Archiv für Januar 2016

geschrieben von Susanne am 31. Januar 2016 um 23.46 Uhr
Kategorie: Ernährung, Gesundheit, Wie ich zur Rohkost kam
(0) Kommentare
   
   
   

Für heute hatte der Wetterbericht den ganzen Tag Regen angesagt. In der Tat fing es schon in der Nacht an zu tröpfeln und tagsüber regnete es fast ununterbrochen. Nach dem Motto „innen wie außen“ veranstaltete ich daher einen Wasch- und Badetag: Morgens bestückte ich die Waschmaschine des Vermieters und am Nachmittag wusch ich meine Haare. Einmal in der Woche reichte im Moment vollkommen aus. Außerdem war seit Beendigung der Zahngeschichte der für meine Verhältnisse starke Haarausfall, den ich seit November beobachtet hatte, wieder auf ein normales Maß zurückgegangen.

Von 15.00 bis 15.45 Uhr machten Guido und ich trotz Regen einen kurzen Spaziergang durchs Dorf. Unterwegs bat ich Guido, eine Aufnahme von mir zu machen. Von hinten und mit Regenschirm. Das kam dabei heraus:

Rueckenansicht

So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt! Aber als Rohköstlerin war ich daran gewöhnt, die Dinge so zu nehmen, wie sie waren und schließlich zeigte das Bild mich von einer meiner guten Seiten. Wenn ich denn überhaupt schlechte hatte! Das Ergebnis meines Wunsches amüsierte mich so sehr, dass gleich darauf dieses Bild entstand:

Taenzerinnen_im_Schnee

Mehr Impressionen von unserem Spaziergang waren hier zu sehen:

Dank Regentag kam ich nicht nur zum Waschen der Wäsche und der Haare, sondern auch dazu, Beiträge im Abenteuer-Rohkost Forum und den fünften Teil meiner Geschichte „Wie ich zur Rohkost kam“ zu schreiben:

Wie ich zur Rohkost kam – Teil 5

In Siegsdorf angekommen, hatten meine Kinder und ich das Glück, dass uns ein Einheimischer mit seinem Auto zum Ferienpark nach Vorauf fuhr. Nach dem Auspacken der Koffer ging es aber gleich wieder zurück nach Siegsdorf, um die aktuelle Tageszeitung der Region zu besorgen. Das hatte ich vorher wohl in der Freude, nicht zu Fuß nach Vorauf marschieren zu müssen, vergessen! Da uns dieses Mal niemand zur Hilfe kam, mussten wir zu Fuß gehen, was aber ohne Gepäck kein Problem war: Meine Tochter band ich mit Hilfe eines Tragetuchs auf dem Rücken fest und meinen Sohn, der mit seinen drei Jahren schon gut zu Fuß war, nahm ich an die Hand.

Schließlich hielt ich glücklich die Zeitung in den Händen. Und eine der Anzeigen bot „zufällig“ genau das, was ich suchte, nämlich Arbeit und Unterkunft. Es wurde eine ganztägige Pflegekraft für eine nette, ältere Dame gesucht, die Unterkunft war frei, außerdem gab es etwas Pflegegeld als Lohn. Mobile Telefone waren damals noch unbekannt, also machte ich mich auf die Suche nach einer Telefonzelle. Sie war schnell gefunden und der Anruf vielversprechend: Ich wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, das schon am nächsten Tag stattfinden sollte.

Ich war zuversichtlich, dass alles perfekt laufen würde und so war es auch. Die ältere Dame war wirklich sehr nett, auch wenn sie sehr zerbrechlich wirkte. Aber sie liebte kleine Kinder, eine Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben mit mir. Und das Häuschen, das wir zusammen bewohnen würden, war ein Traum mit grünen Fensterläden. Schon nach wenigen Tagen konnten wir unser neues Zuhause beziehen, eine Wohnung im Erdgeschoss des kleinen Hauses. Sie war mit Möbeln des Neffen der alten Dame bestückt. Dieser hatte auch die Anzeige aufgegeben. Die alte Dame war eine Art Ersatzmama für ihn und er wollte ihr ihren Herzenswunsch erfüllen: Sie wollte gerne in ihrem Häuschen sterben, konnte sich aber nach einem Oberschenkelhalsbruch nicht mehr alleine versorgen.

