Archiv für Januar 2016

geschrieben von Susanne am 31. Januar 2016 um 23.46 Uhr
Kategorie: Ernährung, Vegane Rohkost, Wie ich zur Rohkost kam
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Für heute hatte der Wetterbericht den ganzen Tag Regen angesagt. In der Tat fing es schon in der Nacht an zu tröpfeln und tagsüber regnete es fast ununterbrochen. Nach dem Motto „innen wie außen“ habe ich daher einen Wasch- und Badetag veranstaltet: Morgens habe ich die Waschmaschine des Vermieters bestückt und am Nachmittag meine Haare gewaschen. Einmal in der Woche reicht dafür im Moment vollkommen aus. Außerdem ist seit Beendigung der Zahngeschichte der für meine Verhältnisse starke Haarausfall, den ich seit November beobachtet hatte, wieder auf ein normales Maß zurückgegangen. Von 15.00 bis 15.45 Uhr haben wir trotz Regen einen kurzen Spaziergang durchs Dorf gemacht. Unterwegs habe ich meinen Weggefährten gebeten, eine Aufnahme von mir zu machen. Von hinten und mit Regenschirm. Das ist dabei herausgekommen:

Rueckenansicht

So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Aber als Rohköstlerin bin ich daran gewöhnt, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind und schließlich zeigt das Bild mich von einer meiner guten Seiten. Wenn ich denn überhaupt schlechte habe. Das Ergebnis meines Wunsches hat mich so amüsiert, dass gleich darauf dieses Bild entstanden ist:

Taenzerinnen_im_Schnee

Mehr Impressionen von unserem Spaziergang sind hier zu sehen:

Dank Regentag bin ich nicht nur zum Waschen der Wäsche und der Haare gekommen, sondern auch dazu, Beiträge im Abenteuer-Rohkost Forum und den fünften Teil meiner Geschichte „Wie ich zur Rohkost kam“ zu schreiben:

Wie ich zur Rohkost kam – Teil 5

In Siegsdorf angekommen, hatten meine Kinder und ich das Glück, dass uns ein Einheimischer mit seinem Auto zum Ferienpark nach Vorauf gefahren hat. Nach dem Auspacken der Koffer ging es aber gleich wieder zurück nach Siegsdorf, um die aktuelle Tageszeitung der Region zu besorgen. Das hatte ich vorher wohl in der Freude, nicht zu Fuß nach Vorauf marschieren zu müssen, vergessen. Da uns dieses Mal niemand zur Hilfe kam, mussten wir zu Fuß gehen, was aber ohne Gepäck kein Problem war: Meine Tochter habe ich mit Hilfe eines Tragetuchs auf dem Rücken fest gebunden und meinen Sohn, der mit seinen drei Jahren schon gut zu Fuß war, an die Hand genommen.

Schließlich hielt ich glücklich die Zeitung in den Händen. Und eine der Anzeigen bot „zufällig“ genau das, was ich suchte, nämlich Arbeit und Unterkunft. Es wurde eine ganztägige Pflegekraft für eine nette, ältere Dame gesucht, die Unterkunft war frei, außerdem gab es etwas Pflegegeld als Lohn. Mobile Telefone waren damals noch nicht bekannt, also habe ich mich auf die Suche nach einer Telefonzelle gemacht. Sie war schnell gefunden und der Anruf vielversprechend: Ich wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, das schon am nächsten Tag stattfinden sollte.

Ich war zuversichtlich, dass alles perfekt laufen würde und so war es auch. Die ältere Dame war wirklich sehr nett, auch wenn sie sehr zerbrechlich wirkte. Aber sie liebte kleine Kinder, eine Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben mit mir. Und das Häuschen, das wir zusammen bewohnen würden, war ein Traum mit grünen Fensterläden. Schon nach wenigen Tagen konnten wir unser neues Zuhause beziehen, eine Wohnung im Erdgeschoss des kleinen Hauses. Sie war mit Möbeln des Neffen der alten Dame bestückt. Dieser hatte auch die Anzeige aufgegeben. Die alte Dame war eine Art Ersatzmama für ihn gewesen und er wollte ihr ihren Herzenswunsch erfüllen: Sie wollte gerne in ihrem Häuschen sterben, konnte sich aber nach einem Oberschenkelhalsbruch nicht mehr alleine versorgen.

