Johannisbeeren
  • 18.45 Uhr: 320 Gramm helle Trauben, 190 Gramm Apfel „Golden Delicious“
  • 21.30 bis 22.30 Uhr: 120 Gramm Karotten, 111 Gramm Mandeln, 70 Gramm Sesam

PS: Mir gefällt es so gut in Lenz, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, für immer hier zu bleiben! Okay, die Lebensmittelversorgung könnte etwas besser sein. Ohne die mitgebrachten Lebensmittel wäre ich wohl am Verhungern, denn Fleisch in passender Qualität habe ich noch nicht gefunden und nur mit Obst käme ich im Moment nicht über die Runden. Aber sonst vermisse ich hier nichts. Und das Internetfasten funktioniert weit weg von zu Hause bestens!

Anmerkung: Die Aufzeichnungen und Bilder dieses Tages habe ich erst nachträglich am 08. August veröffentlicht.

geschrieben von Susanne am 1. August 2017 um 23.00 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Vegane Rohkost, Wandern in der Schweiz/Liechtenstein
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Kurz nach Mitternacht riss mich ein lauter Knall aus meinem wohlverdienten Erholungsschlaf, dem in kurzen Abständen einige weitere folgten. Da Guido mich vorgewarnt hatte, dass die Schweizer am 01. August den „Geburtstag“ ihres Landes feiern, beunruhigte mich diese Knallerei allerdings nicht weiter und ich konnte recht schnell wieder einschlafen.

Meine Beine waren am Vormittag eigentlich noch nicht bereit für neue, größere Aktivitäten, aber Guido konnte meinen Kopf davon überzeugen, den Aufstieg zum 2768 Meter hohen Piz Linard, dem zweiten Hausberg von Lenz, zu wagen. Und wo mein Kopf hinwollte, da mussten meine Beine auch hin! Es war zwar fraglich, ob sie es schaffen würden, aber ich bin dann einfach losmarschiert, nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Unser erstes Zwischenziel war Propissi Saura, eine Ansammlung von Hütten auf 1800 Metern, wo wir uns an einem Brunnen mit herrlich kaltem Bergwasser erfrischen konnten:

In der Nähe einer weiteren Hüttenansammlung mit dem Namen „Schautschen“ zweigte ein schmaler Pfad vom ausgeschilderten Wanderweg ab, der sich durch Latschenkiefern steil nach oben schlängelte. Hier kam ich mit meinen müden Beinen nur ganz langsam voran und an einem Jägerstand auf etwa 2100 Metern Höhe hätte ich beinahe aufgegeben. Nach einer kurzen Pause war ich dann aber doch bereit, weiterzugehen. Hier hatten wir das Grasgelände unterhalb des Südwestgrats erreicht:

Ein Weg war in diesem Gelände nicht mehr erkennbar, jeder konnte hier je nach Gusto seinen eigenen suchen. Während des Aufstiegs hatte man einen wunderbaren Blick auf die Gipfel von Piz Mitgel, Tinzenhorn und Piz Ela:

Je höher man stieg, desto steiler und gerölldurchsetzter wurde das Gelände, was volle Aufmerksamkeit beim Gehen erforderte. Hier war das Gipfelkreuz schon deutlich zu erkennen:

Mit dem Erreichen des Gipfels waren kurze Zeit später alle Mühen des Aufstiegs vergessen! Was mir dann aber ziemlich zu schaffen machte, war der fast orkanartige Wind, der hier oben herrschte. Da half nur eines, sich auf der windabgewandten Seite etwas unterhalb des Gipfels in die Felsen zu setzen:

Von dort aus hatte man einen schönen Blick aufs Lenzer Horn:

Die rotgelbe Markierung auf dem Felsen war übrigens keine Wegmarkierung, sondern zeigte die Grenze eines Wildschutzgebiets an. Kurz bevor wir uns auf den Abstieg machen wollten, entdeckten wir das unter einem Stein versteckte Gipfelbuch:

Außer uns hatte der Gipfel heute nur einen einzigen Besucher, der folgende Worte hinterlassen hatte: „Menschen, die die Berge lieben, sind aus tiefster Seele frei.“ Auf dem Abstieg über den Südostgrat:

Hier ging es wie gestern direkt in der Falllinie eines Geröllhangs nach unten:

Zu unserem großen Vergnügen allerdings mit sehr viel mehr Schwung! Hier sind wir schon wieder bei den Hütten von Schautschen:

Rückblick auf den Piz Linard von Lenz aus:

Im Vergleich zum Lenzer Horn war der Aufstieg auf den Piz Linard leicht, es gab keine ausgesetzten Stellen, keine Kraxelei, nur steiles Gelände. Trotzdem wird dieser Gipfel seltener besucht als das Lenzer Horn. Dabei war die Aussicht ebenso beeindruckend. :sonne: Die Daten der Tour: Dauer 7 Stunden, Länge 15 Kilometer, 1500 Höhenmeter. Details der Tour auf berg.fit: Piz Linard.

Meine Mahlzeiten:

  • 7.10 Uhr: 650 Gramm Pfirsiche
  • 10.30 Uhr: 210 Gramm Karotten, 80 Gramm Zedernkerne
  • 19.00 Uhr: ein paar Himbeeren und Johannisbeeren
  • 19.15 Uhr: 750 Gramm Nektarinen
  • 21.25 bis 22.30 Uhr: 80 Gramm Eisbergsalat, 205 Gramm Karotten, 100 Gramm Pistazien, 70 Gramm Sesam

PS: Laut meiner Gipfelliste war der Piz Linard der 55. Gipfel über 1111 Meter, so hoch ist der Hündlekopf, den ich bestiegen habe.

