Archiv für Juni 2015

geschrieben von Susanne am 30. Juni 2015 um 23.57 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Omnivore Rohkost, Wildpflanzen
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Die erste Mahlzeit fand um 9.00 Uhr statt und bestand aus 850 Gramm Wassermelone. Anschließend war ich im Dorf und habe etwa drei Kilogramm Kirschen und eine kleine Stange Lauch gekauft. Nach der Rückkehr gab es als zweites Frühstück um 10.15 Uhr 700 Gramm der Kirschen. Um 11.15 Uhr sind wir mit den Leihrädern zu unserer nächsten Tour gestartet. Es sollte durch das Hintersteiner Tal zum Giebelhaus und von dort aus je nach Lust und Laune bzw. Kraft weiter durchs Bärgündertal gehen. Hier hatten wir das Giebelhaus vor Augen:

Weg_zum_Giebelhaus

Bis zum Giebelhaus war die Fahrt angenehm gewesen, durchs Bärgündertal wurde sie anstrengend, jedenfalls für mich: Die letzten Meter bis zur Point-Hütte musste ich mein Rad wieder einmal schieben. Von der Hütte ging es noch ein kleines Stück mit den Rädern weiter, dann wurde der Weg immer steiler und steiniger, so dass wir sie neben einem Wasserbecken abgestellt haben und zu Fuß weiter gegangen sind. Ziel sollte erst einmal der 2007 Meter hohe Himmelecksattel sein. Die Strecke dort hinauf war atemberaubend schön. Teilweise lagen noch Schneefelder über einem Gebirgsbach, der munter den Berg hinabstürzte und zahlreiche Blumen standen in all ihrer Pracht am Wegesrand und an den Hängen. Über allem ragte ein beeindruckendes Bergmassiv:

Gebirgsbach_mit_Schneefeld

Bergwiese

Hang_mit_Alpenrosen

Bergmassiv

Außerdem hatten wir das Glück, zahlreichen Murmeltieren zu begegnen. Eines war vor uns unter einen Stein geflüchtet. Ich habe geduldig mit der Kamera gewartet, bis es sich hervorgewagt hat, um zu schauen, ob die Luft wieder rein ist:

Murmeltier_unterm_Stein

Nach dem Erreichen des Himmelecksattels sind wir weiter zum 2150 Meter hohen Himmeleck und von dort aus zum 2258 Meter hohen Vorgipfel des Schneck aufgestiegen. Die Aussicht von hier war bei fast wolkenlosen Himmel einfach nur genial:

Panorama_Vorgipfel_Schneck

Während ich im Gipfelbuch stöberte, war mein Gefährte auf einmal verschwunden. Ich wollte meinen Augen kaum trauen, als ich ihn auf dem Weg zum Hauptgipfel entdeckte:

Schneck_Blick_auf_den_Hauptgipfel

Im Alpenvereinsführer „Allgäuer Alpen“ ist Folgendes zum „Schneck“ zu lesen: „Auf den Übergang zum Hauptgipfel verzichten viele, so ausgesetzt ist der Verbindungsgrat“. Wer sich doch traut, „muss hinab in eine Lücke, in gutem Fels über den messerscharfen, äußerst exponierten Verbindungsgrat (teils Reitgrat) hinauf zum Hauptgipfel“. Ich konnte bei dieser waghalsigen Kletterei nicht zugucken, habe mich ins Gras gelegt und die Augen geschlossen bzw. die neben mir wachsenden Trollblumen bewundert:

Trollblume

Gott sei Dank ist alles gut ausgegangen und wir konnten eine halbe Stunde später gemeinsam den Abstieg beginnen. Auf halber Höhe habe ich mich an einem Gebirgsbach erfrischt und getrunken:

Gebirgsbach

Nach dem gemächlichen Abstieg folgte die rasante Abfahrt. Ich konnte es kaum glauben, dass ich Stunden zuvor den ganzen Weg in umgekehrter Richtung hinauf gestrampelt war. Um kurz vor 20 Uhr waren wir wieder zurück im Basislager. Das Ergebnis der heutigen Tour: Wir sind 8 Stunden und vierzig Minuten unterwegs gewesen und haben 47 Kilometer sowie etwa 1550 Höhenmeter zurückgelegt. 8,6 Kilometer und fast 1000 Höhenmeter sind wir davon zu Fuß unterwegs gewesen. An Kräutern gab es dieses Mal nur Blütenstände des Brillenschötchens:

Brillenschoetchen

Hier erkennt man, woher die Pflanze ihren Namen hat:

Brillenschoetchen_Samen

Um kurz nach 20.00 Uhr habe ich ein knappes Kilogramm Kirschen gegessen und bin anschließend unter der Dusche verschwunden. Später konnte man vom Balkon aus ein Alpenglühen beobachten:

Alpengluehen

Zum Abschluss dieses traumhaften Tages gab es um 23.40 Uhr als Betthupferl 60 Gramm Wabenhonig.

geschrieben von Susanne am 29. Juni 2015 um 23.58 Uhr
Kategorie: Ernährung, Omnivore Rohkost, Wandern in Bayern
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Heute bin ich schon um kurz nach 7.00 Uhr aufgestanden. Eine Anzeige, die ich am Samstag in der „Allgäuer Zeitung“ übersehen und auf die mich mein Gefährte gestern Abend hingewiesen hatte, hat mich nicht mehr schlafen lassen: Ein Haus in Oberdorf, einem Ortsteil von Hindelang, war zu vermieten. Vor 8 Uhr wollte ich allerdings nicht unter der angegebenen Telefonnummer anrufen. So habe ich mich um 7.30 Uhr erst einmal an den Küchentisch gesetzt und 800 Gramm Wassermelone, die ich im Bad Hindelanger Naturkost-Laden gekauft hatte, gegessen.

Kurz nach 8 Uhr habe ich dann zum Handy gegriffen. Das Gespräch war angenehm und die näheren Informationen vielversprechend: Das Haus sei erst vor kurzem innen komplett renoviert worden und befinde sich in einer ruhigen Lage. Ich habe mir daher die Adresse geben lassen, um es von außen anschauen zu können und gleich anschließend unter einer anderen Nummer wegen der Vermietung einer Wohnung angerufen. Beide Adressen waren zu Fuß zu erreichen, so dass wir unsere Einkaufstour mit der Besichtigung von Außenbereich und Umgebung von Haus und Wohnung verknüpft haben. Trotz der vielversprechenden Auskünfte haben uns weder das Haus noch die Wohnung von außen zugesagt.

Nach dem Einkaufen gab es zwischen 10.15 und 10.45 Uhr ein zweites Frühstück in Form von 600 Gramm Kirschen und 200 Gramm Aprikosen. Kurz nach 11 Uhr waren wir startklar für unsere heutige Tour, bei der wir Fahrradfahren und Wandern miteinander verbinden wollten. Unser Weg führte also erst einmal zum Sportgeschäft, um dort nach Leihrädern zu fragen, für meinen Gefährten ein Mountain-Bike und für mich ein E-Bike. Wenn ich schon beim Wandern nicht mithalten kann, wollte ich wenigstens beim Radeln den Anschluss an einen Rad-Profi halten können.

Die E-Bikes waren aber so unhandlich und ungewohnt zu fahren, so dass ich mich spontan entschieden habe, ebenfalls ein Mountain-Bike auszuleihen. Ausgerüstet mit Helm und Brille, die Rucksäcke auf dem Buckel, sind wir mit unseren dicken Wanderschuhen aufs Rad gestiegen. Hat sich ein bisschen ungewohnt angefühlt, ging aber besser wie erwartet. Den ersten Teil der Strecke ging es gemütlich im Tal entlang bis nach Bruck, von wo aus wir durchs Retterschwangertal bis auf 1200 Meter hinauf fahren wollten, um dann zu Fuß weiter auf den Entschenkopf zu steigen. Der Abstieg sollte über den Joch-Übergang „Am Gängele“ und die Wank-Hütte erfolgen.

Die Auffahrt durchs Retterschwangertal wurde für mich zu einer Höllentour. Ich war schon seit ewigen Zeiten nicht mehr mit dem Rad unterwegs gewesen und auch wenn ich regelmäßig laufe, fürs Radfahren braucht man halt andere Muskeln. Zu allem Unglück kam es bei meinem Rad kurz vor dem Erreichen des Zwischenziels zu einem Kettenklemmer, d.h. die Kette hatte sich zwischen den Kettenblättern verhakt und an der Kettenstrebe hochgezogen. Da ging erst einmal nichts mehr und erst nach langem Gezerre an der Kette war sie endlich wieder da, wo sie eigentlich sein sollte. :erleichtert: Erschwert wurden die Reparaturmaßnahmen übrigens durch zahlreiche Gaffer.