Meine Kinder und ich sind schnell heimisch in unserem neuen Zuhause geworden. Mit dazu beigetragen hat auch meine Freundschaft zu einer lieben Frau mit dem himmlischen Namen „Angelika“. Ihre drei Töchter waren etwas älter als meine Kinder und waren begeistert über ihre neuen Spielkameraden. Wir waren ein Herz und eine Seele und haben viel gemeinsam unternommen. Das war möglich, weil die alte Dame, deren Pflege ich übernommen hatte, sich in ihren eigenen vier Wänden zusehends erholte. Vom Sterben war keine Rede mehr, im Gegenteil: Sie konnte sich nach kurzer Zeit ihr Essen wieder selbst zubereiten und ihr früheres Leben aufnehmen. Dazu gehörten kleine Spaziergänge und das Treffen mit ihren Freunden und Freundinnen. Anfangs habe ich ihre Wohnung geputzt, aber bald tauchte ihre alte Putzhilfe wieder auf und hat diese Arbeit übernommen. Ich musste mich schließlich nur noch um einen Teil ihrer Einkäufe kümmern, einem Teil, den ich liebend gerne jemand anderem überlassen hätte. Ich war nämlich vor allem für das Besorgen von Fleisch zuständig, alles andere wurde vom Tante-Emma-Laden des Dorfes ins Haus geliefert. So stand ich als überzeugte Veganerin immer wieder in einer Metzgerei und durfte mir den Duft von Fleisch um die Nase wehen lassen. Damals waren mir die Spiegelgesetze noch nicht so bewusst wie heute, sonst wäre ich vielleicht ins Grübeln gekommen, was das für mich zu bedeuten hat. Aber so habe ich bedenkenlos weiter mit der veganen Rohkost-Ernährung experimentiert.

In dieser Zeit habe ich mich erstmals intensiv mit dem Thema „Wildkräuter“ auseinander gesetzt und sie regelmäßig in meine und die Ernährung meiner Kinder mit einbezogen. Meine Tochter habe ich morgens und abends noch gestillt, tagsüber hat sie eigentlich alles gegessen, was ihr großer Bruder auch gegessen hat. Das waren hauptsächlich rohes Obst und Gemüse, Mandelmus, außerdem gekochtes Getreide wie Hirse und Amaranth sowie Brot. So ähnlich sah die Ernährung meiner Freundin und ihrer Kinder auch aus und wir haben sehr oft zusammen gegessen. Ab und zu gab es bei meiner Freundin etwas Schinken oder Thunfisch aus dem Bioladen. Beides haben meine Kinder ebenfalls gerne gegessen. Den Anspruch, sie roh-vegan zu ernähren, hatte ich damals nämlich nicht. Der kam erst bei meinem dritten Kind auf.

Meine eigene Ernährung war dagegen strikt vegan und bis auf Ausnahmen roh. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass diese „Ausnahmen“ wohl wesentlich dazu beigetragen haben, dass ich überhaupt ohne größere Probleme vegan leben konnte. Die Ausnahmen betrafen nämlich gekochtes Getreide wie Hirse, damit bekam mein Körper das notwendige Eisen und B-Vitamine. Außer Vitamin B12, aber da waren meine Speicher wohl noch gut gefüllt. Eine weitere Ausnahme war Gomasio, eine Gewürzmischung aus geröstetem schwarzen Sesam und Meersalz, mit deren Hilfe ich genügend Mineralien und Salz aufgenommen habe. Auf die Idee, Meersalz pur zu essen, bin ich nicht gekommen.

Nahrungsergänzungsmittel waren für mich zu dieser Zeit tabu. Nach der Lektüre eines Buches, ich erinnere mich leider weder an den Namen des Autors, noch an den Titel, fühlte ich mich in meiner Ansicht bestätigt, dass ein gesunder Mensch alle lebensnotwendigen Stoffe in sich selbst erschaffen kann. Die Idee, dass man sich irgendwann von Lichtnahrung ernähren kann, spukte ebenfalls schon seit längerem in meinem Kopf herum. Aber falls es wirklich möglich sein sollte, damals war ich noch weit entfernt davon, mich von Licht ernähren zu können. Und bin es noch heute.

Unsere Lebensmittel stammten fast alle aus dem Bioladen, in dem meine Freundin arbeitete. Nicht nur Dank ihr, sondern auch Dank der Gutmütigkeit der Besitzerin, die mir und den Kindern manches Lebensmittel zusteckte, konnte ich mir den Einkauf im Bioladen überhaupt leisten. Denn ich bekam zwar von meinem Lebenspartner zusätzlich zu dem Pflegegeld Unterhalt, aber das Geld, das ich zur Verfügung hatte, hätte trotzdem nicht für regelmäßige Einkäufe im Bioladen gereicht. Ein eigenes Konto hatte ich damals genauso wenig wie Gespartes. Alle finanziellen Angelegenheiten hatte ich während meiner Ehe meinem Partner überlassen und auch nach der Trennung fühlte ich mich nicht berufen, mich um meine finanzielle Zukunft zu kümmern. Das Geld war knapp, aber da ich kaum Bedürfnisse außer qualitativ hochwertige Lebensmittel hatte, ausreichend.