Meine Kinder und ich wurden schnell heimisch in unserem neuen Zuhause. Mit dazu bei trug hat auch meine Freundschaft zu einer jungen Frau mit dem himmlischen Namen „Angelika“. Ihre drei Töchter waren etwas älter als meine Kinder und waren begeistert über ihre neuen Spielkameraden. Wir waren ein Herz und eine Seele und unternahmen viel gemeinsam. Das war möglich, weil die alte Dame, deren Pflege ich übernommen hatte, sich in ihren eigenen vier Wänden zusehends erholte. Vom Sterben war keine Rede mehr, im Gegenteil: Sie konnte sich nach kurzer Zeit ihr Essen wieder selbst zubereiten und ihr früheres Leben aufnehmen. Dazu gehörten kleine Spaziergänge und das Treffen mit ihren Freunden und Freundinnen. Anfangs putzte ich ihre Wohnung, aber bald tauchte ihre alte Putzhilfe wieder auf und übernahm diese Arbeit. Ich musste mich schließlich nur noch um einen Teil ihrer Einkäufe kümmern, einem Teil, den ich liebend gerne jemand anderem überlassen hätte. Ich war nämlich vor allem für das Besorgen von Fleisch zuständig, alles andere wurde vom Tante-Emma-Laden des Dorfes ins Haus geliefert. So stand ich als überzeugte Veganerin immer wieder in einer Metzgerei und durfte mir den Duft von Fleisch um die Nase wehen lassen. Damals waren mir die Spiegelgesetze noch nicht so bewusst wie heute, sonst wäre ich vielleicht ins Grübeln gekommen. Aber so experimentierte ich bedenkenlos weiter mit der veganen Rohkost-Ernährung!

In dieser Zeit setzte ich mich erstmals intensiv mit dem Thema „Wildkräuter“ auseinander und bezog wilde Kräuter regelmäßig in meine und die Ernährung meiner Kinder mit ein. Meine Tochter stillte ich morgens und abends noch, tagsüber aß sie eigentlich alles, was ihr großer Bruder auch aß. Das waren hauptsächlich rohes Obst und Gemüse, Mandelmus, außerdem gekochtes Getreide wie Hirse und Amaranth sowie Brot. So ähnlich sah die Ernährung meiner Freundin und ihrer Kinder auch aus und wir aßen sehr oft zusammen. Ab und zu gab es bei meiner Freundin etwas Schinken oder Thunfisch aus dem Bioladen. Beides aßen meine Kinder ebenfalls gerne. Den Anspruch, sie roh-vegan zu ernähren, hatte ich damals nämlich nicht. Der kam erst bei meinem dritten Kind auf.

Meine eigene Ernährung war dagegen strikt vegan und bis auf Ausnahmen roh. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass diese „Ausnahmen“ wohl wesentlich dazu beitrugen, dass ich überhaupt ohne größere Probleme vegan leben konnte. Die Ausnahmen betrafen nämlich gekochtes Getreide wie Hirse, damit bekam mein Körper das notwendige Eisen und B-Vitamine. Außer Vitamin B12, aber da waren meine Speicher wohl noch gut gefüllt. Eine weitere Ausnahme war Gomasio, eine Gewürzmischung aus geröstetem schwarzen Sesam und Meersalz, mit deren Hilfe ich genügend Mineralien und Salz aufnahm. Auf die Idee, Meersalz pur zu essen, kam ich nicht.

Nahrungsergänzungsmittel waren für mich zu dieser Zeit tabu. Nach der Lektüre eines Buches, ich erinnere mich leider weder an den Namen des Autors, noch an den Titel, fühlte ich mich in meiner Ansicht bestätigt, dass ein gesunder Mensch alle lebensnotwendigen Stoffe in sich selbst erschaffen konnte. Die Idee, dass man sich irgendwann von Lichtnahrung ernähren konnte, spukte ebenfalls schon seit Längerem in meinem Kopf herum. Aber falls es wirklich möglich sein sollte, damals war ich noch weit entfernt davon, mich von Licht ernähren zu können. Und war es noch heute!

