Archiv für die Kategorie ‘Bergtouren’

geschrieben von Susanne am 30. August 2017 um 23.34 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Vegane Rohkost
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Meine Pläne für den heutigen Tag sahen Folgendes vor: Am Vormittag einkaufen und Gartenarbeit, später eventuell die Schuhe vom Schuster abholen und ein bisschen Hausarbeit. Doch meine Pläne änderten sich: Gegen 9.30 Uhr hatten Guido und ich uns nämlich entschlossen, in der Schweiz, genauer gesagt im Alpstein, einem Bergmassiv im Appenzell, auf Tour zu gehen. Tourenziel sollte der Hundstein, ein 2157 Meter hoher Gipfel, sein. Die geplante Tour sah den Anstieg von der Südseite vor, die wir von Wasserauen aus über den Marwees, einem Berggrat mit einer Maximalhöhe von 2056 Metern, erreichen würden. Den Gipfel des Hundsteins würden wir über leichte Kletterei, bei der wir allerdings mit Steinschlag rechnen müssten, über einen T5-Wanderweg erreichen.

Das schien auch für mich machbar zu sein! Ausgangspunkt unserer Tour war der Ausflugsparkplatz bei Wasserauen. Von dort aus starteten wir um 11.20 Uhr, die Rucksäcke bepackt mit Regenklamotten (für den Abend waren Regenschauer vorhergesagt, von denen wir allerdings verschont wurden), Sturzhelm und ganz viel Trinkwasser. Die ersten eineinhalb Kilometer der Strecke waren uns von einer DAV-Tour zur Meglisalp bekannt. Hier herrschte reger Verkehr im Auf- und Abstieg. Aber auf dem Pfad hinauf zur Bogartenlücke waren wir dann allein unterwegs:

Rund drei Kilometer und 800 Höhenmeter waren von Wasserauen aus bis zur Lücke zu überwinden. Obwohl uns ein herrliches Panorama begleitete, fotografierte ich auf diesem Streckenabschnitt kaum etwas. Ich war nämlich voll und ganz damit beschäftigt, hinter Guido herzukommen! Ohne meine Fotografiererei (und ohne Futterei!) waren wir relativ schnell, das heißt nach rund eineinhalb Stunden an der Scharte. Das Panorama von der Lücke aus Richtung Süden:

Nach einem kurzen Abstieg ging es über Gras anfangs sehr, dann etwas mäßiger steil hinauf auf den Marwees:

Der Grat:

Das Gipfelkreuz, das allerdings nicht den höchsten Punkt des Grates markierte, rechts davon war der Schäffler, links der Altmann zu sehen:

Den Grat entlangzuwandern war wunderschön, rechter Hand lagen Säntis und Schäffler, linker Hand waren die steilen Felswände von Hüser und Hochhus sowie die Kreuzberge zu sehen. Am Ende des Grats lag der Säntis direkt vor uns:

Hier kam der Hundstein, unser Tourenziel, ins Blickfeld:

Ein schmaler Pfad schlängelte sich hinauf zum unteren Hundsteinkamin. Am Fuße des Kamins setzten wir die Helme auf, dann konnte die Kletterei beginnen:

Während Guido sich die ersten Meter nach oben stemmte, wartete ich wegen Steinschlaggefahr sicher hinter einem Felsen und konnte so noch einmal einen Blick auf den Marwees und die Strecke, die wir gekommen waren, werfen:

Kurze Zeit später begann auch für mich die Kletterei. In anderen Tourenbeschreibungen las ich am Abend, dass der Weg durch den unteren Kamin als recht mühsam empfunden wurde. Der mühsame und weitaus nervenaufreibendere Abschnitt begann aber für mich eigentlich erst mit der Kletterei durch den zweiten Hundsteinkamin. Zwei Gämsen zeigten uns, dass man hier am besten auf allen Vieren hochkam:

Gott sei Dank lösten sich beim Aufstieg der beiden keine Felsbrocken, die auf uns fallen konnten. Während wir noch warteten, bis sie außer Sichtweite waren, prasselten jedoch linker Hand einige Brocken an mir vorbei, die ein drittes Tier beim Abstieg nach unten ausgelöst hatte. Aber dann konnten wir losgehen bzw. loskrabbeln:

Das sah bei uns zwar nicht ganz so elegant aus wie bei den Gämsen, aber es erfüllte seinen Zweck! Guido an der Schlüsselstelle des oberen Kamins:

Ein großer Felsblock musste hier überklettert werden. Guidos Taktik funktionierte bei mir nicht, ich musste mir etwas anderes überlegen. Zuerst allerdings ohne Erfolg und ich war kurz davor, aufzugeben. Aber dann fand ich doch eine Lösung und quetschte mich am Felsen vorbei:

Die nächsten Meter bewältigte ich mit dem Mut der Verzweiflung, bis endlich ein Band vor uns auftauchte und wir den Kamin unter einem Felsvorsprung in gebückter Haltung verlassen konnten:

Die letzten Meter hinauf zum Gipfel über Schrofengelände waren ein Kinderspiel, obwohl es teilweise auch hier ziemlich steil nach unten ging:

Glücklich und stolz über die vollbrachte Leistung am Gipfel:

Nach einer kurzen Rast besprachen wir das weitere Vorgehen. Der Weg zurück durch die beiden Kamine war für uns beide undenkbar, so blieb nur der Abstieg hinunter zum Fälensee. Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig, denn der Abstieg bereitete uns keinerlei Schwierigkeiten. Nur ein paar Meter mussten wir noch einmal Hand an den Fels legen, um sicher abklettern zu können, dann ging es recht gemütlich weiter. Nun ja, so gemütlich wie T4-Wanderwege in der Schweiz waren! Der Blick hinunter auf den Fälensee:

Etwas oberhalb des Fälensees lag die Hundsteinhütte, wo wir kurz einkehrten, um die Wasservorräte aufzufüllen. Den Berggasthof Bollenwees ließen wir rechts liegen:

Unser Weg führte entlang einer imposanten Felswand, die mit Bohrhaken für Kletterer gespickt war, hinunter zum Weideboden der Rheintaler Sämtis auf 1317 Metern Höhe:

Von hier aus mussten wir noch einmal 400 Höhenmeter im Zickzack nach oben zurück zur Bogartenlücke gehen:

Der Abstieg erfolgte über den Aufstiegsweg und aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit recht zügig. Die letzten Meter zurück zum Parkplatz von Wasserauen:

Die Tour im Überblick:

Outdooractive gab für die Dauer der Tour sieben Stunden an, wir benötigten mit Pausen 8 Stunden und 20 Minuten. Fazit der Tour: Es war ganz klar keine Genusstour, abgesehen von der Wanderung über den Marwees. Diesen Streckenabschnitt hätte man sogar barfuß gehen können. Es war eine Abenteuertour ersten Ranges, jedenfalls für mich, bei der ich über mich selbst hinauswuchs. Ich war ziemlich stolz auf diese Leistung. :herz:

Zurück zu Hause ging es zuerst kurz zum Händewaschen ins Bad und dann zum Kühlschrank. Mein Hunger war nämlich enorm! Nach dem Verzehr von frischen Algen „Dulce“ und Tomaten folgten eine Dusche sowie Yogaübungen. Das tat nach der anstrengenden Tour sehr gut. Dabei stellte ich fest, dass die starke Dehnung, die ich während des Abkletterns in meinem linken Knie gespürt hatte (das Knie hatte ich mir im letzten Winter während eines Spaziergangs verletzt), zu einer Verbesserung der Beweglichkeit geführt hatte. Irgendetwas war bei der Dehnung wieder an seinen richtigen Platz gerutscht! Meine Mahlzeiten:

  • 9.10 Uhr: 640 Gramm Nektarinen
  • 18.15 Uhr: 10 Himbeeren
  • 21.15 Uhr: 50 Gramm Alge „Dulce“, 550 Gramm Tomaten
  • 23.00 Uhr: 400 Gramm Eisbergsalat, 590 Gramm Avocados „Fuerte“, 90 Gramm gekeimter Sesam

Am liebsten hätte ich nach der Tour ein großes Stück Fleisch gegessen, aber das hatte ich nicht im Haus. So mussten Avocados und Sesam meinen Hunger stillen.