Ich habe sie nicht gezählt, aber es waren sicherlich an die 30 Kühe, die mehr oder weniger dicht an uns vorbeizogen. Die ein oder andere hat es sich nicht nehmen lassen, unsere Rucksäcke zu belecken oder sich am auf dem Boden liegenden Fahrrad meines Gefährten den Hals zu kratzen. Irgendwann wurde mir das Gedrängel um uns herum zu bunt und ich habe sie mit mehr oder weniger harten Worten verscheucht. Diese Aufnahme entstand als der Schaden schon behoben war und die meisten der Kühe das Weite gesucht hatten:

Kuehe_und_Fahrraeder

Am Zwischenziel angekommen war ich so fertig, dass an einen Aufstieg nicht mehr zu denken war, vor allem, weil es direkt steil über eine Wiese nach oben ging. Nach einer kleinen Stärkung mit einigen Aprikosen haben wir entschieden, über die Straße weiter bis zur Wank-Hütte hinaufzufahren bzw. hinaufzuschieben. An ein Fahren war bei mir bei dieser Steigung nämlich nicht mehr zu denken.

Das Schieben hatte meinen Beinen recht gut getan und so war ich bei der Wank-Hütte bereit, weiter Richtung Joch-Übergang zu gehen. Dann wollten wir schauen, ob eine Besteigung des Entschenkopfs von der anderen Seite her im Bereich des Möglichen läge oder nicht. 300 Höhenmeter waren von der Hütte bis zum Joch zu überwinden, normalerweise kein Thema, aber mit meinen durchs Radfahren müden Beinen war es ziemlich mühsam.

Der Aufstieg war landschaftlich aber so reizvoll, dass ich keine Sekunde gezögert habe, weiterzugehen. Oben auf dem Joch war allerdings klar, dass hier für mich Endstation war und sich mein Gefährte allein auf den Weg zum Gipfel machen musste. Da wir heute beide mit Handys ausgerüstet waren, wollte er mir eine Nachricht schicken, wenn er den Gipfel erreicht hätte. Ich wollte mich in der Zwischenzeit in einer windgeschützten Kuhle ausruhen und dann erst einmal allein wieder Richtung Wank-Hütte gehen.

Es hat nicht lange gedauert, bis ich in meiner Kuhle sanft eingeschlafen bin. Aufgeweckt haben mich zwei innerhalb weniger Sekunden auf dem Handy eingehende Nachrichten über WhatsApp: Eine meines Gefährten, er war glücklich auf dem Gipfel angekommen. Die andere meiner Tochter, die in Mertesdorf vom Ruwertal zu unserem Haus aufsteigen musste, weil der Bus wegen Straßenarbeiten für einige Zeit nicht in der Nähe unseres Hauses hält. Ausgeruht habe ich einen letzten Blick auf den unter mir liegenden Oberen Gaisalpsee geworfen:

Oberer_Gaisalpsee

Dann ging es mit Blick auf Teile des Hindelanger Klettersteigs hinunter zur Wank-Hütte:

Hindelanger_Klettersteig

Auf halber Strecke zur Hütte hat mich dann mein Gefährte eingeholt. Und dann lag sie vor uns, die Wank-Hütte und mit ihr unsere Räder:

Wank_Huette

Die Abfahrt verlief Gott sei Dank ohne Komplikationen und hat zumindest an den weniger steilen Stellen sogar mir Spaß gemacht. Um 19 Uhr waren wir wieder zu Hause und ich so fertig wie noch nach keiner Tour. Und das alles, wegen so ein bisschen Radeln. Direkt nach der Ankunft habe ich es mir erst einmal auf dem Balkon gemütlich gemacht und 400 Gramm Wassermelone sowie 600 Gramm Kirschen gegessen. Die letzte Mahlzeit fand von 23.00 bis 23.40 Uhr statt und bestand aus 540 Gramm Fleisch vom Wildschwein.

geschrieben von Susanne am 28. Juni 2015 um 23.57 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Omnivore Rohkost, Wildpflanzen
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Sonntag, Ruhetag, außer Erdbeeren konnte man heute nichts besorgen. Aber nach Erdbeeren stand mir in der Früh eh nicht der Sinn, so dass ich heute ausnahmsweise einmal auf meine morgendliche Einkaufstour verzichtet habe. Die erste Mahlzeit fand um 10.30 Uhr auf dem Balkon sitzend statt und bestand aus 520 Gramm Aprikosen. Es war herrlich, im Halbschatten eines Sonnenschirms zu sitzen, den Blick auf die Berge zu genießen und dann mit geschlossenen Augen wieder einmal das Träumen anzufangen. So kam es, dass wir erst nach 12 Uhr startklar für unsere nächste Tour waren: Heute sollte es auf die Rotspitze gehen, einen 2034 Meter hohen Gipfel, den man ebenfalls von unserem Balkon aus sehen kann. Der Bus hat uns um 12.55 Uhr von Hindelang nach Bruck gebracht.

Von dort aus führte der Weg ungewohnt gemächlich nach oben zum Cafe Horn und von dort aus auf einer asphaltierten Straße entlang durch das Retterschwangertal Richtung Häbelesgund, so wie bei der Tour auf den Breitenberg. Am Häbelesgrund trennten sich dann die Wege und es ging weiter zwischen Latschen ins obere Kar – so bezeichnet man kesselförmige Vertiefungen an Berghängen unterhalb eines Gipfels – und schließlich in Kehren über eine große Halde. So weit war alles gut, der Aufstieg war zwar wie immer beschwerlich, bot aber keine besonderen mentalen Herausforderungen. Diese kamen erst später, als wir in einer schmalen Rinne zum Nord-Grat hochstiegen:

Rotspitze_Heubatspitze_4

Nicht nur, dass ich dort meine Hände zur Hilfe nehmen musste, um überhaupt hochzukommen, es polterten auf einmal auch Steine von anderen Gipfelstürmern von oben herunter. Allerdings war die Rinne noch harmlos gegenüber dem, was danach kam. Hier konnte man wenigstens nur in eine Richtung fallen, nämlich nach unten. Weiter oben ging es dann aber auch rechts oder links – oder auch nach beiden Seiten gleichzeitig – direkt nach unten. Ich habe auf diesem Streckenabschnitt nur noch auf die vor mir liegenden Felsen geschaut und immer wieder kurz angehalten, damit der Puls sich wieder beruhigen konnte. Für „richtige“ Bergsteiger ist dieser Aufstieg sicherlich der reinste Spaziergang, mich als Flachland-Mädel hat es aber mehr wie einmal ziemlich gegruselt. Aber schließlich hatte ich es geschafft, ich stand oben auf dem Gipfel:

Rotspitze_Heubatspitze_7

Die Aussicht war wieder einmal phänomenal. Hier der Blick auf den Kleinen und Großen Daumen:

Rotspitze_Heubatspitze_8

Hier sind die Heubatspitze und die Hohen Gänge zu sehen, über die man zum Breitenberg steigen kann:

Rotspitze_Heubatspitze_9

Auf dem Gipfel gab es gegen 15.45 Uhr eine Mahlzeit mit etwa 300 Gramm Aprikosen. Eine Bergdohle kam immer wieder in unsere Nähe, um zu schauen, ob vielleicht etwas für sie abfällt:

Bergdohle

Von der Rotspitze sind wir dann einen schmalen Grat entlang zur Heubatspitze gewandert:

Rotspitze_Heubatspitze_10

Diese Strecke bot keine besonderen mentalen Herausforderungen, der Abstieg vom Iseler zum Wiedhag war wesentlich anspruchsvoller gewesen. Von der Heubatspitze ging es gegen 17 Uhr über die Mittlere Hasenalpe wieder herunter ins Retterschwangertal. Für mich, nachdem die oberen Steilhänge überwunden waren, einer der schönsten Abstiege der letzten Tage, unter anderem mit Blick aufs Nebelhorn:

Rotspitze_Heubatspitze_11

Rotspitze_Heubatspitze_12

Rotspitze_Heubatspitze_14

In der durchs Retterschwangertal fließenden Bsonderach konnte ich meine heiß gelaufenen Füße kühlen und zusammen mit meinem Gefährten die letzten der mitgenommenen Aprikosen, etwa 200 Gramm, sowie einige Walderdbeeren essen. Unsere Aktivitäten fanden unter den neugierigen Augen einiger Kühe statt:

Kuehe_am_Berg

Mittlerweile lag das Tal schon im Schatten, während hinter uns die Berge im Licht der Abendsonne leuchteten:

Rotspitze_Heubatspitze_16

Insgesamt waren wir 7,5 Stunden unterwegs, eineinhalb Stunden davon haben wir Pause gemacht. Die Streckenlänge betrug 18,5 Kilometer und es waren 1400 Höhenmeter zu überwinden. Außer den mitgenommen Aprikosen und Walderdbeeren gab es für mich Stängel und Blüten des Wiesenbocksbarts, Margeritenblüten, Blüten der Halbkugeligen Teufelskralle und Blüten des Alpen-Wundklees:

Alpen_Wundklee

Meine letzte Mahlzeit fand von 20.45 bis 21.15 Uhr auf dem Balkon sitzend mit Blick auf die Berge statt:

Rotspitze_Heubatspitze_17

Sie bestand aus 300 Gramm Fleisch vom Gamswild. Es ist mittlerweile gut „abgelegen“ – abhängen kann es im Kühlschrank leider nicht – und hat noch besser geschmeckt als das letzte Mal.

geschrieben von Susanne am 27. Juni 2015 um 23.53 Uhr
Kategorie: Ernährung, Omnivore Rohkost, Wandern in Bayern, Wildpflanzen
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Die gestrige Tour forderte ihren Tribut: Ich bin heute erst nach 10 Uhr aufgestanden. Aber wir wollten den heutigen Tag sowieso gemütlich angehen. Ab Mittag waren nämlich Regen und Gewitter für die Region angesagt. Wenn, dann wollten wir nur eine kurze Wanderung in der Nähe unseres Basislagers unternehmen. Für das Frühstück habe ich wieder frische Erdbeeren im Dorf besorgt. Auf dem Rückweg landete außerdem das „Allgäuer Anzeigenblatt“ in meinem Rucksack. Die Situation, die ich im Moment erlebe, erinnert mich nämlich an eine ähnliche Situation vor über zwanzig Jahren, wo ich ebenfalls nach Bayern in den Urlaub gefahren bin und nur zurück in mein damaliges Zuhause gekommen bin, um meine persönlichen Sachen abzuholen.

Damals hatte ich innerhalb von kurzer Zeit sowohl eine Unterkunft wie auch eine Stellung über eine Anzeige in der lokalen Presse bekommen. Allerdings war damals mein Wunsch größer wie heute, aus dem Umfeld, in dem ich gerade lebte, wegzukommen. Während andere Rohköstler davon träumen, in tropische Gefilde auszuwandern, habe ich hier einen Platz gefunden, der meinen Ansprüchen von einem naturnahen Leben mehr als alle anderen Orte erfüllt, die ich bis jetzt kennen gelernt habe. Auf jeden Fall mehr, als mein jetziges Zuhause in Mertesdorf.

Das einzige, was mich daran hindert, sofort hierher aufzubrechen, ist mein Pflichtgefühl als Mutter. Meine Tochter würde nämlich mit Sicherheit nicht mitkommen wollen. Aber die Zeit, in der sie ihre eigenen Wege gehen wird, ist nicht mehr allzu fern, so dass ich mir den Luxus erlauben kann, von einem Zuhause in dieser schönen Bergwelt zu träumen. Wenn dieser Traum irgendwann einmal wahr werden soll, schadet es nichts, jetzt schon aktiv zu werden und zu schauen, wie frau ihn realisieren kann.

In der heutigen Ausgabe des „Allgäuer Anzeigenblatts“ gab es allerdings weder eine Wohnung noch eine Stelle, bei der es sich gelohnt hätte, weitere Aktivitäten zu starten. Ich konnte also in Ruhe zu Mittag essen und alle weiteren Maßnahmen erst einmal dem Universum überlassen. Damit alles so kommen kann, wie es für alle Beteiligten am Besten ist.

Das Mittagessen bestand aus 330 Gramm Erdbeeren und 600 Gramm Aprikosen. Dann habe ich mich, wie so oft, wenn mich emotional etwas sehr berührt, zurückgezogen und knapp drei Stunden geruht. Mein Partner hat in der Zeit einen Versuch gestartet, alleine loszuziehen. Gott sei Dank kam er aber schon nach kurzer Zeit wieder zurück und hat es sich auf dem Balkon mit Lektüre gemütlich gemacht, so dass wir später zusammen losziehen konnten. Wie letzten Samstag haben wir den Hausberg von Bad Hindelang, den Hirschberg erklommen. Der Rückweg führte wieder über die Klank-Hütte:

Klank_Huette

Hier waren heute drei junge Burschen damit beschäftigt, Kühe mit der Hand zu melken und Butter zu machen. Manch ein Rohköstler wäre da in Entzücken geraten, denn hier hätte man Rohmilchbutter in höchster Qualität bekommen. Aber ob Rohmilch, Rohmilchbutter oder Rohmilchkäse, ich lasse von Milchprodukten aller Art mittlerweile lieber die Finger. Sie sind mir nicht gut bekommen. Dieses Mal war uns der Wettergott auf dieser Route gnädig. :erleichtert: Es war wesentlich wärmer als letzten Samstag und der Regen hat gewartet, bis wir wieder zu Hause waren. Wir mussten also keinen Taxi-Dienst in Anspruch nehmen, sondern konnten den Abstieg aus eigener Kraft bewältigen. Unterwegs habe ich zahlreiche Walderdbeeren gegessen:

Walderdbeeren

Außerdem habe ich wieder das ein oder andere Kraut probiert. Weil ich die schöne Landschaft, die es auf dieser Strecke zu bewundern gibt, schon letzte Woche verewigt habe, zeige ich heute lieber einige der Kräuter, die mir unterwegs begegnet sind. Hier ein Frauenmantel, von dem ich ein kleines Stück eines Blattes probiert habe:

Frauenmantel

Er war mir wie meistens zu bitter, ich scheine also seine heilkräftige Wirkung nicht zu benötigen. Ebenfalls nicht meinen Bedarf getroffen hat der wilde Oregano:

Wilder_Oregano

Wesentlicher besser hat der Rotklee geschmeckt, von dem ich immerhin einige Blüten essen konnte:

Rotklee

Auch beim Natternkopf und dem Weißen Steinklee habe ich die Blüten bevorzugt:

Natternkopf

Weisser_Steinklee

Ebenso beim Gilbweiderich:

Gilbweiderich

Ich esse also meist die Blütenstände bzw. die Blüten der Pflanzen, einschließlich der Hüllblätter, nicht aber die Stängelblätter. Eine Ausnahme bilden die Blätter der Brennnessel. Das, was ich esse, muss halt gut schmecken. Das Grün der Wildkräuter zu essen, nur weil es angeblich gesund sein soll, käme mir nicht in den Sinn. Was nicht schmeckt, kann meiner Meinung nach gar nicht gesund sein. Deshalb halte ich ja auch nichts von Smoothies. In diesen Mixturen werden Sachen verarbeitet, die man einzeln gegessen sofort wieder ausspucken würde. Um 20 Uhr gab es 250 Gramm Gartenerdbeeren. Die abendliche Hauptmahlzeit fand von 22.30 bis 23.00 Uhr statt und bestand aus 380 Gramm Fleisch vom Wildschwein.

geschrieben von Susanne am 26. Juni 2015 um 23.58 Uhr
Kategorie: Bergtouren, Ernährung, Omnivore Rohkost, Wildpflanzen
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Morgens um etwa 9 Uhr aufstehen, einkaufen gehen, frühstücken und anschließend wandern bzw. kraxeln. Mittlerweile ist dieser Tagesablauf zur Routine geworden. Heute waren wir zu zweit unterwegs, um Nachschub an Lebensmitteln zu besorgen. Außerdem habe ich mir im Buchladen die „Naturgeschichte Allgäu“ von Michael Schneider bestellt und zwei Bücher gekauft, einen geologisch-naturkundlichen Wanderführer vom Hintersteiner Tal und Steinbachs Naturführer „Alpenblumen“. Ich will endlich wissen, wie all die Blumen heißen, die mir auf unseren Wanderungen immer wieder begegnen.

Eine solche Fülle an verschiedenen Wildblumen wie hier, ist mir bisher noch nicht begegnet. Alle Farben und Formen sind anzutreffen und selbst in den höheren Regionen taucht zwischen dem steinigen Geröll das ein oder andere Blümchen auf. Manchmal durchqueren wir Gebiete, die einem riesigen, farbenfroh blühenden Steingarten gleichen. Man sagt, dass die Milch von Alpenkühen besonders wertvoll sei. Das glaube ich gerne, wenn ich sehe, wie viel vielfältig die Flora der Weiden hier ist. Trotzdem überlasse ich die Milch lieber den Kälbchen. Bei einem Stück Fleisch vom Alpen-Weiderind oder von Schafen, die ebenfalls auf den Alpen anzutreffen sind, würde ich schon eher zugreifen.

Um 11 Uhr waren endlich alle Einkäufe erledigt und es konnte gefrühstückt werden. Für mich gab es 350 Gramm Erdbeeren und 450 Gramm Aprikosen. Um kurz vor zwölf Uhr waren wir startklar für die nächste Tour. Es sollte erst einmal wieder mit dem Bus Richtung Hinterstein gehen und von dort aus zum 1813 Meter hoch gelegenen Schrecksee. Je nach Lust und Laune wollten wir dann denselben Weg wieder zurückkehren oder aber über die Willers-Alpe zurückwandern. Der erste Streckenabschnitt führte über eine Straße, die aber nur von Bussen bzw. Anliegern befahren werden darf, hinauf zum Elektrizitätswerk von Hindelang. Von dort aus ging es zuerst auf einem steinigen Fußweg durch einen Wald steil bergauf, später über den Boden einer ehemaligen Alpe. Es waren fast 1000 Höhenmeter zu überwinden, bis man den traumhaft schönen Schrecksee zu Gesicht bekam:

Schrecksee_Gaishorn_12

An seinem Ufer haben wir eine kurze Rast eingelegt, Kirschen gegessen und die unberührte Landschaft um uns herum genossen. :sonne: Um den letzten Bus von Hinterstein nach Bad Hindelang zu bekommen, hätten wir dann von hier aus denselben Weg zurückgehen müssen. Aber weiter durch unbekanntes Gebiet zu wandern, erschien uns wesentlich verlockender. Und wenn wir Glück hätten, würde uns ein Taxi von Hinterstein in unser Basislager bringen. So ging es weiter hinauf bis zur „Hinteren Schafwanne“:

Schrecksee_Gaishorn_15

Von dort aus sind wir auf österreichischem Boden mit Blick auf das Tannheimer Tal und den Vilsalpsee weitergewandert:

Schrecksee_Gaishorn_16

Dabei waren sowohl Geröllfelder wie auch Schneefelder zu überqueren:

Schrecksee_Gaishorn_20

Schließlich hatten wir die „Vordere Schafwanne“ erreicht:

Schrecksee_Gaishorn_22

Statt von hier aus wie ursprünglich geplant direkt zur Willers-Alpe weiter zu wandern, lockte das vor uns liegende Gaishorn so sehr, dass wir einen „kurzen“ Abstecher auf den Gipfel gemacht haben. Der Abstecher hat sich gelohnt, wir hatten eine fantastische Fernsicht bis ins Alpenvorland im Norden und bis in die tiefsten Weiten der Alpen im Süden:

Schrecksee_Gaishorn_29

Und ich konnte mich wieder einmal zusammen mit einem Gipfelkreuz verewigen lassen:

Schrecksee_Gaishorn_26

Das Gaishorn liegt 2249 Meter hoch und ist somit der bisher höchste Gipfel, den ich bestiegen habe. Wir haben uns trotz der wunderbaren Aussicht und milden Temperaturen nicht sehr lange aufgehalten. Immerhin war es schon nach 18 Uhr und der Abstieg hinunter ins Tal würde noch über 2 Stunden dauern. Bei der Willers-Alpe haben wir noch einmal eine kurze Rast eingelegt und die restlichen Kirschen gegessen. Dann ging es nach Hinterstein, wo wir wirklich das Glück hatten, mit einem Taxi direkt nach Hause gebracht zu werden. Glück deshalb, weil es nur ein einziges Taxi im Ort gab und der Fahrer kurze Zeit später andere Fahrten zu erledigen hatte, die bis um 23 Uhr gedauert hätten.

Insgesamt hat unsere Tour heute 8 Stunden gedauert, eineinhalb Stunden Pause inklusive. Die zurückgelegte Strecke betrug 21 Kilometer, dabei mussten 1675 Höhenmeter überwunden werden. An Wildkräutern gab es heute Wilden Schnittlauch, der in großen Beständen am Ufer des Schrecksees wuchs, Löwenzahnblüten, Blüten eines Pippaus, Wiesenbocksbart und vor allem reichlich Blütenstände vom Brillenschötchen. Diese Pflanzenart gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und schmeckt ganz zart nach Kohl. Um 21.30 Uhr habe ich 50 Gramm Erdbeeen und 300 Gramm Aprikosen gegessen. Als Betthupferl gab es um 23.45 Uhr 175 Gramm Wabenhonig. Ein süßer Abschluss für einen wunderbaren Tag!