Unsere Lebensmittel stammten fast alle aus dem Bioladen, in dem meine Freundin arbeitete. Nicht nur Dank ihr, sondern auch Dank der Gutmütigkeit der Besitzerin, die mir und den Kindern manches Lebensmittel zusteckte, konnte ich mir den Einkauf im Bioladen überhaupt leisten. Denn ich bekam zwar von meinem Lebenspartner zusätzlich zu dem Pflegegeld Unterhalt, aber das Geld, das ich zur Verfügung hatte, hätte trotzdem nicht für regelmäßige Einkäufe im Bioladen gereicht. Ein eigenes Konto hatte ich damals genauso wenig wie Gespartes. Alle finanziellen Angelegenheiten hatte ich während meiner Ehe meinem Partner überlassen und auch nach der Trennung fühlte ich mich nicht berufen, mich um meine finanzielle Zukunft zu kümmern. Das Geld war knapp, aber da ich kaum Bedürfnisse außer qualitativ hochwertige Lebensmittel hatte, ausreichend.

Während der Zeit in Siegsdorf versuchte ich nicht nur, meine Ernährung zu optimieren, sondern ließ mir auch das Amalgam aus meinen Zähnen entfernen. Der Zahnarzt, den ich mit der Entfernung beauftragt hatte, empfahl mir damals als Alternative Gold. Das war, wie sich später herausstellte, eine denkbar schlechte Empfehlung. Mein Wissen über den Einfluss von Zahnmaterialien war damals allerdings noch so bescheiden, dass ich mehr oder weniger bedenkenlos seinen Empfehlungen folgte.

Irgendwann reichte ich die Scheidung ein und da ich bereit war, auf nähere Auskünfte bezüglich unseres gemeinsamen Vermögens und des aktuellen Gehaltes meines Partners zu verzichten, ging diese schnell und reibungslos über die Bühne. Josef, der Therapeut, in den ich mich verliebt hatte, hatte inzwischen geheiratet, so dass ich gefühlsmäßig vollkommen frei war. Jedenfalls glaubte ich das. Dass dem nicht so war, erkannte ich erst später. Glaubenssätze wie „Eine Frau darf in ihrem Leben nur mit einem Mann sexuell aktiv werden“ standen der Freiheit nämlich massiv im Weg. Außerdem wurde ich im Laufe der Zeit immer trauriger und depressiver. Als Ursache hatte ich erst einmal ausschließlich das Gold in meinen Zähnen in Verdacht. Aus den homöopathischen Büchern, die ich studiert hatte, war mir nämlich das Mittelbild von Gold bekannt, das von Depressionen und Selbstmordgedanken geprägt sein konnte. Viele Jahre später fand ich diese Informationen über die Vergiftungssymptome von Gold:

Zitat:

Gold nach Amalgam ist häufig der Anlass für einen dramatischen oder theatralischen Selbstmord.

So weit kam es damals Gott sei Dank bei mir nicht. Aber mein Mut und meine Zuversicht, das Leben allein mit meinen beiden Kindern meistern zu können, verschwand und mein emotionaler Zustand besserte sich auch nach der Entfernung des Goldes nicht wesentlich. Die Sehnsucht, jemanden an meiner Seite zu haben, der mit mir durchs Leben ging, wurde so mächtig, dass das kam, was aufgrund des oben erwähnten Glaubenssatzes kommen musste: Ich fühlte mich wieder zu meinem Ex-Mann hingezogen, der nie die Hoffnung aufgegeben hatte, mich zurückgewinnen zu können. So beschlossen wir etwa ein Jahr nach unserer Scheidung, unseren gemeinsamen Lebensweg fortzusetzen. Und der führte direkt nach Spanien, genauer gesagt in die Nähe von Madrid, eine der sonnenreichsten Städte Europas.

:stern: :stern: :stern:

Inzwischen war ich mir übrigens nicht mehr sicher, ob das Gold der alleinige Auslöser für meine Depressionen war. Ernährte man sich roh-vegan, fehlten einige Nährstoffe und Vitamine, die für einen stabilen emotionalen Zustand wichtig waren. Dazu gehören nicht nur die Vitamine der B-Gruppe, sondern auch ungesättigte Fettsäuren. An beidem mangelte es mir damals wahrscheinlich trotz meiner Ausnahmen. Aber es war so, wie es war: Ich hatte die Botschaft, die mir durch den Duft des Fleisches in der Metzgerei übermittelt wurde, nicht verstanden. Zu welch harten Maßnahmen das Universum greifen musste, um mir begreifbar zu machen, dass der Verzehr tierischer Lebensmittel lebensnotwendig war, erzähle ich im sechsten Teil meiner Geschichte. Mein Speiseplan sah heute folgendermaßen aus:

  • 9.40 Uhr: 270 Gramm Grapefruit und 300 Gramm Clementinen
  • 12.15 Uhr: 560 Gramm Kakis
  • 16.00 Uhr: 600 Gramm Kakis
  • 21.15 Uhr: 360 Gramm Kohlrabi
  • 23.15 Uhr: 650 Gramm Avocados „Pinkerton“
geschrieben von Susanne am 30. Januar 2016 um 22.46 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schneeschuhtouren
(0) Kommentare
   
   
   

Die Avocados, die ich gestern gegessen hatte, wärmten zwar, aber lange nicht so intensiv wie Fisch oder Fleisch. Ehrlich gesagt konnte ich mir nicht vorstellen, wie man in der kalten Jahreszeit oder in kälteren Klimazonen ohne tierische Lebensmittel auskommen konnte! Auf meiner morgendlichen Einkaufsrunde stand daher auch der Besuch einer Metzgerei auf dem Programm.

Nachdem alle Einkäufe für das Wochenende erledigt waren, gab es um 10.50 Uhr die erste Mahlzeit des Tages. Sie bestand aus 1050 Gramm Kakis. Eine ziemlich üppige Portion, aber mein Appetit war in den letzten Tagen nicht kleiner geworden, eher im Gegenteil. Ich hatte leider keine Waage, um mein aktuelles Körpergewicht feststellen zu können. Aber ich war weiter am Zunehmen, das merkte ich an meinen Hosen! Auf unserer Einkaufstour waren wir auch in einem Sportgeschäft und liehen uns dort Schneeschuhe aus. Zu Beginn unserer heutigen Tour mussten wir sie allerdings erst einmal Huckepack tragen:

Schneeschuhwanderung_Oytal_1

Ziel war das Oytal. Dort sollten die Schneeschuhe dann ab dem Oytalhaus auf dem Weg zur Gutenalpe und vielleicht sogar bis zur Käseralpe zum Einsatz kommen. Im vorderen Oytal war Schnee allerdings noch Mangelware:

Schneeschuhwanderung_Oytal_2

In der Nähe des Oytalhauses sah es dann aber schon richtig winterlich aus:

Schneeschuhwanderung_Oytal_3

Der Weg vom Oytalhaus zur Gutenalpe war dann endgültig schneeschuhtauglich:

Schneeschuhwanderung_Oytal_4

Startklar zum nächsten Schneeschuhabenteuer:

Schneeschuhwanderung_Oytal_5

Hinter der Gutenalpe mussten wir aber schon beim ersten Anstieg unsere Idee, zur Käseralpe zu wandern, begraben. Hier begann nämlich der lawinengefährdete Abschnitt des Weges. Eine Lawine, das sah man schon von weitem, hatte sich über den Weg geschoben:

Schneeschuhwanderung_Oytal_Lawine_1

Hier lag sie direkt vor uns:

Schneeschuhwanderung_Oytal_Lawine_2

Man hätte gut darüber hinweg steigen können, aber da die Gefahr weiterer Lawinenabgänge bestand und wir dafür nicht ausgerüstet waren, kehrten wir an dieser Stelle lieber um. Statt zu Käseralpe zu stapfen, liefen wir erst einen steilen, aber sicheren Hang hinauf und wieder hinunter und anschließend querfeldein die Oy entlang:

Schneeschuhwanderung_Oytal_7

Schneeschuhwanderung_Oytal_6

Schneeschuhwanderung_Oytal_9

Einige Male marschierten wir nicht nur der Oy entlang, sondern auch mitten durch:

Schneeschuhwanderung_Oytal_8

Auf den Wiesen im Oytal:

Schneeschuhwanderung_Oytal_10

Schneeschuhwanderung_Oytal_11

Zurück am Oytalhaus zog ich die Schneeschuhe aus, während Guido noch ein Weilchen weiter quer über die schneebedeckten Wiesen marschierte. Hier waren wir wieder in der Nähe von Oberstdorf:

Schneeschuhwanderung_Oytal_12

Da wir vor 18.00 Uhr im Dorf waren, gingen wir direkt zum Sportgeschäft und gaben die Schneeschuhe ab. Wären wir später zurückgekommen, hätten wir das morgen vor 10.00 Uhr erledigen müssen. So konnten wir morgen in aller Ruhe ausschlafen und uns von den Anstrengungen der heutigen Tour erholen! Die Daten der Tour: Zeit: 5 Stunden und 50 Minuten; Distanz: 19 Kilometer; Höhenmeter: 500. Was nicht messbar war und wofür ich auch keine Worte hatte: Die Gefühle von Freude, Glück und Dankbarkeit, die ich während der Tour erleben durfte!