Während der Zeit in Siegsdorf habe ich nicht nur versucht, meine Ernährung zu optimieren, sondern habe mir auch das Amalgam aus meinen Zähnen entfernen lassen. Der Zahnarzt, den ich mit der Entfernung beauftragt hatte, hat mir damals als Alternative Gold empfohlen. Das war, wie sich später herausgestellt hat, eine denkbar schlechte Empfehlung gewesen. Mein Wissen über den Einfluss von Zahnmaterialien war damals allerdings noch so bescheiden, dass ich mehr oder weniger bedenkenlos seinen Empfehlungen gefolgt bin.

Irgendwann habe ich die Scheidung eingereicht und da ich bereit war, auf nähere Auskünfte bezüglich unseres gemeinsamen Vermögens und des aktuellen Gehaltes meines Partners zu verzichten, ging diese schnell und reibungslos über die Bühne. Josef, der Therapeut, in den ich mich verliebt hatte, hatte inzwischen geheiratet, so dass ich gefühlsmäßig vollkommen frei war. Jedenfalls habe ich das geglaubt. Dass dem nicht so war, habe ich erst später erkannt. Glaubenssätze wie „Eine Frau darf in ihrem Leben nur mit einem Mann sexuell aktiv werden“ standen der Freiheit nämlich massiv im Weg. Außerdem wurde ich im Laufe der Zeit immer trauriger und depressiver. Als Ursache hatte ich erst einmal ausschließlich das Gold in meinen Zähnen in Verdacht. Aus den homöopathischen Büchern, die ich studiert hatte, war mir nämlich das Mittelbild von Gold bekannt, das von Depressionen und Selbstmordgedanken geprägt sein kann. Viele Jahre später habe ich diese Informationen über die Vergiftungssymptome von Gold gefunden:

Zitat:

Gold nach Amalgam ist häufig der Anlass für einen dramatischen oder theatralischen Selbstmord.

So weit ist es damals Gott sei Dank bei mir nicht gekommen. Aber mein Mut und meine Zuversicht, das Leben allein mit meinen beiden Kindern meistern zu können, verschwand und mein emotionaler Zustand besserte sich auch nach der Entfernung des Goldes nicht wesentlich. Die Sehnsucht, jemanden an meiner Seite zu haben, der mit mir durchs Leben geht, wurde so mächtig, dass das kam, was aufgrund des oben erwähnten Glaubenssatzes kommen musste: Ich fühlte mich wieder zu meinem Ex-Mann hingezogen, der nie die Hoffnung aufgegeben hatte, mich zurückgewinnen zu können. So haben wir etwa ein Jahr nach unserer Scheidung beschlossen, unseren gemeinsamen Lebensweg fortzusetzen. Und der führte direkt nach Spanien, genauer gesagt in die Nähe von Madrid, eine der sonnenreichsten Städte Europas.

:stern: :stern: :stern:

Heute bin ich mir übrigens nicht mehr sicher, ob das Gold der alleinige Auslöser für meine Depressionen war. Ernährt man sich roh-vegan, fehlen einige Nährstoffe und Vitamine, die für einen stabilen emotionalen Zustand wichtig sind. Dazu gehören nicht nur die Vitamine der B-Gruppe, sondern auch ungesättigte Fettsäuren. An beidem hat es mir damals wahrscheinlich trotz meiner Ausnahmen gemangelt. Aber es war so, wie es gewesen ist: Ich hatte die Botschaft, die mir durch den Duft des Fleisches in der Metzgerei übermittelt wurde, nicht verstanden. Zu welch harten Maßnahmen das Universum greifen musste, um mir begreifbar zu machen, dass der Verzehr tierischer Lebensmittel lebensnotwendig ist, werde ich im sechsten Teil meiner Geschichte erzählen.

Mein Speiseplan sah heute folgendermaßen aus:

  • 9.40 Uhr: 270 Gramm Grapefruit und 300 Gramm Clementinen
  • 12.15 Uhr: 560 Gramm Kakis
  • 16.00 Uhr: 600 Gramm Kakis
  • 21.15 Uhr: 360 Gramm Kohlrabi
  • 23.15 Uhr: 650 Gramm Avocados „Pinkerton“
geschrieben von Susanne am 30. Januar 2016 um 22.46 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Omnivore Rohkost, Schneeschuhtouren
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Die Avocados, die ich gestern gegessen habe, haben zwar gewärmt, aber lange nicht so intensiv wie Fisch oder Fleisch. Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, wie man in der kalten Jahreszeit oder in kälteren Klimazonen im Allgemeinen ohne tierische Lebensmittel auskommen kann. Auf meiner morgendlichen Einkaufsrunde stand daher auch der Besuch einer Metzgerei auf dem Programm.