PS: Am Abend las ich im SAC-Führer „Von Appenzell zum Walensee“, dass „Hund“ im Bergnamen ein verstärkender Kraftausdruck ist. Der Hundstein war also ein gewaltiger, schwieriger Berg! Der aus dem Jahre 1999 stammende Führer bewertete den Aufstieg durch die Felsschluchten übrigens als leicht. Das mag früher durchaus auch so gewesen sein, an zwei Stellen stießen wir nämlich auf Überreste eines ehemaligen Weges in Form einer Trittstufe und eines dicken Eisennagels. Die Trittstufe konnten wir zwar nicht mehr als Tritt nutzen, aber als Griff eignete sie sich ganz gut, ebenso wie der Eisennagel.

PPS: Guidos Tourenbericht: Marwees -> Hundstein

geschrieben von Susanne am 22. August 2017 um 23.11 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Vegane Rohkost
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Ich war wieder den ganzen Tag unterwegs, kam allerdings etwas früher nach Hause als gestern. Das war auch gut so, denn ich hatte am Abend so viele Dinge zu erledigen, unter anderem waren drei E-Mails zu beantworten und zwei Telefongespräche zu führen, dass ich darüber hinaus fast nicht zum Tagebuchschreiben kam! Deshalb gibt es heute nur eine abgespeckte Version meiner Erlebnisse: Um 9.00 Uhr bin ich von der südlich von Oberstdorf liegenden Alpe Eschbach über die Peters-Alpe, die Enzian-Hütte und die Rappensee-Hütte zum 2469 Meter hohen Rappenseekopf und zum 2425 Meter hohen Hochrappenkopf aufgestiegen:

Den Aufstieg zur Rappensee-Hütte kannte ich von der Besteigung des Hohen Lichts. Ich fand ihn auch heute wieder genial. An der Rappensee-Hütte:

Rechter Hand der Hütte lagen die beiden Gipfel, die ich besteigen wollte:

Erst ging es nach links hinauf zum Rappenseekopf. Der Blick zurück zum Großen Rappensee:

Ab und zu musste ich am Gipfelaufschwung des Rappenseekopfs Hand an den Fels legen, aber die Kletterei war harmlos und ohne besondere Schwierigkeiten. Am Gipfel:

Die Aussicht von hier war beeindruckend:

Der Gipfel des Hochrappenkopfs, den ich vom Rappenseekopf aus in 40 Minuten erreichte:

Hier verzehrte ich die mitgebrachten Zuckeraprikosen. Nach der Mahlzeit ging es ziemlich flott hinunter ins Tal. Nach drei Stunden Abstiegszeit stand ich an der Alpe Eschbach, fünfzehn Minuten später fuhr ein Bus zum Oberstdorfer Bahnhof und von dort aus ging es direkt mit dem Zug weiter nach Oberstaufen. Nach einer Mahlzeit mit lecker nach Erdbeeren schmeckenden Trauben war ich einkaufen und sah im Garten nach dem Rechten. Der Mahlzeitenüberblick:

  • 6.30 Uhr: 310 Gramm Mango „Kent“
  • 10.00 bis 11.00 Uhr: etliche Himbeeren
  • 13.20 Uhr: etwa 300 Gramm Zuckeraprikosen
  • 18.20 Uhr: 520 Gramm Weintrauben
  • 21.40 bis 22.50 Uhr: 200 Gramm Kohlrabi, 270 Gramm Eisbergsalat, 390 Gramm Avocados „Fuerte“, 120 Gramm gekeimter Sesam

Der gekeimte Sesam schmeckte heute erstaunlich gut. Gott sei Dank, denn sonst hätte ich ihn entsorgen müssen. Denn ich esse schon seit ewigen Zeiten nur noch Lebensmittel, die mir wirklich schmecken!