240 Gramm Chicorée und 330 Gramm Champignons bildeten um 18.00 Uhr die zweite Mahlzeit des Tages. Um 21.30 Uhr folgte dann die dritte und letzte. Sie dauerte 45 Minuten und bestand aus 500 Gramm Fleisch vom Reh, einschließlich etwas Knochenmark und 50 Gramm Feldsalat. Danach hatte ich nur noch ein Bedürfnis, das nach Ruhe. :stern:

geschrieben von Susanne am 29. Januar 2016 um 23.34 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Videos, Winterwanderungen
(2) Kommentare
   
   
   

So warm wie heute Nacht und in den frühen Morgenstunden war mir schon lange nicht mehr. Ich drehte sogar die Heizung herunter. Das kam eher selten vor! Außerdem schlief ich sehr ruhig und hatte nicht das Bedürfnis, schon früh am Morgen etwas zu essen. Der Lachs hatte mir wohl gut getan! Wahrscheinlich hatte der Obst- und Gemüsehändler mit seiner Aussage, dass es sehr gesund wäre, einmal die Woche Fisch zu essen, wirklich Recht. Ich werde mir daher seine Worte zu Herzen nehmen.

Die erste Mahlzeit fand um 9.30 Uhr statt und bestand aus 460 Gramm Clementinen. Danach ging es wieder auf eine Einkaufsrunde durchs Dorf. Ich gab zu, ich liebte es, täglich auf Nahrungssuche zu gehen. Ich erbeutete reife Kakis, Champignons, Feldsalat, Tomaten, Gemüsefenchel, Kohlrabi, Avocados und Clementinen. Damit dürfte das Überleben für die nächsten 24 Stunden gesichert sein! Nach der Rückkehr in unser Appartement bekam ich die Nachricht, dass mein Kommentar bei Silke Rosenbusch kommentiert worden war:


Liebe Susanne,
wie kommt es dass ausgerechnet DU als Diplombiologin und „““in Biochemie, AUSBLENDEST, dass Fleisch und Fettverzehr (roh) WISSENSCHAFTLICH BEWIESEN ( siehe Buch “ Essen gegen Herzinfarkt“), als gesund betrachtest/empfiehlst? Sowie Unmengen an Obst, was die Trigl. / Blutfettwerte ansteigen lässt?

Erst kürzlich las ich von dir, dass du Fleisch eigentlich ungerne isst, dann hat das mit instinktiver Ernährung docb nichts zu tun, oder? Also warum in Gottes Namen denkst du, dass es gesund ist, fast jeden Tag Kiloweise rohes Fleisch essen zu müssen?

Ich begreife das nicht, du bist eine hochintelligente Frau! Es wäre nett, wenn du in deinem Rohkosttagebuch mal eine biochemische / wissenschaftliche Begründung deiner Ernährungsform schilderst. Nur weil dir Rohkost mit rohen Fetten und Fleisch momentan noch gut tut, bedeutet es nicht, dass du gesund bleibst! Deine Adern sind mit Sicherheit schon voller Plaque. Herzliche Grüße Anja.

So sah meine Antwort darauf aus:

Liebe Anja,

du hast geschrieben:

„Wie kommt es dass ausgerechnet DU als Diplombiologin und „““in Biochemie, AUSBLENDEST, dass Fleisch und Fettverzehr (roh) WISSENSCHAFTLICH BEWIESEN ( siehe Buch “ Essen gegen Herzinfarkt“), als gesund betrachtest/empfiehlst? Sowie Unmengen an Obst, was die Trigl. / Blutfettwerte ansteigen lässt?“

Ich kenne das Buch „Esssen gegen Herzinfakt“ bisher noch nicht. Enthält es wirklich wissenschaftliche Belege, die gegen den Verzehr von rohem Fleisch sprechen?

„Erst kürzlich las ich von dir, dass du Fleisch eigentlich ungerne isst, dann hat das mit instinktiver Ernährung doch nichts zu tun, oder?“

Wo habe ich das geschrieben? Egal, was ich esse, ob pflanzliche oder tierische Lebensmittel, ich esse sie mit Genuss. Ich empfehle übrigens keinem, sich so zu ernähren, wie ich es mache. Die einzige Empfehlung, die ich gebe, ist, auf den eigenen Instinkt bzw. die eigene Intuition zu hören. Und wenn da gerade eine vegane Phase angesagt ist, ist das vollkommen in Ordnung.

„Ich begreife das nicht, du bist eine hochintelligente Frau!“

Danke für dieses Kompliment!

„Es wäre nett, wenn du in deinem Rohkosttagebuch mal eine biochemische / wissenschaftliche Begründung deiner Ernährungsform schilderst.“

Eine wissenschaftliche Begründung wird es von mir nicht geben. Was die Wissenschaft betrifft, halte ich es nämlich mit Jakob von Uexküll, einem deutsch-schwedischen Biologen, der gesagt hat, dass die Wissenschaft von heute der Irrtum von morgen ist.

„Nur weil dir Rohkost mit rohen Fetten und Fleisch momentan noch gut tut, bedeutet es nicht, dass du gesund bleibst!“

Das ist eben mein persönliches, wissenschaftliches Experiment. Da es aber außer mir keine weiteren Teilnehmer an diesem Experiment gibt, werden meine Ergebnisse auch in Zukunft rein anekdotisch zu betrachten sein.

„Herzliche Grüße an dich Anja.“

Herzliche Grüße auch an dich, liebe Anja! Kennen wir uns eigentlich?

Ich schaute später bei Amazon nach dem Buch Essen gegen Herzinfarkt. Gut, dass man hier einen Blick in das Buch werfen konnte. Der erste Satz der Einleitung lautete:

Dieses Buch enstand aus den dramatischen Erfahrungen von 23 Männern und einer Frau, die mich vor über 20 Jahren verzweifelt und hoffnungslos konsultierten.

Die Grundlage dieses Buches war also keine wissenschaftliche Studie, sondern auch nur die „anekdotische“ Erfahrung eines Chirurgen! Die zweite Mahlzeit des Tages fand um 12.15 Uhr statt und bestand aus 840 Gramm Kakis. Anschließend startete ich zusammen mit Guido zu einer weiteren Gipfeltour aufs Nebelhorn. Die Tour sollte ausschließlich der Erholung dienen, die körperlichen Anstrengungen der letzten drei Tage steckten uns beiden nämlich noch in den Knochen. Auf dem Gipfel wehte ein eisiger Wind und blies immer wieder kleinere und größere Wolkenfelder über uns hinweg. Außerdem hatte es über Nacht etwas geschneit, so dass sich die Bergwelt in einem ganz anderen Licht präsentierte als am 25. Januar. So sah die Welt heute von der Gipfelstation aus:

Panorama_Nebelhorn

Panorama_mit_Nebelhornbahn

Es war faszinierend zu beobachten, wie die Bergkrähen den Wind nutzten, um sich auf und ab treibenzulassen. Hier gönnte sich einer der schwarzgefiederten Kunstflieger eine kurze Pause:

Bergkraehe_1

Den Krähen schien der kalte Wind nichts auszumachen. Ich war allerdings heilfroh über die dicke Kapuze meiner Daunenjacke:

Susanne_Gipfelstation_Nebelhorn

Wieder unten an der Station Höfatsblick, auf dem Weg zum Rundwanderweg:

Tafel_Winterwanderweg

Ausblick nach Westen vom Rundwanderweg aus:

Rundwanderweg_Nebelhorn_3

Anschließend wanderten wir zum Zeigersattel und schauten uns auf dem Weg dorthin die Iglu-Lodge näher an:

Iglu_Lodge_Nebelhorn

Zehn Schlafiglus luden hier zu einer Übernachtung der besonderen Art ein. So sah der Romantik-Iglu von Innen aus:

Iglu_Lodge_Romantik

Der Blick auf Gaisalpsee, Hüttenkopf und das Nebelhorn-Skigebiet vom Zeigersattel aus:

Gaisalpsee

Huettenkopf

Nebelhorn_Skigebiet

Für alle, die sich nach diesen Bildern immer noch nicht an der Winter-Wunderwelt satt gesehen hatten, gab es hier ein Video von unserer Wanderung

Nach der Rückkehr zur Station Höfatsblick hatten sich alle Wolken verzogen, so dass wir es uns in den Liegestühlen gemütlich machten:

Gipfeltour_Ausklang

Um 16.00 Uhr ging es mit der Bahn zurück ins Tal:

Nebelhornbahn_Station_Hoefatsblick

Während die Gipfel der umliegenden Berge noch im Sonnenlicht badeten, lag das Dorf bei unserer Ankunft schon im Schatten. Zurück im Basislager aß ich um 16.45 Uhr 260 Gramm Chicorée und 320 Gramm Champignons. Die Pilze waren sehr frisch sowie fest im Fleisch und nach mehrtägiger Pilzpause ein wahrer Hochgenuss. Um 20.00 Uhr aß ich einen Kohlrabi von 200 Gramm und um 21.45 Uhr 650 Gramm Avocados „Pinkerton“ sowie 105 Gramm Feldsalat.

geschrieben von Susanne am 28. Januar 2016 um 20.44 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Winterwanderungen
(0) Kommentare
   
   
   

Eine Pomelo von 550 Gramm bildete um 7.00 Uhr die erste Mahlzeit. Zwei Stunden später aß ich Samenkörner von zwei Granatäpfeln. Hier betrug die verzehrte Menge 580 Gramm. Gegen 10 Uhr ging es wieder einmal auf eine Einkaufsrunde durch Oberstdorf. Erstes Ziel war ein Sportgeschäft, in dem ich meine Winterausrüstung mit Stöcken und Gamaschen erweiterte:

Stoecke_und_Gamaschen

Anschließend besorgte ich mir beim Obst- und Gemüsehändler zwei reife Kakis. „Zufällig“ kam der Chef auf die Idee, mir ein Stück Lachsfilet anzubieten. Einmal die Woche bestellte er nämlich für Kunden frischen Fisch. Er wies darauf hin, dass es sehr gesund wäre, einmal pro Woche Fisch zu essen. Wenn ein solcher Hinweis von einem Menschen kam, der keine Ahnung hatte, wie ich lebte und mich ernährte, wurde ich hellhörig! Ich leistete also dem Wink des Zufalls Folge und kaufte das gute Stück, auch wenn es Zuchtlachs war.

Um 12 Uhr gab es eine Mahlzeit mit 480 Gramm Kakis. Sie schmeckten immer noch himmlisch, machten wunderbar satt und zufrieden und was bei den winterlichen Verhältnissen ebenfalls wichtig war, hinterließen ein wohliges Gefühl der Wärme im Körper. Um 13.00 Uhr starteten Guido und ich zu einer Wanderung. Ziel war erst einmal Gerstruben, einer der höchst gelegenen Orte in Deutschland. Hier war ich im Juli des letzten Jahres schon einmal: Berglauf-Training. Der Weg führte zu Beginn durch das Trettachtal mit Blick auf die Trettachspitze:

Trettachtal

Später ging es bis zum Ortseingang von Gerstruben steil den Berg hinauf:

Fahrweg_nach_Gerstruben

Der Weg nach Gerstruben war schnee- und eisfrei, was ich sehr bedauerte, denn ich wollte meine neuen Stöcke ausprobieren. Erst als wir von Gerstruben aus weiter Richtung Dietersbach-Alpe wanderten, kamen sie zum Einsatz. Dieser Weg war nämlich tief verschneit und eigentlich nur mit Schneeschuhen begehbar:

Winterwanderung_Dietersbachtal

Wir versuchten es trotzdem und kämpften uns immerhin etwa 2 Kilometer durch den Schnee. Unzählige Male versanken wir bis zur halben Wade oder tiefer im Schnee. Ich war heilfroh, dass ich dank der neuen Gamaschen diese Tortour wenigstens trockenen Fußes überstand. An der Gerstruben-Alpe, die auf 1216 Metern lag, gab es eine kurze Verschnaufpause:

Gerstruben_Alpe

Im Hintergrund waren die Höfats zu sehen. Kurz vor dem Erreichen der Dietersbach-Alpe traten wir nach einem letzten Blick auf den vor uns liegenden Talkessel den Rückweg an:

Dietersbachtal_Talkessel

Hier blickte ich schon Richtung Gerstruben, bereit, mich zurückzukämpfen:

Der Rückweg war fast noch mühsamer als der Hinweg Auch wenn die Wanderung durch das tief verschneite Dietersbachtal wunderschön war, sie war sehr kräftezehrend und ich war froh, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Mit Einbruch der Dunkelheit waren wir wieder am Ortseingang von Oberstdorf. Die Runtastic-App zeigte für die Wanderung folgendes Ergebnis an:

Runtastic_Ergebnis_9

Um 17.45 Uhr gab es für mich 150 Gramm des heute Mittag gekauften Lachs als Stärkung. Er schmeckte sehr lecker, obwohl ich ein Stück fettes Fleisch vom Wildschwein bevorzugt hätte. Aber das stand mir nicht zur Verfügung. Die letzte Mahlzeit fand von 22.00 bis um 22.30 Uhr statt und bestand aus 460 Gramm Fleisch vom Reh.

geschrieben von Susanne am 27. Januar 2016 um 20.57 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Schneeschuhtouren
(3) Kommentare
   
   
   

Nach dem Frühstück, das um 8.30 Uhr stattfand und aus 240 Gramm Grapefruit und 400 Gramm Clementinen bestand, ging es zum Einkaufen ins Dorf und anschließend zu einer Wohnungsbesichtigung. Die Wohnung war eine der einladendsten, die wir bisher zu sehen bekommen hatten und hatte so ziemlich alles zu bieten, was auf unserer Wunschliste stand. Mal schauen, ob es dieses Mal zur Unterzeichnung eines Mietvertrags kam.

Nach der Rückkehr in unser Appartement um 11.30 Uhr aß ich drei Kakis (Nettogewicht 800 Gramm). Um 12.30 Uhr marschierten wir zum Bahnhof und fuhren dann weiter mit dem Bus zum Söllereck, einem Skigebiet bei Oberstdorf. Ich wollte dort an einer Schneeschuhwanderung teilnehmen und Guido den Gipfel des Söllerecks mit seinem Splitboard erklimmen. Ein Splitboard war ein in der Länge teilbares Snowboard. Waren die Teile getrennt, erhielt man ein Paar Tourenski, die für den Aufstieg mit Fellen bezogen werden konnten. War man oben, packte man die Felle in seinen Rucksack, verband die beiden Teile und musste nicht absteigen, sondern konnte abfahren. Das ging mit den Schneeschuhen natürlich nicht! Treffpunkt für die Schneeschuhwanderung war eine Hütte der „Neuen Skischule Oberstdorf“:

Schneeschuhwanderung_1

Hier war meine Leihausrüstung zu sehen:

Schneeschuhe

Die Gruppe bestand zu Beginn aus einem Dutzend Interessierten. Es war aber schon bald klar, dass nicht alle Teilnehmer die notwendige Kondition hatten, um die vom Führer geplante Tour durchstehen zu können. Also waren wir bald nur noch zu siebt, die ganze Tour mit Auf- und Abstieg konnten sogar nur vier mitmachen. Der Rest fuhr mit der Bahn nach unten. Es ging während des Aufstiegs zur Bergstation der Söllereckbahn abseits des normalen Wanderwegs kreuz und quer durch den Wald. Ich fand es traumhaft schön, still durch den Schnee zu stapfen. Hier einige Impressionen von der Strecke:

Schneeschuhwanderung_Panorama_Oberstdorf

Schneeschuhwanderung_2

An der Bergstation der Söllereckbahn kam es zu einem „zufälligen“ Treffen mit Guido, der schon wieder auf dem Weg nach unten war.

Außenwand  Schwierigkeit 5

Er stapfte nach der ersten Abfahrt noch ein zweites Mal nach oben! Ich machte es mir unterdessen zusammen mit den übrig gebliebenen Schneeschuhwanderern in der Gaststube der Alpe Schrattenwang gemütlich. Für mich gab es einen halben Liter Wasser, für die anderen Kaffee und Kuchen, Gulaschsuppe und eine deftige Brotzeit mit Schinken und Käse. Um 15.35 Uhr stiegen wir ab:

Schneeschuhwanderung_3

Um 16.10 Uhr lag die Talstation der Söllereckbahn mit der Hütte der Skischule vor uns:

Soellereck_Talstation

Nach der Rückgabe der Leihausrüstung ging es zusammen mit Guido, der vor der Hütte auf mich gewartet hatte, zur nächsten Bushaltestelle Richtung Oberstdorf. Dort kamen wir um 17 Uhr an. Um 17.45 Uhr machte ich mich ans Abendessen, das aufgrund der sportlichen Aktivität am heutigen Tag recht üppig ausfiel: Es bestand aus 100 Gramm Chicorée, 200 Gramm Kohlrabi, 80 Gramm Feldsalat, 450 Avocados „Fuerte“ und 300 Gramm Avocados „Hass“.