Nachdem alle Einkäufe für das Wochenende erledigt waren, gab es um 10.50 Uhr die erste Mahlzeit des Tages. Sie bestand aus 1050 Gramm Kakis. Eine ziemlich üppige Portion, aber mein Appetit ist in den letzten Tagen nicht kleiner geworden, eher im Gegenteil. Ich habe leider keine Waage hier, um mein aktuelles Gewicht feststellen zu können. Aber ich bin weiter am Zunehmen, das merke ich an meinen Hosen.

Auf unserer Einkaufstour waren wir auch in einem Sportgeschäft und haben uns dort Schneeschuhe ausgeliehen. Zu Beginn unserer heutigen Tour mussten wir sie allerdings erst einmal Huckepack tragen:

Schneeschuhwanderung_Oytal_1

Ziel war das Oytal. Dort sollten die Schneeschuhe dann ab dem Oytalhaus auf dem Weg zur Gutenalpe und vielleicht sogar bis zur Käseralpe zum Einsatz kommen. Im vorderen Oytal war Schnee allerdings noch Mangelware:

Schneeschuhwanderung_Oytal_2

In der Nähe des Oytalhauses sah es dann aber schon richtig winterlich aus:

Schneeschuhwanderung_Oytal_3

Der Weg vom Oytalhaus zur Gutenalpe war dann endgültig schneeschuhtauglich:

Schneeschuhwanderung_Oytal_4

Startklar zum nächsten Schneeschuhabenteuer:

Schneeschuhwanderung_Oytal_5

Hinter der Gutenalpe mussten wir aber schon beim ersten Anstieg unsere Idee, zur Käseralpe zu wandern, begraben. Hier begann nämlich der lawinengefährdete Abschnitt des Weges. Eine, das sah man schon von weitem, hatte sich über den Weg geschoben:

Schneeschuhwanderung_Oytal_Lawine_1

Hier liegt sie direkt vor uns:

Schneeschuhwanderung_Oytal_Lawine_2

Man hätte gut darüber hinweg steigen können, aber da die Gefahr weiterer Lawinenabgänge bestand und wir dafür nicht ausgerüstet waren, sind wir an dieser Stelle lieber umgekehrt. Statt zu Käseralpe zu stapfen, sind wir erst einen steilen, aber sicheren Hang hinauf und wieder hinunter und anschließend querfeldein die Oy entlang:

Schneeschuhwanderung_Oytal_7

Schneeschuhwanderung_Oytal_6

Schneeschuhwanderung_Oytal_9

Einige Male sind wir nicht nur der Oy entlang marschiert, sondern auch mitten durch:

Schneeschuhwanderung_Oytal_8

Auf den Wiesen im Oytal:

Schneeschuhwanderung_Oytal_10

Schneeschuhwanderung_Oytal_11

Zurück am Oytalhaus habe ich die Schneeschuhe ausgezogen, während mein Weggefährte noch ein Weilchen weiter quer über die schneebedeckten Wiesen marschiert ist. Hier sind wir wieder in der Nähe von Oberstdorf:

Schneeschuhwanderung_Oytal_12

Da wir vor 18.00 Uhr im Dorf waren, sind wir direkt zum Sportgeschäft gelaufen und haben die Schneeschuhe abgegeben. Wären wir später zurückgekommen, hätten wir das morgen vor 10.00 Uhr erledigen müssen. So können wir morgen in aller Ruhe ausschlafen und uns von den Anstrengungen der heutigen Tour erholen. Die Daten der Tour: Zeit: 5 Stunden und 50 Minuten; Distanz: 19 Kilometer; Höhenmeter: 500. Was nicht messbar ist und wofür ich auch keine Worte habe: Die Gefühle von Freude, Glück und Dankbarkeit, die ich während der Tour erleben durfte!