PS: Morgen geht es mit dem DAV auf den Hohen Freschen. Ich hoffe, dass am Abend nicht wieder so viele Dinge anliegen wie heute.

geschrieben von Susanne am 21. August 2017 um 23.50 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Omnivore Rohkost
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Heute war ich allein auf Tour, geplant hatte ich eine Besteigung des Rauhecks. Das Rauheck (auch Rauhegg) ist ein 2384 Meter hoher Berg in den Allgäuer Alpen in der Nähe von Oberstdorf. Zurück nach Oberstdorf sollte es über den Eissee und das Oytal gehen. Eine Vereinskameradin hatte diese Tour vor ein paar Tagen gemacht und auf Facebook eine Tourenbeschreibung und Bilder veröffentlicht, so dass ich ungefähr wusste, was auf mich zukommt: Eine Strecke von etwa 28 Kilometern und 1600 Höhenmetern und eine herrliche Bergwelt drum herum. Aber da ich allein unterwegs war, war ich auch offen für eventuelle Planänderungen. Und die gab es dann tatsächlich! Aber erst einmal ging es wie geplant um 7.45 Uhr vom Oberstdorfer Bahnhof aus über Dietersberg nach Gerstruben. Der Blick von Dietersberg ins Trettachtal, im Hintergrund sind rechts die Trettachspitze und links der Kratzer zu sehen:

Der Himmel war fast während der ganzen Tour bedeckt, aber wie gestern fand ich das sehr angenehm. Um 9.50 Uhr war ich nach 10 Kilometern und 500 Höhenmetern an der Dietersbach-Alpe:

Von der Alpe aus ging es weitaus steiler als bisher (450 Höhenmeter auf einer Strecke von 1,4 Kilometern) hinauf zum Älpelesattel, im Hintergrund sind die Spitzen der Höfats zu sehen:

Vom Älpelesattel bis hinauf zum Rauheck waren weitere 600 Höhenmeter auf einer Strecke von 1,9 Kilometern zu überwinden. Hier bin ich nicht besonders schnell vorwärts gekommen, da viele Blaubeeren am Wegesrand wuchsen, an denen ich nicht achtlos vorbeigehen konnte und wollte. Ein paar Preiselbeeren fanden ebenfalls den Weg in meinen Magen. Etwa auf halber Strecke vom Älpelesattel zum Gipfel überholte ich trotzdem zwei andere Wanderer, Mutter und Sohn. Sie wollten zur Kemptner-Hütte und brachten mich auf die Idee, ebenfalls zur Hütte zu wandern, um dort zu übernachten. Dieses Bild von mir verdankte ich dem Sohn:

Auch wenn der Himmel bedeckt war, vom Gipfel des Rauhecks aus hatte man eine wunderbare Sicht auf nahe und entfernt liegende Gipfel. Der Kegelkopf (rechts im Bild), ganz klein am Horizont ist unter anderem der Hohe Ifen zu erkennen:

Die Höfats im Vordergrund und Nebelhorn sowie Hindelanger Klettersteig im Hintergrund, rechts der Schneck:

Großer und Kleiner Wilder und Höllhörner, auf der Hochebene ist die Käser-Alpe zu sehen:

Der Blick über die Jochspitze zum Hochvogel:

Das Zugspitzmassiv, weit entfernt, aber doch gut zu erkennen:

Der Blick über das Gipfelplateau des Rauhecks zu Marchspitze, Großem Krottenkopf, Muttlerkopf, Öfnerspitze, Mädelegabel und Trettachspitze (von links nach rechts), im Vordergrund sah man das Kreuzeck:

In diese Richtung ging es für mich nach der Planänderung weiter. Ein Blick auf das Geröllfeld, das im weiteren Wegverlauf zu überqueren war und den Fürschießersattel:

Hier lag das Geröllfeld direkt vor mir:

Die Überquerung bereitete mir keinerlei Schwierigkeiten, ebenso wenig wie der Aufstieg zum Fürschießersattel, der streckenweise mit Drahtseilen gesichert war. Die Kemptner-Hütte tauchte aus den Wolken auf:

Die Kemptner-Hütte in greifbarer Nähe:

Beim Anblick der vielen Menschen, die hier herumwuselten, löste sich mein Plan, hier zu übernachten, rasch in Luft auf. Und laut Hinweistafel waren es eh nur noch knapp vier Stunden bis Oberstdorf, das hieße, dass ich noch früh genug in Oberstdorf sein würde, um einen Zug nach Oberstaufen zu bekommen. Dass die Entscheidung, nicht auf der Hütte zu übernachten, goldrichtig war, zeigte sich während des Abstiegs mehr als einmal. Es waren nämlich wahre Heerscharen auf dem Weg zur Hütte unterwegs, unter anderem vier größere Gruppen, so wie diese hier:

Wahrscheinlich wäre gar kein Plätzchen mehr für mich frei gewesen! 6,1 Kilometer und 850 Höhenmeter lagen zwischen der Kemptner-Hütte und Spielmannsau, einer Ansammlung von Häusern auf dem Weg nach Oberstdorf. Von hier aus fuhr ein Bus zurück nach Oberstdorf, den ich nur dank meines flotten Abstiegs erreichte. Glück für meine Füße, denn sonst hätten sie weitere 9 Kilometer auf Asphalt zurücklegen müssen. Dabei war die Tour mit über 26 Kilometern und gut 1800 Höhenmetern auch so schon lang genug:

So hatte ich außerdem die Gelegenheit, rechtzeitig vor Ladenschluss beim türkischen Obst- und Gemüsehändler einzukaufen, der wieder einmal besondere Leckerbissen zu bieten hatte: Zuckeraprikosen, Flugmangos, wilde Feigen und eine Traubensorte, die ich bisher nur im Konzer Biogarten genießen konnte. Ziemlich bepackt ging es um 18.30 Uhr mit dem Zug zurück nach Oberstaufen. Ich konnte gar nicht sagen, wie froh und dankbar ich war, direkt nach meiner Rückkehr unter einer warmen Dusche verschwinden zu können! Anschließend gab es eine üppige Mahlzeit mit Fleisch und Sesam. Alle Mahlzeiten im Überblick:

  • 5.00 Uhr: 720 Gramm Wassermelone
  • 10.30 Uhr: einige Himbeeren
  • 12.00 Uhr: reichlich Blaubeeren, ein paar Preiselbeeren
  • 15.00 Uhr: einige Himbeeren
  • 17.45 Uhr: etwa 300 Gramm Zuckeraprikosen, etwa 400 Gramm Bananen „Cavendish“
  • 22.15 Uhr: 160 Gramm Kohlrabi, 240 Gramm Eisbergsalat, 510 Gramm Fleisch vom Rind (mager), 100 Gramm Sesam

Vom Sesam probierte ich zuerst ein paar angekeimte Körner, die mir allerdings nicht sonderlich zusagten. Die trockenen fand ich dagegen sehr lecker!

PS: Die warme Dusche nach der Wanderung war genial, aber noch genialer wird es sein, in meinem eigenen Bett statt in einem Massenlager zu schlafen! :stern:

geschrieben von Susanne am 7. August 2017 um 23.58 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung
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In der Schweiz waren wir oftmals mehr oder weniger allein unterwegs. Aber auch hier im Allgäu gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich abseits des allgemeinen Rummels zu bewegen. So sind uns heute nur beim Aufstieg zur Willers-Alpe und zur Vorderen Schafwanne Menschen begegnet, das 2240 Meter hohe Rauhhorn, unser heutiges Tourenziel, hatten wir dagegen ganz für uns. Startpunkt unserer Tour war ein Parkplatz bei Hinterstein in der Nähe von Bad Hindelang. Von Oberstaufen braucht man mit dem Auto etwa 50 Minuten dorthin. Da wir am Vormittag noch einiges zu erledigen hatten, ging es erst um 13.50 Uhr von Hinterstein aus los. Aber wir hatten ja schon öfters die Erfahrung gemacht, dass es durchaus sehr reizvoll sein kann, erst in den frühen Nachmittagsstunden zu starten und eine Tour bis in den Abend hinein auszudehnen. Die Willers-Alpe erreichten wir nach gut 50 Minuten:

Auf der 3,5 Kilometer langen Strecke waren etwa 570 Höhenmeter zu überwinden. Ich fand daher, dass ich ganz flott unterwegs war! An der Vorderen Schafwanne, einem Grassattel auf 2055 Meter:

Der Blick von der Vorderen Schafwanne zum Vilsalpsee:

Bis hierhin war es eine einfache T2-Wanderung. Aber die blauweißen Markierungen, die zum Rauhhorn führten, zeigten schon an, dass es bald nicht mehr so einfach weitergehen würde. Hier ging es jedoch noch recht gemütlich zu:

Dass immer wieder Wolken vorbeizogen und uns für kurze Zeit einhüllten, verstärkte die an sich schon abenteuerliche Stimmung während der Tour:

Hier stand die erste Kletterpassage an:

An der nächsten stieg ich vor:

Mit Guido im Rücken fühlte ich mich wesentlich sicherer! Wir näherten uns dem Gipfelaufschwung:

Hier standen wir vor der Schlüsselstelle des Aufstiegs, einer Kletterei im leichten Überhang, die allerdings durch Drahtseile entschärft wurde:

Mir war aber trotzdem ziemlich mulmig zumute und ich war heilfroh, als ich endlich oben war. Für Guido war diese Kletterei dagegen das reinste Vergnügen:

Gipfelglück:

Nach einer kurzen Rast und dem Eintrag ins Gipfelbuch ging es auf dem Südgrat hinunter und manchmal auch ein kleines Stück wieder hinauf Richtung Kugelhorn. Verfehlen konnte man den Weg nicht:

Hier war Guido wieder einmal vorausgeeilt und konnte meinen fachmännischen (!) Abstieg beobachten:

Das 2126 Meter hohe Kugelhorn, unser nächster Gipfel, hielt sich immer etwas bedeckt:

Wir näherten uns dem Gipfel des Kugelhorns:

Das nächste Zwischenziel war erreicht:

Lang hielten wir uns hier nicht auf, denn der Weg hinunter nach Hinterstein war noch lang und der Tag schon weit fortgeschritten. Und das mit dem Fliegen hat halt noch nicht so richtig geklappt:

Bevor es endgültig Richtung Tal ging, lag noch ein Gipfel vor uns, der 2066 Meter hohe Knappenkopf:

Der Gipfel des Knappenkopfs, schlicht und einfach:

Beim Abstieg vom Knappenkopf hatten wir den traumhaft schönen Schrecksee im Blick:

Ein letzter Blick auf den Schrecksee:

Weiter ging es über die Weidenflächen der Schrecken-Alpe:

Hier erkennt man vielleicht, dass die Sonne langsam am Untergehen war:

Da wir relativ zügig gehen mussten, um bei Tageslicht den Streckenabschnitt durch den Wald zum Wasserkraftwerk an der Giebelstraße hinter uns zu bringen, kam ich während des Abstiegs fast genauso ins Schwitzen wie beim Aufstieg! Und ich war heilfroh an einem Bänkchen am Wasserkraftwerk die Hochtourenschuhe gegen die Trekkingsandalen eintauschen zu können. Die hatte ich im Rucksack mitgeschleppt. Dank der Sandalen konnte ich anschließend auf der geteerten Straße doch um einiges zügiger ausschreiten. Um 21.21 Uhr waren wieder zurück am Parkplatz. Perfektes Timing würde ich sagen: Die späten Abendstunden in den Bergen verbringen zu können, war wunderbar, aber genauso wunderbar war es, rechtzeitig bevor es stockdunkel wurde, das Auto zu erreichen. Die genaue Tourenbeschreibung mit Karte findet man auf berg.fit: Rauhhorn-Überschreitung. Meine Mahlzeiten:

  • 8.10 bis 8.35 Uhr: 310 Gramm Schlangengurke
  • 11.30 Uhr: 270 Gramm Pfirsiche, 620 Gramm Nektarinen, 60 Gramm Heidelbeeren
  • 22.30 bis 23.00 Uhr: 180 Gramm Kohlrabi, 580 Gramm Rumpsteak vom Rind

Ich war wirklich froh, nach dieser Tour ein Stück Fleisch essen zu können. Die Nüsse, die ich in der Schweiz zur Verfügung hatte, haben meinen eigentlichen Bedarf meist nur halb so gut gedeckt.