Anmerkung: Die Aufzeichnungen und Bilder dieses Tages habe ich erst nachträglich am 07. August veröffentlicht.

geschrieben von Susanne am 31. Juli 2017 um 22.14 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Omnivore Rohkost, Wandern in der Schweiz/Liechtenstein
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Am Vormittag war der Himmel über Lenz zwar bedeckt, der Wetterbericht meldete aber ein Aufklaren in der zweiten Tageshälfte voraus. Damit hatten wir heute optimale Wetterbedingungen für unsere nächste Tour, die Besteigung des 2906 Meter hohen Lenzer Horns, einer der beiden Hausberge von Lenz. Im SAC-Führer „Ringelspitz, Arosa/Rätikon“ von Manfred Hunziker konnte man Folgendes über das Lenzer Horn lesen:

Markante Fels- und Schuttpyramide mit drei Hauptgraten, dem Nordwestgrat, der aus den Wäldern östlich von Lenzerheide aufsteigt, dem Nordostgrat, der zum Piz Mosch abfällt und dem Südgrat, der die Verbindung zum Piz Linard herstellt. Die Routen verlaufen über die Grate, denn die Flanken bestehen aus Felsstufen, die mit Schuttbändern durchsetzt sind, was ihre Begehung mühsam und gefährlich macht.

Wir haben den Nordwestgrat für unseren Aufstieg gewählt:

Der alpine Steig ist zwar ausgetreten und leicht zu finden, doch setzt der Gipfelaufschwung einige Gewandtheit im Fels voraus.

Soweit die Theorie, nun zur Praxis: Um 9.50 Uhr starteten wir von Lenz aus, knapp eineinhalb Stunden später erreichten wir die 2044 Meter hoch gelegene Sanaspans-Alpe. Bis hier bin ich mit meinen Trekkingsandalen gelaufen. Beim Schuhwechsel an einer Hütte der Sanaspans-Alpe:

Während ich noch beim Schuhwechsel war, liefen drei junge Leute an uns vorbei, die offensichtlich das gleiche Ziel wie wir hatten. Obwohl ich eigentlich am liebsten mit Guido mutterseelenallein unterwegs bin, fand ich es heute sehr angenehm, den drei jungen Leuten zu folgen. Ich hatte nämlich zu Beginn unserer Tour ganz schön zu kämpfen und wer weiß, ob ich ohne diese „Vorsteiger“ nicht schon vorzeitig aufgegeben hätte. Aber so bin ich einfach hinterher getrottet, nach dem Motto, was die können, kann ich auch! Der Aufstieg von der Sanaspans-Alpe zum Nordwestgrat:

Blick Richtung Norden zu Parpaner Rothorn, Aroser Rothorn und Pizza Naira:

Der Blick vom Beginn des Nordwestgrats auf Lenzerheide:

Auf dem Nordwestgrat:

Die Nordflanke des Lenzer Horns:

Interessant war, dass mein Energieniveau mit jedem Höhenmeter stieg. Am Gipfelaufschwung verspürte ich keinerlei Müdigkeit oder Erschöpfung mehr, sondern freute mich nur noch auf die anstehende Kletterei:

Das Gelände war zwar nicht wirklich schwierig, erforderte aber vollkommene Aufmerksamkeit. Fehltritte hätten unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen können. Nach vierstündiger alpiner Wanderung standen wir auf dem Gipfel:

Das Gefühl, so weit über dem Rest der Welt zu stehen, war wieder einmal überwältigend. Hier fiel es leicht zu erkennen, dass man Eins mit dem Rest der Welt war. Ein Blick hinunter ins Tal:

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast hieß es dann leider Abschied nehmen vom Gipfel. Aber wie sagt der Steinbock, mein Aszendent, so schön: „Versunken bin ich in überirdischem Licht und diesem Licht wende ich den Rücken zu.“ Der Abstieg erfolgte zu Beginn über die Aufstiegsroute:

Am Gratrücken verließen wir die Aufstiegsroute und bogen in die Nordflanke ab:

Nach dem Queren mehrerer Geröllfelder ging es schließlich über eines direkt in der Falllinie nach unten. Das Abfahren über Geröll war fast so entspannend wie das Abfahren über Schnee! Nach dem Genuss eines kühlen Mineralwassers an der Sanaspans-Alpe ging es über einen Fahrweg zurück nach Lenz:

Die Daten der Tour: Dauer 7 Stunden, Länge 13 Kilometer, Höhenmeter 1500. Weitere Bilder und eine genaue Tourenbeschreibung findet man auf berg.fit: Lenzer Horn. Danke für ein weiteres abenteuerliches Erlebnis! :herz:

Meine heutigen Mahlzeiten:

  • 8.30 bis 9.00 Uhr: 300 Gramm Äpfel, 400 Gramm Süßkirschen
  • 17.50 Uhr: 40 Gramm Zitrone
  • 18.10 bis 18.30 Uhr: 210 Gramm Regenbogenforelle
  • 20.15 bis 21.15 Uhr: 300 Gramm Tomaten, 480 Gramm Cherry-Tomaten, 290 Gramm Eisbergsalat, 140 Gramm Sesam

Die Regenbogenforelle schwamm heute Vormittag noch im Bach. Sie lag auf Bestellung nach unserer Tour beim ortsansässigen Lebensmittelmarkt für mich bereit und hat einfach genial geschmeckt.

Anmerkung: Die Aufzeichnungen und Bilder dieses Tages habe ich erst nachträglich am 06. August veröffentlicht.