240 Gramm Chicorée und 330 Gramm Champignons bildeten um 18.00 Uhr die zweite Mahlzeit des Tages. Um 21.30 Uhr folgte dann die dritte und letzte. Sie dauerte 45 Minuten und bestand aus 500 Gramm Fleisch vom Reh, einschließlich etwas Knochenmark und 50 Gramm Feldsalat. Danach hatte ich nur noch ein Bedürfnis, das nach Ruhe. :stern:

Nachtrag:
Beinahe hätte ich es vergessen zu erwähnen: Ich habe in den gestrigen Eintrag ein Video eingefügt: Ein Wintertag am Nebelhorn.

geschrieben von Susanne am 29. Januar 2016 um 23.34 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Vegane Rohkost, Videos, Winterwanderungen
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So warm wie heute Nacht und in den frühen Morgenstunden war mir schon lange nicht mehr. Ich habe sogar die Heizung herunter gedreht, etwas was eher selten vorkommt. Außerdem habe ich sehr ruhig geschlafen und hatte nicht das Bedürfnis, schon früh am Morgen etwas zu essen. So ganz verkehrt kann der Lachs also trotz des nach dem Verzehr auftretenden Ziehens in den Zähnen nicht gewesen sein. Wahrscheinlich hat der Obst- und Gemüsehändler mit seiner Aussage, dass es sehr gesund sei, einmal die Woche Fisch zu essen, wirklich Recht. Ich werde mir daher seine Worte zu Herzen nehmen. Mein Seelengefährte hat übrigens ebenfalls von dem Lachs gegessen, ebenfalls roh und etwa doppelt so viel wie ich. Negative Erscheinungen sind bei ihm nach dem Verzehr nicht aufgetreten.

Die erste Mahlzeit fand um 9.30 Uhr statt und bestand aus 460 Gramm Clementinen. Danach ging es wieder auf eine Einkaufsrunde durchs Dorf. Ich gebe zu, ich liebe es, täglich auf Nahrungssuche zu gehen. „Gefunden“ habe ich reife Kakis, Champignons, Feldsalat, Tomaten, Gemüsefenchel, Kohlrabi, Avocados und Clementinen. Damit dürfte das Überleben für die nächsten 24 Stunden gesichert sein! Nach der Rückkehr in unser Appartement habe ich die Nachricht bekommen, dass mein Kommentar bei Silke Rosenbusch kommentiert worden ist:


Liebe Susanne,
wie kommt es dass ausgerechnet DU als Diplombiologin und „““in Biochemie, AUSBLENDEST, dass Fleisch und Fettverzehr (roh) WISSENSCHAFTLICH BEWIESEN ( siehe Buch “ Essen gegen Herzinfarkt“), als gesund betrachtest/empfiehlst? Sowie Unmengen an Obst, was die Trigl. / Blutfettwerte ansteigen lässt?

Erst kürzlich las ich von dir, dass du Fleisch eigentlich ungerne isst, dann hat das mit instinktiver Ernährung docb nichts zu tun, oder? Also warum in Gottes Namen denkst du, dass es gesund ist, fast jeden Tag Kiloweise rohes Fleisch essen zu müssen?

Ich begreife das nicht, du bist eine hochintelligente Frau! Es wäre nett, wenn du in deinem Rohkosttagebuch mal eine biochemische / wissenschaftliche Begründung deiner Ernährungsform schilderst. Nur weil dir Rohkost mit rohen Fetten und Fleisch momentan noch gut tut, bedeutet es nicht, dass du gesund bleibst! Deine Adern sind mit Sicherheit schon voller Plaque. Herzliche Grüße Anja.

So sah meine Antwort darauf aus:

Liebe Anja,

du hast geschrieben:

„Wie kommt es dass ausgerechnet DU als Diplombiologin und „““in Biochemie, AUSBLENDEST, dass Fleisch und Fettverzehr (roh) WISSENSCHAFTLICH BEWIESEN ( siehe Buch “ Essen gegen Herzinfarkt“), als gesund betrachtest/empfiehlst? Sowie Unmengen an Obst, was die Trigl. / Blutfettwerte ansteigen lässt?“

Ich kenne das Buch „Esssen gegen Herzinfakt“ bisher noch nicht. Enthält es wirklich wissenschaftliche Belege, die gegen den Verzehr von rohem Fleisch sprechen?

„Erst kürzlich las ich von dir, dass du Fleisch eigentlich ungerne isst, dann hat das mit instinktiver Ernährung doch nichts zu tun, oder?“

Wo habe ich das geschrieben? Egal, was ich esse, ob pflanzliche oder tierische Lebensmittel, ich esse sie mit Genuss. Ich empfehle übrigens keinem, sich so zu ernähren, wie ich es mache. Die einzige Empfehlung, die ich gebe, ist, auf den eigenen Instinkt bzw. die eigene Intuition zu hören. Und wenn da gerade eine vegane Phase angesagt ist, ist das vollkommen in Ordnung.

„Ich begreife das nicht, du bist eine hochintelligente Frau!“

Danke für dieses Kompliment!