PS: Nach der letzten Mahlzeit bin ich direkt ins Bett verschwunden. :stern:

geschrieben von Susanne am 2. August 2017 um 23.13 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Vegane Rohkost, Wandern in der Schweiz/Liechtenstein
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„Heute lassen wir es etwas gemütlicher angehen und fahren von Lenzerheide aus mit der Rothornbahn nach oben.“ So oder so ähnlich machte Guido mir am Vormittag die heutige Tour schmackhaft. Obwohl er mich eigentlich gar nicht wirklich für eine Tour motivieren musste, da ich mich nach einer ruhigen Nacht sogar fit genug für größere Unternehmungen fühlte. Die Fahrt hinauf zum Westgipfel des Parpaner Rothorns habe ich dann aber doch genossen. Es war schön, mal ganz ohne Anstrengung auf über 2800 Metern zu stehen. Der Blick von der Bergstation auf das Lenzer Horn und unsere Aufstiegsroute über den Nordwestgrat:

Genau um 11.11 Uhr startete Guido sein GPS-Gerät und es ging los zum 2899 Meter hohen Ostgipfel des Parpaner Rothorns:

Der Blick zurück zum Westgipfel mit der Bergstation der Rothornbahn:

Am Ostgipfel, der von der Bergstation aus in wenigen Minuten zu erreichen ist:

Hier tummeln sich meist viele Leute, die einen kurzen Bergspaziergang machen wollen. Wer etwas länger unterwegs sein will, wandert von hier aus weiter zur Sanaspans-Alpe bzw. zur Mittelstation der Rothornbahn. Wir hatten jedoch ein ganz anderes Ziel, das Aroser Rothorn, das hier am rechten Bildrand zu sehen ist, in der Bildmitte liegt das Erzhorn:

Das Aroser Rothorn ist mit 2890 Metern der höchste Berg des Plessurgebiets. Vom Parpaner Rothorn aus führte früher ein offizieller Wanderweg mit Drahtseilsicherungen über den Nordwestgrat hinauf zum Gipfel. Laut SAC-Führer wurden die Drahtseilsicherungen entfernt und die Markierungen übermalt. Allerdings stellte sich im Lauf des Weges heraus, dass die Markierungen trotzdem noch gut zu erkennen waren, was den Aufstieg sehr erleichterte. Sich einen Weg durch das Felsengewirr zu suchen, wäre weitaus mühseliger gewesen. Aber auch so war die Route noch anspruchsvoll genug. Es gab einige ausgesetzte Stellen und den Gipfel erreichte man nur unter Zuhilfenahme der Hände. Bilder habe ich hier keine gemacht, ich war zu sehr damit beschäftigt, nicht irgendwo den Fels hinunterzupurzeln! Glücklich auf dem Gipfelplateau:

Wie man dem Gipfelbuch entnehmen konnte, waren wir heute erst das dritte Team, das den Gipfel erreicht hatte. Dabei hatte man hier eine grandiose Fernsicht! Immer wieder schön, das Dreigestirn Piz Mitgel, Tinzenhorn und Piz Ela:

Hier ist rechts im Bild der Pizza Naira zu sehen:

Nach der Gipfelrast war die Frage, wie es weitergehen sollte, entweder den gleichen Weg zurück oder aber weiter über den Nordgrat Richtung Pizza Naira, einer Schrofenpyramide im Verbindungsgrat zwischen Aroser Rothorn und Lenzer Horn. Am tiefsten Punkt zwischen Aroser Rothorn und Pizza Naira hätte man dann weiter Richtung Lenzerheide absteigen können. Die Entscheidung fiel fürs Weitergehen:

Die ersten Meter hinunter waren sehr angenehm zu laufen, später wurde es dann doch wieder etwas kniffliger:

Dank der deutlich vorhanden Markierungen war aber wenigstens die Wegfindung recht einfach:

Hier standen wir am tiefsten Punkt des Grats, direkt vor uns lag der Gipfel des Pizza Naira:

Absteigen oder Aufsteigen war hier die Frage. Die Entscheidung fiel für den Aufstieg, da wir schon während unserer Gratwanderung zwei Alpinisten auf dem Weg hinauf zum Pizza Naira beobachtet hatten. Was die konnten, konnten wir auch! Da die beiden auf dem Weg noch oben einen heftigen Steinschlag ausgelöst hatten, war uns aber auch klar, dass die Angaben im SAC-Führer, dass der Pizza Naira aus sehr brüchigem Fels besteht, den Tatsachen entsprach. Hier hinauf gab es auch keinerlei Markierungen mehr und beim Anblick des Gipfelaufschwungs kam ich schon leicht ins Grübeln: „Wo bitte geht es hier entlang?!“ Aber sobald man im Fels am Klettern war, erschloss sich der Weg von ganz allein. Wir waren außerdem so vorsichtig und achtsam unterwegs, dass alle losen Steine an Ort und Stelle blieben. Am Gipfel:

Hier war kein Gipfelbuch unter den Steinen versteckt, sondern ein Geocache, den allerdings noch nicht viele Leute gefunden hatten:

Ach ja, ich habe hier oben noch etwas gefunden, nämlich einen Schweizer Franken! Ein Zurück gab es von hier aus nicht mehr, nur noch ein Vorwärts. Unser nächstes Etappenziel, der Piz Mez:

Der erste Teil des Abstiegs führte durch mäßig steiles Geröll bis zu einem Felskopf mit einem kleinen Eisenkreuz:

Der Blick zurück zu Pizza Naira und Aroser Rothorn:

Ab dem Felskopf ging es relativ locker über einen Grasrücken bis zum Gipfel des Piz Mez:

Vom Gipfel des Piz Mez aus ging es nur noch bergab, erst über eine steile Grasflanke hinunter ins Weidegebiet der Sanaspans-Alpe und von dort aus weiter über einen wunderschönen Waldweg bis zur Einmündung in die breite Fahrstraße zur Mittelstation der Rothornbahn. Oberhalb des Weidegebiets der Sanaspans-Alpe:

Hier fand ich noch etwas:

Diese Übungsgranate bzw. das, was davon übrig geblieben war, nahmen wir als Souvenir mit! Auf diesem Streckenabschnitt schaute außerdem ganz in unserer Nähe ein Murmeltier aus seinem Versteck hervor und mir hüpfte eine Kröte über die Füße:

Der Blick von der Sanaspans-Alpe zurück zu Piz Mez und Pizza Naira:

Auf dem Waldweg zur Mittelstation der Rothornbahn:

An der Einmündung auf die Fahrstraße:

Von hier aus ging es teilweise über die Fahrstraße, aber auch immer wieder über angenehmer zu gehende Waldwege zurück zur Talstation der Rothornbahn. Das Ende der Tour vor Augen:

Fazit der Tour: Einfach genial! :sonne: Es war sicherlich eine unserer abenteuerlichsten Touren, die wir je unternommen haben. Eine exakte Tourenbeschreibung gibt es wieder auf berg.fit: Lange, einsame Gratüberschreitung mit vier Gipfeln, einem „Fast-Dreitausender“ und einigen Kletterpassagen. Zu guter Letzt wie immer meine Mahlzeiten:

  • 9.15 Uhr: 310 Gramm Nektarinen, 150 Gramm Plattpfirsich, 240 Gramm Bananen „Cavendish“
  • 17.45 Uhr: ein paar Waldhimbeeren
  • 18.15 Uhr: 100 Gramm rote Johannisbeeren
  • 18.45 Uhr: 320 Gramm helle Trauben, 190 Gramm Apfel „Golden Delicious“
  • 21.30 bis 22.30 Uhr: 120 Gramm Karotten, 111 Gramm Mandeln, 70 Gramm Sesam

PS: Mir gefällt es so gut in Lenz, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, für immer hier zu bleiben! Okay, die Lebensmittelversorgung könnte etwas besser sein. Ohne die mitgebrachten Lebensmittel wäre ich wohl am Verhungern, denn Fleisch in passender Qualität habe ich noch nicht gefunden und nur mit Obst käme ich im Moment nicht über die Runden. Aber sonst vermisse ich hier nichts. Und das Internetfasten funktioniert weit weg von zu Hause bestens!

Anmerkung: Die Aufzeichnungen und Bilder dieses Tages habe ich erst nachträglich am 08. August veröffentlicht.