„Es wäre nett, wenn du in deinem Rohkosttagebuch mal eine biochemische / wissenschaftliche Begründung deiner Ernährungsform schilderst.“

Eine wissenschaftliche Begründung wird es von mir nicht geben. Was die Wissenschaft betrifft, halte ich es nämlich mit Jakob von Uexküll, einem deutsch-schwedischen Biologen, der gesagt hat, dass die Wissenschaft von heute der Irrtum von morgen ist.

„Nur weil dir Rohkost mit rohen Fetten und Fleisch momentan noch gut tut, bedeutet es nicht, dass du gesund bleibst!“

Das ist eben mein persönliches, wissenschaftliches Experiment. Da es aber außer mir keine weiteren Teilnehmer an diesem Experiment gibt, werden meine Ergebnisse auch in Zukunft rein anekdotisch zu betrachten sein

„Herzliche Grüße an dich Anja.“

Herzliche Grüße auch an dich, liebe Anja! Kennen wir uns eigentlich?

Ich habe später bei Amazon nach dem Buch „Essen gegen Herzinfarkt“ geschaut. Gut, dass man hier einen Blick in das Buch werfen kann. Ich zitiere den ersten Satz der Einleitung:

Dieses Buch enstand aus den dramatischen Erfahrungen von 23 Männern und einer Frau, die mich vor über 20 Jahren verzweifelt und hoffnungslos konsultierten.

Die Grundlage dieses Buches ist also keine wissenschaftliche Studie, sondern auch nur die „anekdotische“ Erfahrung eines Chirurgen.

Die zweite Mahlzeit des Tages fand um 12.15 Uhr statt und bestand aus 840 Gramm Kakis. Anschließend bin ich zusammen mit meinem Seelengefährten zu einer weiteren Gipfeltour aufs Nebelhorn gestartet. Die Tour sollte ausschließlich der Erholung dienen, die körperlichen Anstrengungen der letzten drei Tage stecken uns beiden nämlich noch in den Knochen. Auf dem Gipfel wehte ein eisiger Wind und blies immer wieder kleinere und größere Wolkenfelder über uns hinweg. Außerdem hatte es über Nacht etwas geschneit, so dass sich die Bergwelt in einem ganz anderen Licht präsentierte als am 25. Januar. So sah die Welt heute von der Gipfelstation aus:

Panorama_Nebelhorn

Panorama_mit_Nebelhornbahn

Es war faszinierend zu beobachten, wie die Bergkrähen den Wind nutzten, um sich auf und ab treiben zu lassen. Hier hat sich einer der schwarzgefiederten Kunstflieger eine kurze Pause gegönnt:

Bergkraehe_1

Den Krähen schien der kalte Wind nichts auszumachen. Ich war allerdings heilfroh über die dicke Kapuze meiner Daunenjacke:

Susanne_Gipfelstation_Nebelhorn

Wieder unten an der Station Höfatsblick, auf dem Weg zum Rundwanderweg:

Tafel_Winterwanderweg

Ausblick nach Westen vom Rundwanderweg aus:

Rundwanderweg_Nebelhorn_3

Anschließend sind wir zum Zeigersattel gewandert und haben uns auf dem Weg dorthin die Iglu-Lodge näher angeschaut:

Iglu_Lodge_Nebelhorn

Zehn Schlaf-Iglus laden hier zu einer Übernachtung der besonderen Art ein. So sieht der Romantik-Iglu von Innen aus:

Iglu_Lodge_Romantik

Gaisalpsee, Hüttenkopf und das Nebelhorn-Skigebiet vom Zeigersattel aus:

Gaisalpsee

Huettenkopf

Nebelhorn_Skigebiet

Für alle, die sich nach diesen Bildern immer noch nicht an der Winter-Wunderwelt satt gesehen haben, gibt es hier ein Video von unserer Wanderung

Nach der Rückkehr zur Station Höfatsblick hatten sich alle Wolken verzogen, so dass wir es uns in den Liegestühlen gemütlich gemacht haben:

Gipfeltour_Ausklang

Um 16.00 Uhr ging es mit der Bahn zurück ins Tal:

Nebelhornbahn_Station_Hoefatsblick

Während die Gipfel der umliegenden Berge noch im Sonnenlicht badeten, lag das Dorf bei unserer Ankunft schon im Schatten. Zurück im Basislager habe ich um 16.45 Uhr 260 Gramm Chicorée und 320 Gramm Champignons gegessen. Die Pilze waren sehr frisch sowie fest im Fleisch und nach mehrtägiger Pilz-Pause ein wahrer Hochgenuss. Um 20.00 Uhr habe ich einen Kohlrabi von 200 Gramm gegessen und um 21.45 Uhr 650 Gramm Avocados „Pinkerton“ und 105 Gramm Feldsalat. Ich glaube, morgen können wir wieder zu einer „richtigen“ Tour starten, ich fühle mich jedenfalls wieder ziemlich fit.

geschrieben von Susanne am 28. Januar 2016 um 20.44 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Omnivore Rohkost, Winterwanderungen
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Eine Pomelo von 550 Gramm bildete um 7.00 Uhr die erste Mahlzeit. Zwei Stunden später habe ich Samenkörner von zwei Granatäpfeln gegessen. Hier betrug die verzehrte Menge 580 Gramm. Gegen 10 Uhr ging es wieder einmal auf eine Einkaufsrunde durch Oberstdorf. Erstes Ziel war ein Sportgeschäft, in dem ich meine Winterausrüstung mit Stöcken und Gamaschen erweitert habe:

Stoecke_und_Gamaschen

Anschließend habe ich mir beim Obst- und Gemüsehändler zwei reife Kakis besorgt. „Zufällig“ kam der Chef auf die Idee, uns ein Stück Lachsfilet anzubieten. Einmal die Woche bestellt er nämlich für Kunden frischen Fisch. Außerdem hat er uns erzählt, dass es sehr gesund sei, einmal die Woche Fisch zu essen. Wenn ein solcher Hinweis von einem Menschen kommt, der keine Ahnung hat, wie ich lebe und mich ernähre, werde ich hellhörig. Wir haben also dem Wink des Zufalls Folge geleistet und das gute Stück gekauft, auch wenn es Zuchtlachs war.

Um 12 Uhr gab es eine Mahlzeit mit Kakis. Immer noch schmecken sie himmlisch, machen wunderbar satt und zufrieden und was bei den winterlichen Verhältnissen ebenfalls wichtig ist, hinterlassen ein wohliges Gefühl der Wärme im Körper. Um 13.00 Uhr sind wir zu einer Wanderung gestartet. Ziel war erst einmal Gerstruben, einer der höchst gelegenen Orte in Deutschland. Hier war ich im Juli des letzten Jahres schon einmal: Berglauf-Training:

Der Weg führte zu Beginn durch das Trettachtal mit Blick auf die Trettachspitze:

Trettachtal

Später ging es bis zum Ortseingang von Gerstruben steil den Berg hinauf:

Fahrweg_nach_Gerstruben

Der Weg nach Gerstruben war schnee- und eisfrei, was ich sehr bedauert habe, denn ich wollte meine neuen Stöcke ausprobieren. Erst als wir von Gerstruben aus weiter Richtung Dietersbach-Alpe gewandert sind, hatten sie ihren ersten Einsatz. Dieser Weg war nämlich tief verschneit und eigentlich nur mit Schneeschuhen begehbar:

Winterwanderung_Dietersbachtal

Wir haben es trotzdem versucht und uns immerhin etwa 2 Kilometer durch den Schnee gekämpft. Unzählige Male sind wir bis zur halben Wade oder tiefer im Schnee versunken. Ich war heilfroh, dass ich dank der neuen Gamaschen diese Tortour wenigstens trockenen Fußes überstanden habe. An der Gerstruben-Alpe, die auf 1216 Metern liegt, gab es eine kurze Verschnaufpause:

Gerstruben_Alpe

Im Hintergrund ist der Gipfel des Höfats zu sehen. Kurz vor dem Erreichen der Dietersbach-Alpe haben wir nach einem letzten Blick auf den vor uns liegenden Talkessel den Rückweg angetreten:

Dietersbachtal_Talkessel

Hier blicke ich schon Richtung Gerstruben, bereit, mich zurück zu kämpfen:

Winterwanderung_Dietersbachtal_2

Der Rückweg war fast noch mühsamer als der Hinweg Auch wenn die Wanderung durch das tief verschneite Dietersbachtal wunderschön war, sie war sehr kräftezehrend und ich war froh, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Mit Einbruch der Dunkelheit waren wir wieder am Ortseingang von Oberstdorf. Die Runtastic-App zeigte für die Wanderung folgendes Ergebnis an:

Runtastic_Ergebnis_9

Um 17.45 Uhr gab es für mich 150 Gramm des heute Mittag gekauften Lachs als Stärkung. Er hat lecker geschmeckt, obwohl ich wahrscheinlich ein Stück fettes Fleisch vom Wildschwein bevorzugt hätte. Aber das stand mir heute leider nicht zur Verfügung. Etwa eine Stunde nach der Mahlzeit machten sich mehrere Zähne durch ein ziehendes Gefühl bemerkbar. Ich habe keine Ahnung, was das zu bedeuten hat, gut hat sich das allerdings nicht angefühlt. Die letzte Mahlzeit fand von 22.00 bis um 22.30 Uhr statt und bestand aus 460 Gramm Fleisch vom Reh. Danach war das Ziehen an den Zähnen verschwunden.

geschrieben von Susanne am 27. Januar 2016 um 20.57 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schneeschuhtouren, Vegane Rohkost
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Nach dem Frühstück, das um 8.30 Uhr stattfand und aus 240 Gramm Grapefruit und 400 Gramm Clementinen bestand, ging es zum Einkaufen ins Dorf und anschließend zu einer Wohnungsbesichtigung. Die Wohnung war eine der einladendsten, die wir bisher zu sehen bekommen haben und hatte so ziemlich alles zu bieten, was auf unserer Wunschliste steht. Mal schauen, ob es dieses Mal zur Unterzeichnung eines Mietvertrags kommt.

Nach der Rückkehr in unser Appartement um 11.30 Uhr habe ich drei Kakis (Nettogewicht 800 Gramm) gegessen. Um 12.30 Uhr sind wir zum Bahnhof marschiert und dann weiter mit dem Bus zum Söllereck, einem Skigebiet bei Oberstdorf, gefahren. Ich wollte dort an einer Schneeschuhwanderung teilnehmen und mein Seelengefährte den Gipfel des Söllerecks mit seinem Splitboard erklimmen. Ein Splitboard ist ein in der Länge teilbares Snowboard. Sind die Teile getrennt, erhält man ein Paar Tourenski, die für den Aufstieg mit Fellen bezogen werden können. Ist man oben, packt man die Felle in seinen Rucksack, verbindet die beiden Teile und muss dann nicht absteigen, sondern kann abfahren. Treffpunkt für die Schneeschuhwanderung war eine Hütte der „Neuen Skischule Oberstdorf“:

Schneeschuhwanderung_1

Hier ist meine Leihausrüstung zu sehen:

Schneeschuhe

Die Gruppe bestand zu Beginn aus einem Dutzend Interessierten. Es war aber schon bald klar, dass nicht alle Teilnehmer die notwendige Kondition hatten, um die vom Führer geplante Tour durchstehen zu können. Also waren wir bald nur noch zu siebt, die ganze Tour mit Auf- und Abstieg haben sogar nur vier mitmachen können. Die anderen sind mit der Bahn nach unten gefahren.

Es ging während des Aufstiegs zur Bergstation der Söllereckbahn abseits des normalen Wanderwegs kreuz und quer durch den Wald. Ich fand es traumhaft schön, still durch den Schnee zu stapfen. Hier einige Impressionen von der Strecke:

Schneeschuhwanderung_Panorama_Oberstdorf

Schneeschuhwanderung_2

An der Bergstation der Söllereckbahn kam es zu einem „zufälligen“ Treffen mit meinem Seelengefährten, der schon wieder auf dem Weg nach unten war.

Außenwand  Schwierigkeit 5

Er ist nach der Abfahrt noch ein zweites Mal nach oben gestapft. Ich habe es mir unterdessen zusammen mit den übrig gebliebenen Schneeschuhwanderern in der Gaststube der Alpe Schrattenwang gemütlich gemacht. Für mich gab es einen halben Liter Wasser, für die anderen Kaffee und Kuchen, Gulaschsuppe und eine deftige Brotzeit mit Schinken und Käse. Um 15.35 Uhr haben wir uns an den Abstieg gemacht:

Schneeschuhwanderung_3

Um 16.10 Uhr lag die Talstation der Söllereckbahn mit der Hütte der Skischule vor uns:

Soellereck_Talstation

Nach der Rückgabe der Leihausrüstung ging es zusammen mit meinem Seelengefährten, der vor der Hütte auf mich gewartet hatte, zur nächsten Bushaltestelle Richtung Oberstdorf, wo wir um 17 Uhr angekommen sind. Um 17.45 Uhr habe ich mich ans Abendessen gemacht, dass aufgrund der sportlichen Aktivität am heutigen Tag recht üppig ausgefallen ist: Es bestand aus 100 Gramm Chicorée, 200 Gramm Kohlrabi, 80 Gramm Feldsalat, 450 Avocados Fuerte und 300 Gramm Avocados Hass.

Es waren wieder einmal traumhaft schöne Stunden in freier Natur, die ich erleben durfte. Wie gestern werde ich auch heute Abend stricken, eine Gute-Nacht-Geschichte dabei anhören und früh im Bett verschwinden. :stern: